Posts Tagged ‘Geisterbahn

18
Jul
10

Datenkraken oder Facebook sucks

Aus aktuellem Anlass muss einmal mehr über das soziale Netzwerk No. 1 klagen:

heute morgen besuchte ich das Postfach, in welchem alle Nachrichten eingehen sollen, die nicht direkt mit meinem „seriösen“, das mit meinem Klarnamen verbunden ist, eintrullern sollen. Und einmal mehr finde ich eine Nachricht von Facebook vor. Bislang haben mich irgendwelche Nikkis oder Moniques eingeladen, diese Nachrichten sind sofort im „Spam“-Ordner gelandet. Heute allerdings habe ich mit großem Ärger eine Nachricht vorgefunden, die aus dem Facebook-Account einer Freundin maschinell gezaubert wurde.

Tja, so wurde erst einmal ihr Adressbuch ausgelesen, dann das Ergebnis durch eine facebookinterne Suchmaschine geschoben, mit Milliarden Daten anderer Nutzer verglichen und *schwuppdich* haben sie noch zwei weitere Nutzer gefunden, in deren Adressbuch oder in deren MSN-Dateien meine Adresse gespeichert ist… Die beiden anderen Nutzer kenne ich, einer ist ein wunderbarer ex-qyp*-Schreiber, der andere ist mein Quasi-Neffe aus Frankreich, mit dem ich gelegentlich über msn tickere.

Datenkrake ängstigt mich: ".... von dir ist bestimmt auch eins dabei.."

Natürlich hinterlasse ich als Richensa selber im Netz meine Datenspur, über deren Breite anfangs nicht besonders scharf nachgedacht wurde. Allerdings habe ich immer meinen Nick deutlich von meinem Klarnamen getrennt gehalten, von Anfang an, seit ich im Netz unterwegs bin. Leider wird es nun auf diese Weise möglich sein, dass die Datenkraken meine Identitäten relativ einfach durch das Durchsuchen der Adressbücher ihrer Mitglieder verbinden können.

So werde ich offensichtlich auch von Facebook ausspioniert, ohne dass ich selber Mitglied bin, ohne dass ich jemals ihren AGBs zugestimmt habe. Schöne Schei*e!

Bitte, liebe potentiellen Facebook-Nutzer, achtet doch bitte darauf, was ihr der Datenkrake erlaubt und zwar BEVOR ihr euren Account anlegt und mit einem einfach KLICK auch in meine virtuelle Umgebung eingreift. Einmal die Häkchen nicht gesetzt und schon habe ich selber keine Möglichkeit mehr, meine Daten wenigstens etwas zu schützen.

Nachtrag: Nun MUSSTE ich doch mal Fa*ceb**k schreiben und verbitten, dass ich weiter Post von ihnen bekomme.

Hoffentlich hilft's!!

Ja, ich habe mich entschieden, Du Krake!

13
Jun
10

Zwei Heimorgeln in Gifhorn

Heute fuhr ich in der norddeutschen Kleinstadt durch die Ödnis des zersiedelten Stadtrandes. Plötzlich wurde mein Blick von einem Haufen Sperrmülls gefangen. Inmitten von Möbeln aus den 1970er Jahren standen zwei Heimorgeln am Straßenrand. Heimorgeln!

Liebe Leser, kennt ihr die noch? Diese elektronischen Geräte, die in den 1970er und frühen 1980er Jahren in den Wohnzimmern eben jener kleinstädtischen Ödnis standen. Eine meiner Schulfreundinnen beschäftigte sich, nachdem das Spielen der Quetschkommode, das des Akkordeons so vollkommen aus der Mode gekommen war, mit dem Lernen von launigen Partyliedern. Bald stand so ein zweimanualiges Monstrum in Holzimitat im Wohnzimmer, welches durch die eichenfarbige Wohnwand schon etwas bedrückend und nichts für Klaustrophobiker war. Ach ja, es gab da auch noch die zuschaltbare Rhythmusgruppe und die Einstellungen, die dem unbedarften Zuhörer den schwachen Abglanz von Orchesterinstrumenten vorgaukelten.

Manchmal, wenn unsere Familie dort geladen waren, spielte meine Schulfreundin und ihre ältere Schwester, flankiert von den stolzgeschwellten Eltern, auf der rhythmusbumpernden Heimorgel den „Schneewalzer“ oder „Aber bitte mit Sahne“. Anfangs fand ich diese selbstfabrizierenden Klangfetzen toll, aber bald erwachte eine gesunde Skepsis vor dem Holzimitat, denn genauso wie das unechte Material war auch die Musik, irgendwie unecht.

Auch wenn die Heimorgel in ihrer Oberklasse Künstlern wie Barbara Dennerlein als wunderbares Instrument dienten, Anke M. aus Höxter fiel mir heute gleich wieder ein, als ich heute die beiden abgewrackten, alten Heimorgeln am Straßenrand von Gifhorn stehen sah. Sie sahen sehr alleine aus, ungeliebt, zeitschleifig… irgendwie doch traurig…

29
Jan
10

Prognostizierte Ankunft

Juhu! Meine Schwester besucht mich am Wochenende! Sie hat sich entschlossen, mit der Bahn anzureisen, was ja angesichts des Wetters, der Ökobilanz und der grundsätzlichen Bequemlichkeit auch sinnvoll ist.

Nun rief sie mich eben am Hannoverschen Hauptbahnhof mit der frohen Botschaft an, dass sie einen Zug früher nehmen könne, nur wisse sie nicht, wann sie dann ankommen würde. Zwei Klicks auf die Website der Bahn, schon wurde uns geholfen.

Neue Spaltenbeschriftung bei der Bahn

Erst beim zweiten Hinsehen fiel es mir auf: die BAHN stellt keine Ankunfts- oder Abfahrtszeiten mehr ins Netz, sondern versorgt den Reisenden zusätzlich mit einer Prognose, ob der Zug denn auch pünktlich ist. Prognosen auf der Seite, die Informationen anzeigen soll!?? Das ist ja mal was! Auch wenn es mich stark an die Wettervorhersage oder Kaffeesatzleserei erinnert, das Wort…

Immerhin gab es die Prognose, dass der erst in Hannover eingesetzte Zug auch pünktlich abfahren würde, da war ich ja sehr glücklich. Tja, nun dauert die Pannenzeit bei der Bahn schon so lange an, dass die Website verändert wird, damit die Reisenden und schlussendlich auch ich im Chaos wieder glücklich sind. An den Gründen für das Chaos scheint sich noch nicht viel zu ändern: neue Züge sollen zwar gekauft werden, aber ob die alten wirklich besser gewartet werden? Einen netten Artikel zur Situation der Bahn gibt’s bei der Süddeutschen: Die Pannen-Bahn

Egal, ich freue mich jetzt einfach nur auf meine Schwester, deren Ankunft auf heute am späten Nachmittag prognostiziert ist!

Nachtrag vom 2.2.

Es war in der Tat eine Prognose, was die Ankunftszeit anging: etwa eine halbe Stunde später als man gedacht hätte, wenn es keine Prognose, sondern eine exakte Ankunftszeit gewesen wäre.

Die Reisenden wurden irgendwo hinter Hildesheim mit der frohen Botschaft beglückt, dass man hinter einem Güterzug herfahren müsse, bis Stendal! Wieso der Güterzug auf der ICE-Strecke fuhr, wurde nicht mitgeteilt. Wäre Sommer gewesen, hätte meine Schwester während der Fahrt Blümchen für mich pflücken können.

21
Jun
08

Hölle, Hölle!

Heute saß ich mit meiner Tante, die auf Besuch ist, nach einem längeren Spaziergang, der bei uns beiden ein Dürstchen erzeugt hatte, an der Spree, gegenüber dem Bode-Museum. Die Tante trank mit großem Vergnügen die erste Bionade ihres Lebens und ich freute mich an ihrer Freude darüber. Weiterlesen ‚Hölle, Hölle!‘

29
Apr
08

In der Geisterbahn

Das werte Gefährt brauchte dringend eine Säuberung, von innen und von außen. Drinnen hatte sich eine halbe Lößbörde angesammelt, vermischt mit diversen Kassenzetteln unter den Sitzen und Flecken, deren Entstehungsgeschichte ich nicht in aller epischen Breite beschreiben will.
Nun, es sollte daher die Tiefenreinigung werden, nicht bei der Tankstelle des Vertrauens um die Ecke, sondern bei einem sehr emsigen Betrieb, den ich von der S-Bahn in der Nähe der Jannowitzbrücke schon oft gesehen hatte.
An einem Dienstagvormittag sollte ja nicht so viel los sein, dachte ich so bei mir, aber weit gefehlt!
Die Plätze mit den Staub- und Laubsaugeranschlüssen waren gut belegt, die fünf Werktstattplätze für die finale Kosmetik waren auch alle belegt, an der Waschstraße hatte sich auch schon eine eindrucksvolle Schlange gebildet.
Nun gut, zunächst also an den Staubsauger! Jeder Saugerplatz ist mit zwei langen Saugrohren ausgestattet: einen für links, einer für rechts. Toll! Kein Gezerre an den Schläuchen, damit man auch hinten links die Krümel raus gesaugt bekommt… und vor allem: die Saugerei kostet nichts! Es ist natürlich gewünscht, dass man noch durch die Waschstraße fährt oder für ab ca. 199,- Euro das Innen-Außen-Oben-Unten-Super-Paket bestellt.
Schnell war die Lössansammlung und der Rest rausgesogen, das Armaturenbrett gewischt und bis auf ein paar Flecken hinten links war es dann auch schon hübsch sauber von innen.
Dann reihten sich mein Auto und ich in die Schlange vor der Waschstraße ein.
Das war wirklich wie in dem Film: als Fahrer sollte man dann den Gang rausnehmen, von der Bremse gehen und die Dinge laufen lassen… und drin sitzen bleiben! Vorneweg wurde das Gefährt mit Seifenlauge überspritzt, dann machte man mit dem Bedienpersonal aus, welches Waschprogramm denn laufen sollte und los ging es:
wie auf Schienen wurde das Auto von Zauberhand weiter geschoben, dicker weißer Seifenschaum brandete um die Scheiben, kurz mit Wasser abgespült. Auf der Fahrerseite blinkte die Station auf, an der wir uns gerade befanden. Kaum gelesen, kamen die dicken flauschigen Bürsten, Wasser, rechts blinkte die Station: „Intensivwäsche“. Das Auto rollte gemächlich weiter, dann noch mehr Schaum, nun von den Seiten, von unten, noch eine Station… ich saß am Steuer und musste laut lachen, etwas Irrwitz in der Stimme, denn irgendwie erwartete ich einen Mitarbeiter mit Gruselmaske, der uns beiden auch von der Seite aus ansprang und erschrecken wollte! Da schon blitzte links die „Unterbodenwäsche“, ein scharfer Strahl… von unten kommend! Und weiter zur „Unterbodenversiegelung“ wurden mein Auto und ich geschoben, dann in die Wachsversiegelung. Schlussendlich fuhren wir in eine Kabine, in der mit blauem Licht und Gebläse das Autochen ordentlich trockneten und an einer Tafel blinkte auf, dass ich und mein Auto Leistungen für 15 Euro erhalten hätten, damit wir nochmal beide wirklich wussten, dass unsere Fahrt in der Geisterbahn auch ihren Preis gehabt hatte.
Schwupp… und raus! Fertig… mein Herz klopfte ordentlich laut nach diesem aufregenden Erlebnis.




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