Posts Tagged ‘Ausblick

16
Sep
17

Die Mönche von Les Mées

Wieviele Autobahnparkplätze gibt es schon, die sich lohnen, doch anzuhalten? Ich meine nicht die, auf denen man notgedrungen (Treibstoff für das Auto oder sich selber oder zum Händewaschen) anhalten muss.
Mir fallen im Moment nur zwei ein, beide in Frankreich: einmal den mit dem wunderbaren Blick auf Carcassonne und dann diesen hier mit der Aussicht auf die Felsen von Les Mées. Auch wenn Carcassone im Sommer von Besuchern überschwemmt wird: es ist nur ein im 19. Jh. restauriertes Mittelaltermärchen! Aber von ferne schaut die Stadt sehr schön aus…
Auch bei Les Mées schaut man am besten aus der Ferne, denn wenn man am Fuße der Felsen steht, sieht man das Wesentliche kaum: die in einer langen Reihe stehenden Felsen (in Wirklichkeit nur ein Felsenband) sind von Wasser und Wind erodiert und sind dann nur groß, man selber klein. Aber von Ferne, da scheinen sie wie eine Wandergruppe jenseits der Autobahn unterwegs zu sein. Und so erzählt auch die Sage, dass die Felsen eigentlich verwandelte Mönche seien, die den Töchtern eines Mauren nachstellten, der aus dem heute Spanischen in die Provence gekommen sei (aka verschleppt). Zur Strafe für das unbotmäßige Verhalten der Mönche seien diese vom heiligen Donatus in eben jene Steinstelen verwandelt worden, um am Ort ihrer Untat Buße zu tun. Sie scheinen noch nicht damit abgeschlossen zu haben und stehen wie mit der Kapuze ihres Habits auf den gesenkten Köpfen da.
Also, wenn Sie auf der A 51 gen Süden reisen sollten, halten Sie auf dem Parkplatz an und schauen Sie über die Durance, vorzugsweise nachmittags, denn dann steht die Sonne günstig. Und warten Sie nicht zu lange: die Bäume an der Raststelle wachsen stetig die Aussicht zu!

31
Dez
13

Das eine geht, das andere kommt…

So, geschafft… 2013…

Normalerweise ist es ja nur ein Wechsel im Datum, denn irgendwie laufen die Tage ja ohne Innehalten weiter. Dieses Mal ist es etwas anders. Ich gehe gen Süden, nicht sehr weit, nur in die „mitteldeutsche Scheibenwelt“ und auch immer nur von Montag bis Freitags. Meistens. Hoffe ich zumindest. Und dann Freitag bis Sonntag hier im Bundesdorf. Hoffe ich stark.

So ein (Teil)Umzug ist auch aufregend, denn irgendwie muss ich die Dinge, die schon einmal in einem Zweitwohnsitz mit mir zusammen wohnten, wiederfinden:

  • Handrühgerät (wieso komme ich da zuerst darauf?)
  • Töpfe (wohnen inzwischen in Hannover bei meiner Schwester)
  • Wasserkocher (gestorben, in der Uckermark geblieben, zu Weihnachten gab es einen richensaroten)
  • Bettstatt (brauche ich neu)
  • Sessel (der bleibt hier, ich leihe mir vor der Tante einen, der meiner Oma gehörte, hinreißend in grün mit gelben Blumen)
  • Tisch für die Küche (auch von der Tante geliehen, gehörte vorher der Großtante)
  • Tisch für Arbeitskram und Bewirtung von kleineren Gästescharen (ja, Beine im Keller, Platte hinter dem Regal)
  • Toaster (der alte hat mal fast gebrannt, wurde entsorgt)
  • Stühle (auch von der Tante geliehen, sechs Klappstühle aus solidem Holz in dunkelgrün, komplementär zu richensarot)
  • Eierbecher (wer braucht die?)
  • Geschirr (ja, das bunte aus der Studentenausstattung und ein paar Schälchen, davon zwei nach Formen des 17. Jahrhunderts nachgetöpfert, ein Geschenk von einem sehr netten Authentizitätsfreak)
  • Wassersprudler (will keine Flaschen mehr schleppen, nur alle paar Monate die Sprudelpatrone, neu!)
  • Besteck, Küchengedöns, scharfe Messer, Messerschärfer (habe ich noch)
  • Magnetleiste für scharfe Messer (ha!)
  • Wecker (habe ich noch, der hat ein echt fieses Klingeln, habe ich seit der Erstkommunion in zahnsteinbeige, der geht einfach nicht kaputt!)
  • Bettzeug und -wäsche, Handtücher (ja, alles da, schon verpackt so vacuumierten Päckchen, sehr praktisch, dafür braucht’s nur einen
  • Staubsauger (musste neu, jetzt einen ohne Beutel, der alte hatte schlappe 500 W und wurde 2006 entstorgt, da hätte ich auch Strohhalme nehmen können)
  • Duschkopf und -schlauch (es hat zwar einen in der Dusche in der neuen Wohnung, aber „da ist mir fies vor“)
  • Haushaltsleiter (ist schon da, ist noch aus dem Haushalt meiner Eltern, hat mein Vater je eine neue gekauft??)
  • Haarfön (der alte Zweitfön ist beim Abtauen einer Tiefkühltruhe in die ewigen Föngründe gelangt, brauche ich noch)

Was fehlt wohl noch? Irgendwie habe ich immer die Panik, dass ich vor dem ersten Arbeitstag da stehe und irgendwas wichtiges fehlt. Bügeleisen… ja, habe ich nur fürs Wochenende…

Was auch immer in 2013 noch passiert, ich stehe da mit gepacktem Gedöns und schaue mal, was dann nächstes Jahr so alles passiert. Ich bin gespannt!

 

 

17
Jul
11

Wo die Weser einen großen Bogen macht…

Letztes Wochenende war ich an der Weser unterwegs, Höxter war das Ziel. Wir hatten ein bisschen mehr Zeit als sonst, meine Schwester und ich. Und wir hatten ein Ziel!

Und da der Weg ja bekanntlich das Ziel ist, nahmen wir unseren Weg am Rand entlang des Sollings. Der Weg durch die lichten Buchenwälder von Lüchtringen bis zum Steinkrug, ehemals ein beliebtes Ausflugsziel der Höxteraner Bürger, machte uns lächeln. Sehr lange waren wir hier nicht mehr her gekommen. Ich wollte ein paar Fotos von Höxter und der ehemaligen Reichsabteil Corvey machen, denn so weit ich mich erinnerte, gab es einen wunderbaren Blick ins Wesertal.

Das Auto rollte auf den Parkplatz. Bauarbeiten rund um das etwa 100 Jahre alte Gebäude zeugen davon, dass der neue Besitzer, zum Erstaunen der alten Höxteraner ein Rumäne, hier wieder einen Übernachtungsbetrieb einrichten möchte. Himmelschwimmbadblau ist der Anbau an das Backsteingebäude schon gestrichen, komische Farbe hier.

Aber deswegen waren wir ja nicht hier: der Blick auf Corvey ist schon nicht mehr möglich, denn die Bäume sind inzwischen so hoch, dass man nur noch an wenigen Ecken bis Höxter schauen kann, da wo die Weser einen großen Bogen macht.

Blick auf Höxter, vor langer Zeit

Blick auf Höxter, vor langer Zeit

Blick auf Höxter, Kiliani- (links) und Nicolaikirche (rechts)

Weserbogen zwischen Höxter und Corvey

Weserbogen zwischen Höxter und Corvey




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