Posts Tagged ‘Weihnachtszeit

23
Dez
13

Frohe Weihnachten 2013!

weihnachtsstrauch 2 Kopie

Dieses Jahr war in den letzten Tagen so viel zu tun, so viel los, dass das übliche Suchen nach dem perfekten Bäumchen, welches auf dem Beistelltisch im Wohnzimmer stehen könnte, ausfallen musste.  Aber etwas Deko darf dennoch sein,  die silbernen kleinen Glaskugeln machen sich doch gut an den Ästen des rotbebeerten Ilex, oder?

Nun wünsche ich allen Lesern, die hier auf einen Besuch vorbeilesen, ein ruhiges und schönes Weihnachtsfest und hoffe, dass wir uns bald hier wiedertreffen.

29
Dez
12

Weihnachtstunke

Meine Großeltern kamen aus Schlesien, aber aus den zwei entgegengesetzten Ecken: der Großvater aus Oberschlesien, aus der Gegend um Oppeln/Opole, meine Großmutter aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Wartha/Bardo. Sie haben wenig mehr als ihre vier Kinder, von denen eine meine Mutter werden sollte, mitgebracht, als sie im 1946 in Altenbeken bei Paderborn landeten. Aber meine Oma und die anderen Frauen der Familie hatten ihre traditionellen Rezepte dabei, nicht aufgeschrieben, sondern im Gedächtnis. Und besonders in der Weihnachtszeit wurden diese Gerichte zubereitet, die für sie den Geschmack von Zuhause hatten, dem sie den Rest ihres Lebens hinterhertrauerten. So stand mich als Kind das leicht Bittere des Bockbieres in der „Weihnachtstunke“ stets mit den bitteren Geschichten um den Landstrich verbunden, um den sie trauerten, den ich bis heute nicht kennen gelernt habe. Als ich vor einigen Jahren eine Kollegin kennenlernte, die nicht weit von dem Heimatort meiner Oma aufgewachsen war, meinte ich ganz begeistert und ohne den geringsten Hauch von „Schlesien bleibt unser“ im Hinterkopf, dass ich dort gerne einmal hinfahren würde, um zu sehen, wo meine Mutter ihre Sommerzeit als kleines Kind verbracht hatte. Ich war allerdings sehr erschrocken, als sie mich sehr brüsk fragte, warum mich das interessierte und dass es doch nun polnisch sei. Es dauerte eine Weile, bis ich aus ihr herausgefragt hatte, dass ihre Eltern auch noch nach so langer Zeit Sorge hatten, mit Schlesiern um irgendwelche Ansprüche streiten zu müssen. Sie waren selber als Flüchtlinge aus dem Ostpolnischen, welches nach dem 2. Weltkrieg zu Russland geschlagen wurde, vertrieben worden und in Schlesien angesiedelt. Für das kommende Jahr habe ich mir die Reise fest vorgenommen, mal schauen…. (Nachtrag: es wurde 2013: Home is where the heart is)

Die „Weihnachtstunke“ wurde am Heiligabend bei meinen Großeltern zu Weißwürsten, zu Sauerkraut und Salzkartoffeln gereicht, für uns, die wir erst am 1. Feiertag nach Paderborn zu den Großeltern fuhren, gab es die Tunke im mitgebrachten Topf durch das Fenster des rückfahrbereiten Autos gereicht. Mein Vater mochte sie nicht und versuchte Jahr für Jahr die Übergabe durch eine flotte Abreise zu vereiteln, in der Regel vergeblich. Nachdem mein Großvater gestorben war, wollte meine Oma sie nicht mehr zubereiten, hier sprang dann Tante Inge in die Bresche, so dass auch die nächsten Jahre die Tunke nach Weihnachten bei uns zu Hause verzehrt werden konnte. Schließlich brach ihr Mann mit der Tradition des mündlichen Überlieferung und schrieb das Rezept in seiner feinen Lehrerschrift auf und kopierte das Blatt für Söhne, Töchter, Nichten und Neffen. Ich klebte die Seite in meine Kladde, in der die Rezepte aus der Prä-Internetzeit gesammelt sind.
Inzwischen koche ich diese Tunke selber, sie fällt jedes Jahr ein wenig anders aus, mal mehr, mal weniger bitter. Dieses Jahr habe ich sie zur Freude meiner Schwester und von Frau Vau (bei ihr ist ganz sicher auch irgendwo ein schlesischer Vorfahr dabei) wieder zubereitet und wir haben sie gestern in vertrauter Runde mit schlesischer Weißwurst, Sauerkraut und Kartoffeln verspeist.
Genug der Geschichten, hier ist das von meinem Patenonkel schriftlich erfasste Rezept, welches eine ordentliche Menge dieser Soße ergibt.

Schlesische Weihnachtstunke

1/2 kleine Sellerieknolle
3 Pastinaken (in der mündlichen Überlieferung wurden sie immer „Pasternak“ genannt)
3 Petersilienwurzeln
1 EL Salz
1 Lorbeerblatt
10 Pfefferkörner
5 Pimentkörner
4 Nelken
200 g Pfefferkuchen oder Soßenkuchen (ich habe endlich „meinen“ gefunden, es ist der „Leopold“ aus dem oberfränkischen Weißenstadt, der ist deutlich schmackhafter als der Chemnitzer, wer weder den einen noch den anderen findet, kann auch den „Frühstücks- oder „Kandiskuchen“ nehmen)
0,3 l Bockbier, helles
100 g Haselnüsse
100 g Mandeln
1 Zwiebel
100 g Rosinen
Malzbier, Rotwein, Zitronensaft zum Abschmecken und „Verlängern“.


Zunächst das Gemüse in feine Würfel schneiden, in wenig Wasser mit dem Salz und den Gewürzen bissfest kochen.
In der Zwischenzeit den Soßenkuchen im Bier einweichen, die Nüsse und Mandeln grob hacken, die Zwiebel sehr fein würfeln.
Dieses alles zum Gemüse geben, und leicht durchziehen lassen. Vorsicht, das Ganze brennt leicht an! Nun mit Rotwein, Malzbier, Zitronensaft abschmecken. Die Mengen sind variabel, eher mehr Rotwein und Malzbier (je ca. 1 Tasse), wenig Zitrone.
Die Konsistenz ist durch den Soßenkuchen/Pfefferkuchen schon relativ dickflüssig, nach meinen Erfahrungen muss die Tunke auch so sein. Beim Abschmecken darauf achten, dass das Bittere des Bieres nicht verloren geht, aber durch den Pfefferkuchen, die Rosinen und evt. Zucker auch ein leicht süßliches geschmackliches Gegengewicht erhält.

Im Sauerkraut habe ich noch ein zwei Äpfel aus dem Tantengarten versteckt, die Kartoffeln gab es gestern als Kartoffelbrei und als Salzkartoffel, die Weißwürste werden zuerst gebrüht, dann noch goldbraun in Butter ausgebraten.
Kulinarisches Erinnerungsengramm!

22
Dez
12

Der kürzeste Tag

Gestern war der kürzeste Tag des Jahres, ich verbrachte ihn in Göttingen. Noch rieselte der Schnee, obwohl sich das Level des Thermometers von unten gen Null bewegte. Nachdem ein jährlicher Termin „abgearbeitet“ war, konnte ich voller Freude dem Treffen mit einem Freund widmen, der in seiner Wohnung mit heißem Tee aufwartete. Genau das Richtige, wenn die Schuhe durch den Schneematsch patschten und der Tag sich dem Ende neigte.
Mit dem Ansatz einer Schneemütze auf ihren beiden Türmen sah die Johanniskirche zu mir hinüber. Weihnachten steht vor der Tür. Weltuntergang fällt wohl aus, zum Glück!

Göttingen

04
Sept
12

Ich hab’s geahnt!

Eigentlich müsste ich diesen Artikel eine gute Woche zurückdatieren, denn es war heute vor einer Woche, als ich mir bewusst wurde, dass Weihnachten nicht mehr fern sein kann. Grundsätzlich denke ich natürlich schon am Tag der Sommersonnenwende daran, dass die Tage nun wieder kürzer werden und es morgens beim Aufstehen wieder dunkel sein wird. Dennoch bin ich überrascht, wenn dann plötzlich doch das Weihnachtsgedöns im Laden liegt während mir noch tagsüber ganz schön heiß da draußen ist.

Zudem bilde ich mir ein, dass es allmählich immer früher wird, dass Spekulatius & Co in den Regalen auf Kundschaft lauern. Vor ein paar Jahren hat man die Wette im Freundes- oder Kollegenkreis noch gewonnen, wenn man um den 10. September die ersten Dominosteine kaufte. Nun ist schon Ende August die Zeit, dass mich hinterrücks der Zimstern erwischt.

27
Nov
11

Weihnachtlicher Stollen, erster Versuch

Wie jedes Jahr überrascht mit der erste Advent immer wieder: plötzlich, wie aus dem Hinterhalt ist er da. Man könnte natürlich einwenden, dass ich ja seit spätenstens Ende August auf dessen baldiges Erscheinen permanent und in allen Läden erinnert werde, aber ehrlich gesagt, ist mir das zuviel Erinnerungspling-pling. So ignoriere ich seit etwa Ende Oktober das Vorweihnachtsgedöns, entziehe mich hartnäckig den Verlockungen von Zimtsternen, Spekulatius oder Marzipankartoffeln. Wobei mir nichts mehr davon wirklich schmeckt, seitdem ich weiß, wie diese Leckereien schmecken können, wenn sie nicht aus dem Discounter, sondern selbstgemacht oder von einem Konditor hergestellt wurden.

Nun waren die letzten Wochen auch nicht gerade dazu geeignet, so etwas wie vor-adventliche Stimmung aufkommen zu lassen. Wobei der akademische Teil vom mir als Restkatholikin auch beharrlich den Zeigefinger hebt und ausführt, dass eigentlich erst die Adventszeit diejenige ist, die auf das Weihnachtsfest hindeutet und streng genommen eine Fastenzeit ist. Streng genommen!

Nun denn, vieles aus der Keksbäckerei habe ich selber schon ausprobiert, mein Favorit ist eindeutig die Lebkuchenecke. Da bin ich aber fast ein wenig zu spät dieses Jahr, denn der Teig möchte eigentlich schon fertig sein und auf dem Balkon im Kühlen vor sich hinziehen. Hat aber dieses Jahr eben nicht geklappt. So habe ich mich einer neuen bäckerischen Herausforderung gestellt: dem Stollen!

Lange habe ich im Netz nach einem passenden Rezept gesucht, da ich nicht behaupten kann, dass in meiner Familie seit mindestens 18 Generationen ein supergeheimes Rezept, welches nur in der Matrilinie weiter gegeben wird, existiert. Nein, wir sind eher die Lebkuchenfraktion. Aber dieses Jahr wird Stollen probiert!

Und das Netz war gnädig! Hier fand ich, wonach ich suchte!

Also los:

Weihnachtsstollen oder auch „süßes Prachtstück“

(nach Art der Chefköchin lone_bohne)

Zutaten für den Teig:

300 g Rosinen
3 Essl. brauner Rum
540 g Weizenmehl (Type 405)
90 g Zucker
85 g Butterschmalz
250 g Butter
je 50 g Zitronat und Orangeat
120 g enthäutete gemahlene Mandeln (auch Mandelblättchen eignen sich sehr gut)
30 g Marzipanrohmasse
1 gestr. Teel. Salz
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
1/4 Teel. Stollen- oder Lebkuchengewürz
140 ml Vollmilch
2 Würfel frische Hefe

AUSSERDEM:
100 g ausgelassene Butter oder Butterschmalz
75 g Zucker 100 g Puderzucker

1. Zutaten vorbereiten: Einen Tag vorher die Rosinen in eine Schüssel geben, mit Rum mischen und darin einweichen lassen. Ich befand die Menge als deutlich zu gering, habe einfach den Inhalt einer Tüte in ein Schraubglas gefüllt und großzügig unter Rum gesetzt. Restliche Teigzutaten außer Milch und Hefe abwiegen und bei Zimmertemperatur stehen lassen.
2. Vorteig ansetzen: Am nächsten Tag die Hälfte der Milch auf Handwärme erwärmen (keinesfalls über 42°C), in eine große Schüssel geben. Hefe hineinbröseln, mit einer Gabel glatt rühren. 1 Prise Zucker und das Salz zugeben. Alles gut verrühren. 3 EL Mehl locker darüber stäuben. Abgedeckt bei Zimmertemperatur ca. 20 – 30 Min. gehen lassen.
3. Teig verkneten: Restliches Mehl, Gewürze, Zucker, restliche Milch, weiches Butterschmalz, weiche Butter, Mandeln und Marzipanrohmasse zum Vorteig geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes verkneten und mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen, besser sind vier Stunden. (Nicht zu warm stellen, sonst läuft die viele Butter davon)
4. Teig in der Schüssel etwas flach drücken. Zitronat, Orangeat und sehr gut abgetropfte Rosinen in die Mitte geben. Seiten überschlagen, alles mit den Händen vorsichtig unterkneten.
5. Teig formen: Teig auf eine bemehlte Unterlage geben und leicht zusammen stoßen (kneten). Mit einem bemehlten Nudelholz etwa 25 x 30 cm flach rollen, Höhe ca. 2 cm. Daraus den ovalen Laib formen: 1/3 des Teiges von der Längsseite her umklappen, die anderen 2/3 aufrollen und gegen das umgeklappte Drittel drücken. Mit bemehlten Händen noch etwas nachformen und andrücken. Oder 1/3 des Teiges umklappen, nochmals umklappen und das andere 1/3 überlappend auf das 2-fach umgeklappte Teigstück andrücken. Mit den Händen nachformen.
Meine Variante war, dass ich den Teig in zwei Teile und somit in zwei Stollen aufgeteilt habe.
6. Stollen zum Backen vorbereiten: Den mit der Hand, bzw. Handkante nachgeformten Stollen, diagonal auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Ca. 1 Stunde abgedeckt gehen lassen und in der Zwischenzeit den Backofen aufheizen. Anschließend das Blech in die zweite Schiene von unten schieben und den Stollen bei 165° Umluft ca. 45 – 50 Minuten backen. Ober/Unterhitze entsprechend höher, die Backzeit kann sich auf 60 Min. verlängern.
7. Mit Butterschmalz bepinseln: Stollen auf dem Backblech noch heiß mehrmals mit erhitzter, flüssiger Butter oder ausgelassenem Butterschmalz bepinseln. Zuerst mit Zucker bestreuen und dann 2/3 des Puderzuckers darüber sieben. Abkühlen lassen. Mit restlichem Puderzucker bestäuben.
8. Abgekühlten Stollen vorsichtig in Alufolie wickeln und 14 Tage kühlstellen, bevor er angeschnitten wird. Ggf. vor dem Servieren nochmals leicht mit Puderzucker bestäuben.

Hoffentlich bringe ich soviel Geduld auf! Aber so ist es ja in der Adventszeit, streng genommen….

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