Posts Tagged ‘Stadtentwicklung

19
Aug
12

Dreisatz auf dem Bürgersteig

Dieses Jahr begeht Berlin sein 775. Stadtjubiläum und dieses wirft seine Schatten voraus. An für die mittelalterliche Stadtentwicklung wichtigen Punkten werden in den nächsten Tagen kreischmagentafarbene Türmchen aufgebaut, von deren Aussichtsplattform der Interessierte die Aussicht genießen kann. Diese sollen zudem mit Informationen über die Lage in der mittelalterlichen Doppelstadt Berlin und Cölln ausgestattet sein und somit Touristen und Einheimischen helfen, sich in die Stadttopographie der frühen Neuzeit und des Mittelalters einzufinden.

In Mitte habe ich auf dem Bürgersteig in der Nähe des Roten Rathauses letzte Woche einige Kurzinfos gefunden, die allerdings so platt wie die Sprühschrift sind. Hoffentlich wird’s besser!

Mal ehrlich: Wer kauft denn noch beim Schneider oder Schuhmacher? Und welcher Bäcker oder Fleischer verdient diese Handwerksbezeichnung denn noch? Wir beziehen doch meistens die Waren des täglichen Bedarfs aus der Massenproduktion.

Damals wie heute: Profitiert haben vom Wirtschaftswachstum eher die Geldgeber als die Handwerker und Bauern.

Eben: wer konnte sich das schon leisten?

Mir ist natürlich klar, dass auf den Bürgersteig keine langen Abhandlungen gesprüht werden können, aber ein bisschen differenzierter hätte es schon sein können. „Sätze von der größe eines kleinen Bestecks“ forderte vor vielen Jahren einmal eine Ausstellungsdesignerin. Ob die hier auch dabei war?

21
Jan
10

Spaziergang am Osthafen

Das kalte Winterwetter lädt zum Spazierengehen ein, die Lunge will gelüftet sein, der Kopf auch. So lockte mich die Spree und ihre Eisschollenbewohner zu einem neuerlichen Ausflug. Die Temperaturen im untersten Plusbereich der letzten Tage haben dafür gesorgt, dass in Teilen die Schollen wieder durchsichtig wurden und nicht einmal mehr leichtgewichtige Möwen halten. So ziehen Möwen und schwarze Vögel wieder auf leisen Schwingen übers Wasser und lassen ihren Unmut hören.

Als Gelegenheitsspaziergängerin habe ich mich einmal mehr nach den Veränderungen umgeschaut, denn der Bereich am Osthafen, aber auch die Wassergrundstücke bis zur Jannowitzbrücke sind ja seit Jahren Ziel vieler Planungen, Diskussionen und sogar eines Berliner Volksentscheides. Auch wenn im vorletzten Jahr die Mehrzahl der abgegebenen Stimmen gegen die Weiterbebauung des Ufers war, so wurde und wird dennoch weiter gebaut. Noch kann ich am Osthafen-Ufer entlang spazieren, auch in der weiteren Planung sind Rad- und Gehwege entlang des Flusses vorgesehen, ein Teilerfolg der Bürgerinitiativen und Protesten. Zur Beruhigung der Proteste wurde zudem die Anlage von so genannten Pocketparks, also Grünflächen im Westentaschenformat versprochen.

Am Osthafen war es heute ruhig. Labels Berlin 2, ein Entwurf des Baseler Architekturbüros HHF (Herlach – Hartmann – Frommenwiler), steht mit seiner merkwürdigen Camouflage-Fassade aus olivgrünem Sichtbeton wenig passend neben den doch behutsam mit neuen Anbauten versehenen historischen Gebäuden. Noch kurz vor der Abstimmung 2008 war die Baugenehmigung ergangen, so dass die durch das Ergebnis, welches 50 m Abstand zwischen Ufer und Neubebauung getrost ignoriert werden konnte.

Und vorgestern soll nun die fulminante Eröffnung gewesen sein, berichtet zumindest der Tagesspiegel, Demonstration gegen die weitere Bebauung inklusive.




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