Posts Tagged ‘lost place

07
Apr
17

Brandenburgisches Wiedersehen

Demnächst gibt es wieder mehr Bilder aus den unendlichen Weiten Brandenburgs.
Ein paar erste Impressionen aus der Nähe von Luckau: blühende Bäume und Büsche auf der einen Seite und dann der Keilerkopf auf der anderen Seite, im Kornfeld verborgen. Der Rest fehlt, sicherlich ist der eine oder andere Braten oder ein paar Würste daraus entstanden.

Von weitem blumig…


… von Nahem blutig…

11
Jan
17

Dona nobis pacem

Dies ist die Fortsetzung des Sternsinger-Beitrages, es bleibt weiter eher traurig!

Es hatte drei Stunden gedauert, bis vom hausärztlichen Notdienst (Wochenende auf dem Land!) jemand kam, um den Totenschein für unseren Vater auszustellen. Weiterlesen ‚Dona nobis pacem‘

09
Jan
17

Sternsinger

Als die Sternsinger im Flur standen, nur durch eine Tür von ihm getrennt, ist er gegangen. Ohne sich zu verabschieden. Als ich an sein Bett zurücktrat, war er weg.
fa
Heute vor einem Jahr ist mein Vater gestorben. Weiterlesen ‚Sternsinger‘

12
Nov
16

Unser Haus

So, ab und zu werde ich nun doch etwas zu den Erlebnissen berichten, die meine Schwester und mich besonders beschäftigt haben, unter der Überschrift „schöner erben“.


Es ist in den letzten Monaten ja schon angeklungen, dass unser Vater verstorben ist und uns ein „nettes“ Erbe hinterlassen hat: das Haus unserer Familie mit einem Wohnungsrecht, welches er seiner Lebensgefährtin bereits 2012 eingeräumt hatte. Grundsätzlich ist es auch in Ordnung, wenn der überlebende Partner/die Partnerin in einer Lebensgemeinschaft abgesichert oder bedacht wird. Aber bitte doch nicht auf unsere Kosten, die den Unterhalt des Hauses aus ihrem eigenen Lebensunterhalt dafür bestreiten sollten ohne über die Immobilie frei verfügen zu können. Wenn wir ein fettes Aktienpaket oder die Kronjuwelen von Großbritannien geerbt hätten, kein Problem, aber haben wir halt nicht. Im Übrigen hätte die Dame die laufenden Kosten aus der Rente des ersten, verstorbenen Ehemannes durchaus selber bestreiten können. Um es klarzustellen: es ging um die Nebenkosten, die man bei Mieten auf die Mieter umlegen kann, diese hätten sich bei einer Wohnfläche von etwa 180 qm auf ca. 400 € inkl. Strom und Heizung belaufen.
So kamen wir zu einem Haus mit Grundstück, das uns nun mit den Begleitumständen seit mehr als drei Jahren Sorgen bereitet hat. Meine Schwester und ich haben schon lange vor dem Tod unseres Vaters überlegt, ob wir das Erbe antreten sollten oder nicht. Da aber an dem Erbe auch noch Wegerechte zum Grundstück unserer Tante hängen, haben wir uns nach schlaflosen Nächten zu einem gemeinsamen Weg entschlossen. Gespräche mit unserem Vater und seiner Partnerin verliefen ohne greifbares Ergebnis für uns, waren von Schreiereien der Dame und von irrationale Vorwürfen an unsere Adresse („ihr habt doch als Kinder Musikunterricht gehabt!“) begleitet. Selbst der Steuerberater unseres Vaters war ratlos, nachdem er einen Blick in das Testament unseres Vaters geworfen hatte. Der Vater hatte neben dem Wohnungsrecht von uns, seinen Erbinnen, auch verlangt, dass wir das Haus für kommende Generationen erhalten, die Familiengrabstätte für immer und ewig erhalten (und nachkaufen). Jaha, für die Stammburg und die Erbgrablege…
Schade nur, dass er an dem Haus (Baujahr 1953) weder etwas für die energetische Sanierung noch sonstige Erhaltung getan hat. Tapezieren zählt nicht dazu, nur so zu Information. Und in den letzten fünfzehn Jahren, in denen wir ihn immer einmal gefragt haben, ob er nicht in kleinen Schritten die Sanierung beginnen wolle? Schließlich hatte er seitdem Hausbau durch seine Eltern hier mietfrei gewohnt. Jedes Mal wurden wir barsch zurückgewiesen und zum guten Schluss bekamen wir das Haus mit Bewohnerin vererbt, verbunden mit der Aufforderung des Vaters in seinem Testament, ihr einen Platz im Familiengrab zuzugestehen. Zum Glück haben weder meine Schwester noch ich selber den Wunsch, jemals an der Seite unserer Eltern und der Partnerin bestattet zu werden! Vater, geschenkt!
Die Dame weigerte sich, auch mit anwaltlicher Unterstützung, die für Mieter üblichen Nebenkosten an uns zu zahlen, lediglich ihre unmittelbaren Verbrauchskosten wie Öl für die Heizung, Wasser, Abwasser und Müllgebühren zahlte sie nach unendlichen Streitereien und mehrfacher Aufforderung. Der Punkt war, dass in der Urkunde über die Einräumung des Wohnungsrechtes dazu keine weiteren Bedingungen verbunden waren. Bitter war auch, dass man das Haus, hätte unser Vater langwieriger Pflege bedurft, nicht einmal zur Deckung von Kosten hätte verkaufen können. Kein Wunder, dass meine Schwester und ich viele schlaflose Nächte hatten, lange bevor der Erbfall nun wirklich eingetreten war.
Relativ bald nach dem Tod unseres Vaters und seiner Beerdigung (das wird irgendwann noch ein eigener Eintrag hier) saßen wir mit der Frau und ihrem Sohn aus erster Ehe zusammen, um Dinge zu klären. Wir wurden darüber informiert, dass die Dame nicht neben meinem Vater dereinst bestattet werden wolle. Und im Übrigen meinte der Sohn, dass seine Mutter nicht dauerhaft alleine in dem großen Haus leben könne, und er überdies keine Lust habe, sich dauernd um Reparaturen und Hilfewünsche seiner Mutter zu kümmern. Wir sollten uns einmal überlegen, ob wir sie nicht aus dem Haus herauskaufen wollten, nicht sofort, aber in ein paar Jahren.
Da aber die kommenden Monate geprägt waren von Streitigkeiten um die Kosten und Post vom gegnerischen Anwalt pünktlich vor den Wochenenden, beschlossen wir, in den sauren Apfel zu beißen, und, um auch selber endlich freie Hand zu haben, der „gegnerischen Partei“ das Wohnungsrecht abzukaufen. Die zu zahlende Summe lässt sich aus dem Wert des Hauses und der sogenannten Sterbetafel des statistischen Bundesamtes berechnen. Gemäß dieser statistischen Berechnung liegt ihre Lebensdauer bei einem Alter von 79 Jahren noch bei 9,86 Jahren. Noch knapp 10 Jahre Ärger bei gleichzeitigem Preisverfall des Hauses in einer Kleinstadt im Ostwestfälischen? Nein. Wir entschlossen uns, die Sache mit der Zahlung von Geld zu beenden. Nach mehreren Monaten erzielten wir endlich eine Einigung. Meine Schwester und ich bereiteten einen Vertrag vor, den wir bei einem Notar mit der Gegenpartei im September abzeichneten. Wir würden ihr einen Betrag in fünfstelliger Höhe auszahlen, während sie auf das Wohnungsrecht verzichtete, in dessen Löschung aus dem Grundbuch einwilligte und bis zum Ende Oktober aus dem Haus ausziehen würde.
So ist es inzwischen geschehen, meine Schwester und ich sind zwar „blank“, aber doch erleichtert, denn nun können wir über das Haus verfügen. Über den Winter wollen wir Haus etwas aufhübschen, den Garten von den größten Nadelbäumen befreien und dann im Frühjahr mal weiterschauen… Nein, keine von uns wird dort einziehen, wir wohnen und arbeiten in Hannover und Berlin.
Vielleicht holen wir uns noch eine Shamanin, um die bösen Schwingungen auszuräuchern!

11
Feb
16

Des Friedhofsgärtners Zitronen

In der Regel geht man nur zum Friedhofsgärtner, wenn es um den Friedhof geht. Oder wenn man keine eigene Orangerie hat. In Höxter kann man seine Orangerie vom Balkon oder aus dem Garten bei der örtlichen Friedhofsgärtnerei und Kranzbinderei überwintern lassen. Eine win-win-Situation, denn im Winter braucht der Gärtner weniger Platz in seinen Gewächshäusern für die Anzucht von Stiefmütterchen und Primeln, die Zitruspflanzen sind dort zur Zwischenmiete.

Nun waren meine Schwester und ich nicht deswegen dort, sondern um die Gebinde für die Beerdigung unseres Vaters zu bestellen. Nur eine Station in jenen Tagen, unsere Liste der zu erledigenden Dinge war sehr lang. Sarggebinde, Handstrauß für uns für die Beerdigung, zwei Kränze (Tante und wir) und ein Herz aus roten Rosen (LAG), nur nichts vergessen, damit die LAG nicht wieder rumschrie.

Die Zitronen lagen dekorativ auf dem Tisch, an dem wir mit Herrn Fahle saßen, um die Einzelheiten zu besprechen. Die Wahl von Blumensorte und Farbe war schnell erledigt, nun stand noch der Spruch für die Kranzschleife zur Wahl. Die Tante und die LAG hatten sich für Kombinationen mit „stillem Gruß“ und „stillem Gedenken“ vorher entschieden, meine Schwester und ich brauchten noch Hilfe, denn „still“ wollten wir nicht. Aber auch da war Herr Fahle gut vorbereitet und reichte uns zwei Seiten mit möglichen Kranztexten. Von „Adieu“ bis „Ruhe sanft“ war eine breite Palette im Angebot. Echte Heiterkeit erregte der Vorschlag „Endlich Ruhe“! Wir entschieden uns schlussendlich für „Dona nobis pacem“ (Gib uns Frieden), denn wir hatten ja in den letzten anderthalb Jahren bereits einen Vorgeschmack auf den mutmaßlichen Ablauf dessen, was nach dem Tod unseres Vaters auf uns zu kommen würde, erlebt.

Als wir nun mit unserem Anliegen soweit fertig waren, fragten wir Herrn Fahle, was er denn mit den vielen Zitronen machen würde. Och, sagte er, er gar nichts, die liegen da zum Mitnehmen. Manche seiner Kunden würden extra vorbei schauen und sich welche holen und daraus Marmelade, Kuchen und so weiter machen. Die wären ja echtes Bio, ungespritzt. Och, sagte ich darauf, dann würde ich gerne ein paar mitnehmen.

Er packte uns dann die Tagesausbeute in eine Tüte und meine Schwester und ich entschieden schon auf dem Parkplatz, dass die bestimmt gut im Gin Tonic schmecken würden.

Taten sie auch!

In den mitunter absurden Tagen bis zur Beerdigung und danach, solange wir zu diesem Anlass noch in Höxter waren, haben wir die Zitronen aufgebraucht.
Zu rein therapeutischen Zwecken, ehrlich!
Gin Tonic 03

11
Mai
13

Home is where the heart is

Eine elegische Landpartie führte mich am vergangenen Wochenende weit nach Südosten, nach Niederschlesien. Ich traf mich mit lieben Freunden und da ich das erste Mal „auf eigene Faust“ in Polen unterwegs war, bat ich darum, dass wir von Prusice aus eine etwas ausgedehntere Tour nach Süden machten. Ich wollte in das Dorf, in dem meine Großmutter 1905 geboren wurde und meine Mutter und ihre Geschwister die Schulferien auf dem Hof ihrer Großmutter, also meiner Urgroßmutter verbrachten. Auch über das Kriegsende 1945 hinaus wollte die Familie bleiben, die Urgroßmutter als Clanchefin hatte das Heft auf dem Hof fest in der Hand, denn inzwischen lebten nicht nur die Familienmitglieder auf dem Hof, die hier die Landwirtschaft betrieben, sondern auch meine Großmutter hatte sich mit ihren vier Kindern hier eingefunden. Mein Großvater hatte sich auch irgendwie auf dem Hof eingefunden, auf jeden Fall war die Familie beisammen, als sie 1946 aufgefordert wurden, innerhalb kürzester Zeit den kleinen Ort und alles, was sie besaßen, hinter sich zu lassen. Irgendwann kamen sie in Altenbeken bei Paderborn an, mit dem Wenigen, was sie auf dem langen Weg mitnehmen konnten. Der Großvater fand sich in einer Dorfschule in Benhausen bei Paderborn wieder, später in Altenbeken oder war es umgekehrt? Die Familie der Großmutter war nahe beieinander geblieben, da rund um Paderborn. Willkommen waren sie allesamt nicht, da im Nachkriegsdeutschland, wo nun die Einheimischen für die Flüchtlinge auch noch Platz machen mussten. Ungeliebt waren sie, wo sie doch noch wenige Jahre vorher mit markigen Worten von Rednerpulten heiser hinabgeschrieen, allesamt zu „Volks- und Schicksalsgenossen“ gemacht worden waren. Daran wollte sich aber niemand gerne erinnern lassen.
Und so wurde Riegersdorf zum Sehnsuchtsort, die Heimat, die nun für sie unerreichbar wurde und zudem nicht mehr Riegersdorf, sondern nun Potworow heißt.

Sehnsuchtsort im Paderborner Wohnzimmer

Sehnsuchtsort im Paderborner Wohnzimmer

Immer, wenn sich die Verwandten trafen, wurde von „zuhause“ gesprochen und niemals das neue Zuhause gemeint, in dem sie nur quälend langsam ankamen. Und auch als die Generation meiner Mutter ihren Weg in der neuen Heimat suchte und mitunter in die neue Umgebung einheiratete, wurde das Zuhause in Schlesien als das einzige beschworen. Zu Weihnachten, zu Geburtstagen und Beerdigungen, wenn wir Kinder bei meinen Großeltern für ein paar Tage zu Besuch waren, immer war Schlesien auch dabei. Wir verstanden diese Traurigkeit natürlich nicht, denn wir waren ja die Generation, die nur in den Frieden und auch in den Wohlstand Westdeutschlands hineingeboren war. Als kleinere Kinder hörten wir den Geschichten wie Märchen zu, obwohl dort keine Prinzessinnen und Königssöhne mitspielten. Später schalteten wir die Ohren auf Durchzug bei den immerselben Erzählungen und Liedern. Heute verstehe ich es, denn nur so konnte die Erinnerung lebendig gehalten werden, denn es gab nur wenige Fotos, an denen man sich festhalten konnte.
Als die Grenzen gen Osten durchlässiger wurden, machten sich Cousinen und Cousins meiner Mutter und eine meiner Großtanten auf, um mit dem Bus in die ehemalige Heimat zu fahren. Sie kamen niedergedrückt zurück, denn nichts war mehr so, wie sie es in Erinnerung hatten, die je weiter sie zurück lag, immer strahlender geworden war. Inzwischen hat sich manches verändert, es sind über die Jahre Kontakte und Bekanntschaften nach Schlesien entstanden, die manches einfacher machen.
Vor einigen Jahren lernte ich eine Kollegin kennen, die in Prusice aufgewachsen war. Unbefangen erzählte ich ihr nach einiger Zeit von meiner Familiengeschichte. Sie reagierte zunächst ablehnend, bis sie mir erzählte, dass ihre Eltern ebenfalls aus ihrer Heimat vertrieben worden waren. Die ihre lag im östlichen Polen, welches heute zur Ukraine gehört. Sie gehörten zu jenen Polen, die dort angesiedelt wurden, wo zuvor die deutschen Vorbesitzer vertrieben worden waren. Aber so ist der Krieg: irgendwer fängt an und setzt damit Ereignisse in Gang, die noch Generationen später ihre Auswirkungen haben. Inzwischen ist sie mir eine Freundin geworden und so war sie gerne bereit, mit mir den Abstecher nach Potworow formerly known as Riegersdorf zu machen. Als ich ihr den Dorfnamen noch einmal nannte, lachte sie aus vollem Herzen, denn ein „potwòr“ ist ein Scheusal oder Monster.
Wie aber würde ich zu dem Hof meiner Urgroßmutter finden? Bei meiner Oma im Wohnzimmer hing das Bild, das sich seit Kindertagen eingeprägt hatte, dankenswerterweise war mein technikaffiner Onkel bereit, mir das Bild des Hofes per MMS nach Polen nachzuschicken. Zudem war ich vorher mit dem Auto von Tante Guugl durch den Ort gefahren und hatte mich digital schon etwas umgeschaut. Nun war ich also da und ehrlich gesagt, doch etwas aufgeregt. Das Auto hielt am Ortseingang und Renata und ich spazierten los. Der zweite Hof links, das musste er sein. Der unbefestigte Weg führte über einen Bach hin zu einem Vierseithof, an dessen Ostseite zwei Arbeiter kleinere Bäume gefällt hatten. Die Freundin begrüßte sie und meinte, dass wir mal schauen wollten, ob wir von hier die Kirche in Bardo sehen könnten. Sie schauten uns misstrauisch nach, denn das weiß doch jedes Kind, dass man nur vom Hügel da hinten am Fußballplatz so weit in das wellige Hügelland schauen kann. Unbeirrt setzten wir unseren Weg fort und bogen zur nach Süden gerichteten Hofeinfahrt ab. Und dann sah ich das Haus, den Sehnsuchtsort meiner Mutter, ihrer Mutter und ihrer gesamten Familie. Die Remisen mit der alten Tordurchfahrt sind dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen, die anderen drei Seiten stehen noch, mehr oder weniger. Das Wohnhaus ist offensichtlich von zwei unterschiedlichen Parteien bewohnt, denn nur eine Hälfte ist in den letzten Jahren geweißt worden.

... vorbeigefahren...

… vorbeigefahren…

Der Blick zu den Hügeln

Der Blick zu den Hügeln

Wohn- mit Backhaus, davor der Baum vom Bild

Wohn- mit Backhaus, davor der Baum vom Bild

Dachlandschaft über Remisenresten

Dachlandschaft über Remisenresten

Wohnhaus, zwiegeteilt

Wohnhaus, zwiegeteilt

Die große Scheune

Die große Scheune

EU-Mittel zur Dorferneuerung, Hoffnung?

EU-Mittel zur Dorferneuerung, Hoffnung?

Lange sind wir nicht geblieben, die beiden Arbeiter schauten misstrauisch nach uns und meckerten Renata an, was wir denn da wollten. Kann ich ja auch verstehen, dass sie nicht erfreut waren, fremde Leute auf dem Hof zu haben. Wir hatten ja nicht wirklich gesagt, warum wir da waren.
So war mein Besuch am Sehnsuchtsort nur ein kurzer. Keine Zeit, innezuhalten, aber auch keine Zeit, um traurig der Trauer und verlorenen Heimat meiner Verwandten willen zu werden. Aber ich weiß nun, wonach sie sich verzehrten. Wo meine Uroma ihr Brot buk, meine Oma als vierfache Mutter wieder Tochter sein durfte, meine Mutter Kind war.
Komisches Zwischendinggefühl. Sehnsuchtsort.
Ihre Heimat, nicht meine. Oder?

02
Dez
12

Irgendwo in Berlin

Irgendwo in einem der Berliner Randbezirke konnte ich letzte Woche in einem der Depots etwas umherstreifen. Die „Knipse“ streifte mir mir und fing Impressionen von einigen Originalfiguren vom Berliner Stadthaus und von einem gewaltigen Gipsabguss des Schievelbeinfrieses von Untergang Pompejis ein.

Es war still in dem Depot, nur meine Schritte waren zu hören. Aus leeren Augenhöhlen starrten mich die Figuren an, manche schauten auch an mir vorbei, dennoch ein bizarres Erlebnis. Dann das Klirren, als mir der Schlüssel auf den Boden fiel. Ich hätte schwören können, dass eine der Gipsfiguren ebenfalls erschrocken zusammengezuckt war. Ich musste tief durchatmen, als die schwere Tür hinter mir ins Schloss fiel und ich die kalte Dezemberluft auf dem Hof einatmete. Endlich wieder alleine. Nur ein paar Schneeflocken flogen umher.

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