Posts Tagged ‘Desenberg

20
Jul
12

Desenberg und seine Burg

Auf unserer Weiterfahrt zwischen Warburg und Trendelburg umrundeten wir am Südrand der Warburger Börde den Desenberg, der wie ein Zeugenberg aus der Zeit aktiver Vulkane in der Gegend steht.
Vor mehr als 10 Jahren war ich auch einmal oben auf der Burg, zusammen mit Freunden und meinem damals kleinen Neffen erkundeten wir die Ruine. Der Neffe hatte damals ein Faible für Ritter und war „stilecht“ mit einem Hörnerhelm aus Plastik ausgestattet. Der größte Spaß war das Zeichnen einer Schatzkarte und dass wir wirklich einen Schatz versteckten. Eine Diskettenschachtel hatten wir bereits zuhause in eine Minischatzkiste verwandelt und die übrig gebliebenen Ostereier, die wir zugegebenermaßen nicht mochten, da hinein gesteckt. Ob die jemand jemals gefunden hat?

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Das fruchtbare Ackerland rundherum war bereits in der älteren Jungsteinzeit höchst attraktiv für die ersten Bauern- und Viehzüchterkulturen, die sippenweise in Langhäusern rundherum siedelten.
Wann die erste Befestigung auf dem Desenberg angelegt wurde, ist unklar, spätestens ab 1070 war sie in Besitz des sächsischen Hochadels. Das erste Mal musste 1168 die Burg ihre Wehrhaftigkeit unter Widukind von Schwalenberg gegen dessen Lehnsherrn Heinrich den Löwen unter Beweis stellen. Erst als die Wasserversorgung der Anlage unterbrochen wurde, mussten die Belagerten aufgeben. Zunächst noch ein Spielball rund um die Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Staufern, gelangte die Burg nach mehrfachen Zerstörungen in die Verwaltung des Kloster Corveys und des Bistums Paderborn. Deren Dienstmann, Angehörige der Familie Spiegel (siehe Rheder-Artikel!) gelang es Ende des 13. und im 14. Jahrhundert ihre eigenen Interessen in der Region durchzusetzen und eine Art Herrschaft zu errichten. Dieser wurde um 1394 jäh ein Ende gesetzt, die Burg zerstört, da sie offensichtlich als Raubritter „unterwegs“ waren. Die Zerstörung der wiederaufgebauten Anlage in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts und das generelle Fehdeverbot seit 1495 hatten zur Folge, dass die Burganlage in der Grenzlage zwischen Westfalen und Nordhessen nicht mehr aufgebaut wurde. Mehr dazu HIER
Reste des Bergfriedes, der mächtigen Ringmauern und der Gebäude in der Hauptburg sind recht gut erhalten und als Ruine weithin über die Warbuger Börde sichtbar.
Eine animierte Rekonstruktion der Burganlage ist ebenfalls im Netz zu finden.

14
Jul
12

Elegische Landpartie mit Tante und Schwester

Da sitze ich nun und schaue den schnell ziehenden grauen Wolken nach, die ganz bestimmt bald wieder ihre regenschwere Last abladen werden. Letztes Wochenende war es noch besser, zumindest zeitweise. Meine Tante hatte sich einen Ausflug von Höxter nach Warburg gewünscht, immerhin ist sie nun 84 Jahre alt und war in ihrem ganzen Leben dort noch nicht. Sie hat bereits in den 1970er Jahren mit ihrer Schwester Reisen um die ganze Welt gemacht, die knappen 45 km bis Warbung hingegen noch nie geschafft. Nun fanden meine Schwester und ich es an der Zeit, dieses Versäumnis dringend abzuschaffen!

So planten wir die Tour. Es wurden kleine Leckereien für unterwegs, genügend Wasser für die Erfrischung zwischendurch ins Auto geladen und eine Picknickdecke. Man weiß ja nie, wo es einen während dieser elegischen Landpartien so hinverschlägt.

Unser erster Halt war das Schloss Rheder südlich von Brakel. Brauerei und schöne Schlossanlage, das Haupthaus sieht aus wie aus einem Jane-Austen-Film entschlüpft.

Nach einem kleinen Spaziergang ging es weiter nach Warburg, dem Hauptziel. Hier gabe es einen schönen Rundgang durch die Stadt inklusive Hutshopping und Mittagessen.

Am Rande der Warburger Börde nach Nordhessen hat man wunderbare Blicke auf den Desenberg, diesen Vulkankegel mit Burg oben drauf. Weiter ging es bis zur Trendelburg, kurzer Stop bei den Kamelen oder waren es Dromedare?

Die Burg in Trendelburg ist in Privatbesitz und wird als hochpreisiges Hotel vermarktet, im Bergfried ist der Wellnessbereich inklusive Sauna. Für eine Kaffeepause hat das Landpartieportemonnaie gerade noch genügend Kleingeld parat.

Durch heftige Regenschauer führte der Weg auf die Hochebene von Haarbrück und Jakobsberg, bevor das treue Autogefährt hinter Jakobsberg die mit bis zu 15%igem Gefälle verlaufende Straße durch die Sturzbäche herunterschwimmt. Zurück über Beverungen und Godelheim ging’s nach Höxter, vorbei an pitschnassen Schützen durch die Altstadt.

Die einzelnen Halte mit Bildern folgen in den nächsten Tagen, versprochen!




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