02
Mai
14

Der Köterberg

Bei gutem Wetter ist er über weite Strecken zu sehen, vom Harz oder wenn man aus Richtung Hildesheim ins Weserbergland fährt oder natürlich auch aus der näheren Umgebung im Dreiländereck zwischen Ostwestfalen, Lippe und Niedersachsen. Streng genommen bemerkt man vor allem den Fernmeldeturm, der als Typenturm der ehemaligen Deutschen Bundespost die Kuppe seit Anfang der 1970er Jahre bekränzt.

Von den Versuchen, Bergbau an den Hängen des Köterbergs zu betreiben, ist auf den ersten Blick von oben nichts mehr zu entdecken, auch vom trigonometrischen Punkt, der seit 1831 zur Triangulation und somit zur preußischen Vermessung der Region diente, ist nichts mehr zu sehen. Der annähernd fünf Meter hohe Turm ist Ende der 1920er Jahre abgerissen worden, das Steinmaterial wurde im Haupthaus des Köterberghauses verbaut, welches sich nun als Ansammlung dunkelbraun gestrichener Holzgebäude präsentiert.
In unserer Kinderzeit sind meine Schwester und ich ein paar Mal dort oben gewesen, als Ausflug in der Grundschulzeit und auch einmal mit den Eltern zum Rodeln, damals als die Winter noch schneereich waren. Da unsere Tante zum Geburtstag auch eine „elegische Landpartie“ zugedacht war und die Richtung bereits lange vorher fest stand, musste natürlich ein Abstecher auf den Köterberg auf unsere Liste der Ziele für den Tag.
Bei schönstem Sonnenwetter starteten wir in Höxter, fuhren an Brenkhausen vorbei und durch das einstmals malerische Löwendorf, wo links der Straße die alten Bauernhäuser, rechts die Neubauten stehen. Liebhabern der europäischen Ethnologie (früher Volkskunde) und Voyeuren (rein wissenschaftlich) sei das Buch von Bernhard Klocke, Häuser und Mobiliar in einem westfälischen Dorf : Löwendorf, Kreis Höxter (Münster 1980) ans Herz gelegt, leider nur mäßige SW-Abbildungen.
Im Ort bogen wir nach rechts Richtung Nieste ab und schlängelten uns den Berg hinauf, durch das Dörfchen Köterberg und dann die letzten Meter bis zur Baumgrenze und Aussichtsplattform.
Im Sachkundeunterricht (einstmals als Heimatkunde bezeichnet) hatte ich noch als Höhe 499 m üNN gelernt, wikipedia lehrt mich nun 495,8 m üNHN. Damit hat die Umstellung von NN auf NHN den Berg rein rechnerisch 3,2 m Höhe gekostet. Was aber die Betreiber des Restaurants auf dem Berg nicht daran hindert, seine Höhe mit 500 m über dem Meeresspiegel anzugeben. Uns war es an dem Tag sowieso egal, denn wir wollten den frischen Wind und eine tolle Aussicht genießen. Bedauerlicherweise machte uns das Wetter aber schon einen milchigen Strich durch die Rechnung. Obwohl die Sonne noch schien, wurde es immer diesiger, was der Fernsicht erheblichen Abbruch tat.

Aber immerhin einen echten Köter in Gestalt eines ewig hungrigen Rauhaardackels bietet der Berg auch, er gehört offensichtlich zu den Besitzern des kleinen Restaurants oben auf der Kuppe, die ebenfalls den Kiosk mitsamt einer skurrilen Auswahl an in die Jahre gekommenen Postkarten (werden nachgereicht!), Bockwurst und Eis betreiben.

Koeterberg 2

Köterberghaus mit Anbauten und Wappentier in der Bildmitte

 

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2 Responses to “Der Köterberg”


  1. 13. Mai 2014 um 09:56

    Die Postkarten: ganz großes, äh, Kino!

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