Posts Tagged ‘Frankenstein

14
Mai
13

Toast Frankenstein

Elegische Landpartien können hungrig machen, eine Binsenweisheit. Samstags am frühen Nachmittag parkten wir nach Pilgerfahrt und familiärem Flashback am Rande des Marktplatzes von Ząbkowice Śląskie, ehemals Frankenstein. Die Wolken hingen tief, es kalter Maiwind pfiff um die Ecken.
Zunächst wollten wir aber noch das Wahrzeichen der Stadt, den Schiefen Turm anschauen.

Zabkowice Slaskie_01

Zabkowice Slaskie_02

Leider hatte die Annenkirche bereits geschlossen, nur noch der Küster flitzte mit dem Weihrachfässchen über die Gasse.
Bedauerlicherweise hatte sich auch der Rest des Örtchens bereits zum Wochenende zurückgezogen, das „Frankenstein Eiscafé“ bot nur Eis zum Mitnehmen an, keine echte Option bei etwa 12°C und leichtem Regen. Schließlich kehrten wir in eine Pizzeria ein. Bis unsere Bestellung gereicht wurde, entwickelten wir natürlich eine (noch theoretische) umfassende touristische Erschließung des gut erhaltenen Ortes, basierend auf Mary Shelleys berühmter Romanfigur. Wir waren aber wohl nicht die Ersten mit diesen Ideen: offensichtlich hatte auch die Wirtin bei der Dekoration des überbackenen Toasts ihre eigenen Gedanken zum Thema umgesetzt: Garniert mit zweierlei Saucen, die uns an erkleckliche Ekeligkeiten gemahnten….

Zabkowice Slaskie_03

Toast Frankenstein?

16
Apr
10

Eyjafjalla

Wie dieser mir bis dato vollkommen unbekannte Vulkan aus Island  unter einem mir ebenfalls unbekannten Gletscher ausgesprochen wird, kann wohl kaum jemand sagen. In den Nachrichten wird derzeit nur von dem Chaos im europäischen Flugverkehr gesprochen, der Name des Vulkans fällt nur selten und dann spricht ihn jeder Nachrichtensprecher auch noch unterschiedlich aus. Richtig heisst er so: [ˈɛɪjaˌfjatlaˌjœːkʏtl̥]

Die kurzfristigen Auswirkungen reichen bis in meinen Kollegenkreis hinein. Letzten Sonntag habe ich bei Leipzig zwei Kollegen aus Großbritannien und einen aus Schweden getroffen, die anlässlich eines Projektes für ein paar Tage in Sachsen-Anhalt weilten. Gestern wollten sie von Berlin aus wieder nach Hause fliegen, aber das war unmöglich. Drei Stunden standen sie in einer Schlange, um sich eine Bestätigung für ihren ausgefallenen Flug zu holen. Sie haben die Warterei schließlich aufgegeben und sich mitsamt der Abflugtafel mit den gestrichenen Flügen fotografiert, in der Hoffnung, dieses als ausreichenden Beweis für die Rückerstattung des Tickets zu haben.  Nun sind sie wieder in Halle und werden morgen auf verschiedenen Wegen versuchen, nach Hause zu gelangen: per Zug gen Schweden, per Zug gen Hamburg, dann zu einer Fähre in die Niederlande und so weiter…

Welche Auswirkungen der Ausbruch auf unser Wetter hat, wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Ich hoffe natürlich, dass der Sommer nicht kühl und nass wird. Dies könnte ja passieren, wenn genügend Vulkanstaub in der Erdatmosphäre die Sonneneinstrahlung abstrahlt.

Wie sehr das weltweite Wetter beeinflusst werden kann, zeigt der (absolut nicht vergleichbare) Ausbruch des Vulkans Tambora 1815. Die gewaltigen Mengen schwefelhaltiger Asche in der Atmosphäre führten zu einer weltweiten Abkühlung, die mit teilweise dramatischen Auswirkungen bis 1819 anhielt. Als „Jahr ohne Sommer“ ging es in die Geschichte ein: durch schwere Unwetter im Sommer, mit Schneefällen und Überschwemmungen kam es in der Folge zu Missernten, verbunden mit hoher Sterblichkeit bei Nutztieren, gefolgt von Hungersnöten in Mitteleuropa und Nordamerika, der auch viele Menschen zum Opfer fielen. Das Ende der Napoleonischen Kriege fiel in der Jahr des Vulkanausbruches, an dessen Folgen Europa auch sehr zu leiden hatte. Achja, Mary Shelley schrieb in diesem ungewöhnlich kalten und feuchten Sommer am Genfer See ihren „Frankenstein“, weil sich die Reisegesellschaft der Engländerin, die sich in der Villa von Lord Byron traf, tagelang nicht aus dem Haus bewegte und in Zeiten vor der Erfindung des Fernsehens eben selber kreativ werden musste.

Aber so schlimm scheint der Ausbruch dieses isländischen Vulkans nun auch wieder nicht zu sein, aber schon toll, was man dazu so herumschwurbeln kann, nicht wahr?




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