Posts Tagged ‘Erinnerungen

16
Dez
11

Ungemacht steht unserem Haus ins Haus

Gestern bekamen wir noch einmal Besuch von dem Bauleiter, der hier die gesamte Umbaumaßnahmen in und ums Haus dirigiert. Er wollte eigentlich den Architekten oder den Statiker mitbringen, um sich noch einmal Details für das Aufsetzen des Dauchausbaus anzusehen, kam dann aber doch alleine. Nachdem er noch einmal Fotos vom Dielenboden in den Zimmern gemacht, den Balkon und das Bad aufgenommen hatte, begann, uns von den neuesten Planungen zu erzählen: noch ist nicht ganz klar, ob das Bad an der jetzigen Stelle bleibt, denn der Hauptwasserstrang läuft ja da entlang, wo die Schlauchbäder der Wohnungen unter uns liegen. Nun, da steht bei uns die Küchenzeile, denn das einstmals dort vorhandene typisch Berliner Dunkelkammer-Bad wurde durch die Wegnahme der Wände des Ex-Bades und des Ex-Flures zugunsten einer großzügigen Küche-Wohnzimmer-Lösung von fast 40 qm verlegt. Nun überlegt man also, ob es sinnvoller ist, das Bad zurückzuverlegen bzw. in das dahinterliegende Zimmer, derzeit Schlafzimmer, zu verlegen. Nachteil: dieses Zimmer ist deutlich größer als das Bad-Zimmer, man müsste den Boden zugunsten eines Fliesenboden vollständig umbauen. Die zweite Lösung sei, das etwa 10 Jahre alte Bad komplett umzubauen: Wanne auf die andere Raumseite, Toilette und Waschbecken dito, denn dann würde man ein paar Meter Wasserleitung sparen.
Zudem sollen offensichtlich alle Holzdielen aufgenommen werden, um zu schauen, wie die Substanz darunter ist. Wobei meiner Meinung nach „aufnehmen“ gleichbedeutend mit „sollen raus“ ist. Die Dielen sind genagelt und wenn man die tief eingeschlagenen Nägel einmal draußen hat, wird die Diele das auch nicht unbeschadet überstehen.
Kommen wir zur Decke: die soll wohl auch raus und neu gemacht werden, weil für das neue Dachgeschoss noch Eisenträger eingezogen werden sollen. Wir merken jetzt schon, dass die Dielung oben fehlt, denn es wird inzwischen noch schneller kalt.
Der Balkon bekommt einen neuen Estrich, die Abwasserrinne muss auch neu gemacht werden, aber alles nicht so tragisch.
Nach dieser langen Aufzählung fragte ich den Bauleiter, ganz ohne Ironie, ob es nicht preisgünstiger sei, das Haus vollständig neu zu bauen, denn der Charme des Altbaus ist nach diesen Umbaumaßnahmen vollständig dahin. Er antwortete dann auch, dass diese Maßnahmen insgesamt teuerer als der Neubau des Hinterhauses würden, allerdings der Abriss kurz eine echte Option war, von der man dann aber doch aus Zeit- und Kostengründen abgesehen habe.

Armes altes Haus, dir steht eine Menge Ungemach ins Haus und wir ziehen auch noch aus, wo wir dich doch echt gemocht haben!

12
Sep
11

Soulfood – Streuobst-Apfelkuchen

Auf der Rückfahrt aus dem Urlaub wurde kurz im bei den Tanten Halt gemacht und so nebenbei Fallobst „geerntet“, Äpfel in diesem Fall. Der Garten ist riesig und die alten Apfelbäume tragen dieses Jahr sehr gut, allerdings viel zu viel für den Eigenbedarf der Verwandtschaft und da leider niemand die Äpfel in dieser Menge verwerten kann, bleibt viel einfach im Gras liegen. Meine Schwester und ich haben einen ganzen Sack aufgesammelt, dabei immer wieder lachen müssen, weil wir als Kinder dieses auch schon gemacht haben, allerdings ganz und gar nicht freiwillig. Die Abneigung gegen das Fallobstsammeln hat dazu geführt, dass ich jahrelang gar keinen Apfelsaft getrunken habe! Aber das ist lange her und auf dem Heimweg nach Berlin bahnte sich die Idee nach einem sonntäglichen Apfelkuchen ihren Weg.

Zunächst wollte ich ja einen Streuselkuchen backen, dann aber fiel mir noch ein Glas Apfelgelee in die Hände, ebenfalls vom Höxterschen Obst. Die Äpfel sind ja ganz verschiedene Sorten, mit ganz unterschiedlichem Geschmack, vom Jakob Lebel bis zum kleinwüchsigen Cox Orange, ein paar krachsauere Rote Boskoop waren auch dabei. So sollte es eine echte Apfelmischung werden.

Zunächst der Hefeteig:

500g Mehl, doppelgriffiges und ca. 200 g Dinkelmehl, 1 Pckch. Trockenhefe (frische war nach zwei Wochen Absenz nicht vorhanden), 1 Ei, 250 ml Milch, 35 g Zucker, 50g Butter.

Butter schmelzen, Zucker hinzu geben, langsam die Milch einlaufen lassen, so wird die Mischung handwarm und kann zur Mehl-Hefe-Mischung gegeben werden, das Ei findet auch noch Platz. Alles rasch zu einem Teig verarbeiten und einige Minuten auf einer bemehlten Fläche liebevoll kneten. Dann gehen lassen. Gestern war prima Hefeteigwetter: draußen auf dem Balkon bei ordentlicher Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit ging’s dem Teig im Schatten richtig gut. Noch einmal kurz durchkneten und eine weitere Ruhezeit, in der ich den Belag vorbereitete.

Dieser bestand aus ca. 1 kg geschältem und feingeraffeltem Apfel, zwei Handvoll weißer Mandeln, mit der Mandelmühle in feine Scheibchen geschnitten (meine hat einen extra Schacht für sowas) und das Glas Apfelgelee mit etwas Zimt. Letzteres wurde kurz erwärmt, dass es wieder flüssig wurde.

Den Teig auf’s Blech geben, gut ausrollen und noch ein letztes Mal ca. 10 min gehen lassen. In der Zeit den Ofen auf 180°C (Ober- u Unterhitze) vorheizen. Die Äpfelraspel auf dem Teig verteilen und für die ersten 15 min in den Ofen geben. Dann die erwärmte Gelee mit den Mandelplättchen auf den Äpfeln verteilen und noch einmal ca. 30 min im Ofen abbacken.

Mit leicht geschlagener Sahne servieren, am besten noch lauwarm.

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Die geladene Blumengießerin musste weiterhin ihren Rachenkatarrh auskurieren, mal schauen, ob sie nach ihrer Genesung noch etwas abkriegt. Ich glaube ja nicht….

17
Jul
11

Wo die Weser einen großen Bogen macht…

Letztes Wochenende war ich an der Weser unterwegs, Höxter war das Ziel. Wir hatten ein bisschen mehr Zeit als sonst, meine Schwester und ich. Und wir hatten ein Ziel!

Und da der Weg ja bekanntlich das Ziel ist, nahmen wir unseren Weg am Rand entlang des Sollings. Der Weg durch die lichten Buchenwälder von Lüchtringen bis zum Steinkrug, ehemals ein beliebtes Ausflugsziel der Höxteraner Bürger, machte uns lächeln. Sehr lange waren wir hier nicht mehr her gekommen. Ich wollte ein paar Fotos von Höxter und der ehemaligen Reichsabteil Corvey machen, denn so weit ich mich erinnerte, gab es einen wunderbaren Blick ins Wesertal.

Das Auto rollte auf den Parkplatz. Bauarbeiten rund um das etwa 100 Jahre alte Gebäude zeugen davon, dass der neue Besitzer, zum Erstaunen der alten Höxteraner ein Rumäne, hier wieder einen Übernachtungsbetrieb einrichten möchte. Himmelschwimmbadblau ist der Anbau an das Backsteingebäude schon gestrichen, komische Farbe hier.

Aber deswegen waren wir ja nicht hier: der Blick auf Corvey ist schon nicht mehr möglich, denn die Bäume sind inzwischen so hoch, dass man nur noch an wenigen Ecken bis Höxter schauen kann, da wo die Weser einen großen Bogen macht.

Blick auf Höxter, vor langer Zeit

Blick auf Höxter, vor langer Zeit

Blick auf Höxter, Kiliani- (links) und Nicolaikirche (rechts)

Weserbogen zwischen Höxter und Corvey

Weserbogen zwischen Höxter und Corvey

09
Mai
11

Blaue Stunde

Das Frühlingswetter zum gestrigen Tagesausklang glich beinahe einem lauen Sommerabend. So wurde ein leicht gekühlter Rosé aus der Gascogne zum Begleiter bei Kerzenschein und einem leichten Abendessen, welches von einem von Frau evenaars kulinarischen Beiträgen inspiriert war.

So gefällt mir der Himmel über Berlin einmal mehr.

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30
Dez
10

kennt ihr die noch?

Heute schien die Sonne, nun ja, sie schien fast. Immerhin hatte der Wetterbericht für heute noch sehr kaltes, aber gutes Wetter angesagt, so dass ich heute zu einem etwas ausgedehnteren Winterspaziergang aufbrechen wollte. Nun noch etwa so dick wie ein Michelin-Männchen einpacken, den Fotoapparat frostsicher in die Umhängetasche und schon konnte es los gehen.

Oh, es wurden eine Menge ganz unterschiedlicher Impressionen, die ich heute mit nach Hause brachte. Und eine davon fand ich in einem leeren Schaufenster:

Rosetten!

In unserem Kinderzimmer, also dem meiner Schwester und dem meinen, gab es eine Weile einen ganzen Korb davon. Rot, blau, grün, weiß, gelb. Es sind runde Plastikscheiben mit einem Loch in der Mitte und acht Einbuchtungen, an denen man die Rosetten zusammen stecken konnte. Und was haben wir daraus gebaut! Prinzessinnen- und Königinnenkronen, Roboter und Schiffe, je nachdem, wie das aktuelle Thema im Kinderzimmer gerade war.

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Und in diesem Kreuzberger Schaufenster standen sie als „Törtchen“ und „Schubkarren“ oder so… ich musste lachen und rief sofort meine Schwester an und fragte sie, ob sie sich erinnern konnte. Na klar konnte sie!

23
Okt
10

Stutenkerl

Eine meiner liebsten Kindheitserinnerung ist die Vorfreude auf den 6. Dezember, auf den Nikolausmorgen. Damals gab es neben den Kleinigkeiten wie Mandarinen und Nüssen auch den Stutenkerl auf dem Teller. Frisch vom Bäcker, mit der weißen Tonpfeife in den leichten Hefeteig eingebacken, Rosinen als Augen und Knöpfe einer imaginären Jacke. Diese Stutenkerle gab es wirklich nur zum Nikolaustag, nicht vorher, nicht nachher, nur am 6. Dezember.

Nun war ich am Wochenende auf Stippvisite in Kleve und da lagen doch glatt beim Bäcker schon die Stutenkerle in der Auslage, am 23. Oktober! Können die nicht warten, da am Niederrhein?

Na, wenn ich ehrlich bin, konnte ich auch nicht warten und habe welche von den Kerlen käuflich erworben.

Fluffiger Hefeteig, kleine Rosinenaugen, die Pfeife noch ungeraucht...

13
Apr
09

Greifswald im Frühling

Vor drei Wochen verschlug es mich für eine Tagung nach Greifswald. Ich war sehr gespannt auf die alte Hansestadt, die durch ihre Universität und durch Stiftungen so etwas wie eine Frischzellenkur verpasst bekommen hat. Das erste Mal war ich im Sommer 1991 während einer Exkursion während meiner eigenen Studienzeit dort und war mir damals noch nicht so sicher, ob ich die Stadt mögen würde, wohingegen mir Stralsund auf Anhieb gefallen hatte. Mein nächster Besuch sollte knapp 13 Jahre auf sich warten lassen, genügend Zeit, sich ordentlich zu verändern, das galt für die Stadt als auch für mich selber. Meine Überraschung war groß, denn die Bebauung am Markt hatte sich ordentlich herausgeputzt, allenthalben war Betrieb in den Gassen und Straßen der Stadt, viele Studenten belebten die Cafés. Viel Zeit hatte ich damals nicht. Nun sollte ich für drei Tage in Greifswald sein, abgesehen von Vorträgen und Abendempfängen würde mir genügend Zeit zum Schauen und Wiederfinden übrig sein. Weiterlesen ‚Greifswald im Frühling‘

27
Nov
08

Ein wahrhaftes Erinnerungsengramm!

18.10.2007
Als ich gestern auf radio-eins die Geschichte von „Container Love“ von Philipp Boa hörte, musste ich sofort an den „Keller“ denken. Das liegt daran, dass mein Gehirn sehr assoziativ aufgebaut zu sein scheint und ich mit dem Lied die Dunkelheit und den Dekorauch der Diskothek meiner ostwestfälischen Heimatstadt verbinde. Weiterlesen ‚Ein wahrhaftes Erinnerungsengramm!‘




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