Posts Tagged ‘Boxhagener Platz

23
Jun
13

Bye-bye Spargel, welcome Prinzessbohne!

Ein Gang über den Markt auf dem Boxhagener Platz ist für mich so viel gleichzeitig: Vergnügen, Ideensammeln für den wochenendlichen Speiseplan, aber inzwischen fühle ich mich eher als Besucherin in meinem ehemaligen Kiez. Die Leute hier sind schicker geworden, das Viertel vermüllter und ich gehöre nicht mehr dazu. Manchmal bin ich auch froh, nicht mehr „dazu zu gehören.“ Das Publikum ist wirklich ein anderes: wer früh über den Markt geht, sieht vor allem die neuen Bewohner, nur selten noch ältere und alte Menschen, die erkennbar nicht zu den „Best Agern“ gehören. Mein besonderes Erlebnis gestern war jenes, als sich zwei Mittdreißigerinnen mit Kinderwagen sich gegenseitig ihr Leid über die „Perle“ aka „Putzfrau“ klagten. Nun ja, das sind Probleme auf hohem Niveau. Einen Stich hat es mir allerdings schon gegeben, als ich an meinem Exhaus vorbei ging und sah, dass eine Frau die Bautür aufschloss und hineinging. Ich kann mir das Wohnen dort nicht mehr leisten.

Aber zurück zum Speisezettel. Die ersten Böhnchen der Saison (aus dem westlichen Polen) wanderten in den Einkaufskorb, Kartoffeln aus der Lüneburger Heide, Erdbeeren aus Brandenburg und ein Stück Wassermelone.
Ein sommerliches Abendessen für zwei wurde aus den Bohnen und den Kartoffeln, begleitet von Tomaten und Feta.

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Bohnen-Kartoffelsalat mit Tomaten und Feta

300 g grüne Bohnen
500 g Kartoffeln
1 Schalotte
5 Tomaten
150 g Feta
100 ml Gemüsebrühe
3 EL weißer Balsamicoessig
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer, Senf
Petersilie
Thymian

Die Bohnen waschen, Stiele abschneiden und in kochendem Salzwasser bissfest kochen, dann in Eiswasser abschrecken. Abtropfen lassen. Die Kartoffeln ebenfalls kochen, abkühlen lassen, in Scheiben schneiden. Kartoffeln in der Gemüsebrühe marinieren. Inzwischen die Schalotte in feine Würfel schneiden, Tomaten achteln, Feta würfeln.
Mit der Schalotte, 1 EL Senf, dem Essig und Öl, Salz und Pfeffer eine kräftige Vinaigrette bereiten.
Bohnen und Kartoffeln vermischen, die Vinaigrette unterheben. Dann Tomaten und die Fetawürfel zugeben, nur kurz durchheben. Etwa 20 min ziehen lassen. Petersilie und Thymian nach Geschmack zugeben.

Ein feines Sommerabendessen, der Rest begleitet mich morgen in die Mittagspause.
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11
Mai
11

Sonntagsbummel über den Boxhagener Platz

Sonntags herrscht auf dem Boxhagener Platz wiederum eifriges Gedränge: es ist Flohmarkt.

Und wie jeden Sonntag laufen die „Frühstücker“ (ausführlich dazu siehe Sven Regner, Herr Lehmann und die im allgemeinen überschätzte Kruste beim Schweinebraten) über den Platz auf der Suche nach dem ultimativen Seventies-Schnäppchen, welches sich in meinen Augen zumeist als überteuerter Schund zeigt. Wer mit dem Zeug original aufgewachsen ist, weiß, wie streng man selber riecht, wenn man schwitzt oder wer als Kind paralysiert die breiten Krawatten des Herrn Vaters angestarrt hat, kann einen Gang nur mit einem gewissen Hang zum Gruseln einerseits und zum nachfolgenden Erleichtertsein genießen.

Wenn Besuch da ist, möchte jener allerdings oftmals dort schlendern gehen. Nun denn, als gute Gastgeberin geht frau natürlich mit und verdreht schon vorher im Geiste die Augen.  Als ich aber vor drei Wochen dort war, habe ich das erste Mal, seitdem ich ab und zu über den Markt laufe, etwas gekauft.  Zwei Bücher, eines über die Backsteingotik und eines von Erich Kästner. Die Backsteingotik aus Norddeutschland entpuppt sich als Bändchen über Nordostdeutschland, das einzige Bild des Lübecker Rathauses ist eindeutig eine Vorkriegsaufnahme (die abgebildeten Automobile sind das datierende Element).

Das zweite enthält Gedichte und Chansons von Erich Kästner. Ich lernte ihn natürlich als Kinderbuchautor kennen und verschlang ein Buch um’s andere aus der Bücherei. Ab und zu bekam ich auch eines geschenkt, wie „Der kleine Mann“.  In der 10. Klasse lasen wir „Fabian“ und ich war sehr erstaunt, dass das recht wenig mit einem Kinderbuch zu tun hatte, „verlas“ mich aber wieder in Kästner. Ich glaube, dass ich eine der wenigen meiner Klasse war, die das Buch direkt in einem Zug durchlasen und auch wirklich wussten, was darin stand. Anke M. aus der Herrmannstraße schrieb sicherlich die bessere Deutscharbeit, weil sie immer diese grünen Heftchen aus dem reclam Verlag auswendig lernte, die unsere Lehrerin auch in Ermangelung eigener Gedanken zur Interpretation benutzte. Ich habe mir das Buch noch einmal gekauft, als ich nach Berlin gezogen bin und lese es von Zeit zu Zeit immer wieder.

Nun hat der „Fabian“ einen Nachbarn im Bücherregal bekommen: „Ein Mann, der Ideale hat“.

28
Aug
10

Marktimpression, frühherbstlich

Gestern beim Bummel über meinen Stadtteilmarkt auf dem Boxhagener Platz eingekauft:

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Leider habe ich mir die Namen der Tomaten nicht alle merken können, die große gelbe ist eine „German Gold“ (falls es mal wieder nicht bei WMs und Olympischen Spielen nicht klappt), die blässliche im Bildhintergrund dürfte eine „Kartoffeltomate“ sein (dank Kormorans Beitrag letztens wieder erkannt) und dann eine „Grüne gestreifte“ (ach ja – hinten rechts im Bild).  Diese komischen roten Tomätchen heissen „Schlesische Himbeere“. Wie die gelbe Romatomate heisst, weiss ich nicht mehr.

Die „schlesische Himbeer“-Tomate wandert heute an den Kartoffelsalat, die anderen werden in den nächsten Tagen verkostet.

29
Mai
10

Marktgang mit ohne Erdbeeren

Endlich scheint einmal die Sonne in diesem so trüben Mai, ich habe auch endlich einmal wieder Lust, auf meinen Markt auf dem Boxhagener Platz zu gehen. Zum Glück ist es noch sehr früh, so dass es noch relativ friedlich in den engen Gassen zu geht.

Nur an meinem Lieblingskäsestand hat sich schon eine lange Schlange Kundschaft aufgebaut, also werde ich ohne Käse meine Einkaufstour gestalten müssen. Gegenüber, an dem Stand, an dem ich am liebsten die Äpfel kaufe, stehen auch ein paar Unentschlossene. Ich entschließe mich zu einem Kilo Cox, kleine süß-säuerliche Äpfel und hoffe, dass sie ihre beste Zeit nicht schon hinter sich haben: nach Pfingsten sollte man ja eigentlich fast auf die Ernte im Herbst warten, nach so langer Lagerzeit wird auch der knackigste Apfel langsam mehlig. Mitgenommen werden noch ein knappes Kilo kleiner Zwiebeln, ein Bund glatter Petersilie und zwei Handvoll Möhren.

Zwei Stände weiter stehen die ersten Erdbeerenkörbchen herum, aber sie werden nicht mitgenommen, denn auch bei einem Schnuppertest rieche ich kein Erdbeeraroma und das sollte wohl bei reifen Erdbeeren so sein! Auch am nächsten Stand: Fehlanzeige! Die roten Dinger riechen nach nichts, auch wenn sie fast richensarot sind. Zwar versucht mir der Verkäufer eine Erdbeere aufzuschwatzen, ich solle doch probieren, auf meinen Einwand, dass sie ja nicht einmal nach Erdbeeren riechen, wenn ich die Nase fast im Körbchen habe, meint er, dass ich ja gar nicht probiert hätte. Hey, ich MUSS doch auch gar nicht und wollen will ich auch nicht… Ich zicke etwas.

Auch die „Schaaaafsmilch, frische Schaaaaaaaafsmilch“ will ich nicht. Der Verkäufer hört sich beim Anpreisen seiner Schafsmilch selber etwas wie ein blökendes Schaf an, vielleicht ist das ansteckend bei zu viel Schaaaaaafsmilch?

Mit Rauke, Rhabarber, Wildkräutersalat und drei kleinen Zucchini habe ich meine Einkaufsliste abgearbeitet und schlendere langsam nach Hause.

Heute abend gibt’s selbstgemachte Pizza mit Gemüse drauf und irgendwas leckeres mit Rhabarber, vielleicht einen Crumble mit Äpfeln und Walnussstreuseln?

18
Apr
10

Warum ich biozertifizierte Eltern hasse – Teil 2

Zur Einstimmung bitte: „Warum ich biozertifizierte Eltern hasse“ (Teil 1)

Inzwischen hat ein schleichender Gewöhnungsprozess eingesetzt: die gefühlte und tatsächliche Anzahl von Kindern mit ihren Eltern hier im Kiez hat deutlich zugenommen, ich nenne es „Prenzlauerbergisierung“. Diese sich über ihre Kinder neu definierten Supermütter im coolen F’hain-Style (die Umstylung in den Prenzlauer Berg-Edelchic kommt bestimmt noch) lassen mit einer Selbstverständlichkeit jede Rücksicht auf die Umwelt vermissen, die mich immer wieder sprachlos macht. Nur selten mache ich meinem Unmut Luft und stelle mich dann dem Wortgefecht.

Zu Beginn meines Marktganges habe ich nur wortlos den Kopf geschüttelt: wieso ist es notwendig, mit einer Zwillingskarre durch die engen Marktgänge zu schieben, wenn die Kinder mit etwa 2 1/2 bis 3 Jahren deutlich alt genug sind, auf den eigenen Beinen zu laufen? Natürlich ist es bequemer, die lieben Kleinen in den Wagen zu setzen und festzuschnallen, weil sich die Mami nicht weiter drum kümmern muss, sondern noch eine Hand für den Kaffe Togo frei hat. Fein! Aber dass sie anderen Leuten mit dem Monstertruck in die Hacken fährt, schert sie einen feuchten Kehrricht, eine Entschuldigung habe ich von ihr nicht gehört.

Noch besser war aber eine junge Superfamilie, die mich einem selbstgebauten Vorbau für das Fahrrad durch die Massen schob. Diese umbaute Ladefläche bot dem etwa vierjährigen Kind eine schönes fahrbares Spielzimmer von etwa 1,20 m Breite und etwa 1 m Länge. Dieseswurde in der engen Marktgasse von Papa geschoben. Der „Gegenverkehr“ durfte sich in die Tulpen werfen oder alternativ in den Fisch-Räucherofen. Ich fragte die zugehörige Mutter nur leicht gereizt, ob das denn notwendig wäre, mit dem Riesenteil hier herein zu fahren. Sie fuhr herum und reagierte deutlich ungehalten, ob ich etwas dagegen hätte. Doch, eindeutig habe ich etwas dagegen, sie könnte das Gefährt doch auch ausserhalb lassen, anschließen. Sie meinte dann: „Aber da ist doch ein Kind drin!“ – „Ja und, es sieht alt genug aus, dass es laufen kann.“ Der zugehörige Fahrradschieber starrte nur nach vorne und fuhr einem älteren Mann in die Hacken.

Zum Glück steuerten sie den nächsten Obststand an, blockierten diesen komplett mit dem Gefährt und ließen erst einmal eine Menschentraube passieren.

Ich habe wirklich nichts gegen die Kinder, nur gegen ihre gedankenlosen Eltern und damit auch die Sorge, dass sie ihre Brut genauso erziehen. Letztens hatte ich eine Umfrage zum Kiez im Briefkasten, in der auf etwa 20 Seiten meine Meinung zu meinem Wohnumfeld abgefragt wurde. Ich habe getreulich ausgefüllt, und dann am Ende durfte ich aufzählen, was mich besonders nervt. Keine Frage, die „biozertifierten Eltern“ landeten in der „Meckerecke“. Helfen wird’s wohl nicht, aber gut tat’s mir!




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