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Mrz
14

Kahlschlag

Rund um Bernburg steinzeitelt es nicht nur, sondern hier wird die Landschaft in einem Ausmaß „umgestaltet“, die kaum als schön zu bezeichnen ist. Südwestlich der Stadt wird in einem gewaltigen Kalksteinbruch Material abgebaut, der zum einen in die Betonherstellung geht, zum anderen für die Fabrikation von Soda verwendet wird. Besonders aus der Herstellung von Soda, Natriumbicarbonat, Wasserstoffperoxid und hochreiner Phosphorsäure bleiben große Mengen Kalkschlamm übrig, die in riesigen „Kalkteichen“ abgespült werden. Laut wikipedia fallen pro Tag etwa 2000 m³ Calciumchloridschlamm, welcher über das Rohrsystem nach Latdorf in die „Kalkteiche“ gepumpft wird. Die Feststoffe setzen sich am Boden ab, das Abwasser wird in die Saale geleitet. Aus den „Teichen“ resp. den Feststoffen entstehen nach und nach bis zu 30 m hohe Halden, die als Hügel die Landschaft nachhaltig verändern.Seit 1883 wird hier auf diese Weise produziert, so dass schon eine Menge dieser Halden angefallen sind, bislang hat sich keine andere Art der Abfallbeseitigung finden lassen.

Einspülung des Schlamms

Einspülung des Schlamms

Nur sehr zögerlich besiedeln Pflanzen die Oberflächen, mehr als eine Art Trockenrasenvegetation kommt dabei nicht heraus, kurioserweise gedeihen hier Orchideen.

 

Aber auch der Wasserhaushalt in der Region wird beeinflusst, ein Dammbruch eines dieser Sedimentationsbecken 2007 überflutete die zwischen zwei Becken durchführende Landesstraße mit mehr als 250000 m² Schlamm. Glück im Unglück: es geschah an einem Samstag abend gegen 23 Uhr, die Straße wurde nicht befahren.

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3 Responses to “Kahlschlag”


  1. 24. März 2014 um 08:49

    Das sieht ja ganz schlimm aus. Für diese Region war doch eine ökologische Umplanung angedacht? Oder hat das die group M…. aus Italien aufgekauft?

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  2. 2 karu02
    25. März 2014 um 14:09

    Das gefällt mir gilt nur für Deinen Bericht, nicht für die hier durch Bilder belegten Tatsachen. Das sieht ja gruselig aus.

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  3. 31. März 2014 um 10:46

    Äh … ja. Das ist eine Kulturlandschaft. Da muß ich über Steinbrüche und Monokulturen gar nicht groß klagen.

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