Posts Tagged ‘Hann.Münden

30
Mai
16

Heimische Exoten

Am letzten Wochenende sollte es gen Westen gehen, die Verwandtschaft im Südniedersächsischen besuchen. Die Sonne schien vom weißblauen Himmel, wir erinnerten uns an die Wanderungen durch die Buchenwälder, wo auf Lichtungen und Wiesen die Orchideen um diese Jahreszeit blühen.
Die Autobahn rauscht im Hintergrund, wie ein graues Band zieht sie sich durch das Werratal, berghoch-bergrunter. Zwischen Hedemünden und Dransfeld zieht sich das Landschaftsschutzgebiet, wir wollten im südlichen Teil nach den Orchideen suchen.
Am Südhang des Tales, auf dem Weg nach Meensen, haben wir den Weg wiedergefunden, den wir vor vielen Jahren gegangen waren. Süß duftete der Weißdorn, frische Luft! Und die Einrichtung des Schutzgebietes sieht man: kaum eine Viertelstunde später sahen wir die blühende Wiese, durch die einige Pfade führen. Anders als die sich anschließenden Weiden mit Löwenzahn und Kleeblüten finden wir hier keine dieser Düngeranzeiger, dafür sind hier Erdbeerblüten und Hornklee zu sehen. Es summt und brummt hier, Bienen und Hummeln sind überall zugange.


Und dann sehen wir sie: die einheimischen Exoten. Einzeln, in Gruppen und erst so richtig majestätisch inmitten der kleinen Hornkleeblüten. In einer Senke gesellen sich noch tiefblaue Akeleien dazu, ab und zu auch in rosé.

Wir achten sorgsam darauf, auf den Wegen zu bleiben. Dank sei dem Teleobjektiv an der Knipse kann ich mir auch alles nah heran holen. Oberhalb der Wiese fängt der Buchenwald an, der zur Zeit noch diese wunderbar hellgrünen Blätter hat, die so grün sind, dass es fast in den Augen schmerzt. Für die Nase bietet der Wald auch eine Überraschung: Waldmeisterduft, soweit die Nase reicht! Die kleinen weißen Blüten sind schon fast verblüht, dieses Jahr sind wir definitiv zu spät für Waldmeisterbowle.
Waldmeister im Buchenwald

Waldmeister im Buchenwald

Wir laufen durch den Wald, atmen tief den Duft nach frischem Laub und Waldmeister ein. Zwischendrin liegen immer wieder umgestürzte Bäume, die im Landschaftsschutzgebiet nicht weggeräumt werden, kleine Lichtungen hier und da, aber den Frauenschuh, die Königin der einheimischen Exoten haben wir dieses Mal nicht gefunden.
Auf dem Rückweg schauen wir noch einmal über das Tal, im Hintergrund der Burgberg bei Hedemünden, auf dem vor wenigen Jahren ein römisches Marschlager aus augusteischer Zeit entdeckt wurde. Die haben bestimmt nicht nach Ordideen Ausschau gehalten damals, die Römer…
Burgberg bei Hedemünden

Burgberg bei Hedemünden

03
Apr
15

Ganz auf Linie

Oben auf den Bergen im Weserbergland und Harz liegt der frische Schnee, unten im Tal rauschen Werra, Fulda und Weser mit braunen Fluten um HannMünden herum. Anbei gibt es zum Karfreitag einen Stadtbummel in der Stadt der schiefen, aber hübschen Fachwerkhäuser. Leider stehen inzwischen in der Innenstadt auch etliche leer und warten auf liebevolle Restaurierung.

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26
Dez
09

Richensas Fest

Ein paar Impressionen von meinem Fest sollen hier gesammelt sein:

Familie, die auch Freunde sind, mit denen ich Heiligabend feierte –

zwei bettelnde Hundegesichter, die erwartungsvoll und brav auf Herabfallendes beim Kochen achtgeben und mich zum Lachen bringen, auch wenn ich mehrmals fast über den kleinen Beagle gestolpert wäre auf meinem Weg zwischen Herd und Spülbecken –

meine Schwester, die ich Heiligabend besonders vermisst habe, weil ich sie dieses Mal auch am 1. Weihnachtsfeiertag gesehen habe –

Freunde, die ganz weit weg waren –

Kerzenschein, selbstgebackene Weihnachtsplätzchen –

ein Telefonat zwischen zwei Brüdern, die sich sehr, sehr lange nichts zu sagen hatten und nun vielleicht wieder zueinander finden –

die Reisende, die ganz knapp nach Hause zurück kehrte –

ein Festmahl, bei dem wir spontan das Dessert erst auf den folgenden Morgen verschieben –

viel Spaß beim Reihumöffnen der Geschenke –

eine Fahrt entlang der Weser, da wo sie am schönsten ist, im Oberwesertal –

eine Schafherde auf Schneeresten –

Klöße aus dem Kochbeutel, an denen ich mir traditionsgemäß jedes Jahr die Finger verbrenne, während ich meiner rituellen Aufgabe nachkomme, diese aus dem glitschigen Kochbeutel zu schneiden –

die Maggiflasche auf dem Tisch für die klare Brühe mit Eierstich und Leberknödel, die ich jedes Jahr rituell verschmähe –

meine Schwester, die ich wieder vermisse, nicht nur, weil ich niemanden habe, mit dem ich mich unter dem Tisch treten kann, wenn ich zur Maggiflasche gucke –

Nachhause kommen…. Berlin….

Ausruhen vom Weihnachtsstress….

Nächstes Jahr bleibe ich zuhause!!

Nachtrag 09.01.10: … und lese rechtzeitig die wichtigsten Bloggereien zu Weihnachten!

23
Nov
08

Biergärten gibt’s auch außerhalb Bayerns!

Bohle ist eine Institution im Gastgewerbe Südniedersachsens, gleichzeitig doch noch so etwas wie ein Geheimtipp, auch wenn sich im Sommer Autos und Motorräder bis an die Hauptstraße in Helmeln reihen. Dann brummt der Laden so richtig! Platenkuchen und Kaffeekannen werden von der meist jugendlichen ortsansässigen Bedienung geschleppt, auf dicken Brotscheiben angerichtete „Ahle Wurscht“, eine regionale luftgetrocknete Mettwurst wird auf großen Tabletts gebracht, dazu ein Bier. Weiterlesen ‚Biergärten gibt’s auch außerhalb Bayerns!‘

01
Dez
07

Letzter Heller

Oberhalb der Werra, kurz bevor diese das Fachwerkstädtchen Hann.Münden erreicht, liegt der „Letzte Heller“ zwischen Waldrand und der Bundesstraße B7, die es vom Parkplatz heile zu überqueren gilt. Ein paar ausgetretene Sandsteinstufen muss man hinaufsteigen und dann steht man schon fast in der Gaststube. Zumeist wird man von der Chefin des Hauses freundlich empfangen, die zum Tisch geleitet. Eine Reservierung lohnt sich, denn am Wochenende ist es schon mal schwierig, einen Platz an einem der weiß eingedeckten Tische ohne Voranmeldung zu bekommen.
Die Küche ist um die Verwendung von regionalen Produkten bemüht. Das Angebot der Küche ist somit auch übersichtlich, aber mit Anspruch. Ein Zigeunerschnitzel wird man also vergeblich suchen, stattdessen gibt es, je nach Angebot, Schafskäse aus Ziegenhagen, Fleisch aus Hilwartshausen oder Wild aus den nahen Wäldern zwischen Nordhessen und Südniedersachen. Aber auch Vegetarier kommen auf ihre Kosten.
Bei den Getränken habe ich bisher immer eine Weinkarte vermisst, hier muss man nachfragen, was die Chefin verkostet hat. Bisher wurde ich hier nicht wirklich enttäuscht, allerdings auch nicht wirklich überrascht. Bevorzugt werden die deutschen Gewächse angeboten, die in der Regel auch gut zu der manchmal etwas bodenständigen Küche passt.
Größere Räume für Familienfeiern gibt es auch. 1997 war ich hier einmal zu einer Hochzeitsfeier eingeladen, bei der auch der Garten einbezogen war, sehr schön war’s. Und für müde Häupter gibt es zudem einige Gästezimmer.
Der Service im „Letzten Heller“ ist unaufdringlich, aber aufmerksam, die Preise für das ländliche Umfeld zwischen Kassel und Göttingen angemessen.
Wie lange es den „Letzten Heller“ gibt, kann ich jetzt gar nicht sagen, mindestens fünfzehn Jahre, allerdings hat er doch in den letzten zwei bis drei Jahren etwas nachgelassen, hoffentlich ist dieses nur vorübergehend.

Gasthaus „Letzter Heller“
Letzter Heller 7, an der B80, 34346 Hann. Münden
+49 5541 6446
http://www.letzter-heller.de
Donnerstag Ruhetag




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