21
Mai
13

Toast Frankenstein

Elegische Landpartien können hungrig machen, eine Binsenweisheit. Samstags am frühen Nachmittag parkten wir nach Pilgerfahrt und familiärem Flashback am Rande des Marktplatzes von Ząbkowice Śląskie, ehemals Frankenstein. Die Wolken hingen tief, es kalter Maiwind pfiff um die Ecken.
Zunächst wollten wir aber noch das Wahrzeichen der Stadt, den Schiefen Turm anschauen.

Zabkowice Slaskie_01

Zabkowice Slaskie_02

Leider hatte die Annenkirche bereits geschlossen, nur noch der Küster flitzte mit dem Weihrachfässchen über die Gasse.
Bedauerlicherweise hatte sich auch der Rest des Örtchens bereits zum Wochenende zurückgezogen, das “Frankenstein Eiscafé” bot nur Eis zum Mitnehmen an, keine echte Option bei etwa 12°C und leichtem Regen. Schließlich kehrten wir in eine Pizzeria ein. Bis unsere Bestellung gereicht wurde, entwickelten wir natürlich eine (noch theoretische) umfassende touristische Erschließung des gut erhaltenen Ortes, basierend auf Mary Shelleys berühmter Romanfigur. Wir waren aber wohl nicht die Ersten mit diesen Ideen: offensichtlich hatte auch die Wirtin bei der Dekoration des überbackenen Toasts ihre eigenen Gedanken zum Thema umgesetzt: Garniert mit zweierlei Saucen, die uns an erkleckliche Ekeligkeiten gemahnten….

Zabkowice Slaskie_03

Toast Frankenstein?

13
Mai
13

Pilger in Bardo

Unversehens gerieten wir auf unserer Landpartie durch die Hügel eine gute Autostunde südlich von Wrocław in den kleinen Ort Bardo/Wartha mit seiner imposanten Pilgerkirche. Schon auf dem Besucherparkplatz wurde klar, dass wir die Kirche nicht für uns alleine haben würden: er war von vorne bis hinten mit Bussen zugeparkt. Der Ort selber war an jenem Samstagmittag eher leer, bis die Kirchentüren aufgingen. Die ersten Besucher der Messe strömten hinaus, wir hinein.
Barockschock! Die Kirche war zwischen 1686 und 1704 an der Stelle von zwei älteren errichtet worden, natürlich voll und ganz in der regionalen Ausprägung des Stils der Zeit. Und voll war es! Zunächst dachte ich, dass die vielen Menschen zur Kommunion anstanden, bis mir allmählich klar wurde, dass sie zum Gnadenbild, einer romanischen Madonna wollten. Meine Freundin übersetzte die Ansagen des Geistlichen, der darum bat, nicht zu drängeln, da jeder “drankommen” würde. Der Chor sang, die barocke Orgel ließ ihre Klänge über unseren Häuptern schweben.
Irgendwann schob ich mich, den der Madonna bereits nahe Gekommenen entgegen, durch das Seitenschiff nach vorne, um wenigstens einen Blick auf das Hauptgeschehen zu erhaschen. Es gelang!
Die Gläubigen drängten sich bis zu der geschnitzten Figur und küssten sie auf eine vorgegebene Stelle an der Fassung. Der Priester wischte über diesselbe mit einem Läppchen nach. Und zwar immer mit demselben, ohne es zu drehen und zu wenden. Ich schaute und staunte, denn mir wurde klar, dass dies ein astreiner Weg ist, Seuchen und Krankheiten zu verbreiten. Vor Erfindung von Antibiotika natürlich.
Nach dem Anstehen trafen sich die Menschen im Hof der Kirche und stärkten sich erst einmal mit den mitgebrachten Broten und Leckereien aus Tüten, Taschen und Rucksäcken. Habe ich so auch noch nicht gesehen, ich pilgere wohl zu selten.

12
Mai
13

Wrocław – der zweite Besuch

Wrocław – Breslau, junge alte Stadt an der Oder. Zum ersten Mal war ich 1987 dort, zu einer Zeit, als der mächtige Mann im Staate noch diese komische nachdunkelnde Brille zur Uniform trug. Damals war unserer Reisegruppe ein junger Aufpasser an die Seite gestellt, der auf unsere Schritte rund um das Rathaus achtete. Nun war ich mit Freunden dort und traf einen Kollegen von der Uni dort. Ich hatte mich an sich “nur auf eine Tasse Kaffee” mit ihm verabredet, er hatte sich aber den gesamten Tag Zeit genommen, seine kleine Tochter bei seinen Eltern abgesetzt und schlenderte mit uns von Sehenswürdigkeit zu kleinen Ecken, in die sich nur selten ein Tourist verirrt und von da aus wieder dorthin, wo der normale Wrocławer oder Breslauer auch hingeht. Durch die Universität ist es (wieder) eine junge, weltoffene Stadt, voller Leben, gleichzeitig voller Geschichten. Ein wunderbarer Tag! Und ein absolut empfehlenswertes Ziel, nur viereinhalb Stunden Fahrtzeit von Berlin entfernt.
Serdecznie dziękuję, Cernobog!

11
Mai
13

Home is where the heart is

Eine elegische Landpartie führte mich am vergangenen Wochenende weit nach Südosten, nach Niederschlesien. Ich traf mich mit lieben Freunden und da ich das erste Mal “auf eigene Faust” in Polen unterwegs war, bat ich darum, dass wir von Prusice aus eine etwas ausgedehntere Tour nach Süden machten. Ich wollte in das Dorf, in dem meine Großmutter 1905 geboren wurde und meine Mutter und ihre Geschwister die Schulferien auf dem Hof ihrer Großmutter, also meiner Urgroßmutter verbrachten. Auch über das Kriegsende 1945 hinaus wollte die Familie bleiben, die Urgroßmutter als Clanchefin hatte das Heft auf dem Hof fest in der Hand, denn inzwischen lebten nicht nur die Familienmitglieder auf dem Hof, die hier die Landwirtschaft betrieben, sondern auch meine Großmutter hatte sich mit ihren vier Kindern hier eingefunden. Mein Großvater hatte sich auch irgendwie auf dem Hof eingefunden, auf jeden Fall war die Familie beisammen, als sie aufgefordert wurden, innerhalb kürzester Zeit den kleinen Ort und alles, was sie besaßen, hinter sich zu lassen. Irgendwann kamen sie im Auffanglager Friedland bei Göttingen an, um später bei Paderborn eine neue Bleibe zu finden. Der Großvater fand sich in einer Dorfschule in Benhausen bei Paderborn wieder, später in Altenbeken oder war es umgekehrt? Die Familie der Großmutter war nahe beieinander geblieben, da rund um Paderborn. Willkommen waren sie allesamt nicht, da im Nachkriegsdeutschland, wo nun die Einheimischen für die Flüchtlinge auch noch Platz machen mussten. Ungeliebt waren sie, wo sie doch noch wenige Jahre vorher mit markigen Worten von Rednerpulten heiser hinabgeschrieen, allesamt zu “Volks- und Schicksalsgenossen” gemacht worden waren. Daran wollte sich aber niemand gerne erinnern lassen.
Und so wurde Riegersdorf zum Sehnsuchtsort, die Heimat, die nun für sie unerreichbar wurde und zudem nicht mehr Riegersdorf, sondern nun Potworow heißt.

Sehnsuchtsort im Paderborner Wohnzimmer

Sehnsuchtsort im Paderborner Wohnzimmer

Immer, wenn sich die Verwandten trafen, wurde von “zuhause” gesprochen und niemals das neue Zuhause gemeint, in dem sie nur quälend langsam ankamen. Und auch als die Generation meiner Mutter ihren Weg in der neuen Heimat suchte und mitunter in die neue Umgebung einheiratete, wurde das Zuhause in Schlesien als das einzige beschworen. Zu Weihnachten, zu Geburtstagen und Beerdigungen, wenn wir Kinder bei meinen Großeltern für ein paar Tage zu Besuch waren, immer war Schlesien auch dabei. Wir verstanden diese Traurigkeit natürlich nicht, denn wir waren ja die Generation, die nur in den Frieden und auch in den Wohlstand Westdeutschlands hineingeboren war. Als kleinere Kinder hörten wir den Geschichten wie Märchen zu, obwohl dort keine Prinzessinnen und Königssöhne mitspielten. Später schalteten wir die Ohren auf Durchzug bei den immerselben Erzählungen und Liedern. Heute verstehe ich es, denn nur so konnte die Erinnerung lebendig gehalten werden, denn es gab keine Fotos, an denen man sich festhalten konnte.
Als die Grenzen gen Osten durchlässiger wurden, machten sich Cousinen und Cousins meiner Mutter und eine meiner Großtanten auf, um mit dem Bus in die ehemalige Heimat zu fahren. Sie kamen niedergedrückt zurück, denn nichts war mehr so, wie sie es in Erinnerung hatten, die je weiter sie zurück lag, immer strahlender geworden war.
Vor einigen Jahren lernte ich eine Kollegin kennen, die in Prusice aufgewachsen war. Unbefangen erzählte ich ihr nach einiger Zeit von meiner Familiengeschichte. Sie reagierte zunächst ablehnend, bis sie mir erzählte, dass ihre Eltern ebenfalls aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. Die ihre lag im östlichen Polen, welches heute zur Ukraine gehört. Sie gehörten zu jenen Polen, die dort angesiedelt wurden, wo zuvor die deutschen Vorbesitzer vertrieben worden waren. Aber so ist der Krieg: irgendwer fängt an und setzt damit Ereignisse in Gang, die noch Generationen später ihre Auswirkungen haben. Inzwischen ist sie mir eine Freundin geworden und so war sie gerne bereit, mit mir den Abstecher nach Potworow formerly known as Riegersdorf zu machen. Als ich ihr den Dorfnamen noch einmal nannte, lachte sie aus vollem Herzen, denn ein “potwòr” ist ein Scheusal oder Monster.
Wie aber würde ich zu dem Hof meiner Urgroßmutter finden? Bei meiner Oma im Wohnzimmer hing das Bild, das sich seit Kindertagen eingeprägt hatte, dankenswerterweise war mein technikaffiner Onkel bereit, mir das Bild des Hofes per MMS nach Polen nachzuschicken. Zudem war ich vorher mit dem Auto von Tante Guugl durch den Ort gefahren und hatte mich digital schon etwas umgeschaut. Nun war ich also da und ehrlich gesagt, doch etwas aufgeregt. Das Auto hielt am Ortseingang und Renata und ich spazierten los. Der zweite Hof links, das musste er sein. Der unbefestigte Weg führte über einen Bach hin zu einem Vierseithof, an dessen Ostseite zwei Arbeiter kleinere Bäume gefällt hatten. Die Freundin begrüßte sie und meinte, dass wir mal schauen wollten, ob wir von hier die Kirche in Bardo sehen könnten. Sie schauten uns misstrauisch nach, denn das weiß doch jedes Kind, dass man nur vom Hügel da hinten am Fußballplatz so weit in das wellige Hügelland schauen kann. Unbeirrt setzten wir unseren Weg fort und bogen zur nach Süden gerichteten Hofeinfahrt ab. Und dann sah ich das Haus, den Sehnsuchtsort meiner Mutter, ihrer Mutter und ihrer gesamten Familie. Die Remisen mit der alten Tordurchfahrt sind dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen, die anderen drei Seiten stehen noch, mehr oder weniger. Das Wohnhaus ist offensichtlich von zwei unterschiedlichen Parteien bewohnt, denn nur eine Hälfte ist in den letzten Jahren geweißt worden.

... vorbeigefahren...

… vorbeigefahren…

Der Blick zu den Hügeln

Der Blick zu den Hügeln

Wohn- mit Backhaus, davor der Baum vom Bild

Wohn- mit Backhaus, davor der Baum vom Bild

Dachlandschaft über Remisenresten

Dachlandschaft über Remisenresten

Wohnhaus, zwiegeteilt

Wohnhaus, zwiegeteilt

Die große Scheune

Die große Scheune

EU-Mittel zur Dorferneuerung, Hoffnung?

EU-Mittel zur Dorferneuerung, Hoffnung?


Lange sind wir nicht geblieben, die beiden Arbeiter schauten misstrauisch nach uns und meckerten Renata an, was wir denn da wollten. Kann ich ja auch verstehen, dass sie nicht erfreut waren, fremde Leute auf dem Hof zu haben. Wir hatten ja nicht wirklich gesagt, warum wir da waren.
So war mein Besuch am Sehnsuchtsort nur ein kurzer. Keine Zeit, innezuhalten, aber auch keine Zeit, um traurig der Trauer und verlorenen Heimat meiner Verwandten willen zu werden. Aber ich weiß nun, wonach sie sich verzehrten. Wo meine Uroma ihr Brot buk, meine Oma als vierfache Mutter wieder Tochter sein durfte, meine Mutter Kind war.
Komisches Zwischendinggefühl. Sehnsuchtsort.
Ihre Heimat, nicht meine. Oder?

01
Mai
13

Menschen, die von Tulpen umgeben sind

Am ersten Mai geht frau natürlich ins Stadtgrüne, sozusagen auf elegische Stadtpartie. Nein, Steinewerfen gehört nicht auf’s Programm, auch das Myfest in Kreuzberg war mit seinen abertausenden Fressständen und der lauernden Warterei so manches Besuchers auf’s “Vielleicht-fliegt-doch-noch-was” nur einen kurzen Abstecher wert.
Warum nicht in mir noch unbekannte beblühte Gefilde schweifen, die doch so nah liegen? Das Ziel waren die Britzer Gärten, die mal Bundesgartenschau waren und nun als Naherholungsgebiet zum Schlendern, Schauen und Seelebaumelnlassen einladen. Mit Frau indica und ihrem Herrenbesuch war ich verabredet, aber nur so grob irgendwie. Die Uhrzeit war fast feingetuned, aber wir hätten uns auch auf denselben Eingang einigen sollen. Nun denn, wir haben uns dennoch gefunden und lustwandelten dann durch das Meer der Tulpen.
Es wurde, nicht nur von uns, allenthalben fotografiert, geschnuppert, posiert, gestarrt und geschnutet. Langsam entspann sich bei mir die Idee, nicht nur die Tulpen, sondern auch die “Tulpen-Spotter” auf Speicherkarte zu bannen. Der volle Körpereinsatz so manchen Spotters beeindruckte mich tief.

Menschen, die an Hyazinthen schnuppern.

Menschen, die an Hyazinthen schnuppern.

Mann, der sich in Tulpenbeete legt

Mann, der sich in Tulpenbeete legt

Mann, der mit Selbstauslöser und zu kurzem Stativ seine Familie und sich fotografieren wollte

Mann, der mit Selbstauslöser und zu kurzem Stativ seine Familie und sich fotografieren wollte

Mann, der die Tulpen von unten sehen wollte

Mann, der die Tulpen von unten sehen wollte

Mann, der nun anders als vorher in den Tulpen liegt

Mann, der nun anders als vorher in den Tulpen liegt

Menschen, die für Tulpen sogar in die Hocke gehen

Menschen, die für Tulpen sogar in die Hocke gehen

Menschen, die auf's Hyazinthenmeer starren

Menschen, die auf’s Hyazinthenmeer starren

Menschen, die Ertrinkende aus den Traubenhyazinthen retten könnten

Menschen, die Ertrinkende aus den Traubenhyazinthenmeer retten könnten

Menschen, die Hyazinthen für ein Foto platt treten

Menschen, die Hyazinthen für ein Foto platt treten

Frau in Rot, die in Hyazinthen posiert

Frau in Rot, die in Hyazinthen posiert

Mensch, dessen Farbwahl bedenklich ist

Mensch, dessen Farbwahl bedenklich ist

Schafe, denen die Menschen egal sind

Schafe, denen die Menschen egal sind

25
Apr
13

Waterloo

Es war einmal mehr Zeit für eine elegische Landpartie, dieses Mal in eine Gegend, in der ich noch nicht so häufig war. Das Wetter war bedauerlicherweise nicht so frühlingshaft wie meine Laune, ich hätte bei der steifen Brise gut und gerne Schal und Mütze brauchen können. Grau war der Himmel, aber dann war ich am Ziel der Etappe. Das gelbe Schild an der Landstraße wies den Weg: Waterloo.
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Viel geht mir durch den Kopf, denn natürlich muss ich sofort an den Ort wenige Kilometer südlich von Brüssel in Belgien denken, dort, wo Napoleon Bonaparte 1815 seine allerletzte militärische Schlacht schlug und gegen eine alliierte Streitmacht verlor. Abertausende Soldaten verloren viel mehr an diesem Tag: Mehr als 25.000 Angehörige der französischen Armee fielen oder wurden verwundet, auf der Gegenseite auch immerhin etwa 22.000 Soldaten.
Und der Stolz über den Sieg und seine erfolgreiche Teilnahme an der Schlacht brachte den preußischen Staatsministers Otto Karl Friedrich von Voss (1755 – 1823) dazu, einen Teil seines Gutsbesitzes nach dem Ort irgendwo im heutigen Belgien zu benennen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand der Ort, bis heute säumen nur ein paar wenige Häuser die holprige Dorfstraße.
Waterloo ist ein kleines Dorf in der Prignitz, das liest sich ungewohnt.. irgendwie.

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28
Mar
13

Bitte um Unterstützung

Bisher habe ich hier in meinem Blog kaum Themen behandelt, die außerhalb meiner mehr oder weniger privaten Umgebung entstammen, heute ist es aber einmal etwas anderes. Es geht um ein Thema, welches mir einerseits als westfälisches Landeskind, aber auch als jemand, der sich beruflich mit dem kulturellen Erbe beschäftigt, sehr am Herzen liegt:

Die Deutsche Gesellschaft für Urgeschichte hat eine Petition an die nordrhein-westfälische Landesregierung aufgesetzt, die man innerhalb der nächsten 57 Tage unterzeichnen kann, in der die Landesregierung dazu aufgefordert wird, die Streichung sämtlicher Zuschüsse für die Archäologie und die Denkmalpflege zurückzunehmen. In einem Bundesland, in zwar einerseits die Gesetzeslage verbessert wurde, andererseits aber die sogenannte Verursacherfinanzierung durch Gerichtsurteile wieder bedroht ist, haben diese Zuschüsse eine ungeheure Bedeutung. Sie sind oftmals die einzige Möglichkeit, das einzigartige Bodenarchiv zu schützen bzw. Grabungen und Bauuntersuchungen durchzuführen oder die Bereiche, die nicht mehr durch die verursacherfinanzierte Dokumentation abgesichert sind, abzudecken.
Besonders das Bodenarchiv ist in besonders stark von unwiderbringlicher Zerstörung bedroht. Niemand kann sich vorstellen, in einem Archiv eine Urkunde, ein Evangeliar mit Weltkulturerbebedeutung oder eine Stiftungsurkunde, die beispielsweise von Karl dem Großen unterzeichnet wurde, aus dem Regal zu ziehen und ein Streichholz daran zu halten, um sie zu verbrennen. Nichts anderes passiert aber jedes Mal, wenn bei Bauarbeiten beispielsweise in einer mittelalterlichen Stadt einfach eine Tiefgarage gebaut oder in einem zukünftigen Baugebiet ein bronzezeitliches Gräberfeld weggebahhert wird.
Wie groß ist der medial unterstützte Aufschrei hier in Berlin um die East-side-gallery, aber ich höre niemanden schreien, wenn unserem kulturellen Erbe in Nordrhein-Westfalen auf breiter Ebene die finanzielle Unterstützung entzogen wird! Und ich fürchte nicht ohne Grund, dass diese Entwicklung auch auf andere Bundesländer überschwappen wird.

Die wichtigsten Erklärungen findet Ihr in dem Text der Petition, es ist eine der wenigen Möglichkeiten, die Stimme zu erheben:
Petition gegen die Streichung der Zuschüsse

Bitte reicht diesen Link weiter….




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