Posts Tagged ‘Stavanger

22
Mai
11

Cruising im Lysefjord

Zu einem anständigen Kurzurlaub in Norwegen gehören Fisch und eine Bootstour. Das Wetter… ach, das Wetter war nicht ganz optimal für eine Bootstour im Paddelboot, denn es goss in Strömen, als wir uns dem Hafen von Stavanger näherten.
Zum Glück gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, sich im Trockenen durch die Gewässer um Stavanger zu bewegen: das Schnellboot ist eines der besten davon! Also zahlten wir 300 NOK für eine etwa dreistündige Rundfahrt bis in den Lysefjord und genossen die grandiose Landschaft der Schären und die steil aufragenden Felsen aus einem gemütlichen Sessel.
Einer der Höhepunkte war sicherlich der „Preikestolen“, ein mehr als 600 m über dem Wasserspiegel aufragender Pultfelsen, der den Namen „Priesterstuhl“ trägt. Dieser Felsen ist eine der Hauptziele von Wanderungen und natürlich fährt auch jedes Passagierschiff hier vorbei. Ich würde schrecklich gerne von dort oben über den Fjord schauen, aber ob ich da jemals hinkomme? Meine mehr oder weniger latente Höhenangst könnte dem entgegen stehen.
Aber von unten war’s ja auch schön!
Neben dem „Preikestolen“ ist der Wasserfall Hengjanefossen noch ein optischer Höhepunkt. Die Schiffe fahren bis auf wenige Meter unter den Wasserfall und dann gibt es für die Passagiere einen Schluck Wasserfallwasser zur Verkostung: einer der Stewards holt in einem großen Eimer frisches Wasser ein und verteilt es in Bechern an die Mitfahrer. Köstlich, natürlich!
Etwas abseits der Hauptfahrrouten der Schiffe kann man, wenn auch von ferne, die Lachsfarmen sehen. Es sind große Netzbecken, in denen die Lachse zur Schlachtreife gebracht werden, mit schwimmenden Gebäuden und der notwendigen Technik darauf. Auch wenn die Lachse im offenen Meer „hängen“, ist es eine intensive Tierhaltung, die sich wahrscheinlich nicht sehr von den Legebatterien für Hühner unterscheidet. Aber erklärt das mal jemandem, der beim Discounter für 1,99 € Räucherlachs kauft… Ich schweife mal wieder ab…
Die Tour war wirklich klasse, zunächst sieht alles so niedlich und klein wie die Landschaft in einer Märklineisenbahnwelt aus, aber sobald ich mal einen Größenvergleich, wie ein fahrendes Auto, hatte, musste ich doch über die Dimensionen staunen. Wie immer lässt sich die Wirklichkeit kaum so schnell erfassen und anschauen, dazu bräuchte es viel mehr Zeit und individuelleres Reisen.
Viel zu schnell waren wir zurück im Hafen von Stavanger. Achja, es regnete schon wieder…

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22
Mai
11

Jernaldergarden in Stavanger

Von den Wikingerschwertern ging es direkt in den „Eisenzeitgarten“, den Jernaldergarden. Mit einem wunderbaren Blick über den Hafirsfjord hatte hier in der so genannten Völkerwanderungszeit (etwa 350 – 550 n.Chr.) ein Gehöft gestanden, welches aus vier Langhäusern und einigen Nebengebäuden bestanden hatte. Bereits in den späten 1960er Jahren war das Areal archäologisch untersucht und später auf den originalen Fundstellen mit den Rekonstruktionen wieder bebaut. Der Grund für die Ausgrabungen war wohl der geplante Bau der Universität Stavanger, deren Hochhausbebauung die Zeitreise optisch etwas stört. Oben auf dem Hügel liegen zudem die Reste eine Flagstellung aus dem 2. Weltkrieg, mutmaßlich deutscher Bauart, eine andere Art Zeitreise.

Das Gelände wird als Freiluftmuseumsabteilung des Archäologischen Museums in Stavanger genutzt, welches am Wochenende während der Sommersaison zu Führungen und vielfältigen Aktivitäten zum Leben während des „Jernalders“, der Eisenzeit einlädt.

Als wir dort herumspazierten, waren wir mit der kleinen Schafsherde mit ihren entzückend lebendigen Lämmern alleine. Die fünf Jungschafe rannten und hüpften über die grünen Hügel und Felsblöcke, dass ich erst genau hinschauen musste, ob es sich nicht um Bergzicklein handelte. Neugieriges Pack, das wollige!

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Jernaldergården
Ullandhaugveien 165
N-4002 Stavanger

21
Mai
11

Schwerter im Felsen

Stavanger ist das Ziel! Seit etwas mehr als 2 Jahren wohnt dort eine sehr liebe Freundin, die es wieder einmal zu besuchen galt. Die Wettervorhersage war zwar nicht so verheißungsvoll, aber wozu gibt es denn wetterfeste Kleidung?
Zumindest das Programm stand schon fest, zumal wir jede regenfreie Minute nutzen wollten.
So fuhren wir vom Flughafen Sola bei Stavanger auch gleich zum ersten Aussichtspunkt am westlichen Standrand, nach Møllebukta am Hafrsfjord. Hier recken sich drei riesige Metallschwerter mit drei unterschiedlichen Handhabenformen in den norwegischen Himmel, drei Wikingerschwerter in XXL. König Olav von Norwegen hat in den 1980er Jahren dieses Denkmal des ersten wikingisch-norwegischen Königreiches eingeweiht. Die Schwerter sollen die verschiedenen Landesteile symbolisieren, die sein Amtsvorgänger Harald Hårfagre, zu deutsch: Harald Schönhaar, an diesem Fjord durch eine Schlacht geeint haben soll, zumindest berichten das die Erzählungen des Snorri Sturluson. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich Haralds Reich eher an der Küste Norwegens erstreckte, dass ihm ein Teil der norwegischen Jarle tributpflichtig waren und er dafür zu sorgen hatte, die Küsten Norwegens vor Überfällen der schottischen Ex-Wikingern zu schützen. Die Norweger (erst seit 1905 wieder selbstständig) sind trotzdem sehr stolz auf ihre Geschichte und haben eben diese drei gewaltigen Schwerter in den Felsen am Hafrsfjord rammen lassen.

Heute ist der Ort ein beliebter Picknickplatz, wir trafen die Grundschüler der internationalen Schule in Stavanger dort und einige junge Spanier, die meiner verdutzten Freundin fürs Erinnerungsfoto eine analoge Uralt-Knipse in die Hand drückten. Sie musste sich erst einige Momente besinnen, dass man bei diesen Fotoapparaten durch den Sucher schauen muss und es kein Display gibt.

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Sverd i Fjell
Møllebukta
4042 Hafrsfjord



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