Posts Tagged ‘elegische Landpartien



07
Sept
11

Eine Tür in Hulst

Derzeit weile ich in den südlichen Niederlanden und fröne meiner Leidenschaft für alte und schöne Türen. Auf meiner ewigen Besten-Liste wird dieser Türklopfer einen echten Ehrenplatz bekommen!

Hulst, Steenstraat 30, Niederlande…

Glücklich sieht anders aus..

Glücklich sieht anders aus..

29
Jul
11

Spiegelbilder

Die Landpartie entlang der Tollense war manchmal sogar doppelt so schön wie bei Niedrigwasser!

Kuh mal zwei

Kuh mal zwei

Kuhblume mal zwei

Kuhblume mal zwei

29
Jul
11

Wasserstandsmeldungen

Bei einem Blick aus dem Fenster in den grauen Regenhimmel fühlt frau sich ja derzeit eher zu einem Gang zum Sofa verführt, angetan mit kuscheliger Decke, Heißgetränk, einer Schale schmackhaften Gebäcks und einem Schundroman. Aber nein! Ich beschloss an meinem freien Tag, mich endlich einmal wieder auf eine elegische Landpartie szu begeben: ich wollte eine Freundin treffen, die im Mecklenburgischen zur Zeit urlaubt und dort auch sonst nur vom Sofa verführt werden könnte. Wir verabredeten uns bei Altentreptow nördlich von Neubrandenburg zum Abstieg ins Tollensetal. Nein, nein, es handelt sich dabei nicht um ein Bergabenteuer!

Leider hatten wir, wie so vieles in diesem Sommer, die Rechnung ohne das Regenwetter gemacht. Aber getreu dem alten Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung!“ waren wir natürlich trotzdem unterwegs. Die Tollense, das kleine Flüsschen war kaum noch als solches erkennbar, denn die Regenmengen hatten inzwischen zu ordentlichen Überschwemmungen im Urstromtal geführt. So konnten wir eher nur raten, wo denn der Fluss bei „Normalwasserstand“ verläuft. Aber schön war sie trotzdem, unsere Landpartie!

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Und dann war da noch jenes Gefährt in Bootsform: Es darf geraten werden, was das ist/was es macht….

17
Jul
11

Wo die Weser einen großen Bogen macht…

Letztes Wochenende war ich an der Weser unterwegs, Höxter war das Ziel. Wir hatten ein bisschen mehr Zeit als sonst, meine Schwester und ich. Und wir hatten ein Ziel!

Und da der Weg ja bekanntlich das Ziel ist, nahmen wir unseren Weg am Rand entlang des Sollings. Der Weg durch die lichten Buchenwälder von Lüchtringen bis zum Steinkrug, ehemals ein beliebtes Ausflugsziel der Höxteraner Bürger, machte uns lächeln. Sehr lange waren wir hier nicht mehr her gekommen. Ich wollte ein paar Fotos von Höxter und der ehemaligen Reichsabteil Corvey machen, denn so weit ich mich erinnerte, gab es einen wunderbaren Blick ins Wesertal.

Das Auto rollte auf den Parkplatz. Bauarbeiten rund um das etwa 100 Jahre alte Gebäude zeugen davon, dass der neue Besitzer, zum Erstaunen der alten Höxteraner ein Rumäne, hier wieder einen Übernachtungsbetrieb einrichten möchte. Himmelschwimmbadblau ist der Anbau an das Backsteingebäude schon gestrichen, komische Farbe hier.

Aber deswegen waren wir ja nicht hier: der Blick auf Corvey ist schon nicht mehr möglich, denn die Bäume sind inzwischen so hoch, dass man nur noch an wenigen Ecken bis Höxter schauen kann, da wo die Weser einen großen Bogen macht.

Blick auf Höxter, vor langer Zeit

Blick auf Höxter, vor langer Zeit

Blick auf Höxter, Kiliani- (links) und Nicolaikirche (rechts)

Weserbogen zwischen Höxter und Corvey

Weserbogen zwischen Höxter und Corvey

26
Jun
11

Edinburgh – The Scotch Malt Whisky Society

Um es gleich vorweg zu sagen: ich traue mich kaum, überhaupt etwas über das schottische „Wasser des Lebens“ zu schreiben, denn ich kann nur wenige der vielen Geschmacksnuancen unterscheiden. Mein Urteil bleibt bei „schmeckt mir“ oder „naja, ist nicht so mein Ding“. Wahrscheinlich liegt das aber an der mangelden Übung, soweit zu meiner Entschuldigung. Dennoch habe ich etwas geübt während meiner fünf Tage in den Landen nördlichen des Hadrianswalls. Leider kann ich mir auch kaum die Namen merken, wenn ich nur die wunderbare goldene Flüssigkeit im Glas sehe, die in der Regel nur ein „wönziger Schlock“ ist, nicht aber die Flasche samt Etikett dazu. Immerhin kann ich berichten, dass ich das Verkosten der Ardbeg Supernova mit 60% Alkohol (mit Wasser unwesentlich verlängert) und einem supertorfigen Aroma durchaus zu schätzen wusste. Sehr zur Überraschung meiner Begleitung, die mich wohl ernsthaft testen wollte und auf den Restinhalt meines Glases spekuliert hatte.
Nun denn, heraus aus dem Pub, hinein in einen echten Club. Die Scotch Malt Whisky Society in Edinburgh ist nur Mitgliedern geöffnet, die Mitgliedschaft kann für 100 GPL/110€ jährlich erworben werden. Da meine Gastgeber Mitglieder sind, konnte ich mit ihnen einen Sonntagabend ebenda verbringen. Zunächst wurde unsere Plaudereien von Livemusik untermalt, etwas laut, aber gut, bluesig. An dem Sonntagabend war nicht sehr viel los im Club, an Freitags- und Samstagabenden müsse man schon reservieren, sagten die beiden. Richensarote Wände, perfektes Ambiente für mich! Die Whisky-Karte zeigte eine große Auswahl aus verschiedenen Regionen Highlands, Islay, von den Inseln und aus den Lowlands. Aber: keine Namen, nur eine ausführliche Beschreibung des Geschmackes und der Preis. Tja, was soll ich sagen: ich hatte 6.90, aber außer Highlands weiss ich nichts über seine Herkunft. Sherry, nussig-malzig, ein Hauch von Vanille, sehr lecker. Ich bin bei der 6.90 auch noch weiter geblieben, noch unter 5 Pfund das Gläschen.
Speisen kann man im Club auch, die Karte ist sehr klein, dafür wird frisch aufgekocht. Wenn ein Gericht „aus“ ist, ist die Karte noch kürzer. Neben dem Probieren von Whisky hatte ich mir auch vorgenommen, Haggis, das berühmte schottische Schafsmagen-mit-Innereien-Gericht, zu probieren. Hier standen die Sterne gut dafür: auf der Karte stand mit Haggis gefüllte Hähnchenbrust mit grünem Spargel und Kartoffeln. No risk, no fun, ich bestellte. Und ehrlich gesagt, schmeckte es nicht viel exotischer als das Möppkenbrot aus dem Münsterland oder sonstigen norddeutsche Grützwürste. Das Haggis war gut gewürzt, nur die Zusammenstellung mit grünem Spargel war ungewöhnlich. Insgesamt eine schmackhafte, kräftige Mahlzeit, zu der der Whisky nachher wieder ganz gut passte.
Zum Schluss des Abends durfte der Karteninhaber einen Whisky zu 21.95 Pfund probieren, wir durften auch nippen, mir persönlich war er zu spritig.

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20
Jun
11

Edinburgh im Sonnenschein

Die Wochen eilen dahin und ich muss einmal wieder gestehen, dass ich sträflicherweise wenig bis gar nichts hier geschrieben habe. Gestern wurde ich sogar mit einer Mail ermahnt, nicht so schreibfaul zu sein.

Dies mag ich ja kaum auf mir sitzen lassen, so dass ich gesenkten Hauptes heute an meine Tour nach Schottland zurück denke und gleich die passenden Bilder heraussuchen werde.

Als ich am 2. Juni nach Edinburgh flog, war ich auf kühles, wolkenverhangenes Wetter in der schottischen Metropole gefasst, umso mehr, als ich in Berlin bei bestem Wetter gestartet war, immer entlang der A2 den Weg gen Westen verfolgen konnte, bis irgendwann nur noch der Kanal, dann die Nordsee unter mir dahin zog. Mein Billigflieger mit dem Charme eines Berliner Linienbusses bog nach Norden ab, immer entlang der englischen Ostküste, die nur wenig von kleinen Wölkchen umschwärmt war, so dass ich wieder beste Aussichten genoss und mich einmal mehr ärgerte, kein Kartenmaterial zum Abgleich mit der dahinziehenden Landschaft dabei zu haben. Schließlich sagte der Pilot uns an, dass wir nun demnächst über Newcastle upon Tyne ins Inland schwenken und bald in Edinburgh landen würden. Wir flogen über Wald- und Moorgebiete, dann plötzlich zog sich ein dichter grauer Wolkenvorhang zwischen mich und die schottischen Lowlands. Als der Sinkflug begann, hingen wir in grauem Gewölk, naja, etwas anderes hatte ich für meinen ersten Ausflug nach Schottland ja auch nicht erwartet. Schließlich stieß das Flugzeug durch die Wolken nach unten, wir umflogen fünf Golfplätze und schon war der Flughafen da.

Kaum 20 Minuten später, bereits mit meinem Gepäck und Bargeld mit einer jungen Queen Elizabeth II. ausgestattet, rollte ich im Schnellbus in die Innenstadt, wo mich meine Gastgeberin am Busbahnhof schon erwartete. Etwa 15 Minuten Fußweg lag vor uns, über die hügelige Innenstadt Edinburghs. Inzwischen war ich froh, dass es nicht besonders warm war, denn im Koffer befanden sich ja als Gastgeschenk 2 kg besten Beelitzer Spargels, was am Schönfelder Flughafen bei der Sicherheitsdurchleuchtung bereits für Heiterkeit gesorgt hatte. Dazu hatte ich noch das Netbook umgehängt und eine kleine Fotoausrüstung.

Reiterstandbild, unterhalb der Pferdehufe herrscht Parkverbot

Nach einer kleinen Erfrischung in der gastlichen Unterkunft machten wir uns wieder auf in die Innenstadt, schließlich war ich ja nicht zum Vergnügen in der Stadt. Inzwischen hatten sich alle schottischen Wolken irgendwo in die Highlands zurück gezogen und nur noch strahlend blauen Himmel samt Temperaturen um die 22°C zurück gelassen. Jeder in Edinburgh, der irgendwie die Möglichkeit hatte, sich ins Freie zu begeben, tat ebendies und nach kurzer Zeit errötete so manches Gesicht, so manches Dekolleté oder die muskelbepackten Oberarme. Meine Gastgeberin erklärte mir, dass jeder in Schottland so lange wie irgend möglich die Sonne genieße, da der Himmelskörper ohne Wolken so selten zu sehen sei. Mir war es fast zu warm, war ich doch auf schottisches Wetter in jeder Hinsicht eingestellt, nur nicht auf dieses wunderbar frühsommerliche.

Auf der Royal Mile, der Straße, die zum Edinburgh Castle hinauf führt, standen schon die Vorboten der Touristensaison: die Dudelsackbläser mit schallreduzierten Dudelsäcken. Im Juli und August stehen sie alle paar Meter mit dem quäkigen Instrument, was den Anwohnern inzwischen ziemlich auf die Nerven zu gehen scheint. So hat sich die Stadtverwaltung eine Vorschrift ersonnen, dass der Dudelsack nicht in voller Klangpracht erklingen darf. Nichtsdestotrotz braucht es sicherlich ein entspanntes Verhältnis zum Nationalmusikinstrument, um den Sommer in der Edinburgher Innenstadt akustisch gut zu überstehen.

Dudelsack, schallreduziert

Dudelsack, schallreduziert

Bitte ein Pfund...

Bitte ein Pfund...

 

25
Apr
11

Landpartie in der Rühler Schweiz

Die Rühler Schweiz liegt ziemlich weit von der echten Schweiz entfernt, etwas stromaufwärts von Bodenwerder, quasi im Hinterland der Münchhausenstadt. Woher die Bezeichnung „Rühler Schweiz“ stammt, weiss ich nicht, aber mit ihren reizvollen kleinen Straßen, die sich in Haarnadelkurven bis auf die Höhen des Voglers schrauben, kann man fast erahnen, wie der Name zustande kam.
Jetzt, wo die Obstbäume, besonders die Kirschbäume blühen, ist die beste Zeit für einen Abstecher hierher. Ich durfte diese Straßen während meines Fahrunterrichtes vor vielen Jahren das erste Mal selber „erfahren“: Nachtfahrt bei Wesernebel! Wir kamen nur in gefühltem Schritttempo voran und als wir irgendwann wieder in Höxter ankamen, musste der Fahrlehrer meine festgekrallten Finger mit Gewalt vom Lenkrad lösen.

Aber von derartigem Wetter war heute nichts zu merken, die Bäume blühten und es duftete einfach himmlich nach Honig und Frühling. Ich und mein Fotoapparat enthüpften meiner Schwester aus dem Auto. Sie war sehr geduldig mit mir und stellte das Auto an einem Feldweg hinter einer dieser steilen Kehren ab. Wir hielten Nase und Fotoapparate in die Luft und genossen einfach. Natürlich musste ich auf Fotogründen noch ein Stück die Straße wieder hinunterlaufen, aber ich wurde wieder eingefangen. Da stand ich nun, fotografierte und hörte aus einiger Entfernung das sanfte Muhen brauner Kühe zu uns herüberwehen. Wenn das nicht schweizerisch ist??

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05
Apr
11

Marienmünster und die Passionisten

Zu einer Geburtstagsfeier der Familie wurden wir nach Marienmünster in den Abteikrug gebeten. Ich war schon lange nicht mehr dort gewesen, zuletzt wahrscheinlich bei der Hochzeit meiner Cousine dritten Grades Susanne mit Karl, genannt Charly, irgendwann Mitte der 1980er. Die Ehe ist inzwischen geschieden…
Aber zurück zur Abtei: Die Abtei Marienmünser wurde zunächst als Benediktinerniederlassung im 12. Jahrhundert von Widekind I. Graf von Schwalenberg und seiner Frau als fromme Sühne gestiftet. Und damit sie es zum Büßen und Sühnen nicht so weit hatten, wurde es fast in Sichtweite ihrer Stammburg, der Oldenburg in Oldendorf errichtet. Letztere ist übrigens als mächtiger Bergfried, leider mit einem fiesen Setzungsriss auf einer eindrucksvollen Hügelanlage mit zwei Wallsystemen kaum 2 km weiter nordöstlich der Abtei erhalten. (Anmerkung an mich selbst: Mach mal eine Fototour mit Oldenburg, Fürstenberg innen, Tonenburg, Beverungern, alles gut erhaltene Burganlagen).
Es kam, wie es kommen musste, da im Bermudadreieck der verschiedenen Herrschaften der Schwalenberger, der Lipper, der Reichsabtei Corvey an der Weser und den Paderborner Bischöfen: die Kleinkriege des 13. Jahrhunderts gingen auch hier nicht spurlos ins Land, das Kloster erlebte einen Niedergang, auch der Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert tat sein Übriges. Danach erlebte die Kirche eine recht radikale Umbauerei, von der dreischiffigen spätromanischen Basilika (mit Westwerk und Vierungsturm) in eine Hallenkirche mit regionaltypisch gefärbtem Barock (vulgo: Paderborner Bauernbarock). Im 19. Jahrhundert wurden Teile der Turmanlage wieder neoromanisiert, da die Kirche wieder etwas mehr nach 1150 aussehen sollte. Die Benediktinier und wohl auch Augustiner-Chorherren sind einmal hier zuhause gewesen, nach 1803 wurde das Kloster säkularisiert und preußischer Landesbesitz.

Seit 1967 wird das Kloster wieder von einigen Mönchen „belebt“. Sie gehören einer Kongregation an, die sich erst im 18. Jahrhundert bildete, eine typische Erscheinung der Gegenreformation, die noch andere, abstrus strenge Orden hervorbrachte. Ich erinnere mich gerade an die „Rosa Schwestern“ in Bad Driburg, Verzeihung, ich schweife ab. Also, die Passionisten haben sich besonders der Verehrung des Leidens Jesu Christi verschrieben. Ihnen ist per Regel die Armut, die Keuschheit und der Gehorsam, aber auch eine starke missionarische Arbeit auferlegt. Meine Verwandtschaft wusste nicht so genau, wie viele Mönche denn im Kloster leben, vier oder fünf möchten es wohl sein, sagte die eine Tante. 

Was mich aber wirklich erheitert hat, ist die Tatsache, dass einer der passionierten Brüder 1997 Schützenkönig in Vörden war!

Auf den Bildern im Abteikrug deutlich zu erkennen, habe ich dann recherchiert.

Noch ein kleiner Ausflug in die ostwestfälische Seele: das Schützenfest ist im Prinzip der Höhepunkt des Jahres in Ostwestfalen. Jeder Ort, wie klein er auch sein mag, hält eines ab. Meistens ist vorher schon abgemacht, wer dieses Jahr beim Schießen die Scheibe trifft, denn so ein Schützenkönig muss während seiner Regentschaft in der Regel eine Menge Getränkerunden ausgeben. Und darauf wird über Jahre gespart, auch für die überaus kleidsamen Roben der Damen. Ab einer bestimmten Einwohnergröße (und damit auch Rundengröße beim Ausgeben) ist die zugehörige Schützenkönigin nämlich nicht mehr die Gattin, sonder eine andere Dame mit Angespartem. Wie aber „Armut, Keuschheit und Gehorsam“ in die Untiefen eines Schützenfestes passen, weiß ich nicht. Muss ich aber auch nicht….

Zurück zur Kirche und dem Paderborner Bauernbarock: es erinnert mich in der Ausstattung stark an Corvey, die vielen Engelchen, die teilweise anatomisch recht komisch wirken, die farbige Ausmalung von viel Holz anstelle von echtem buntem Marmor, die filigran wie ein Spitzendeckchen gestalteten Chorgitter. Und an einen ordentlichen Teufel wurde auch gedacht!

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06
Mär
11

Landpartie an die Oder: Lebus

Der Wetterbericht versprach Sonnenschein, nur an der Oder solle ein scharfer Wind von Norden wehen. Also wurde bei der Planung die Zuladung von Mützen, Schals und Handschuhen noch berücksichtigt, bevor es morgens kurz nach zehn gen Osten ging: auf an die Oder!
Das erste Ziel war Lebus, der kleine Ort nördlich von Frankfurt/O. Heute ein verträumtes Landstädtchen im Osten Brandenburgs, hart an der Grenze zu Polen, im Mittelalter aber so etwas wie das Oberzentrum seiner Region mit Burg- und zeitweise sogar Bistumssitz. Die Burg ist etwa seit Ende des 10. Jahrhunderts belegt, geistliches Zentrum mit einer Domkirche war Lebus spätestens seit 1133. Wer Lebus kontrollierte, war auch Herr über die Handelswege entlang der Oder und derjenigen, die hier den Fluss querten. So entstand neben dem Verwaltungszentrum auf dem Berg auch eine Kiezsiedlung als „Unterstadt“ am Wasser. Wie kaum anders zu erwarten, fanden seit Beginn des 13. Jahrhunderts mehrfach heftige Kämpfe um die Vormachtstellung im Lebuser Land statt, in deren Verlauf Burg und Bischofskirche zerstört wurden. Archäologische Untersuchungen bei Bauprojekten auf dem Berg und unten in der „Unterstadt“ deuten auf diese wechselvolle Geschichte hin.
Heute schien aber nur die Sonne in dem zur Mittagszeit ausgestorben wirkenden Ort, die Oder floss gemächlich dahin, immer noch mit hohem Wasserstand und dicken Eispanzern an den Ufern, hüben wie drüben. Mütze und Handschuhe, aber auch die Sonnenbrille waren gut gegen den Nordwind.

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Zur weiteren Information: M. Aufleger/S. Eickhoff/G. Wetzel (Hrsg.), Frankfurt an der Oder und das Land Lebus. Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 45 (Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2005).
Viele Einzelbeiträge, wirklich gut geeignet für die Landpartie hinterm Oderdeich!

23
Okt
10

Stutenkerl

Eine meiner liebsten Kindheitserinnerung ist die Vorfreude auf den 6. Dezember, auf den Nikolausmorgen. Damals gab es neben den Kleinigkeiten wie Mandarinen und Nüssen auch den Stutenkerl auf dem Teller. Frisch vom Bäcker, mit der weißen Tonpfeife in den leichten Hefeteig eingebacken, Rosinen als Augen und Knöpfe einer imaginären Jacke. Diese Stutenkerle gab es wirklich nur zum Nikolaustag, nicht vorher, nicht nachher, nur am 6. Dezember.

Nun war ich am Wochenende auf Stippvisite in Kleve und da lagen doch glatt beim Bäcker schon die Stutenkerle in der Auslage, am 23. Oktober! Können die nicht warten, da am Niederrhein?

Na, wenn ich ehrlich bin, konnte ich auch nicht warten und habe welche von den Kerlen käuflich erworben.

Fluffiger Hefeteig, kleine Rosinenaugen, die Pfeife noch ungeraucht...




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