Posts Tagged ‘Markt

13
Sept
16

Forcalquier, die zweite

Vor etwa zwei Jahren waren wir schon einmal in Forcalquier gelandet, auch dieses Mal wählten wir dasselbe Gîte und auch dieses Jahr zog es mich am Montagmorgen zum Markt.
Dieses Mal sind wir etwa zwei Wochen später dran als beim letzten Mal, also auch eine Zeit später nach dem touristischen Hoch von Juli und August. Und so war es ein wenig leerer, was ich ja nicht unangenehm fand.
Einige Stände erkannte ich auch wieder: so der Stoffmann, bei dem ich Stoffreste als Tischdeckenersatz erstanden hatte oder die Dame am Knoblauchstand. Erstaunen erweckte der Stand der die lokale Süßigkeit der Calisson als Riesenausgabe zum Abschneiden anbot. Calisson d’Aix sind eigentlich etwas größer als eine Mandel und bestehen aus einer Paste aus kandierten Früchten (Melonen, Orangen, Aprikosen etc.) von marzipanartigen Konsistenz mit einer Eiweißglasur.
Aber wie immer, war es ein echter Augenschmaus und Genuss, über den Markt zu schlendern und einzukaufen. Glücklicherweise lag das Frühstück noch nicht allzulange zurück, so dass keine Hamstereinkäufe zu beklagen waren.

Im Schatten von Notre-Dame-du-Bourget

Im Schatten von Notre-Dame-du-Bourget


Riesen-Calisson, vielleicht werde ich beim nächsten Besuch schwach...

Riesen-Calisson, vielleicht werde ich beim nächsten Besuch schwach…


01
Sept
14

Forcalquier

Der Reiseführer schreibt zu Forcalquier, dass der Ort keine besonderen Sehenswürdigkeiten habe, aber ganz hübsch sei. Umso besser, dachte ich mir bei der Reiseplanung, dann gibt es ja keine Touristenströme. An sich stimmt das, vergleicht man Avignon oder Aix-en-Provence, aber am Montag, wenn Markt ist, ist ordentlich was los auf den Straßen des kleinen Ortes.
Der charmante Hauptplatz um die Kirche und das Kino platzt aus allen Nähten, Stoffhändler, Keramiker, Käsemacher aus Banon und dem Luberon, eingelegte Oliven, Gemüse, Obst, was das Herz begehrt!
Mit einem gut gefüllten Einkaufskorb ging es zurück in den Gîte, die dieses Jahr knapp außerhalb von Forcalquier liegt. Nach dem Abendessen sind noch Reste übrig: Feigen, Aprikosen, einen sehr jungen Banon-Käse, eine Ziegenkäse mit Asche drumrum (keine Ahnung, wie der heißt), eine Wildschweinwurst mit Walnußkernen drin, Stoffreste mit provencalischem Dekor als Tischdeckenersatz.

Von meinem ersten Besuch in Forcalquier habe ich noch eine andere Geschichte: wir fuhren auch nach dem Marktbesuch aus dem Ort hinaus, auf Banon, den Käseort zu, als wir hinter einer scharfen Kurve etwa einen Kilometer außerhalb des Ortes ein Wohnmobil im Straßengraben hängend sahen. Deutsches Kennzeichen, zwei sehr junge Menschen im Zustand fortschreitender Verzweiflung um den Karren herumlaufend. Wir hielten an und fragten nach, ob man helfen könne. Die beiden waren sehr erleichtert, dass sie auf deutsch angesprochen wurden, ich hatte vorher auf’s KFZ-Kennzeichen geschaut. Ein Niederländer hielt noch, versprach, dass er im nahegelegenen Nudistencamp, wo er hinwollte, telefonieren würde, um einen Abschleppwagen herbeizurufen. Es kam aber niemand. Inzwischen hatte ich dem Jungen vorgeschlagen, seine Schuhe anzuziehen, denn man dürfe auch in Frankreich nicht barfuß Auto fahren, ihn gefragt, ob er ein Mobiltelefon dabei habe (hatte er nicht), ob er seine Versicherungskarte dabei habe (hatte er nicht), ob er wisse, welches seine Versicherung sei (wusste er nicht), ob er denn überhaupt die Sprache soweit beherrsche, dass er einem Abschleppwagenfahrer erklären könne, wie es weiter gehen solle (konnte er nicht). Wir durchsuchten das Auto nach Versicherungsunterlagen, fanden etwas von derselben wie auch der meinigen, von der ich eine Notfallnummer hatte. Wie sich herausstellte, war das wirklich die richtige Versicherung, die mich mit dem französischen Pendant zum ADAC verband. Ich erläuterte, was passiert war, sie wollte einen Depanneur schicken. Irgendwann hielt eine ältere französische Dame von der Stadtverwaltung, die Hilfe anbot. Mit ihr bin ich zurück nach Forcalqier gefahren und zu zweit haben wir beim örtlichen Abschlepper nachgehakt, ob der Anruf eingegangen war (war er) und dass sie sich mal flugs auf den Weg machen sollten (Mittagszeit!!). Mit dem knurrigen Fahrer samt Abschleppwagen bin ich dann wieder zur Stelle zurück gefahren und habe mich dann aber doch mit meinen Mitreisenden nach Banon zum Käse aufgemacht. Das Ganze hatte mehr als zwei Stunden gedauert, ich war nun der Meinung, dass die Kids den Rest ihrer Suppe selber auslöffeln sollten. Bedankt hatten sie sich bis zum Schluss mit keinem Wort.

10
Jul
12

Impressionen aus Höxter

Meine Freundin Andrea ist eine der stillen Leserinnen, die auch nie kommentieren. Nun hat sie mich gestern am Telefon gemahnt, dass sie gerne häufiger etwas Neues lesen möchte. Sie sei so enttäuscht, wenn sie morgens auf den Link zu meinem Blog klicke und keinen neuen Eintrag fände.
Liebe Andrea, dein Wunsch sei mir Befehl!

Wenn meine Schwester und ich zum Wochenende in Höxter sind, dann gibt es fast nichts Schöneres als am Samstag morgen auf den Wochenmarkt zu gehen. Wir gehören zu den „frühen Vögeln“, denn es gilt Brötchen fürs Frühstück holen und natürlich Eier von Lüke oder auch Gemüse für’s Mittagessen. Außerdem hole ich für Zuhause ein Glas Honig aus der Rühler Schweiz, „Frühlingsblüte“, bei der die blühenden Obstbäume regelrecht zu schmecken sind.

Kurz nach 8 Uhr morgens ist noch jede Menge Platz zum Schlendern, Plauschen und Einkaufen, ab zehn Uhr wird es dann voll: die Plätze im Café Pammel sind belegt, es wird geschaut und gelästert wie in Berliner Trendcafés. Auch das Stehcafé platzt aus allen Nähten, der Cappu geht hier weg wie die warmen Brötchen. Besonders umlagert sind die Verkaufswagen mit regionalen Fleisch- und Wurstspezialistäten, als gäbe es ’n Würstgen umsonst, aber hej! wir sind in Westfalen! Da wird noch ordentlich Fleisch verzehrt. Am Stand mit den Nüssen, eingelegten Oliven und Trockenobst musste ich noch nie lange warten, nur bei den Kartoffelbauern drängt sich die Höxtersche Hausfrau gerne vor, wenn ich nicht aufpasse.
Man trifft sich halt am Samstag auf’m Markt, so war das schon, als ich noch dort wohnte, rund um den Marktplatz und der angrenzenden Fußgängerzone. Dieser wird von der Nicolaikirche und einigen schönen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert umstanden, die bevor der Dreißigjährige Krieg auch im Oberwesertal seine Spuren hinterließ, errichtet wurden. Aber auch die so genannte Stadtentwicklung der 1970er Jahre hat ja ihre Spuren hinterlassen: ein riesiges häßliches Gebilde aus Beton steht nun dort, wo bis vor knapp 35 Jahren die barocke Stadtdependance des Kloster Corveys den Platz prägte.

An diesem Wochenende war festlich geflaggt: Höxter feierte Schützenfest!

29
Mai
10

Marktgang mit ohne Erdbeeren

Endlich scheint einmal die Sonne in diesem so trüben Mai, ich habe auch endlich einmal wieder Lust, auf meinen Markt auf dem Boxhagener Platz zu gehen. Zum Glück ist es noch sehr früh, so dass es noch relativ friedlich in den engen Gassen zu geht.

Nur an meinem Lieblingskäsestand hat sich schon eine lange Schlange Kundschaft aufgebaut, also werde ich ohne Käse meine Einkaufstour gestalten müssen. Gegenüber, an dem Stand, an dem ich am liebsten die Äpfel kaufe, stehen auch ein paar Unentschlossene. Ich entschließe mich zu einem Kilo Cox, kleine süß-säuerliche Äpfel und hoffe, dass sie ihre beste Zeit nicht schon hinter sich haben: nach Pfingsten sollte man ja eigentlich fast auf die Ernte im Herbst warten, nach so langer Lagerzeit wird auch der knackigste Apfel langsam mehlig. Mitgenommen werden noch ein knappes Kilo kleiner Zwiebeln, ein Bund glatter Petersilie und zwei Handvoll Möhren.

Zwei Stände weiter stehen die ersten Erdbeerenkörbchen herum, aber sie werden nicht mitgenommen, denn auch bei einem Schnuppertest rieche ich kein Erdbeeraroma und das sollte wohl bei reifen Erdbeeren so sein! Auch am nächsten Stand: Fehlanzeige! Die roten Dinger riechen nach nichts, auch wenn sie fast richensarot sind. Zwar versucht mir der Verkäufer eine Erdbeere aufzuschwatzen, ich solle doch probieren, auf meinen Einwand, dass sie ja nicht einmal nach Erdbeeren riechen, wenn ich die Nase fast im Körbchen habe, meint er, dass ich ja gar nicht probiert hätte. Hey, ich MUSS doch auch gar nicht und wollen will ich auch nicht… Ich zicke etwas.

Auch die „Schaaaafsmilch, frische Schaaaaaaaafsmilch“ will ich nicht. Der Verkäufer hört sich beim Anpreisen seiner Schafsmilch selber etwas wie ein blökendes Schaf an, vielleicht ist das ansteckend bei zu viel Schaaaaaafsmilch?

Mit Rauke, Rhabarber, Wildkräutersalat und drei kleinen Zucchini habe ich meine Einkaufsliste abgearbeitet und schlendere langsam nach Hause.

Heute abend gibt’s selbstgemachte Pizza mit Gemüse drauf und irgendwas leckeres mit Rhabarber, vielleicht einen Crumble mit Äpfeln und Walnussstreuseln?




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