Posts Tagged ‘Schloss Ostrau

03
Mai
15

Schwarzer Schwan auf halb acht

Bei unserem „fast schon traditionellen“ Blogger-Begleitprogramm 15 zogen „aahs“ und „oohs“ über den FLuss, wann immer Frau kaltmamsell einen der weißen Spreeschwäne sah. Ich versprach ihr, die schönen schwarzen Schwäne vom Ostrauer Wassergraben hier zu zeigen.

Das hübsche Geschwader lernte ich vorletzte Woche kennen, als ich mit meiner Kollegin auf feierabendlicher elegischer Landparte im Hallorenumland unterwegs war. Die Sonne machte sich auf, sich hinter dem Petersberg zurückzuziehen, als wir in Ostrau Richtung Schloss abbogen.
Das Schloss beherbergt heute die Grundschule und ehemaligen Torgebäude residiert der Ortsbürgermeister.


Der Wassergraben, auf dem die schwarzen Schwäne und ein Rudel Enten umherschwimmen, der aber nicht so recht zum Schlossgebäude des 18. Jahrhunderts passt, deutet auf eine ältere mittelalterliche Wasserburg hin. Der wikipedia-Eintrag zum Schloss Ostrau ist ja vertrauenswürdig, erzählt ausführlich die Geschichte inklusive Hogeruns und Otto II. von Ostrau. Das Einzige, was ich der glorreichen Familiengeschichte und wikipedia nicht glaube ist, dass das Schloss im 30jährigen Krieg auch den Truppen des schwedischen Feldmarschalls Königsmarcks und dem des „Heerverderbers“ auf kaiserlicher Seite Gallas getrotzt haben soll: so breit war der Wassergraben auch wieder nicht, dass die Herrschaften die alte Anlage nicht mit ein paar Kartaunen sturmreif schießen konnten! Ehrlich…
Der Besitz ging aber schon davor in den Besitze der Familie von Veltheim, deren Nachfahre Hans Hasso von Veltheim, bekennender Anthroposoph 1929–33 saniert, inlusive Anbau und anthroposophisch inspirierter Grab-Altar-Kapelle. Das Schloss wurde als von Anthroposophen und diesen nahestehenden Besucher aus aller Welt aufgesucht. Die Enteignung nach dem 2. WK traf auch die Familie von Veltheim, Bilder, Bibliothek und anderes wurde der Universität in Halle und der Sammlung der Moritzburg übertragen. Eines der Gemälde, „Leuchtturm“ (1915) von Marsden Hartley wurde nach Rückübertragung an die Familie für mehr als 6 Mio Dollar versteigert und ging so leider außer Landes. Ein weiterer Marsden Hartley, ebenfalls von 1915, hängt immer noch in der Moritzburg, im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, eine Sonderausstellung, in die das Schloss einbezogen werden soll, ist geplant. Mal schauen….




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