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17
Sep
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Le Pont romane de Mane

Nur wenige Spazierminuten westlich der ehemaligen Priorei von Salagon liegt die Brücke über die Laye versteckt. Die Route N 100 Richtung Apt geht seit dem 19. Jahrhundert einige hundert Meter weiter südlich über eine kaum bemerkbare Richtung Apt, aber hier scheint die Zeit etwas stehengeblieben zu sein.
Es hat in diesem Sommer wieder sehr wenig geregnet, so dass das Flüßchen Laye kaum mehr als ein rinnsaliger Bach ist, der sich durch die Kalkfelsen schlängelt. Im Winter oder zur Schneeschmelzenzeit dürfte hier aber ordentlich mehr Wasser das Tal hinuntertosen.
Die Sonne genießend setzten wir uns auf einen Steinblock am Ufer des Rinnsales und schauten einfach nur in den blauen Himmel. Drei Bögen hat sie, die Brücke und Wellenbrecher, die die Massen bei Hochwasser im Zaum halten sollen. Ziemlich steil geht der schmale Weg hoch und wieder herunter.


Die Beschilderungen schreiben „pont roman“, also „romanische Brücke“, dem Wikipedia-Artikel, in dem sie als römisch angesehen wird, muss man nicht glauben, denn die römische Straße Via Domitia verlief südlich von Mane. Außerdem scheint die Brücke doch diverse Umbauten bis in die frühe Neuzeit erlebt zu haben. Und meiner Meinung nach wurde sie vor nicht allzu langer Zeit umfassend überarbeitet, denn der Straßenbelag auf der Brücke zeigt so gar keine Karrenspuren, die sich im Laufe der Jahrhunderte in den weichen Kalkstein des Baumaterials eingeschliffen haben müssen.

Aber wenn man da am Ufer sitzt und einfach nur den Urlaub genießt, ist das auch vollkommen egal. Wir hatten die Brücke für uns ganz alleine, fast eine halbe Stunde lang. Dann kam eine Familie mit umfangreicher Picknickausstattung und wir zogen schnell weiter….

03
Sep
14

Brücken

Wir Touristen sind ja nicht die ersten Fremden, die hier im Land unterwegs sind, das ist eine Binsenweisheit. Auch große Straßenbauprojekte sind keine Erfindung der Neuzeit (noch eine). Die Römer haben ja schon früh ihre Finger nach Gallien ausgestreckt, Provinzgouverneur Caesar war nach einigen Jahren Amtszeit der reichste Mann der römischen Welt. Ein paar Investitionen lohnten sich also, dieses Land zu erschließen, Handel, aber auch schnelle Truppenaufzüge zu ermöglichen. So war die Via Domitia die wichtigste Landverbindung nach Südfrankreich, die heute immer noch unter so mancher Communestraße erhalten ist oder auch durch einige sehenswerte Brückenbauwerke.
Bei Bonnieux ist die/der Pont-St-Julien sehr gut erhalten, bis vor wenigen Jahren führte die moderne Straße sogar noch über das Brückenbauwerk. Inzwischen ist mit EU-Mitteln ein breiter Fahrradweg durch das Tal der Calavon gebaut worden, der offensichtlich auch der zugehörigen Route départemental eine neue Brücke ermöglicht hat, die nur etwa 100 m entfernt das derzeit ausgetrocknete Flüsschen überquert und einen auf einen deutlich überdimensionierten Parkplatz leitet. Der Radweg führt heute noch über die Brücke, den schönsten Anblick bietet sie in der Morgensonne aber unten aus dem Flussbett.


pont-st-julien

Pont-St-Julien


Deutlich romantischer gelegen ist die Pont-de-Ganagobie, mitten im Wald unterhalb der Prieuré, wenn man, kurz bevor man in die Zivilisation der Fernstraße zurückkehrt, dem Wegweiser zum Hotel Seminaire de Surs folgt. Die sehr schmale Straße folgt der römischen Route und ehe man es sich versieht, hat man die Brücke überquert. Zum Glück gibt es einen kleinen Parkplatz und einen Trampelpfad hinunter an das Bachbett. Es ist ganz still, das Rauschen des kleinen Wasserfalls übertönt die Geräusche der Neuzeit. Ein Reiher flog mit grazilem Flügelschlag über die Brücke und setzte sich am Hang in die Sonne. Streng schaute er auf uns nieder und wartete, bis wir uns wieder aus seinem Revier davon gemacht haben.

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