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10
Sep
16

Baume-les-Messieurs

Es ist nicht besonders ungewöhnlich, dass Ortsnamen weltweit mehrfach vorkommen. Besonders in Brandenburg fallen mir etliche Beispiele identischer Ortsnamen ein, wobei ich mir immer überlege, ob die Zugereisten so arm waren, dass man nicht einmal genügend Ortsnamen im Gepäck hatte? Nun ist mir auf meinen Touren nach Südfrankreich an der Autobahn ein Name aufgefallen, der in zwei Varianten auf den Schildern erscheint: einmal mit dem Zusatz „les Dames“ und dann der mit „les Messieurs“. Im Vorfeld der diesjährigen Tour überlegte ich, wo wir auf der Hintour unseren traditionellen Übernachtungsstop einlegen könnten. Nicht zu weit, aber doch weit genug in Frankreich, dass man Freiburg oder den Rhein nicht mehr sieht, irgendwo vor Lyon.
So kam ich auf Baume-les-Messieurs und das, was ich im Netz über das Örtchen fand, gefiel. Des Rätsels Lösung für den Zusatz „les Messieurs“ liegt an dem ehemaligen Benediktinerkloser, welches von Mönchen bewohnt war, zunächst hieß der Ort nämlich „Baume-les-moines“.
Und da es bereits September ist, muss man auch keine zu große Sorge vor sehr vielen Besuchern haben, die „un des plus beaux villages de France“ gleichzeitig mit uns anschauen würden.
Als wir von der Autobahn abbogen, nahmen wir nicht ganz den direkten Weg, denn ich hatte als Kopilotin dieses Abschnittes den papierenen Atlas auf den Knien und lotste uns über kleine Straßen, die mit einer grünen Signatur als landschaftlich reizvoll markiert waren. Weinberge, die ersten Kalkklippen des Jura, Bäume, Wald, Wiesen, Kühe und die ersten Vorboten des Herbstes. Und dass ich weiterhin dem Papier vertraue, sollte sich auszahlen, denn das elektronische Wegweiserlein hatte uns auf dem Weg nach Baume-les-Messieurs sogar auf einen nur geschotterten Waldweg geführt.
Die Sonne senkte sich über das enge Tal, in das wir von den Hängen kommend, auf kurenreichen Landstraßen in’s Tal rollten. Hach, das war eine Menge Landschaft, frische Luft trotz annähernd 30°C und diese Felsen!

Baume-les-Messieurs: Hauptstraße und Felsen

Baume-les-Messieurs: Hauptstraße und Felsen


Im „Grand Jardin“, dem ehemaligen Wohnhaus des Klostergärtners, hatte ich ein Zimmer und bei der telefonischen Kontaktaufnahme am Morgen gleich einen Tisch draußen für das Abendessen gebucht, eine gute Idee!
Vor dem Essen schlenderten wir durch den nun im September ruhigen Ort, eine Wohltat nach der langen Autofahrt.

Das Abendessen war vorzüglich, alles frisch zubereitet, viele regionale Zutaten. Vom hausgemachten Sauerkirschsirup im Kir, dem Schinken am Salat oder dem Ziegenkäse im herzhaften „panna cotta“ mit Räucherforelle aus der Seille. Im Hauptgang gab es Filet von der Bodenseefelche (Fera du Léman, nur für alle Fälle, sollten Sie die Vokabel mal brauchen) in einer Trousseau-Butter (eine selten angebaute alte Weinsorte des Jura) und eine halbes Perlhuhn in Sauerkirchsauce. Und zum Abschluss Käse aus der Region.
Das verlangte nach noch einem Spaziergang durch den sehr ruhigen, fast ausgestorbenen, aber hübsch illuminierten Ort.

Zum Glück kühlte es gut ab über Nacht, so dass wir erfrischt erwachten, nach einem typisch französischen Frühstück mit Croissant und Café au lait gestärkt zu unserer Alpenetappe aufbrachen.
blm-08




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