Posts Tagged ‘Lausitz

20
Aug
17

Die Vordermühle bei Krossen

Als ehemalige Friedrichshainerin kannte ich natürlich die Krossener Straße, hatte mich aber nie gefragt, wo denn das zugehörige „Krossen“ lag. Durch meine kleinen feierabendlichen Streifzüge durch die Niederlausitz weiß ich es inzwischen: nordwestlich von Luckau und südwestlich von Golßen. Aber bis Krossen kam ich an jenem Abend nicht, denn ich blieb schon an der Vordermühle „hängen“.
Das hohe Mühlengebäude sah ich schon beim Näherkommen, das rote Ziegelmauerwerk war von der sich hinter den Bäumen versteckenden Sonne angestrahlt. Als ich genauer hinschaute, fielen mir die zerbrochenen Fensterscheiben auf, sogar ganze Fensterrahmen hängen nur noch am letzten „Faden“ aus leeren Höhlen.

Ich ging um das Gebäude herum, vorbei an dem leicht schiefen Mäuerchen mit der noch blanken Jahreszahl 1991. Die Fenster im mintgrünen Wohnhaus haben keine Gardinen mehr, die Zimmer sind leer. Nur ein paar blühende Geranien verleihen dem Anwesen etwas Bewohntes, im Hof steht auf einem wackeligen Tisch eine leere Bierflasche.


Die Dahme plätschert in den Mühlteich, hinter dem Haus ist im dichter werdenden Unterholz das erst 1991 installierte Mühlrad zu sehen, der Mühlenstau läuft mit lautem Plätschern hinter dem Gebäude in das untere Schlagd, kaum noch im Dickicht auszumachen.



Die Mühle war einst eine Getreidemühle, bis zur Schließung 2000 wurde Futtermittel geschrotet. Die Gebrüder Scholz hatten die Mühle von den Eltern übernommen, die als Flüchtlinge aus Schlesien nach dem 2. Weltkrieg die Mühle übernommen hatten. Noch 2006 wurde Jubiläum gefeiert, einen Artikel gibt es in der Lausitzer Rundschau hier. Inzwischen sieht die Welt in der Krossener Vormühle leider deutlich trauriger aus, trotz der lachsfarbenen Geranien.

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06
Aug
17

Bei den grünen Pfützen von Zützen

Ich gestehe, dass es ein schwaches Wortspiel ist, aber eine Überschrift musste her…

23
Apr
17

Deine Spuren im Sand

… die ich gestern noch fand…
Feinsand mit Schluffanteil ist perfekt, um die Tierspuren ein paar Regengüsse und windige Stunden lang zu konservieren, bevor sie, wie auch meine Fußspuren, verwehen. Zugegeben, bei meinen dauert es länger, da ich mehr wiege als das hundeartige Tier, auf dessen Spuren ich gestoßen bin.
Als erstes ist mir beim Gang über den Sand aufgefallen, dass außer den Tierspuren keine menschlichen Schuhabdrücke zu sehen waren, meine waren die ersten auf der frischen Fläche.
Ich blieb abrupt stehen und schaute. Ein großer Hund? Oder gar… ich schaute weiter: die Spuren sind nicht so rundlich wie vom Hund, oder? Eher oval. Die Richtung zielgerichtet, nicht wie ein freilaufender Hund, der mal hier, mal da hin- und herläuft.
Also sind dies Wolfsspuren!
Wolfsspuren!
Echte!
Vom freilebenden!
Puh! Ganz schön aufregend!
Meister Isegrimm, so nah?


Gemessen habe ich nicht, aber ein Bild zeigt einen Schuhabdruck von mir (Schuhgröße 39).
Jetzt, am Wochenende habe ich mal etwas nachrecherchiert und bin natürlich sehr schnell bei den brandenburgischen und sächsischen Wolfsnachweisen fündig geworden, sogar inklusive Karte.
Meine Spurensichtung gehört zu Rudel 10 im Bereich des Forstes Hohenbucko, ganz in der Nähe des blauen Punktes, des erst von wenigen Wochen tot aufgefundenen Wolfes bei Langengrassau.
Der Wolf ist ganz tiefenentspannt bei mir in der Nähe „mal gucken“ gewesen, vielleicht auch den Rehen gefolgt, die die Fläche auch einmal gequert haben.
Wie aufregend!




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