Posts Tagged ‘bin ich gerne

22
Dez
12

Der kürzeste Tag

Gestern war der kürzeste Tag des Jahres, ich verbrachte ihn in Göttingen. Noch rieselte der Schnee, obwohl sich das Level des Thermometers von unten gen Null bewegte. Nachdem ein jährlicher Termin „abgearbeitet“ war, konnte ich voller Freude dem Treffen mit einem Freund widmen, der in seiner Wohnung mit heißem Tee aufwartete. Genau das Richtige, wenn die Schuhe durch den Schneematsch patschten und der Tag sich dem Ende neigte.
Mit dem Ansatz einer Schneemütze auf ihren beiden Türmen sah die Johanniskirche zu mir hinüber. Weihnachten steht vor der Tür. Weltuntergang fällt wohl aus, zum Glück!

Göttingen

09
Mai
11

Blaue Stunde

Das Frühlingswetter zum gestrigen Tagesausklang glich beinahe einem lauen Sommerabend. So wurde ein leicht gekühlter Rosé aus der Gascogne zum Begleiter bei Kerzenschein und einem leichten Abendessen, welches von einem von Frau evenaars kulinarischen Beiträgen inspiriert war.

So gefällt mir der Himmel über Berlin einmal mehr.

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18
Jan
11

Winterspaziergang, wie es weiter ging

Nach meinem Erlebnis mit den To-go-Becher-Mädchen tat sich einiges in meiner Straße. Allerdings bin ich mir sicher, dass keine ursächlichen Zusammenhänge bestehen.
Nun denn, Anfang letzter Woche waren die Schneereste soweit verschwunden, dass die BSR einen Fegewagen in meine Straße schickte, der den Split zusammen fegen sollte. Eigentlich, so erzählte mir der Nachbar von gegenüber, soll der Split eingesammelt werden, gesäubert und recyclet, weil man in Berlin davon ausgeht, dass Mitte Januar der Winter noch nicht ausgestanden ist und wir weiterhin damit rechnen können, dass es noch einmal schneit und kalt genug ist, dass der Winterdienst ausrücken muss. Und dann ist es doch ein toller Deal, dass die BSR hier sauber kehrt und den Split dafür von meinen Nachbarn und mir geschenkt bekommt (wir haben ihn über die Nebenkosten schließlich bezahlt).

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So schlängelte sich diese Splitbahn etwa eine Woche in unserer Straße, dekoriert von einem blauen Mülltütengebirge, in dem morgens auf dem Weg zur Arbeit schon flinke, graue, dackelwelpengroße Nagetiere huschen sah. Die Müllabfuhr hatte die Säcke seit dem Jahreswechsel liegen lassen, wahrscheinlich Teil eines Experimentes, dessen Sinn und Zweck mir wohl einfach nicht klar waren. Aber ich wollte aber auch nicht so gerne zusehen, wie sich neue Zivilisationen bilden und eventuell die Macht über meinen Kiez übernehmen. Vorgestern ergriff ich die Chance zum Gegenschlag beim Schopfe! Zwei orangen gewandetete Saubermännchen der BSR inspizierten ihr Revier, angetan mit einem Straßenbesen und einem Wägelchen mit einigen Plastiksäcken für das Aufgesammelte.
Ich sprach den einen an: „Hallo, ich hab‘ da mal ne Frage…“
„Wat jibbts denn, junge Frau?“ Jovial im Ton, aber „junge Frau/Mann“ als Anrede hasse ich, genauso wie „Alles?“ beim Bäcker, aber ich schweife ab.
„Dieses Müllgebirge da vorne, könnten Sie wohl mal weiter geben, dass die Müllabfuhr das mal entsorgt? Das liegt seit Neujahr da und morgens laufen schon die Ratten drin rum.“
„Abba hier jibbts doch übaall Ratten…“
„Ja, ich weiß, aber diese hier, die begrüße ich demnächst mit „Guten Morgen“, wenn ich aus dem Haus gehe..“
„Abba in Ihrem Keller sind bestimmt auch welche…“ (Hallo, JUNGER MANN, ich will nicht über das Vorhandensein von diesen Vierbeinern diskutieren, sondern möchte, dass der Müll verschwindet!)
„Ja, das mag sein, aber die hier… die sind neu, die sind ZUGEZOGEN!“ (Ratte mit Migrationshintergrund??)
Er grinste dann und versprach, dass er meine Bitte weiter leiten würde.
Und, was soll ich sagen: gestern abend kam ich nach Hause, der Müllsackberg war verschwunden und Bürgersteige, Baumscheiben und Straße blitzsauber gefegt. Ich staune immer noch Bauklötze!

05
Apr
10

Stockholm – Historiska Museet

Eben beim Suchen wieder gefunden: mein Lieblingsteufel! Er befindet sich auf einem spätmittelalterlichen Klappaltar in der „Gothischen Halle“ im Statens Historiska Museet in Stockholm.

Die zipfelmützige Gestalt tauchte schon am Eingang des Museums auf einem Plakat, zusammen mit anderen Exponaten dieses wunderbaren Museum in Übergröße auf. Ich musste schon grinsen, als ich begriff, dass hier ein Teufel dargestellt werden sollte und freute mich auf die Suche nach dem Original.

Zunächst habe ich ihn vollkommen aus den Augen verloren, denn die Sammlung des Museums ist einzigartig. Es ist ein Museum zum sich darin verlieren, die Augen gehen dem Besucher regelmäßig beim Gang durch die Räume über. Deutlich zu erkennen ist, dass die einzelnen Abteilungen immer einmal wieder neu gestaltet werden und die Besucher einmal mehr, einmal weniger an die Hand nehmen. Von den ältesten Funden der Mittelsteinzeit, einer sitzenden Bestattung bis hin zu der Wikingerzeit geht die optische Zeitreise. Zwischendurch wird der Besucher in einer Art Flughafenwartehalle mit einer sehr modernen Art auf die Sammlungsgewohnheiten von Museumsleuten eingestimmt, gleichzeitig dazu aufgefordert, diese Sammelei auch kritisch zu betrachten: in einem engen Kabinett werden prähistorische Funde aus Schweden aktuellen Gerätschaften wie Besen oder Zahnbürsten gegenüber gestellt. Sind die Unterschiede in Form und Farbe, regional verteilt auch eine Unterteilung des Landes in kulturelle Provinzen? Auch der Besucher mit fachlichem Hintergrund kommt ins Grübeln, aber auch dazu, sich nicht immer so ernst zu nehmen.

Richtig gefreut habe ich mich, „alte“ Bekannte wieder zu sehen: die Keramikkannen mit aufwändiger Zinnfoliendekorierung aus den Gräbern von Birka. Zwei von ihnen habe ich anlässlich einer großen Ausstellung zur Karolingerzeit 1999 selber in den Händen gehalten und sehr, sehr ehrfürchtig mit weißen Handschuhen in eine Vitrine gestellt.

Nach der Vikingerabteilung rückte wieder der kleine Teufel in den Vordergrund. In der Sonderausstellung zu Maria, der Mutter Jesu fand ich ihn nicht. Aber dennoch war es eine tolle Ausstellung, denn hier waren die wichtigsten spätromanischen und gothischen Maria-mit-Kind-Statuen in einer wundervollen Halle versammelt, in einer tollen Lichtinstallation in Szene gesetzt: als Mutter-Kind- resp. Stillgruppe standen die Statuen in einem Kreis frei im Raum, der Besucher konnte sie umgehen, erfassen und genau anschauen, ein sehr eindrückliches Erlebnis.

Und endlich fand ich auch den Teufel! Er versteckte sich im linken Seitenflügel eines spätmittelalterlichen Klappaltars und wies den Sündern den Weg in die Hölle.

Ehrlich gesagt wäre ich ihm wohl umgehend verfallen, dem spitzbübisch grinsenden Teufel mit den lachenden Augen, Typ charmantes Arschloch…

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Stockholm Östermalm
Narvavägen 13–17
(1. Oktober – 30. April): Di – So 11 – 17 Uhr, Do 11 – 20 Uhr
(1. Mai – 30. September): Mo – So 10 – 17 Uhr
Das Museumscafé ist sehr zu empfehlen!

11
Nov
07

Wien, das Naturhistorische Museum

Um es gleich vorweg anzumerken: wer in dieses Museum gehen möchte, braucht drei Dinge:
Zeit, bequemes Schuhwerk und einen großen visuellen Speicher, der bereit ist, diese vielen Eindrücke aufzunehmen.

Ich konnte letzte Woche nur mit bequemen Schuhen und einem akzeptablen Speicher aufwarten. Genug Zeit hatte ich noch nie für dieses wunderbare Museum.
Wer in diesem Museum allerneueste museumpädagogische Tricks erwartet, dürfte vielleicht ein kleines bisschen enttäuscht werden, denn das Naturhistorische Museum in Wien ist bereits als Gebäude ein Exponat. Und zwar eines, welches selber schon in eine Vitrine platziert werden müsste. Hier wurde zusammen mit dem Kunsthistorischen Museum nebenan als Museumsbau konzipiert, es ist also kein umgewidmetes Gebäude, für welches keine andere Nutzung gefunden werden konnte.
Nachdem die mächtigen Türen hinter mir zugefallen waren, der Mantel abgegeben und die Karte von einem freundlichen Museumwärter (ja, hier passt das Wort!) abgerissen worden war, machte ich mich auf den Rundgang.
Zunächst begrüßt den Besucher der ausgestopfte Löwe im Entrée, der wahrscheinlich genauso oft wie der Schiefe Turm in Pisa fotografiert wird. Ja, ich hab’s auch getan!
Unser erster Besuch ging in die Paläontologische Abteilung zu den Dinosauriern. An sich ist diese erdgeschichtliche Epoche nicht die, in der ich mich wirklich zuhause fühle, aber dieses Gefühl von „Jurassic Parc“ mit den riesigen Exponaten der Urzeitler ist schon beeindruckend. Manches in der Abteilung ist recht textlastig, an den Exponaten habe ich manchmal doch eine Erklärung vermisst. Dieses Miteinander von historistischem Museumsambiente mit den altertümlichen Holzvitrinen und den gigantischen Sauriern ist einfach ein besonderes Erlebnis.
In der archäologischen Abteilung fühle ich mich dann wieder vertrauter. Auch hier sind die prachtvoll ausgemalten Säle dicht an dicht mit den Holzvitrinen bestückt, in denen sich die Exponate regelrecht drängen. Aber auch hier würde ich mir eine bessere, sprich eine detailliertere Beschriftung wünschen, die nicht nur den Laien als Besucher an die Hand nimmt, sondern auch dem Fachbesucher genauere Informationen über Fundorte und -umstände gibt. Sehr spannend ist der k.u.k. geprägte Blick auf den Balkan, der Mitteleuropa manchmal vollends in’s Hintertreffen geraten lässt.
Die Epochen der Stein-, Bronze- und Eisenzeiten sind reichhaltig, zumeist mit namengebenden Fundorten vertreten. Für mich immer wieder schön sind die Funde aus dem Gräberfeld von Hallstatt, welches seinen Reichtum der Grabausstattungen direkt dem Salzbergwerk und dem damit verbundenen Salzhandel verdankt. Dieser Fundort war Mittelpunkt manches Referates, welches ich während meines Studium halten musste oder gehört habe. Und dann steht man fast mittendrin, toll!
Mein visueller (Gehirn-)Speicher drohte oftmals überzulaufen, daher kann man diese Vielfalt beim ersten Besuch kaum erfassen.

Mein absolutes Highlight ist die Venus von Willendorf, jenes kaum 10 cm hohe Frauenfigürchen aus Kalkstein mit ihren imposanten fraulichen Ausmaßen. Es wird in einem kleinen, stark abgedunkelten Kabinett präsentiert, in einer Vitrine effektvoll ausgeleuchtet. Die Welt bleibt im wahrsten Sinne des Wortes draußen, wenn man das Glück hat, ihr alleine gegenüber zu stehen und dieses einzigartige Kunstwerk aus der frühen Menschheitsgeschichte auf sich wirken lassen zu können.

Für die Mineralogie hatten wir dann zum Schluss nur noch wenig Zeit, das muss bis zum nächsten Wienbesuch warten.
Man merkt, dass das Museum arbeitet: auch wenn es bereits in den Grundzügen mehr als 250 Jahre alt ist, werden in den letzten Jahren ganze Abschnitte überarbeitet und modernen Sehgewohnheiten und Ansprüchen angepasst. Es dauert halt nur, damit muss man sich abfinden.
Dennoch freue mich schon sehr auf meinen nächsten Museumsbesuch im Naturhistorischen…

Adresse:
Naturhistorisches Museum
Burgring 7, 1010 Wien
http://www.nhm-wien.ac.at/

Öffnungszeiten: Mo, Do-So: 9-18.30, Mi: 9-21, Di: geschlossen
Eintritt: Erwachsene 8 €

26
Okt
07

Kegeln in Kröllwitz

Als ich Sachsen-Anhalt arbeitete, kamen mir bald die Geschichten zu Ohren, die sich um das legendäre „Ämtchenkegeln“ rankten. Ich wurde neugierig und hätte es schrecklich gerne auch probiert, wobei ich schon vorweg schicken muss, dass ich im zarten Alter von etwa zwölf Jahren das erste und einzige Mal gekegelt hatte, nämlich als Karen Behrens zum Geburtstag nicht in die Backstube des Vaters einlud, sondern schon sehr erwachsen zum Kegeln bei Jüppi auf der Kegelbahn.
Erst als wir die sagenumwobene Abschiedsparty unseres Projektes feierten, traute ich mich nach dem Genuss von ein bis zwei alkoholischen Getränken, den „Meister der Kuller“, den Organisator dieser Geheimtreffen zu fragen, ob ich einmal als Gast teilnehmen dürfe. Bald gab es eine e-Mail mit der Verkündung von Ort und Zeit des Treffpunktes und ich fuhr hin, irgendwo im Hallensischen Ortsteil Kröllwitz, hinter einem Sportplatz, dunkel war’s auch.
Es ist nicht einfach, diesen Ort in die Bewertungskriterien von Gastrokritikern zu drücken, soviel vorweg. Und ich bin mir ganz sicher, dass er es niemals in irgendeine dieser Hochglanzblätter über Gourmettempel schafft. Dennoch: Das Bier ist günstig, die Apfelsaftschorle auch, die Küche ziemlich frittierlastig. Der Wirt ist locker drauf, meistens zumindest. Die Kneipe liegt direkt neben dem Sportplatz, etwas versteckt und scheint irgendwie aus dem Gerätehäuschen hervorgegangen zu sein, an das im Laufe der Jahre immer noch irgendwie was drangebaut wurde und zum Schluss alles einen weißen Anstrich von außen bekam.
Drinnen sitzen die Stammgäste entweder an der Theke oder an einem der wackeligen Tische und trinken ihr Bier und dann noch eins.
Und nun kommen meine gefühlten dazu: wenn wir da kegeln gehen! Die Kegelbahn ist auch nix besonderes, zwei Bahnen, davor, fast als Hinterstübchen ein Raum für die Kegelanten, der mit einem altertümlichen Eisenofen beheizt werden kann. Und da man den nicht wirklich regulieren kann, hat man die Wahl, sich zu überhitzen oder man kann die Fenster öffnen und dann wird’s schnell kalt. Aber egal, man ist ja zum Kegeln hier.
Während der Wintermonate, außerhalb der Biergartensaison, trifft sich hier ein komischer, toller Haufen meiner ehemaligen Kollegn hier. Zum Kegeln, wobei das an sich schon ein Witz ist, wenn man unsere Trefferquote, über die ich mich hier wortreich ausschweige, anschaut. Aber darum geht’s ja gar nicht, sondern nur, dass man viel Spaß hat und einen tollen Abend mit Wutausbrüchen, dummen Sprüchen, viel Gelächter und manchmal auch spitzen Jubelschreien verbringt.
An diesen Abenden möchte ich nirgendwo anders auf der Welt sein… und dafür gefühlte FÜNF Sterne.. oder Punkte….

Nachtrag: 29.11.07
Gestern abend war es mal wieder soweit. Vier Runden à 100 Wurf haben wir geschafft und dann der Schock: die Betreiber von „Otto’s Sportsbar“ wollen wohl nicht mehr. Ob im Januar unser Termin der letzte sein wird an diesem wunderbar exotischen Ort?

Und noch ein Nachtrag vom Herbst 2008:
Es gibt einen neuen Pächter, der mitsamt seiner Freundin den Laden schmeißt, im Wirtsraum vorne wurden ein paar neue Stühle und Tische angeschafft, ansonsten ist alles so geblieben wie vorher bei Otto auch.
Und das ist gut so!




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