Posts Tagged ‘time warp

15
Jun
16

Des Gartenhauses Plan A

Im Nachlass meines Vaters, der auch aus Haufen von Papieren bestand, gab es auch ein paar schöne Überraschungen. Diese umfassen vor allem Familiengeschichten aus der Zeit vor 1960. So haben wir, meine Schwester und ich, doch so einiges über unseren bereits 1960 verstorbenen Großvater erfahren und die bekannten Geschichten nun auch in Papierform vor uns liegen.
Über das Gartenhaus habe ich schon häufiger geschrieben und vor allem auch schon Bilder gezeigt, sogar aus dessen Frühzeit.
Und jetzt gibt es dann auch die Planunterlagen. Ursprünglich war die Veranda also offen, da, wo wir im Sommer nächtigen, war noch als Kammer deutlich kleiner. Zum Glück ist das Plumpsklo von 1932 mit dem Zugang von außen später in ein innenliegendes Plumpsklo umgebaut worden. Daran erinnere ich mich auch noch, inkl. Kalkeimer.

GH 1

GH 2

Die Tante ist ja hier eine stille Mitleserin, aber ihr Kommentar, per Mail eingegangen, ist zu schön, der wird noch angehängt:
„Kommentar der Tante zum Post, eingegangen per mail:
„… Dazu muß ich allerdings sagen, daß das Plumpsklosett mit Zugang von außen noch lange bestanden hat. Als Onkel Fritz und Tante Maria in den 50er Jahren dort wohnten, gab es das noch. Böse Zungen behaupteten, daß Tante Maria den torfvermischten Inhalt mit bloßen Händen in den Balkonkästen verteilte und damit die Blumen düngte. Ich kann es nicht bestätigen, denn damals war ich schon in der Fremde.“
(Studium und Anstellung als Lehrerin im Rheinland)

27
Jul
15

Zeitschleife in Kolding

Meine Ausflüge nach Dänemark waren im so mancher Hinsicht Zeitschleifen, so auch jener Abstecher in die Burg von Kolding. Nachdem ich in Ribe auf die Idee mit den „Zeitschleifenbildern“ gekommen war und auf dem Weg nach Aarhus den Abzweig nach Kolding auf der Autobahn gesehen hatte, musste ich auch dorthin.
Kolding ist laut Reiseführer die siebtgrößte Stadt Dänemarks, Sitz einer renommierten Hochschule für Wirtschaftswissenschaften und Gestaltung, die just an meinem Besuchstag Abschlussfeier feierte. Und wo? Natürlich in der Burg Koldinghus, ebenfalls mein Ziel.
Die Burg entstand im 13. Jahrhundert als Schutz für den etwas älteren Handelsplatz, der hier an einem Ostseefjord entstanden war. Oftmals hielten sich die dänischen Könige hier auf, zu Zeiten, als die Herrschaft noch über persönliche Anwesenheit des Königs funktionierte und nicht durch Depechen aus einer fernen Hauptstadt. Christian IV. von Dänemark (1577 – 1648), einer der Protagonisten im Dreißigjährigen Krieg, verlebte hier einen Teil seiner Jugend, musste sich hier vor Wallenstein flüchten, der 1627 weit in Christians Königreich vordrang. Der dänische König muss ein ziemlicher womanizer gewesen sein, zudem erkennt man ihn auf historischen Abbildungen zumeist recht gut an seinem dünnen, geflochtenen Extrazopf, der lässig über die Schulter nach vorne geführt wird (vulgo: Rattenschwanz).
In einem anderen Krieg, dem Napoleonischen, ging die Burg in Flammen auf: spanische Soldaten in Napoleons Heeren sollen so gefroren haben, dass sie heizten, was das Schloss nur an Möbeln hergab, dabei gab es einen Kaminbrand, den keiner so schnell löschen konnte. Erst in den 1970er Jahren begann man eine behutsame Restaurierung, die immer noch nicht abgeschlossen ist. Immer wieder preisgekrönt, werden nur Elemente eingefügt, die sich auch wieder abbauen lassen, also nur sehr wenig in den historischen Bestand eingreifen, gleichzeitig auch das Innere luftig und modern wirken lassen. Die umfangreichen Sammlungen konnte man nur teilweise an dem Tag anschauen, weil eben Abschluss gefeiert wurde. Besonders gefallen haben mir die Silberarbeiten, die dänisches Design seit ca. 1700 zeigen.


Und dann musste ich feststellen, dass sich das Bild von 1982 nicht ganz nachstellen lässt: im Hof sind die damals nur mit Brettern abgedeckten Kellereingänge nun mit schicken Eingängen in das Restaurant im Kellergewölbe verstellt, aber die richtige Stelle, wo damals die Bank stand, auf der der von uns Mädels (vergeblich) Umschwärmte saß, habe ich wieder gefunden. Hach….

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Und dazu spielt PH.D den Soundtrack der Reise:

27
Jul
15

Zeitschleife in Ribe

Ribe auf der westlichen Seite Jütlands ist eine der ältesten Städte Dänemarks, auch echter Wikingerwurzel entsprungen. Die legten bereits um 700 den Flusshafen an der Ribe Å an, eine Siedlung mitsamt Gräberfeld kam dazu, so wie es sich gehört. Weit zur Nordsee war es nicht, der Hafen bot Schutz für Handel und Austausch. Händler aus allen Ecken der damals bekannten Welt trafen sich hier, Keramik und Glas aus dem Rheinland und Nordfrankreich, Glasmosaiksteine in allen Farben wurden hier aus Oberitalien als Rohstoff für die bunte Perlenpracht des Schmucks für die Wikingerdame von Welt angelandet, Honig in slawischen Töpfen, Getreide, Felle, Speckstein aus Norwegen, Sklaven und vieles mehr wurde hier umgeschlagen.
Um 860 bat Ansgar von Bremen den dänischen König um die Erlaubnis, zu missionieren, aber erst etwa 100 Jahre später entstand eine erste Kirche an der Stelle, wo später die mächtige Domkirche errichtet wurde, auf der anderen Seite der Händlersiedlung. Aber irgendwann wuchsen die beiden Siedlungskerne zu einer Stadt zusammen, die auch weiterhin Handelsmetropole war, auch als die Bewohner sich als Dänen verstanden. Die Zeit der Wikinger war vorbei, die Königreiche hatten sich konsolidiert, Ribe war auch zeitweiliger Königssitz. Im Laufe der Jahrhunderte versandete jedoch der Hafen, Feuersbrünste, Pestepidemien und Flutkatastrophen beutelten die Stadt schwer, die Einwohner und ihre wirtschaftliche Bedeutung verlor, der dreißigjährige Krieg tat sein Übriges. Ein weiterer Krieg, nämlich der deutsch-dänische, erwies sich für Ribe als wirtschaftlicher Todesstoß: das südliche Umland wurde Preußen zugeschlagen. Und da man in der Region einen leistungsfähigen Seehafen brauchte, gründete man 1870 kurzerhand Esbjerg, bis heute der größte Nordseehafen Dänemarks.


Ribe ist heute nur noch eine ruhige Kleinstadt, die im Sommer viele Besucher hat, die meist nur einen Tag bleiben, durch die Gassen an den liebevoll restaurierten Häusern entlang schlendern, ins Museet Ribes Vikinger in der Stadt gehen oder etwas außerhalb ins Ribes Vikingecenter, einem Reenactmentgelände, wo dem Besucher das Leben um das Jahr 1000 in einem nachgebauten Wikingerdorf gezeigt wird.
Etwas außerhalb der mittelalterlichen Stadt liegt die Burg Ribes, das Riberhus Slotsbanke, welches in der Renaissance mit einem Wassergraben umgeben wurde, im Dreißigjährigen Krieg einer schwedischen Garnison als Festung diente. Ab Ende des 17. Jahrhundert wurde ein Steinbruch draus. Nach den Grabungen aus den 1940er Jahren ist Riberhus aber nur noch ein grüner Hügel mit abgeflachten Seiten ist. Oben auf dem Hügel steht die um 1910 errichtete Statue der „Drottning Dagmar“. Sie war eine böhmische Prinzessin, die 1205 mit dem dänischen König Waldemar II. verheiratet wurde, von diesem später natürlich abgöttisch geliebt wurde und als mildtätige „Königin der Herzen“ in die dänische Volksüberlieferung eingegangen ist. Wie sich das für „Königinnen der Herzen“ gehört, starb sie auch jung.

Mein erster Besuch in Ribe liegt mehr als 30 Jahre zurück, als die Jugendmusikgruppe, in der meine Schwester und ich musizierten, einen Austausch mit einer ähnlichen Gruppe aus Vojens, DK machten. Neben viel Musik standen auch Ausflüge auf unserem Programm. Mit dem Fotografieren war das damals ja noch etwas anders: meine Großmutter hatte mir eine kleine Knipse geschenkt, an der man nichts einstellen konnte: auslösen und Film weiterdrehen. 24 Bilder, mehr Film hatte ich für diese Woche nicht. Aber dennoch gab es ein paar Bilder aus Ribe, die ich immer noch in einer Pappschachtel aufbewahre. Und so war klar, dass wir 2015 die Motive von 1982 wieder aufnehmen wollten. Leider habe ich mir vorher die alten Fotos nicht mehr angeschaut, sondern nur „so ungefähr“ im Kopf. Der Reisegefährte musste sich gedulden, bis mich die internen Erinnerungsengramme an die richtige Stelle brachten.

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Ribe_Dagmar

15
Jul
11

Bügelparade

Schwuppdich, sind zwei Jahre rum, seit Lakritze „Etwas über Kleiderbügel“ schrieb. Am letzten Wochenende wurde ich unvermittelt an ihren Artikel erinnert, als ich bei meinen Tanten in den leeren Schrank im Gartenhaus schaute, in dem eine bunte Parade der stummen Helferlein auf die üppige Wochenendgarderobe wartete, die meine Schwester und ich aus den jeweiligen Köfferchen ziehen würden.

Mein Favorit war natürlich der Bügel „Tadellos“, der mit einer fliederfarbenen Leinenjacke behängt wurde und diese untadelig im Schrank hielt. Vortrefflich!

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