Posts Tagged ‘elegiac hayride

07
Apr
17

Brandenburgisches Wiedersehen

Demnächst gibt es wieder mehr Bilder aus den unendlichen Weiten Brandenburgs.
Ein paar erste Impressionen aus der Nähe von Luckau: blühende Bäume und Büsche auf der einen Seite und dann der Keilerkopf auf der anderen Seite, im Kornfeld verborgen. Der Rest fehlt, sicherlich ist der eine oder andere Braten oder ein paar Würste daraus entstanden.

Von weitem blumig…


… von Nahem blutig…

20
Nov
16

Wiener Impressionen 2016

November ist ja nicht die perfekte Reisezeit, aber nach ich bin in dem Monat gerne ein paar Tage in Wien, denn dort findet dann eine Tagung statt, an der ich sehr gerne teilnehme. Leider bleibt kaum Zeit zum Bummeln und in den kleinen Geschäften zu stöbern, aber auch dieses Mal habe ich mir ein paar Stunden nach dem letzten workshop gegönnt. Oder da der Tagungsort direkt am Rande des 1. Bezirks liegt, kann man auch mal fix nach dem letzten Vortrag und vor dem Abendempfang auf einen kleinen Spaziergang losziehen.


Leider war das Wetter nicht besonders toll, Regen am ersten Tag, am zweiten Tag feuchter Nebel und am dritten Tag Hochnebel und erst kurz vor dem Aufbruch zum Flughafen blauer Himmel mit Sonnenuntergang. Aber als Stimmungsaufheller, ganz legal und nicht verschreibungspflichtig, darf es dann auch mal im Caféhaus Eiles ein Punschkrapferl sein. Eines reicht mir aber pro Jahr, denn die sind ja doch krachsüß.
Für mich war das museuale Highlight bei diesem Besuch die Virgilkapelle, eine unterirdische Kapelle direkt vor dem Stefansdom, eine Außenstelle des Wien Museums, in die man vom U-Bahn-Eingang vor dem Stefansdom gelangt. Sie wurde 1972 bei den Bauarbeiten für die U-Bahn entdeckt und ausgegraben und nach einigen Jahren der Restaurierung seit letztem Winter wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Mir hat besonders die tolle Aufbereitung im Audio- und Videoguide gefallen sowie die kleine Ausstellung zur Stadtgeschichte, viel Medien, aber gut gemacht.

Hinter die Kulissen im Naturhistorischen Museum durfte ich auch einmal wieder schauen, dem Naschmarkt habe ich nur einen Abstecher am Rand abgestattet, die agressiven Angeboten waren mir zuviel. Statt dessen habe ich fast zwei Stunden in einem kleinen Café einfach nur Tee getrunken und zugeschaut, wie der Himmel langsam blau wurde. Die Weihnachtsmärkte habe ich außen vor gelassen.

22
Sep
16

Lichtspiele

Die Provence ist in meiner Vorstellung nicht unbgedingt das Land der Regenbogen, aber dieses Mal habe ich gleich an drei Tagen so abgeschnittene Teilregenbogen gesehen.
So auch gestern abend einen in zwei Teilen, als ich den indirekten Sonnenuntergang auf der Bank mit dem Blick nach Osten/Nordosten verfolgte. Da das Haus und der Hügelrücken hier dem gepflegten Sonnenuntergangspotting im Weg stehen, schaue ich mir halt bei Gelegenheit dessen Widerschein an. Und morgens natürlich die Vorboten des Sonnenaufgangs. Und gestern eben diese Lichtspiele mit Bonusmaterial.
Eigentlich saß ich vor dem Haus unter der Linde und las ein wenig, als ich dieses goldene Licht bemerkte, der Sonnenuntergang kündigte sich spektakulärer als sonst an. Auf der anderen Seite der Durance, Richtung Plateau von Valensole hatte bereits Nachmittags der Regen eingesetzt, der aber nicht bis zu uns herüberkam, allerdings die Hügel und das Vorgebirge in Unsichtbarkeit hüllte. Aber hier in Forcalquer hatten wir güldenes Licht. Den Regenbogen zu meiner Linken bemerkte ich zunächst auch gar nicht, dann musste ich eine Weile suchen, bis ich sein unauffälliges Pendant viel weiter rechts von mir sah, sehr schwach…


Währenddessen rutschte die Sonne immer weiter nach unten zum Horzizont und auch ihr Widerschein veränderte sich. Und so verwandelte sich das Licht von golden zu rotgolden, zu richensarot und dann zu einem undefinierbaren grauviolett, als das Licht dann für diesen Tag endgültig verschwand und die Schatten über die Hügel gezogen waren. Auch der Regenbogenstumpf blieb noch einen winzigen Moment zu sehen, dann hatte auch er sich „dünne“ gemacht.

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21
Sep
16

Zartviolette Flora

Heute gibt es mal etwas „Flora“ zur Abwechslung.
Schon in der letzten Woche bin ich an einem Feld voller hellvioletter blühender Pflanzen vorbeigekommen. Und nachdem ich an einem der ersten Tag hier in der Region auch einen Hof gesehen habe, der neben Biogemüse und Olivenöl auch Safran der Provence anpries, bin ich stillschweigend davon ausgegangen, dass es sich um Herbstkrokusse handelte.
Auch heute sah ich sie im Hinterland der Gorge du Verdon, als wir durch die lichten Eichenwälder voller krüppliger, aber tapferer Bäume unterwegs waren. Die Hänge lagen im Sonnenlicht, es duftete unvergleichlich nach Kräutern, Laub und sonnenglühenden Felsen. Ein paar Handvoll Rosmarin hier, einige Stengel wildem Lavendel da, Thymian und sogar Minze habe ich heute gesammelt, gemischt wird aber nicht.
Auf einer Wiese bei einer leider verschlossenen Kapelle blühte es wieder zuhauf in zartem Lila. Da ich mir nicht sicher war, ob es sich um Herbstkrokusse oder eben Herbstzeitlose handelte, habe ich nur mit der Kamera „draufgehalten“.
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Nun, wo ich recherchieren kann, ist das Ergebnis eindeutig: Herbstzeitlose!
Die Ähnlichkeit zu Safrankrokussen scheint recht hoch zu sein, wo der Safrankrokus drei Staubblätter hat, weist die Herbstzeitlose sechs auf. Die Blätter der Herbstzeitlosen sind nur im Frühling zu sehen, nicht aber zur Blüte im Herbst, dafür ähneln die Blätter dem Bärlauch und aber auch den ebenfalls giftigen Maiglöckchen.
Drum Vorsicht mit dem spontanen Entschluss, in’s Safrangeschäft einsteigen zu wollen.

20
Sep
16

Wilde Tiere!

Herrschaft! Ist das hier aufregend!
Vor zwei Jahren brachte uns das Geraschel im Unterholz in’s Grübeln (wilde Schildkröte), heute das Quaken aus dem Baum über uns, dann aus dem Bambus am Rande unseres Sitzplates.
Wir haben unsere ganze Ausrüstung und unsere wissenschaftliche Neugier aufgefahren, um auch dieses tierische Rätsel zu lösen.
Es sind Laubfrösche, die hier quaken, mindestens zwei. Und einen konnten wir in einer spektakulären Fotoaktion auf die Speicherkarte bannen.
Aber sehen Sie selbst!

Suchbild als Schattenriss - Tip: Elegantes Bein!

Suchbild als Schattenriss – Tip: Elegantes Bein!


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Da guckt er, der Frosch!

Da guckt er, der Frosch!

20
Sep
16

Stadt – Land – Fluss

Der geneigte Leser hat sicher schon mitbekommen, dass wir hier Ferien auf dem Land machen. Forcalquier ist zwar ein kleines Städtchen mit etwa 5000 Einwohnern, aber eben auch Land. Unsere Unterkunft liegt außerhalb der Stadt und ist als „Gîte rural“, als „ländliche Unterkuft“ bezeichnet. Das trifft es ziemlich genau, denn wenn man hier abends vor dem Häuschen sitzt, welches zu einem um einen Hof gruppierten kleinen ehemaligen Bauernhof gehört, dann ist es ziemlich still. Nicht ganz, denn man hört manchmal die Nachbarin plaudern oder die Bienen summen, die Spatzen in Banden um die Bäume flitzen oder den stolzen Rotschwanz oben auf dem Schornstein vom Nachbarhaus singen. Manchmal meckert auch die Katze rum und – fast vergessen – habe ich am Samstag nachmittag den anderen Nachbarn kreissägen gehört, ach, und manchmal hört man auch die Esel auf der Weide ihr freudiges I-Ah (provenzalisch natürlich, sie mögen kein Hochsprachliches Eselisch). Morgens schaut man dem Sonnenaufgang zu und abends die Lichtspiele vom Sonnenuntergang, den man hier nicht sieht, denn der kommt von hinter dem Hügel wech.

Kurz vor dem Sonnenaufgang

Kurz vor dem Sonnenaufgang


So sitzen wir hier abends, trinken unseren Pastis vor dem Essen, das zumeist aus schmackhaftesten, da reifen Tomaten aller Farben und Formen mit ein wenig Salz und Pfeffer und lokalem Olivenöl besteht, mit ein wenig Brot vom Bäcker und hinterher oder dazu mit Ziegen- und Schafskäsen, Entschleunigung pur.
Aber heute waren wir spontan in der Stadt, der Provinzhauptstadt sozusagen, in Aix-en-Provence oder Aix, wie man hier sagt, weil man ja weiß, dass man in der Provence ist.
Verkehr, Kreisel und die Suche nach einem Parkplatz, enges Parkhaus, so fing der Stadtrundgang an. Inzwischen ist es unser 4. Besuch in Aix, dieses Mal waren wir das erste Mal alleine da. 2008 mit Anke, 2012 und 2014 haben wir meinen „kleinen Bruder“ aus Schüleraustauschzeiten getroffen, der hier einige Jahre verbracht hat und inzwischen als waschechter Nordfranzose froh ist, wieder in der Nähe von Lille zu wohnen („Bienvenue chez les Schties“ verkehrt herum). Und heute alleine! Wir sind durch die Straßen geschlendert und haben geschaut. Wer in der Innenstadt zu tun hat, ist entweder irgendwie mit der Universität verbandelt (Student, Prof oder Verwaltungsangestellte/r) oder hat eine gut gehende Kanzlei/Praxis. Der Rest der Flaneuere sind Touristen oder Leute, die an einem Dienstagnachmittag sonst nichts vorhaben, aber genügend Geld, um in den zahlreichen hochpreisigen Boutiquen einzukaufen.
In den Stadtpaläste der Renaissance-, Barockzeit und des 18. Jahrhunderts spiegeln die Hoch-Zeit von Aix wieder, als zwar die Provence nicht mehr eigenständig, aber mit Sitz des Bistums und des (abhängigen) Regionalparlamentes bis zur Französischen Revolution bedeutender als Marseille war. Die Universität ist eine der ältesten Frankreichs (gegründet 1409), wichtige Institute befinden sich bis heute in der Innenstadt.
Am Place de la Mairie ließen wir uns in einem Café nieder und tranken einen mittelmäßigen petit café und ließen die Blicke wieder schweifen. Nach kurzer Zeit setzte sich ein Mitglied der „jeunesse dorée“ aka Kind reicher Eltern mit seinem Beagle (Vorsicht: das wird der neue Modehund!) an den Tisch neben uns und verursachte bei uns Heiterkeitsausbrüche mit seiner so offensichtlich plakativen Lektüre eines antiquarischen Exemplars von Nabokovs „Lolita“, immer wieder durch intensiven Wischtelefongebrauch unterbrochen.

Bald hatten wir genug von der Stadt und reisten entlang der Durance (Fluss) zurück in die Ruhe auf dem Bauernhof.

Nun fragen wir uns nur noch, ob Frösche/Kröten auf Bäume klettern, denn das Gequake eben kam eindeutig von oben.
Nachtrag: Sie können, besonders, wenn sie Laubfrösche sind!
(Fotos im nächsten Exklusivbeitrag!)

17
Sep
16

Der Garten des Château Val Joanis

Etwas außerhalb von Pertuis liegt ein wahrer Schatz versteckt. Inmitten von Weinbergen und Olivenhainen fährt man von der D 973 hinter dem Schild auf die kleine Privatstraße ab, welches das Château Val Joanis ankündigt. Der Begriff „Château“ bedeutet hier weniger „Schloss“, sondern mitunter einfach „Weingut“.
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Hinter diesem Weingut verbirgt sich jedoch eine lange Geschichte. Der heutige Betrieb lässt sich offensichtlich bis in die Römerzeit zurückverfolgen, als hier eine villa rustica, ein römisches Landgut stand und sicherlich auch schon Wein angebaut wurde.
Ob das heutige Gut durchgehend bewirtschaftet wurde, ist unbekannt, allerdings ist spätestens ab 1567 bis in das 17. Jahrhundert die Familie Arnaud als Besitzer bekannt.
1730 wurde der Generalvertreter des französischen Königs in der Provence, Jean de Joanis, neuer Besitzer und ließ die Gebäude um 1754 erneuern.
Diese Gebäude aus dem 18. Jahrhundert sind noch gut erhalten, aber nicht zugänglich, da die heutigen Besitzer, Familie Chancel, Privates und Berufliches zu trennen wissen.
Neben dem Wein teilen sie aber doch etwas Wunderbares mit Besuchern: den Garten, den Cécile Chancel ab 1978 durch den Gartenarchitekten Tobbie Loup de Viane anlegen ließ. Und man sieht, wieviel Arbeit diese Art Garten macht!
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An die barocken Gärten des 18. Jahrhunderts erinnern einerseits die exakt geschnittenen Hecken und gestutzten Buxbäume, Eiben und Zypressen, aber auch der Teil Nutzgarten, der zur Selbstversorgung diente. In drei Terrassen ist der Garten am leicht abschüssigen Hang angelegt, der Gemüse- und Heilpflanzengarten, der Rosen- und Blumengarten auf der mittleren und auf der unteren der Arten, die an Griechenland erinnern sollen (das habe ich dem wikipedia-Artikel entnommen, denn es ist mir nicht aufgefallen).


Die immer noch blühenden Pflanzen bieten so auch ein Zuhause für allerlei Insekten, von der gemeinen Biene und Hummel über Schmetterlinge bis hin zum für mich exotischen Taubenschwänzchen und zur Holzbiene.

Die Terrassen werden über einen grün überwachsenen Laubengang verbunden, der im Sommer auch blüht, den Kletterrosen und Clematis sei Dank. Jetzt gab es dafür Hagebutten in kräftigen Rottönen.
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Und da in Frankreich alles eine Auszeichnung nach einem erfolgreich absolvierten Wettbewerb bekommt, ist der Garten natürlich seit 2005 mit dem Prädikat „jardin remarquable“ versehen, 2008 war er „Garten des Jahres“.

Der Garten ist von April bis Oktober geöffnet, der Eintritt beträgt grundsätzlich 3 €, diese werden beim Kauf von Wein erstattet. Leider packen sie einem die fleißigen Gärtner nicht mit ein, zumindest nicht bei unserem Einkauf.




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