Posts Tagged ‘Westfalen

28
Jun
14

Einmal um den Pudding

So, ich wollte also von Halle nach Iserlohn fahren. An sich muss ja der Zug nur noch „geradeaus“ gen Westen fahren, da ja eigentlich beide Städte fast auf dem selben Breitengrad. Mit dem Auto sind es laut Routenplaner sind es 375 km. Nun denn, ich war einmal wieder mit der Deutschen Bahn unterwegs, wollte möglichst selten umsteigen, aber möglichst schnell ankommen. Schließlich saß ich im Zug: Halle – Köthen – Magdeburg – Braunschweig – Hannover – Bielefeld – Bad Oeynhausen – Hamm – Dortmund. Hier musste ich einmal umsteigen und schaute dem Zug nach, der weiter nach Köln fahren sollte. Und dann zuckelte mein kleiner Zug nach Iserlohn weiter.
So fuhr ich also einmal ordentlich „um den Pudding“!

26
Apr
14

Einkaufen in Ostwestfalen

Gestern abend musste noch das Eine oder Andere zum abendlichen Mahl bei der Tante besorgt werden, die Schwester und ich flitzten los.
Der Blick in die Getränkeecke machte mir wieder klar, dass Westfalen nicht nur Bier als traditionelles Nationalgetränk hat. Nein, kein Modegetränk, nix Gemixtes, nein, klar und kalt muss er sein: Korn!

owl shopping

Und dann später bittet die Tante zur „wohlschmeckenden Stunde“
owl shopping 2

20
Jul
12

Desenberg und seine Burg

Auf unserer Weiterfahrt zwischen Warburg und Trendelburg umrundeten wir am Südrand der Warburger Börde den Desenberg, der wie ein Zeugenberg aus der Zeit aktiver Vulkane in der Gegend steht.
Vor mehr als 10 Jahren war ich auch einmal oben auf der Burg, zusammen mit Freunden und meinem damals kleinen Neffen erkundeten wir die Ruine. Der Neffe hatte damals ein Faible für Ritter und war „stilecht“ mit einem Hörnerhelm aus Plastik ausgestattet. Der größte Spaß war das Zeichnen einer Schatzkarte und dass wir wirklich einen Schatz versteckten. Eine Diskettenschachtel hatten wir bereits zuhause in eine Minischatzkiste verwandelt und die übrig gebliebenen Ostereier, die wir zugegebenermaßen nicht mochten, da hinein gesteckt. Ob die jemand jemals gefunden hat?

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Das fruchtbare Ackerland rundherum war bereits in der älteren Jungsteinzeit höchst attraktiv für die ersten Bauern- und Viehzüchterkulturen, die sippenweise in Langhäusern rundherum siedelten.
Wann die erste Befestigung auf dem Desenberg angelegt wurde, ist unklar, spätestens ab 1070 war sie in Besitz des sächsischen Hochadels. Das erste Mal musste 1168 die Burg ihre Wehrhaftigkeit unter Widukind von Schwalenberg gegen dessen Lehnsherrn Heinrich den Löwen unter Beweis stellen. Erst als die Wasserversorgung der Anlage unterbrochen wurde, mussten die Belagerten aufgeben. Zunächst noch ein Spielball rund um die Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Staufern, gelangte die Burg nach mehrfachen Zerstörungen in die Verwaltung des Kloster Corveys und des Bistums Paderborn. Deren Dienstmann, Angehörige der Familie Spiegel (siehe Rheder-Artikel!) gelang es Ende des 13. und im 14. Jahrhundert ihre eigenen Interessen in der Region durchzusetzen und eine Art Herrschaft zu errichten. Dieser wurde um 1394 jäh ein Ende gesetzt, die Burg zerstört, da sie offensichtlich als Raubritter „unterwegs“ waren. Die Zerstörung der wiederaufgebauten Anlage in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts und das generelle Fehdeverbot seit 1495 hatten zur Folge, dass die Burganlage in der Grenzlage zwischen Westfalen und Nordhessen nicht mehr aufgebaut wurde. Mehr dazu HIER
Reste des Bergfriedes, der mächtigen Ringmauern und der Gebäude in der Hauptburg sind recht gut erhalten und als Ruine weithin über die Warbuger Börde sichtbar.
Eine animierte Rekonstruktion der Burganlage ist ebenfalls im Netz zu finden.

10
Jul
12

Impressionen aus Höxter

Meine Freundin Andrea ist eine der stillen Leserinnen, die auch nie kommentieren. Nun hat sie mich gestern am Telefon gemahnt, dass sie gerne häufiger etwas Neues lesen möchte. Sie sei so enttäuscht, wenn sie morgens auf den Link zu meinem Blog klicke und keinen neuen Eintrag fände.
Liebe Andrea, dein Wunsch sei mir Befehl!

Wenn meine Schwester und ich zum Wochenende in Höxter sind, dann gibt es fast nichts Schöneres als am Samstag morgen auf den Wochenmarkt zu gehen. Wir gehören zu den „frühen Vögeln“, denn es gilt Brötchen fürs Frühstück holen und natürlich Eier von Lüke oder auch Gemüse für’s Mittagessen. Außerdem hole ich für Zuhause ein Glas Honig aus der Rühler Schweiz, „Frühlingsblüte“, bei der die blühenden Obstbäume regelrecht zu schmecken sind.

Kurz nach 8 Uhr morgens ist noch jede Menge Platz zum Schlendern, Plauschen und Einkaufen, ab zehn Uhr wird es dann voll: die Plätze im Café Pammel sind belegt, es wird geschaut und gelästert wie in Berliner Trendcafés. Auch das Stehcafé platzt aus allen Nähten, der Cappu geht hier weg wie die warmen Brötchen. Besonders umlagert sind die Verkaufswagen mit regionalen Fleisch- und Wurstspezialistäten, als gäbe es ’n Würstgen umsonst, aber hej! wir sind in Westfalen! Da wird noch ordentlich Fleisch verzehrt. Am Stand mit den Nüssen, eingelegten Oliven und Trockenobst musste ich noch nie lange warten, nur bei den Kartoffelbauern drängt sich die Höxtersche Hausfrau gerne vor, wenn ich nicht aufpasse.
Man trifft sich halt am Samstag auf’m Markt, so war das schon, als ich noch dort wohnte, rund um den Marktplatz und der angrenzenden Fußgängerzone. Dieser wird von der Nicolaikirche und einigen schönen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert umstanden, die bevor der Dreißigjährige Krieg auch im Oberwesertal seine Spuren hinterließ, errichtet wurden. Aber auch die so genannte Stadtentwicklung der 1970er Jahre hat ja ihre Spuren hinterlassen: ein riesiges häßliches Gebilde aus Beton steht nun dort, wo bis vor knapp 35 Jahren die barocke Stadtdependance des Kloster Corveys den Platz prägte.

An diesem Wochenende war festlich geflaggt: Höxter feierte Schützenfest!




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