Posts Tagged ‘leap back in time

24
Jun
15

Moesgaard Museum Aarhus

Moesgaard Museum_01
Wie in die Landschaft hingegossen, liegt der gewaltige Neubau des Museums Moesgard zwischen Hügeln und Himmel. Die Außenstelle des Nationalmuseums Kopenhagen wurde im letzten Herbst eröffnet und lockt die Besucher in Scharen. Uns auch. Da heute die meisten Autofahrer mit elektronischer Navigationshilfe fahren, ist es offensichtlich nicht notwendig, eine großartige Beschilderung auf der Straße als Hilfe anzubieten, der Däne an sich scheint das Museum auch so zu finden, einige Kilometer außerhalb von Aarhus (seit 2011 nicht mehr Århus wegen des Sonderzeichens und dem Internet).
Moesgaard Museum_02Die Sonne schien, der Wind wehte, die Wolken zogen über den Himmel, aber die Archäologie zog mehr. WNatur, Kultur, Arkitektur“ Weiterlesen ‚Moesgaard Museum Aarhus‘

20
Jul
12

Desenberg und seine Burg

Auf unserer Weiterfahrt zwischen Warburg und Trendelburg umrundeten wir am Südrand der Warburger Börde den Desenberg, der wie ein Zeugenberg aus der Zeit aktiver Vulkane in der Gegend steht.
Vor mehr als 10 Jahren war ich auch einmal oben auf der Burg, zusammen mit Freunden und meinem damals kleinen Neffen erkundeten wir die Ruine. Der Neffe hatte damals ein Faible für Ritter und war „stilecht“ mit einem Hörnerhelm aus Plastik ausgestattet. Der größte Spaß war das Zeichnen einer Schatzkarte und dass wir wirklich einen Schatz versteckten. Eine Diskettenschachtel hatten wir bereits zuhause in eine Minischatzkiste verwandelt und die übrig gebliebenen Ostereier, die wir zugegebenermaßen nicht mochten, da hinein gesteckt. Ob die jemand jemals gefunden hat?

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Das fruchtbare Ackerland rundherum war bereits in der älteren Jungsteinzeit höchst attraktiv für die ersten Bauern- und Viehzüchterkulturen, die sippenweise in Langhäusern rundherum siedelten.
Wann die erste Befestigung auf dem Desenberg angelegt wurde, ist unklar, spätestens ab 1070 war sie in Besitz des sächsischen Hochadels. Das erste Mal musste 1168 die Burg ihre Wehrhaftigkeit unter Widukind von Schwalenberg gegen dessen Lehnsherrn Heinrich den Löwen unter Beweis stellen. Erst als die Wasserversorgung der Anlage unterbrochen wurde, mussten die Belagerten aufgeben. Zunächst noch ein Spielball rund um die Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Staufern, gelangte die Burg nach mehrfachen Zerstörungen in die Verwaltung des Kloster Corveys und des Bistums Paderborn. Deren Dienstmann, Angehörige der Familie Spiegel (siehe Rheder-Artikel!) gelang es Ende des 13. und im 14. Jahrhundert ihre eigenen Interessen in der Region durchzusetzen und eine Art Herrschaft zu errichten. Dieser wurde um 1394 jäh ein Ende gesetzt, die Burg zerstört, da sie offensichtlich als Raubritter „unterwegs“ waren. Die Zerstörung der wiederaufgebauten Anlage in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts und das generelle Fehdeverbot seit 1495 hatten zur Folge, dass die Burganlage in der Grenzlage zwischen Westfalen und Nordhessen nicht mehr aufgebaut wurde. Mehr dazu HIER
Reste des Bergfriedes, der mächtigen Ringmauern und der Gebäude in der Hauptburg sind recht gut erhalten und als Ruine weithin über die Warbuger Börde sichtbar.
Eine animierte Rekonstruktion der Burganlage ist ebenfalls im Netz zu finden.

28
Apr
11

Geschichten rund ums Gartenhaus – Pumpe und Bassin

Pumpe und Bassin 1943, mit den fünf Geschwistern

Pumpe und Bassin 1943, mit den fünf Geschwistern

Neben dem Gartenhaus hatte der Großvater auch einen Brunnen bohren lassen, gekrönt von einer Pumpe mit Schwengel. Damit konnte per Muskelkraft Wasser für die Bewässerung der Gemüsebeete und zur Abkühlung an heißen Sommertagen gefördert werden. Zum Auffangen des Wassers wurde ein Bassin aus feinstem Beton gesetzt, mit Abfluss, der früher mit einem dicken Korken verschlossen werden konnte.
Genau wie das Gartenhaus gibt es auch heute dieses Bassin mitsamt der Pumpe noch.

Auch zu meinen Kinderzeiten wurde im Sommer das Bassin mit dem eiskalten Brunnenwasser gefüllt. Da inzwischen die Baumkronen zu einem dichten Dach über dem Becken zusammen gewachsen waren, konnte sich das Wasser auch nicht durch die Sonneneinstrahlung aufheizen. Es war und blieb kalt! So gehörte es eher zu den sommerlichen Mutproben, sich in das Wasser zu begeben und einzutauchen.. nachdem man barfuss über die glühenheißen Steinchen des Schamottewegs gelaufen war.

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Mal schauen, ob wir diesen Sommer mal wieder auf dem Bassinrand sitzen und uns abkühlen.

Blätterdach und Sonnenspritzer spiegeln sich

Blätterdach und Sonnenspritzer spiegeln sich

Immer noch da...

Immer noch da...

13
Jul
09

Klein Köris – das Germanendorf

(13.07.2008) Am Sonnabend, den 12. Juli war es wieder soweit: der Verein, der das Freilichtmuseum “Germanische Siedlung Köris” trägt, veranstaltete wieder das jährliche Fest mit etwas “Reenactment”, Kulinarischem und viel Informationen rund um die Germanen von Klein Köris. Und es wächst langsam, aber stetig, das Dorf: das Haupthaus des Gehöftes gewinnt weiter an Form, so sind die Wandbretter inzwischen mit einem Gemisch aus Lehm und Stroh winddicht verschmiert, das Dach hat nun genügend Sparren, dass demnächst das schwere Schilfdach auch gehalten wird. Die Schmiede hat nun auch Seitenwände und der Glasofen für die Perlenmacherei steht nun ein paar Meter weiter. Auch die Backöfen haben eine Überdachung bekommen und taten ihren Dienst. Christines Brot war ganz hervorragend, eine rösche Kruste und ein wunderbarer Geschmack, fast eine Lokalreportage des Bäckerhandwerks wert! Probiert habe ich auch den Pudding aus Eichelmus mit Honig, der war sehr schmackhaft-nussig, nicht zu süß. Etwas arg altertümlich war der Dinkelbrei mit Mohnsoße! Die Germanin, die uns probieren ließ, war nicht davon zu überzeugen, dass Mohn leicht geröstet und angequetscht werden muss, damit das mohnige Aroma richtig “rüberkommt”. Mir war ja klar, dass die Germanen keine Mohnmühle haben, aber sowas kann man auch mit einem Mörser erledigen. Ganz schön unbelehrbar, diese Germanen!! Aber schön war’s ja doch wieder! Da freue ich mich doch schon auf’s nächste Jahr… (08.07.2007) Klein Köris ist ein Dorf in den Weiten Brandenburgs, irgendwo südlich von Berlin, am Rande des Naturparks Dahme-Heideseen. Viel ist heute nicht los, aber gestern tat sich einiges am Dorfrand. Auf dem offenen Feuer brodelte der Hirsebrei, später der Eintopf, gewebt wurde, natürlich auch vor sich hingesponnen. Es schien fast, als seien die ehemaligen Bewohner des Dorfes, dessen Reste bis 1971 von Sand überdeckt waren, von einem kurzen Spaziergang außer Sichtweise unserer Augen wieder erschienen. An einem kleinen Ofen saß eine Frau und fertigte Glasperlen, so bunt wie der Regenbogen, der sich am Waldrand nach dem heftigen Schauer in der Sonne zum Trocknen ausbreitete. Ein paar Schritte weiter wurde aus einem Geweih eine Hacke zugearbeitet. Und in dem kleinen dunklen Grubenhaus stand die Weberin am Webstuhl, leise klickten die Gewichte am Ende des Kettfadens aneinander, während sie das Fach wechselte. Außerhalb des Hauses saß der Knochenschnitzer und bearbeitete Knochen und Horn für Nähnadeln, Webbrettchen und Kämme. Mit einem kurzen Blinzeln in die Sonne waren wir wieder im Jahr 2007 angekommen. Es ist “nur” Sommerfest im archäologischen Freilichtmuseum in Klein Köris! Zwischen 1971 und 1995 wurden große Teile des Dorfes ausgegraben, überwiegend von freiwilligen, manchmal sehr jungen Mitgräbern, die hier auch einen Teil ihrer wertvollen Schulferien verbrachten. Der ehemalige Grabungsleiter ist immer noch zu den Festen, aber auch zu Führungen dabei, gestern in germanischer Tracht, wie auch viele weitere Mitglieder des Vereins, der sich ausschließlich über Spenden und freiwillige Mitarbeit trägt. Lagerfeuer gab’s gestern leider nicht mehr, das Holz war zu feucht geworden, der Abend zu feuchtkalt und auch die Germanen von Klein Köris wollten gestern auch irgendwann nach Hause, in Zivil und in Jeans. Aber schön war’s!




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