30
Sep
14

Torun

Als ich etwa 12 Jahre alt war, habe ich mich an einem Aufsatzwettbewerb beteiligt, bei dem mein Thema “Nikolaus Kopernikus” war, der ja bekanntlich 1473 in Torun/Thorn geboren wurde. Ich war fasziniert von seiner Lebensgeschichte und wollte gerne einmal nach Torun fahren, was damals bekanntlich noch nicht so einfach war. Nun ist es endlich soweit! Ich bin da, wenn auch ohne die Armbanduhr, die ich damals als Preis bekam.

Bis heute morgen gab es auch noch gutes Wetter obendrein, leider regente es dann, bis zu dem Moment, als ich einen Regenschirm gekauft habe.

21
Sep
14

Ausflug an die Ardèche

Der Fluss Ardèche ist vor allem durch seine spektakuläre Schlucht, die Gorge de l’Ardèche bekannt, die man von oben, so wie wir oder von unten, wie die vielen Kanufahrer auf dem Fluss, bewundert werden kann. Wir hatten uns für den Ausflug den Sonntag ausgesucht, nachdem wir uns auf dem Markt in Laudun mit Proviant versorgt hatten. Von Pont-Saint-Esprit aus schoben wir uns in das Tal, zunächst um einen weiteren Sonntagsmarkt in Saint-Martin-d’Ardèche herum über die schmale Hängebrücke über den Fluss, um dem hochgelobten Aiguèze einen Besuch abzustatten. Das Örtchen trägt den Titel “Un des plus beaux villages de France”, an diesem Sonntag mittag war es beschaulich ruhig, wir fanden einen Platz im Café am Dorfplatz am plätschernden Brunnen zu einer Menthe à l’eau. Unten am Fluss sammelten sich die Badewilligen, richtig voll war es aber nicht mehr.

Wir brachen auf zu unserer Tour über die Corniche, die Straße am oberen Rand der Schlucht. Sie ist inzwischen gut ausgebaut für die Schaulustigen, es gibt auf den 29 km insgesamt 11 feste Anhalte- und Aussichtspunkte mit guten Ausblicken herunter auf Fluss und in die Schlucht.

Ich gestehe, dass wir nicht bei allen Punkten angehalten haben, weil es an jenem Sonntag auf der Straße und an den Aussichten sehr voll war. Die Tropfsteinhöhle “Grotte Madeleine” und der Nachbau der Grotte Chauvet haben wir ausgelassen, da wir hofften doch noch an’s Wasser unten im Tal zu kommen. Das war uns dieses Mal nicht vergönnt, denn alle Parkmöglichkeiten in Laufentfernung waren, trotz Parkeinweisern restlos voll und einfach so am Straßenrand zu parken, ist auch nicht mehr möglich, denn hier haben die Straßenbauer fies-hohe Bordsteine oder fies-dicke Felsbrocken oder fies-scharfen Kies ausgelegt. Ein paar wenige Möglichkeiten gäbe es, aber dafür muss man bergtaugliches Schuhwerk an Bord haben, um die mehr als hundert Höhenmeter auf Trampelpfaden bewältigen zu können. Hatten wir nicht. Dennoch ein schöner Tag mit tollen Ausblicken!

20
Sep
14

Abendliche Routine

So ein Tag voller Eindrücke vergeht ja schnell, wenn man im Urlaub ist. Irgendwann ist aber Feierabend mit den Besichtigungen und dann kommt der gemütliche Teil des Tages. Es war ja immer noch recht warm, besonders auch im Rhôntal hingen die Temperaturen abends noch kurz unter der 30°C Marke.  Da brauchte es eine kleine Erfrischung oder einen Sun-downer: natürlich ein ordentliches Maß Pastis mit nicht zu viel Wasser und Eiswürfeln. Und ein paar Nüsschen, Salzmandeln oder etwas ähnliches. Meine Tante nennt es “wohlschmeckende Stunde”, wir haben sie französisch interpretiert.

Im Rhônetal entdeckten wir am ersten Abend, als wir mangels Internet die Wettervorhersage im Fernsehen suchten, auf arte eine Sendung mit Sarah Wieners über ihre Reise nach Indien, natürlich in französischer Sprache. So haben wir uns angewöhnt, unseren Pastis als Apéro mit Sarah Wieners einzunehmen. Später haben wir gekocht und draußen unter dem kleinen Hausbaum noch ein Schlückchen Rosé getrunken.

abend

Oder zwei…

20
Sep
14

Laudun, fast in Sichtweite der Rhône

Das Rhônetal ist eine sehr intensiv genutzte Gegend, voller Weinberge, Gemüse- und Obstfelder. Viele Bauern bieten ihre Feldfrüchte auf den lokalen Märkten, aber auch in eigenen Ständen an der Straße oder auf ihrem Hof an. Die vollreifen Tomaten, Weintrauben oder Auberginen sind eine pure Verlockung, wenn man über die Wochenmärkte schlendert. Am Sonntag wird der Markt in Laudun abgehalten. Im Zentrum des Ortes reihen sich die Stände im Schatten der Kirche aneinander, nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Tinnefkram neben eingelegten Oliven, Reis aus der Camargue und die obligatorische Marseiller Seife.

Tomaten, Zucchini, roter Reis, eingelegte Oliven und ein gebratenes kleines Hähnchen flatterten in den Einkaufskorb und als Wegzehrung für den Ausflug ins Ardèchtal noch sechs dieser herzhaften Beignets mit Oliven-, Zucchini- und Schafskäse-Aufpimpung.

06
Sep
14

A la prochaine, Haute-Provence

Schwups, ist die Woche in der Haute-Provence rumgegangen. Wir haben viel gesehen, gestern abend noch einmal durch die Gassen in Forcalquier geschlendert, das Auto ächzt jetzt schon unter Mitbringseln, Einkäufen.
Nun geht es ein paar Kilometer weiter westlich gen Bagnols-sur-Ceze, wo es kein Wlan in der Unterkunft gibt, also auch keine täglichen “Wasserstandsmeldungen”.

sonnenaufgang

04
Sep
14

Lurs

Nur ein paar Impressionen aus dem Bergdörfchen hoch oben über dem Durancetal, Sommerresidenz der Bischöfe von Sisteron, heute noch ein bischöfliches Seminar am Ortsrand, ansonsten ruhig, die engen Gassen lassen sich am ehesten zu Fuß erkunden und plötzlich steht man vor einem kleinen Amphitheater mitten im Ort, sicher neuzeitlich, aber durch die Säulenzypressen drumherum macht es einen echt römischen Anschein. Eine Flasche Olivenöl aus lokaler Pressung begleitete uns, in dem kleinen Lädchen “Chez Justine” erstanden, die zugehörigen Olivenbäume stehen etwas westlich des Ortes an der sich hinschlängelnden Landstraße.

03
Sep
14

Brücken

Wir Touristen sind ja nicht die ersten Fremden, die hier im Land unterwegs sind, das ist eine Binsenweisheit. Auch große Straßenbauprojekte sind keine Erfindung der Neuzeit (noch eine). Die Römer haben ja schon früh ihre Finger nach Gallien ausgestreckt, Provinzgouverneur Caesar war nach einigen Jahren Amtszeit der reichste Mann der römischen Welt. Ein paar Investitionen lohnten sich also, dieses Land zu erschließen, Handel, aber auch schnelle Truppenaufzüge zu ermöglichen. So war die Via Domitia die wichtigste Landverbindung nach Südfrankreich, die heute immer noch unter so mancher Communestraße erhalten ist oder auch durch einige sehenswerte Brückenbauwerke.
Bei Bonnieux ist die/der Pont-St-Julien sehr gut erhalten, bis vor wenigen Jahren führte die moderne Straße sogar noch über das Brückenbauwerk. Inzwischen ist mit EU-Mitteln ein breiter Fahrradweg durch das Tal der Calavon gebaut worden, der offensichtlich auch der zugehörigen Route départemental eine neue Brücke ermöglicht hat, die nur etwa 100 m entfernt das derzeit ausgetrocknete Flüsschen überquert und einen auf einen deutlich überdimensionierten Parkplatz leitet. Der Radweg führt heute noch über die Brücke, den schönsten Anblick bietet sie in der Morgensonne aber unten aus dem Flussbett.


pont-st-julien

Pont-St-Julien


Deutlich romantischer gelegen ist die Pont-de-Ganagobie, mitten im Wald unterhalb der Prieuré, wenn man, kurz bevor man in die Zivilisation der Fernstraße zurückkehrt, dem Wegweiser zum Hotel Seminaire de Surs folgt. Die sehr schmale Straße folgt der römischen Route und ehe man es sich versieht, hat man die Brücke überquert. Zum Glück gibt es einen kleinen Parkplatz und einen Trampelpfad hinunter an das Bachbett. Es ist ganz still, das Rauschen des kleinen Wasserfalls übertönt die Geräusche der Neuzeit. Ein Reiher flog mit grazilem Flügelschlag über die Brücke und setzte sich am Hang in die Sonne. Streng schaute er auf uns nieder und wartete, bis wir uns wieder aus seinem Revier davon gemacht haben.

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