Posts Tagged ‘Schwester

30
Jan
17

Alles wird gut!

Wie ging es mit unserem Erbfall weiter?
Da die Lebensgefährtin bereits Jahre vor dem Tod unseres Vaters ein eingetragenes Wohnungsrecht auf Lebenszeit bekommen hatte, waren wir in der Situation, dass meine Schwester und ich zwar Haus und Garten geerbt hatten, aber auch mit einer überaus schwierigen Belastung.
Das Wohnungsrecht war ohne weiteren Kommentare eingetragen, d.h. also auch für uns, dass die Frage, wer die Kosten trägt, auch von unserem Vater nicht bedacht worden war. Denn die gesetzlichen Grundlagen sehen vor, dass lediglich die reinen Verbrauchskosten wie Heizung (inkl. Wartung und Schornsteinfeger), Strom, Wasser, Abwasser und Müllgebühren umlagefähig sind,d.h. vom Nutznießer zu bezahlen sind. Alles weitere, was in einem Mietverhältnis zulasten des Mieters geht (Versicherungen, Grundsteuer B, etc.) würde von uns zu bezahlen sein. Keine sehr verlockenden Aussichten, dass das Haus uns Kosten verursachen würde, die wir aus unserem eigenen Einkommen gegenzufinanzieren hätten, dass somit auch keinerlei Rücklagen für Reparaturen und Unterhaltung zu bilden wären und dann das Schlimmste: da das Wohnungsrecht auf Lebenszeit ausgestellt war, konnten wir nicht einmal absehen, wie lange diese prekäre finanzielle Situation andauern würde. Eine Aufteilung des Hauses und Vermietung eines Teiles war auch nicht möglich, da die Eintragung im Grundbuch für das gesamte Haus galt.
Wir haben lange überlegt, diese Erbschaft auszuschlagen, aber für die ersten Jahre hätte das Barvermögen des Vaters als Finanzierung noch ausgereicht. Zudem hing an dem Ganzen noch ein sehr wichtiges Wegerecht, aber das ist eine andere Geschichte. Kurz und gut, es gab gewichtige Gründe, NICHT auszuschlagen, aber wir haben sehr, sehr lange nachgedacht und seitdem wir von der Eintragung wussten, auch häufig schlecht geschlafen haben.
Nun, nach der Beerdigung ging es munter weiter: unsere Versuche, etwas Ruhe in die ganze Geschichte zu bekommen, standen von Anfang an nicht gut. Wir hatten uns vorgenommen, uns als ruhige, wohl erzogene Menschen zu verhalten, um möglicherweise die Emotionen auf beiden Seiten etwas „herunterzukühlen“. Da die Dame aber stets von ihrer Korona gehässiger Freunde umgeben war, die ihr zuredeten, uns auf gar keinen Fall irgendwie einen Fußbreit entgegenzukommen, wurde jedes Gespräch zur Nervenprobe.
Alle Absprachen wurden innerhalb kürzester Zeit torpediert. Als im März Heizöl angeliefert wurde, welches wir vorfinanzieren wollten, wurde der arme LKW-Fahrer solange angeschrieen, dass sie nur 1000 l abnehmen würde, aber selber bezahlen wolle, dass er unseren Auftrag über „volltanken“ ignorierte, aber dafür lebend vom Hof kam! Das Ergebnis war, dass nicht mehr zu kalkulieren war, wieviel Öl noch im Tank war (Erbmasse!). Dies ist nur ein Beispiel… oder das Auto unseres Vaters, welches sie einfach so behalten wollte, da sie bei der Anschaffung knapp 25% des Kaufpreises vorgestreckt hatte.
Als Mitte des Jahres der Sohn überraschenderweise das Gespräch darauf brachte, dass „Omma“ ja auch nicht ewig 190 m² putzen könne und irgendwann sicher ausziehen würde, war für uns klar, dass wir die Chance auf eine Ablösung des Wohnungsrechtes die einzige Möglichkeit war, Ruhe in unsere eigenen Leben hinein- und nach 26 Jahren diese Frau endlich aus unseren Leben hinauszubekommen. Die Preisverhandlungen zogen sich noch etwas hin, aber im September war es dann soweit, dass wir eine Vereinbarung treffen konnten, die wir notariell absegnen ließen. Sie verzichtete auf das Wohnungsrecht, welches aus dem Grundbuch gelöscht wurde, sollte binnen dreier Monate aus dem Haus ausziehen. Im Gegenzug zahlten wir ihr in zwei Etappen sehr viel Geld und gehen nun getrennte Wege.
Nach der Unterzeichnung, als meine Schwester und ich draußen auf der Straße standen, schossen mir die Tränen der Erleichterung aus den Augen.
Anfang November haben wir das Haus übergeben bekommen, natürlich mit noch fiesen Kleinigkeiten, wie sehr kurz abgeschnittene Lampenkabel oder aus der Wand gerissene Gardinenstangen. Aber egal!
Wir haben seitdem alles ausgeräumt und entrümpelt, viele lustige, traurige, überraschende und tolle Sachen gefunden. So haben wir beispielsweise 268 Ausgaben der Hobby-Hefte zwischen 1955 und 1974.
Und eine Menge Arbeit natürlich, denn wir wollen die bösen Geister aus dem Haus treiben, was sich nur mit ordentlich weißer Wandfarbe erledigen lässt und demnächst mit ordentlich viel Räucherkram und einem rauschenden Fest.
Wir haben auch lange darüber nachgedacht und untereinander, auch mit der Tante viel diskutiert, ob wir das Haus behalten oder verkaufen. Wir haben uns für letzteres entschieden, denn wer in Berlin oder Hannover sitzt, kann nur schwer von Höxter aus bis dahin zur Arbeit fahren. Für eine grundhafte Renovierung fehlt uns das Geld, die Zeiten sind derzeit für Immobilienverkäufe in der Kleinstadt noch einigermaßen gut. Die demografischen Zahlen zeigen, dass das nicht so bleiben wird.
Für uns ist aber das Wichtigste, dass wir nun mit vielen Dingen abschließen und wieder zuversichtlich nach vorne schauen können!

Fundstück im Schwesternhaus

Fundstück im Schwesternhaus

28
Jan
15

Stimmungsaufheller

Es ist zwar morgens nicht mehr stockdunkel, aber doch meistens grau bis gräulich, wenn ich morgens aus dem Haus gehe. Heute fand ich es besonders schlimm, weil ich auch meine Liebsten fern von mir, besonders vermisst habe.

Gegen Mittag erreichte mich im Büro von der besten aller Schwestern ein toller Stimmungsaufheller, ganz incognito im großen weißen Karton verpackt. Richtig ausgepackt habe ich die Tulpen erst zuhause, wobei es gar nich so einfach war, den Karton, zwei Umhängetaschen, mich selbt und das Fahrrad als rollenden Untersatz in Einklang zu bringen. Hat aber schlussendlich doch geklappt.

tulpen Kopie
Und nach der optischen gibt es noch eine akustische Stimmungsaufhellung: das Universitätsorchester Halle spielt heute abend für mich auf. Ich klemme mir nun eine Tulpe in’s Knopfloch und gehe in die Dunkelheit hinaus. Jetzt geht’s aber besser…

02
Feb
14

Schwesternwochenende

Die bester aller Schwestern ist an diesem Wochenende hier im Hauptdorf. Ökologisch korrekt ist sie mit der Bahn angereist, dann aber ins Auto zu mir gestiegen. Natürlich bin ich nur wegen des zu erwartenden Gepäckberges mit dem Wagen gefahren. Neee, da die Schwester eine güldene Kundenkarte von der M*TRO hat, mussten wir geschwind dort einkehren und flugs einen Fisch für’s Abendessen fangen.

Forellenfilets auf Ofengemüse

schnelle Version oder auch Soul food
(für vier Personen)

4 Lachsforellenfilets (mit Haut)
5 Möhren/Karotten (heute als violette Version)
2 Zucchini
2 Paprikaschoten
1 Bd. Frühlingszwiebeln
50 ml Olivenöl
3 Stängel Thymian
Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Forellenfilets auf Gräten überprüfen, kalt abspülen, trockentupfen.
Zucchini in ca. 1 cm starke Scheiben schneiden, Paprika ebenfalls in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Möhren grob raspeln, Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, letzteren mischen.
Das Olivenöl in eine passende Auflaufform (ca. 30 x 40 cm) geben, so verteilen, dass Boden und Wandung benetzt sind. Nun die Zucchinischeiben und Paprikastreifen auf dem Boden verteilen. Die Fischfilets mit der Haut nach unten auf das Gemüse legen, mäßig salzen und pfeffern, Thymianblättchen großzügig darauf verteilen, ein paar Spritzer Zitronensaft über den Fisch geben. Dann die Möhren-Frühlingszwiebel-Mischung über den Fisch geben.
Bei 190°C ca. 25 min im Backofen garen. Dann ist das Gemüse noch bissfest und der Fisch perfekt.
Wir hatten als Beigabe nur ein Getränk dazu, Fisch muss ja schwimmen.

Heute habe ich kein Bild für euch, wir haben unser Abendessen einfach nur zu dem Zweck der Nahrungsaufnahme zubereitet, ein Blogbeitrag war eigentlich nicht geplant.

Gestern ging es bei schönstem Sonnenschein in die Trendbezirke des Städtchens, zunächst in die Wörtherstraße 23 zu Cakeville, einem niedlichen Lädchen für allerlei Backgedöns. Dann weiter kurz bei Coledampf’s eingekehrt, ob des Personals, welches einem unschlüssigen Kunden eine Kartoffelpresse für ca. 50 Eus auf eher hochnäsige Art aufschwatzen wollte, schnell wieder aus dem Laden raus, weiter nach Mitte, ein kleiner Marsch vom Rosenthaler Platz bis zum Hackeschen Markt, dort drei Grapefruits für den abendlichen Cocktail erworben. Schnell sprangen wir auf die Bahn bis in meinen ehemaligen Kiez, überraschenderweise hatte der Markt auf dem Boxhagener Platz noch seine Stände geöffnet. Leicht erschöpft gelangten wir dann zurück in die wohlige Wärme meines Zuhauses.
Später des Abends, nach einem sehr guten Abendessen auf dem Land, mixte die Schwester uns einen wunderbar gesunden Drink mit Grapefruitsaft, Gin und Rosenwasser.

Und nun noch etwas Musik mit einem fröhlichen Augenzwinkern zum Sonntagnachmittag:

04
Okt
09

Rote Bete oder so…

Manchmal ist man selber schuld, wenn man fragt: „Du, was magst du denn essen?“ Die Gefragte war meine Schwester, die niemals so eine „Ach, mach dir keine Umstände“-Antwort für mich bereit hält. Ich hätte es wissen müssen! Sie meinte recht schnell: „Och, die Ravioli mit der Rote Bete Füllung waren echt lecker..“ Ich zog eine für sie unsichtbare Grimasse am Telefon, aber als brave Schwester und gute Gastgeberin habe ich sie ihr dann doch zubereitet. Die sind aber auch lecker, ehrlich!

Ravioli mit Ricotta-Rote-Bete-Füllung

Teig:

500 g Mehl Type 550, 2 Eier, 1/8 l Wasser, 2 EL Öl, 1 TL Salz.

Füllung:

2 große gekochte Rote Bete, 250 g Ricotta, weißer und grüner Pfeffer, 2 EL Semmelbrösel, evt. Salz

Außerdem

100 g Butter, 1 – 2 EL Mohnsamen, frisch geriebenen Parmesan.

Aus den Teigzutagen einen glatten, geschmeidigen Teig kneten, sollte er zu trocken sein, in sehr kleinen Mengen noch Wasser zugeben. Der Teig sollte aber nicht klebrig sein. Zugedeckt mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen.

Inzwischen die Füllung bereiten, hierzu werden die gekochten Rote Bete fein gerieben und mit Ricotta und Semmelbrösel vermengt. Anschließend mit Pfeffer und etwas Salz abschmecken.

Den Teig auf einer bemehlten Fläche fein ausrollen oder mit der Nudelmaschine zu dünnen Teigplatten auswalzen (Stufe 5). Die Füllung häufchenweise auf eine Platte setzen, drumherum leicht mit Wasser befeuchten, dann die zweite Platte auflegen und leicht festdrücken. Nun mit einem Teigrädchen viereckige Ravioli ausrädeln.

Nun reichlich Wasser aufkochen, salzen. Die Ravioli vorsichtig hineinsetzen, etwa fünf Minuten kochen lassen, bis sie oben schwimmen. Herausheben und abtropfen lassen, auf einer vorgewärmten Platte oder auf Tellern anrichten.

Inzwischen die Butter zerlassen, den dieses Mal ungemahlenen Mohn hinzugeben. Über die Ravioli träufeln und mit frisch geriebenem Parmesan servieren.




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