22
Mär
15

Ich gehe dann mal…

… meine Fahrkarte ausdrucken…

Es ist Sonntagnachmittag, das Wochenende nähert sich dem Ende und die Fahrt gen Halle nähert sich mir. Schnell ist die Fahrkarte online gebucht, schnell mit meinem richensaroten Notebook, welches seit Anfang 2010 treue Dienste leistet. Leider kommuniziert mein Drucker nur unter besonderen Umständen mit diesem Gerät: wenn alle Tintenbehälter annähernd voll sind, wenn keine der Tinten “abgelaufen” ist und wenn Weihnachten und Ostern auf denselben Tag fallen, also nie!

Um aber dennoch die Fahrtkarte auf Papier ausgedruckt in der Tasche zu haben, muss ich früh genug anfangen. Ich muss also den alten Rechner von 2006 unter xp hochfahren, das dauert. Dann muss ich mich auf dem Admin-Account einloggen, damit auch alle Programme inkl. Druckertreiber mit allem Gedöns geladen werden. Inzwischen kann ich noch Kaffee kochen, einen Kuchen backen oder den Koffer packen. Die Fahrkarte als pdf habe ich auf einen USB-Stick geladen und schon bereit gelegt.

Wenn nun alles hochgefahren und geladen ist, starte ich das Druckerbeiprogramm und klicke mich sehr geduldig bis auf den Teil, wo ich die Füllhöhen des Druckers ansehen kann. Die Benachrichtigung, dass das Mindeshaltbarkeitsdatum für “magenta dunkel” abgelaufen ist, nehme ich nickend zur Kenntnis und klicke sie weg. Nicht hektisch werden. Füllhöhen-Fenster UNBEDINGT offenlassen!

Nun stecke ich den Stick in einen bestimmten USB-Slot und warte geduldig darauf, dass er erkannt wird. Ich könnte noch einmal den Inhalt des Koffers für die Woche überprüfen, mache ich auch oft. Ich gehe zurück zum Rechner und starte den pdf-reader. Das geht in der Regel schnell. Nun die Fahrkarten-pdf starten, das dauert. Inzwischen könnte ich nochmal… nein, der Koffer ist perfekt gepackt.

Fahrtkarte ist aufgerufen, nun keine falsche Bewegung machen. Druckmenü aufrufen, Befehl “aktuelle Seite drucken” anklicken. OK. Jetzt wird es spannend, denn meistens kommt noch “keine Rückmeldung”. Nicht verzagen, einfach abwarten.

Koffer zur Tür rollen? Ja, wäre eine Möglichkeit. Während ich im Flur bin, höre ich es: Der Drucker druckt! Yeah! Kaum eine dreiviertel Stunde ist vergangen und schon habe ich meine Fahrkarte in der Hand.

Wenn mein Telefon kompatibel mit der Bahn-App wäre, wäre das eine Alternative, isses aber auch nicht.

Alternative: meinen Technikpark erneuern, aber eigentlich ist ja nichts vom bestehenden kaputt, es ist nur sehr nervig, dieser Zeitaufwand mit dem Drucker. Oder sollte ich doch mit Kartoffeldruck arbeiten?

Na, heute ging es fix, ich habe noch reichlich Zeit, noch etwas zu drucken….

20
Mär
15

Miss So-Fi regrets….

Nun denn, sie ist vorbei, die Sonnenfinsternix 2015 und ich habe sie gar nicht mitbekommen. Ich hatte einen Termin außerhalb und saß, mit Taschentüchern, meiner 9Uhr-Antiobiotikum-Pille intus, Lutschbonbons, Schal und Sonnenbrille im ICE mit den leicht abgedunkelten Scheiben. Natürlich war die Bahn wieder zu spät, so dass der Zug noch im Bahnhof stand, als das Wichtigste draußen am Himmel anfing, eine dieser Sonnenfinsternis-Brillen hatte ich sowieso nicht. Aber auch die Reise nach Westen erlaubte keine eindeutigen Erleuchtungen, ob die leicht bleifarbene Graufärbung nun der Sonnenfinsternis angelastet werden muss oder dem Schmutzschleier auf den getönten ICE-Scheiben, wird ein Geheimnis bleiben.
Aber dafür habe ich die Sonnenfinsternis von 1999 am 11. August, habe ich mitbekommen, jaha! Ich absolvierte mein Volontariat im Ostwestfälischen, sozusagen zuhause ganz knapp östlich der Corveyer Klosterkirche, quasi zu Füßen des Nachbarn meines Vaters (andere Geschichte). Brillen hatten wir keine, aber dafür die Folie, die wir uns mit Tesafilm an den Sonnenbrillen und am Fotoapparat festklebten. Es war sehr spannend, denn das Wetter war wechselnd, die Wolken kamen und gingen, wir hatten die Augen abwechselnd auf dem Zifferblatt der Armbanduhr und am Himmel. Zunächst war kaum etwas zu bemerken, aber allmählich ließ das Gezwitscher der Vögel nach, die Schatten wurden grau, bleifarben und es wurde kalt und windstill. Ich empfand es als gruselig, diese Abwesenheit von Licht und Wärme. Bald wurde es wieder heller und wärmer, die Vögel machten sich wieder bemerkbar und das Leben lief wieder weiter.
Die Fotos sind natürlich nichts geworden, mit einem 28-85 mm-Objektiv funktioniert es einfach nicht….

Miss So-Fi regrets....

Miss So-Fi regrets….

09
Mär
15

Musikalische Fundstücke

Seit zwei Wochen hat mich der unbedingte Wille zur Bewegung ergriffen, da ich ja derzeit den ganzen Tag nur am Schreibtisch sitze und die einizige Bewegung tagsüber der Gang morgens die Treppe ins Büro hoch, bald darauf wieder hinunter, um die Thermoskanne mit köstlichen Tees zu befüllen, wieder hoch, später zum Händewaschen und so fort. Also kein wirkliches Work-out. Meine Schwester empfahl eine App für das Wischtelefon, um meine Schritte zu zählen. Habe ich gemacht, aber auch ohne die App wusste ich, dass die Schrittzahl überschaubar bleiben würde.

Auf das Fahrrad als Beförderungsmittel zur Arbeit mag ich nicht verzichten, denn es bringt mich ja auch anstelle der Tram hinunter in die Stadt und wieder zurück, auch wenn dieses Dienstfahrten sind. Also lieber geradelt als getramt, nicht wahr?

Aber meine Schwester hat natürlich Recht: laufen bringt mehr. Daher habe ich mich auf fast verschüttete Qualitäten besonnen, in den Untiefen von Kleider- und Schuhschrank die Ausrüstung zum Laufen wieder herausgekramt. Passen tut noch alles, früher saß es aber lockerer, aber so ist der Lauf der Dinge, wenn frau nicht läuft und zwei Bänderrisse später.

So startete ich vor zwei Wochen meinen ersten flotteren Spaziergang. Aber es fehlte etwas, ganz eindeutig: die richtige Musik. Bereits vor zehn Jahren, als ich sogar mal fast einen halben Marathon geschafft habe, ging ohne Musik gar nichts. Wetter? Egal! Batterie des Musiksticks leer? Nee, heute geht’s nicht…

Und bei der Durchsicht meiner Schubladen zuhause habe ich auch den alten Stick wiedergefunden, auf dem meine Laufstücke immer noch gespeichert waren. Der alten Schrittzähler mit Notfallsirene lag übrigens auch dabei, nix App! Die meisten Musikstücke stammen aus der 2005 und 2006 angelegten Sammlung, sogar Weihnachslieder sind dabei, neeee, nicht “Stille Nacht”. Zum Aufwärmen hatte ich immer das folgende auf den Ohren:

Jetzt habe ich sie auf ein etwas moderneres Medium umgespeichert und nach zwei Wochen fremder Laufmucke ist die alte, vertraute wieder dabei, voller Erinnerungen. Nun kommen neue dazu.

Übrigens habe ich auch noch irgendwo den Walkman, also dieses Gerät, das noch mit Musikcassetten lief, welches ich für die musikalische Begleitung zum Inline-Skaten benutzte. Puh, wo ist da der Soundtrack wohl abgeblieben? Die “Ally McBeal”-Mucke war auf alle Fälle dabei, und hier Vonda Shepard als Rausschmeißer oder Aufwärmmucke:

23
Feb
15

Frühlingsimpressionen von der Weser

Der Tantengarten hat ja seine kleinen Frühlingsecken: Schneeglöckchen schauen um die Ecke, leider gibt es keine gelben Winterlinge mehr. Keine Ahnung, wo sie geblieben sind, früher gab es die an allen Ecken.

Höxter_rathaus

Blick von der Weserbrücke auf das Rathaus und die Kilianikirche

Und ein Blick auf die Weser muss auch sein, auch wenn es nur noch ein paar Minuten Restzeit bis zur Ankunft des Zuges waren, der mich wieder aus Höxter wegfahren sollte.

Weserblick

Sonnenlich auf dem Fluss, die ersten Kanufahrer sind gerade aus dem Bild gepaddelt

 

Traumhaus

Als Kind habe ich immer davon geträumt, hier in einem der Dachzimmerchen zu wohnen

 

Corvey 1

Im Hintergrund das Weltkulturerbe, im Vordergrund der zugeworfene Umfassungsgraben, zu Kindertagen noch geruchsintensiv-offen

Corvey 2

Rückblick auf Corvey, der Zug zischt gerade über die Eisenbahnbrücke

Ich hatte zwar jede Menge zu lesen dabei, aber es war viel schöner, aus dem Fenster zu schauen. Schnell flogen die ehemalige Reichsabteil Corvey vorbei, seit letztem Jahr ja auch Weltkulturerbe der UNESCO, Holzminden, Stadtoldendorf, Seesen und jede Menge Landschaft. Leider ließ mich der Fotoapparat im Stich, die Batterie….

22
Feb
15

Auf den Hund gekommen

Am letzten Wochenende war ich einmal wieder bei der Tante und ihrem Mitbewohner. Kuno heisst der junge Kerl, ihr Toy Boy. Er wohnt seit etwa anderthalb Jahren bei ihr. Der treue Blick, der wedelnde Schwanz: Kuno ist ihr Rauhaardackel. Der junge Herr muss nicht nur der Tante gehorchen, sondern auch dem Rest des Rudels, also auch bei meiner Schwester und mir. Das gelingt nicht auf Anhieb, denn wir sind natürlich nicht dauernd im Rudel dort, aber allmählich gelingt es. Futterbeutel sei Dank… Der Dackel hat den Tantengarten zum Freilaufen, hier darf er ohne Halsband losflitzen. Geht es vom Grundstück herunter, wird die Leine angelegt. Fernziel wäre ja auch, den Dackel ohne Leine laufenzulassen, aber soweit sind wir noch lange nicht.

Nun war ich im Garten unterwegs, den umgefallenen Baum besichtigen, der noch in Kleinteile zerlegt werden musst. Der Dackel flitzte davon. Ich schaute hinter ihm her und rief ihn zu mir. Er kam, wurde belohnt und rannte wieder davon. Und sah ich einen Dackel draußen auf der Straße, die hinter dem Grundstück herführt. Kuno?? Kuno!!! Einmal kam er noch, ich konnte ihn nicht festhalten, denn inzwischen hatte ich den Weg des Dackels zum Zaunloch gefunden. Nun lief der Dackel im Nachbarsgarten herum und ließ sich jetzt von meinen Rufen und Pfeifen nicht mehr aus der Ruhe bringen. Ich sprintete in’s Tantenhaus zurück und holte Leine und Halsband und die Tante. Bis wir zurück waren, kam uns der Dackel auch schon fröhlich entgegen. Schnell war er an die Leine gelegt und aus war’s mit dem Freilauf für die nächste Zeit.


Am Sonntagmorgen zogen Tante und Nichte mit Resten von Zaundraht, Zaunpfosten und dickem Hammer auf der Schubkarre in die Untiefen des Waldanteils des Tantengarten. Die Löcher wurden mit einer zweiten Zaunreiheflickerei gestopft, die neue Demarkationslinie war auch deutlich höher als der Dackel zu überspringen vermag. Leider habe ich die Reaktion des Dackels nur von der Tante als Lifebericht bekommen, denn ich musste wieder auf den Zug, zurück nach Halle. Sie erzählte, dass Kuno beim nächsten Freilauf schnurstracks auf Richtung des Hinterausgangs losgerannt war, sie hinterher. Als sie dort ankam, stand der Hund geradezu fassungslos vor den neuen Hinternissen, schaute sie an und fing an, wütend und enttäuscht loszubellen, um seinen Frust herauszulassen. Er scheint aber eher dem neuen Zaun gram zu sein, als der Tante und meidet nun beleidigt den hinteren Teil des Gartens. Tja…

01
Feb
15

Apfel-Buttermilch-Kuchen

Inzwischen hat sich der Sonntagmittag als die Zeit herauskristallisiert, in der ich meine Leseliste meiner Lieblingsblogs durchgehe und endlich das lese, wozu ich während der Woche nicht komme. Kein “Lesenmüssen”, sondern Schmökern pur. Heute gibt es noch ein Stück Kuchen dazu, denn als als Kirsche-auf-derSahne des Wochenendes kam mein Lieblingsbesuch: meine Schwester und mein Neffe. Gemeinsam hatten wir uns bei meinem Grundschulfreund und seinem Partner zum Kaffee verabredet.
apfelkuchen mit karamell2

Apfel-Buttermilchkuchen mit Zimtguss

Für den Teig:
300 g Mehl (Dinkel- und Weizen-)
2 TL Weinsteinbackpulver
¼ TL Salz
1 TL winterliche Gewürze (hier: Kardamom, Zimt, 1 Msp. Nelke)
115 g weiche Butter
150 g Rohrzucker
1 großes Ei
240 ml Buttermilch
60 g gehackte Walnusskerne

2 – 3 Äpfel

Für den Guss:
80 g braunen Zucker
45 g Butter
1 TL gemahlenen Zimt
1 Msp. Muskat

apfelkuchen mit karamell
Den Ofen auf 180° Grad vorheizen und eine 24 cm Springform mit Backpapier auslegen, die Seiten fetten.
Mehl, Backpulver und Salz in einer Schüssel mischen. Die weiche Butter mit dem Zucker cremig rühren, das Ei dazugeben und unterrühren. Die Mehlmischung und die Buttermilch abwechselnd unterrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist, der schwer reißend vom Löffel fällt. Dieser wird in die Springform gefüllt und mit den in Spalten zerteilten, vorher geschälten Apfel fächerartig beleg.
Für den Guss die Butter schmelzen, Zucker, Zimt und Muskat dazu geben und verrühren, leicht karamelisieren lassen. Mit einen Teelöffel über den Äpfeln verteilen, sie müssen nicht ganz damit bedeckt sein, da der Guss verläuft.
Im vorgeheizten Ofen ca. 50 – 60 min backen, die Backzeit variiert nach Ofen: im Zweitofen in Halle brauchte es 65 min, im Berliner Ofen gute 10 min weniger.
Mit der Stäbcheprobe ist man auf der sicheren Seite. Den Apfelkuchen auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Originalrezept bei chefkoch gefunden, dort von pumpkin-pie eingestellt, hier annähernd 1/3 weniger Zucker, dafür Walnüsse dazu sowie die Gewürze im Teig und hier auf eine abschließende Schicht Marmelade auf den Äpfeln und dem Zucker-Zimt-Guss nach dem Backen verzichtet.

28
Jan
15

Stimmungsaufheller

Es ist zwar morgens nicht mehr stockdunkel, aber doch meistens grau bis gräulich, wenn ich morgens aus dem Haus gehe. Heute fand ich es besonders schlimm, weil ich auch meine Liebsten fern von mir, besonders vermisst habe.

Gegen Mittag erreichte mich im Büro von der besten aller Schwestern ein toller Stimmungsaufheller, ganz incognito im großen weißen Karton verpackt. Richtig ausgepackt habe ich die Tulpen erst zuhause, wobei es gar nich so einfach war, den Karton, zwei Umhängetaschen, mich selbt und das Fahrrad als rollenden Untersatz in Einklang zu bringen. Hat aber schlussendlich doch geklappt.

tulpen Kopie
Und nach der optischen gibt es noch eine akustische Stimmungsaufhellung: das Universitätsorchester Halle spielt heute abend für mich auf. Ich klemme mir nun eine Tulpe in’s Knopfloch und gehe in die Dunkelheit hinaus. Jetzt geht’s aber besser…




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