Posts Tagged ‘Luberon

16
Sept
16

Herbst in der Provence

Inzwischen kehrt hier bei Forcalquier der Herbst ein. Die Tage sind schon nachsommerlich kurz, morgens ist es kühl. Im Moment kehrt mit elegantem Schwung ein Regen nach dem nächsten ein, zum Glück aber immer mit sonnigen Stunden dazwischen. In der vergangenen Woche war die Luft noch staubig von der langen Trockenheit, jetzt ist sie frisch.


Auf dem Plateau von Valensole werden die Felder, auf denen die im nächsten Jahr nicht mehr brauchbaren Lavendin- und Lavendelstauden stehen, abgeflämmt, lange Rauchschwaden stehen über der Hochfläche.
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Gejagd wird auch, jetzt, wo Herbst ist, einzelne Schüsse hallen durch die Täler. Madame sagt, dass nach dem Vollmond und dem Regen ab Dienstag die Pilze aus dem Boden sprössen, vor allem Steinpilze. Mal schauen, ob sie mich auf eine kleine Pilztour mitnimmt.

02
Sept
14

L’isle-sur-la-Sorgue

Die Sorgue plätschert also munter von der Quelle bei Fontaine-de-Vaucluse weiter, immer noch glasklar kommt sie mit Schwung in dem hübschen Landstädtchen L’isle-sur-la-Sorgue an, die „Insel an der Sorgue“. Das Örtchen ist von mehreren Flussarmen durchzogen und umflossen, so dass man allenthalben auf ein Gerinne trifft. Überall entlang der Gewässer drehten sich einst die Mühlräder für Getreide-, Öl- und Papiermühlen, die heute allerdings bis auf ein paar bemooste Ausnahmen am Rand des öffentlichen Parks verschwunden sind. Verschwunden sind auch die Krebse, die neben der Fischerei eine weitere einträgliche Geldquelle für die Bewohner bildeten, denn gegen Ende des 19. Jahrhunderts dezimierte eine Krebsepidemie die schmackhaften Krabbeltiere.
Heute lebt die Stadt vor allem vom Tourismus, viele Chi-Chi- und Antiquitätenläden für den betuchten Besucher, meist englischer Herkunft warten auf Kundschaft, die sich offensichtlich reichlich findet.


Nach einem gemächlichen Wandelgang durch die Gassen und über die unvermutet auftauchenden Plätze landeten wir mit einem leichten Hüngerchen in einem der zahlreichen Restaurants, die sich am Ufer der Sorgue-Arme entlang ziehen. Das Mittagsmenü im La Balade des Saveurs war für 18 € genau das richtige Gegenmittel: mit einer Ziegenkäsemousse mit Salätchen ging es los, danach gab es für mich eine Sorgue-Forelle auf Risotto mit Wurzelgemüsen, für die Begleitung ein Gericht mit gehacktem Lammfleisch auf Linsenbett mit Bohnen und anderem grünen Gemüse und zum Nachtisch gegrillte Feigen mit einem Klecks Mascarpone und Ile flottant, in Milch gegarten Eiweißnocken auf einer Vanillecreme. Nach einem köstlichen kleinen Kaffee zogen wir weiter in den Nachmittag.

02
Sept
14

Fontaine-de-Vaucluse

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Wenn es in den kargen Gegenden des Luberon mal Wasser gibt, dann ist das besonders im Sommer eher selten. Daher ist der Quelltopf bei Fontaine-de-Vaucluse schon eine Besonderheit, denn selbst jetzt, Anfang September, lässt er ordentlich kaltes, klares Wasser heraus. Der Ort lebt quasi vom Wasser, denn auch ohne zu wissen, wo es denn nun zum berühmten Quelltopf lang geht, findet man ihn: einfach nur den vielen Buden, Läden mit Gedöns und den Eisläden folgen. Sollten Sie jedoch ein Hüngerchen verspüren, achten Sie darauf, dass Sie nicht in nassen Badesachen irgendwo einkehren wollen. Keine Sorge, Sie werden gewarnt!

Wobei ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, wo man dort in dem schnell fließenden eiskalten Wasser baden kann, denn überall sind kleine Abzweigungen zu ehemaligen Mühlbächen, Staustufen und Mühlkammern, denn der Ort war einmal für seinen Reichtrum an Mühlen bekannt.

Heute laufen vor allem die Touristen, die der Gemeindekasse ein fettes Zubrot bescheren, denn die beiden Parkplätze, auf die man mehr oder weniger zwangsläufig geleitet wird, kosten vier Euro. Dafür gibt es ein Blättchen mit allen Sehenswürdigkeiten des Dorfes, inklusive Museum von 1939 bis 1945 (oder das der Résistance), das Petrarcamuseum, der über eine Dame, die ihn vermutlich nicht einmal kannte, ein berühmtes Gedicht mit Bezügen zur Quelle schrieb und die Papiermühle, die damit wirbt, wie im 15. Jahrhundert Papier herzustellen, aber in einem scheußlichen Betondingens logiert. Wir wollten zur Quelle, hatten uns aber bereits auf dem Parkplatz von der Idee einer nymphenumspielten Waldeinsamkeit, zu der wir hinwandern wollten, verabschiedet.

Der Weg geht im Prinzip vom platanenumstandenen Dorfplatz vorbei an unzähligen Restaurants, Cafés und Kirmesbuden das enge Tal flußaufwärts. Zwischendurch wähnten wir uns fast auf einem Pilgerpfad, soviel Unsinn wurde am Wegesrand feilgeboten. Schaut man aber auf den glasklaren Fluss mit seinen schönen grünen Wasserpflanzen wird man fast entschädigt, man sollte nur den Rest der Welt ausblenden können. Bis direkt an den Quelltopf kommt man nur, wenn man am Ende des gut gangbaren Weges über die Absperrung steigt und einen Blick in die ausgewaschene Kalkhöhle wirft, in dem etwas Wasser steht. Die meisten Quellen scheinen im Sommer irgendwo anders zu sprudeln, da, wo der Spaziergänger nicht so einfach hinkommt. An ein paar Stellen kann man sich an das strömende Wasser setzen und die Füße in das eiskalte Nass halten und seinen Gedanken nachhängen, wenn man den Fifi ausblenden kann, der das erste Mal Wasser ohne Trinknapf drumrum sieht und sich vor Angst in die Hose macht Hundepipi lässt.




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