02
Sep
14

L’isle-sur-la-Sorgue

Die Sorgue plätschert also munter von der Quelle bei Fontaine-de-Vaucluse weiter, immer noch glasklar kommt sie mit Schwung in dem hübschen Landstädtchen L’isle-sur-la-Sorgue an, die „Insel an der Sorgue“. Das Örtchen ist von mehreren Flussarmen durchzogen und umflossen, so dass man allenthalben auf ein Gerinne trifft. Überall entlang der Gewässer drehten sich einst die Mühlräder für Getreide-, Öl- und Papiermühlen, die heute allerdings bis auf ein paar bemooste Ausnahmen am Rand des öffentlichen Parks verschwunden sind. Verschwunden sind auch die Krebse, die neben der Fischerei eine weitere einträgliche Geldquelle für die Bewohner bildeten, denn gegen Ende des 19. Jahrhunderts dezimierte eine Krebsepidemie die schmackhaften Krabbeltiere.
Heute lebt die Stadt vor allem vom Tourismus, viele Chi-Chi- und Antiquitätenläden für den betuchten Besucher, meist englischer Herkunft warten auf Kundschaft, die sich offensichtlich reichlich findet.


Nach einem gemächlichen Wandelgang durch die Gassen und über die unvermutet auftauchenden Plätze landeten wir mit einem leichten Hüngerchen in einem der zahlreichen Restaurants, die sich am Ufer der Sorgue-Arme entlang ziehen. Das Mittagsmenü im La Balade des Saveurs war für 18 € genau das richtige Gegenmittel: mit einer Ziegenkäsemousse mit Salätchen ging es los, danach gab es für mich eine Sorgue-Forelle auf Risotto mit Wurzelgemüsen, für die Begleitung ein Gericht mit gehacktem Lammfleisch auf Linsenbett mit Bohnen und anderem grünen Gemüse und zum Nachtisch gegrillte Feigen mit einem Klecks Mascarpone und Ile flottant, in Milch gegarten Eiweißnocken auf einer Vanillecreme. Nach einem köstlichen kleinen Kaffee zogen wir weiter in den Nachmittag.

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5 Responses to “L’isle-sur-la-Sorgue”


  1. 3. September 2014 um 19:19

    Wieder sehr schön. Text, wie auch Bilder.
    Ich reise mit und freue mich.

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  2. 3. September 2014 um 19:22

    Souvenirs, souvenirs, ich war ein paarn Hausnummern weiter essen Ende April. „Dein“ Restaurant klingt auch gut – ach, Warum kann es in Deutschland nicht so gute 3-Gänge-Menüs für einen solchen Preis geben? Merci für die schönen Bilder, die mich zurückversetzen in diese angenehme südfranzösische Region!

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  3. 4. September 2014 um 07:52

    Ihr habt die perfekte Maßnahme gegen das „Hüngerchen“ gefunden, wie ich sehe. ;-)

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