15
Aug
17

Spreewaldgurken

Immer noch treibe ich mich in der Niederlausitz herum, etwas nordwestlich des eigentlich Spreewaldes, der Heimat der Spreewaldgurke.


Ich kannte zwar den Begriff „Gurkenflieger“, aber so nahe habe ich noch keinen gesehen. Es ist im Prinzip ein Traktor mit zwei langen Ausliegern, auf dem auf jeder Seite bis zu 30 Erntearbeiter liegen, die die Gurken per Hand ernten. Kopf runter, Arme runter und dann jeden Tag wohl so um die acht Stunden. Hier bei Zützen arbeiten nur zumeist junge Leute aus Polen und Rumänien. Sie werden frühmorgens mit einem ausgemusterterten Linienbus zur Arbeit gefahren, mit dem sie nach Feierabend auch zum Einkaufen gefahren werden. Inzwischen bekommen die Saisonkräfte immerhin auch den deutschen Mindestlohn. Dennoch: Es steckt viel Arbeit, Schweiß und sicher auch schmerzende Arme und Schultern im Gurkenglas und -eimerchen. Also, esst die leckeren Cornichons, die Gurkenhappen, die Senf-, Dill- und Gewürzgurken mit Bedacht!


6 Antworten to “Spreewaldgurken”


  1. 15. August 2017 um 15:23

    Hoffentlich musst Du nicht auf dem Flieger im Liegen arbeiten. Abends weiß man bestimmt nicht, wo der Nacken ist.

    Gefällt mir

  2. 17. August 2017 um 09:41

    Spassig und nachdenklichstimmend zugleich.
    Hier gibt es sicher keine Gurkenflieger, aber ganz bestimmt Burmesen-Gastarbeiter, welche die mühevolle Ernte erledigen. Diese kleinen Gurken sind ein wichtiger Bestandteil der thailändischen Küche und werden roh in Scheiben zu fast jeder Mahlzeit gereicht.
    Ich habe gerade Gewürzgurken eingelegt, kommen demnächst in meinem Blog, werde als Ernte-Information oder so einen Link auf diese Seite legen.

    Gefällt mir

  3. 4 kaltmamsell
    17. August 2017 um 15:18

    Oh ja, kenne ich aus meinen Schulzeiten noch als Ferienjob: Ich bekam zum Glück einen Job in der Fabrik, aber einige Mitschülerinnen erpflückten sich so das Geld für den Führerschein. (Kann man sich heute nicht mehr vorstellen, dass Schülerinnen zu solchen Jobs bereit sind, oder?)

    Gefällt mir

    • 20. August 2017 um 15:02

      Ich habe einmal auf einer Weihnachtsbaum-Plantage das Unkraut um die kleinen Bäume gejätet: 3 DM/Stunde… Nein, auf den Gurkenfliegern sind keine deutschen Schülerinnen, aber sicher kaum Ältere aus Polen und Rumänien. Die Tochter eines Kollegen arbeitet beim Mercedes am Band… verdient ganz gut.

      Gefällt mir


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s


August 2017
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Bloggeramt.de

Nicht ICH werbe, sondern WORDPRESS
Eingeblendete Werbebanner, ads mit Spielen und Videos stammen von Wordpress und nicht von mir. Das ist der Preis fürs kostenlose Bloggen.
Auf Anzahl & Inhalte habe ich keinen Einfluss.


%d Bloggern gefällt das: