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Suzay – ländliches Übernachten

Wenn ich einen Urlaub in Frankreich plane und Möglichkeiten zum Übernachten suche, ist der erste Schritt immer der bei Gîtes de France mit der Recherche zu beginnen. Ich glaube nicht, dass es etwas Vergleichbares im deutschen Sprachraum gibt: eine Website mit unglaublich vielen, vor allem privaten Unterkünften in ganz Frankreich. Kennengelernt habe ich diese Möglichkeit zu Zeiten vor dem Internet, als man sich das Angebot in gedruckter Form als Katalog zuschicken lassen konnte, aber eigentlich, als ich im Sommer 1989 mit meiner französischen Zweitfamilie an der Loire unterwegs war.
Wie dem auch sei, für die erste Übernachtung wollte ich in der Nähe von Rouen, bei Les Andelys bleiben, um am folgenden Tag endlich die Burg Chateau Gaillard oberhalb der Seine zu besuchen. Richard Löwenherz, englischer König, der kaum in England weilte, sondern den Großteil seines Lebens in heute französischen Gefilden verbrachte, hatte sie in Rekordzeit errichten lassen, obwohl sie bald danach dem französischen König und Gegner in die Hände fiel, aber ich greife dem noch zu schreibenden Artikel vor!
Also, ursprünglich sollte Les Andelys das Ziel sein. Nachdem aber meine urpsrünglich avisierte Unterkunft freundlicherweise den Hinweis gab, dass ein Großteil der Innenstadt wegen des Jahrmarktes gesperrt sei, suchte ich etwas außerhalb weiter und fand recht bald die Möglichkeit in Suzay, einem winzigen Ort oberhalb der Seine. Schnell war per Mail die Reservierung und auch die Bezahlung erledigt, der Kontakt mit Vanessa, der jungen Wirtin hergestellt.

Das Wetter war uns nicht ganz so wohlgesonnen, dafür war der Empfang auf dem kleinen Hof sehr freundlich, der des jungen Hundes sogar begeistert.
Das Zimmer, vom Hof erreichbar, mit dunklem Boden, grüngestrichenen Wänden und einem bequemen Bett ist einladend modern eingerichtet, eine Badewanne und das Waschbecken sind im selben Raum, können aber mit einem Vorhang abgeteilt werden, die Toilette ist in einem separaten Cabinet untergebracht. Die Deko ist etwas Zen & Buddha, aber nicht zu aufdringlich. Wer mag, kann die frisch fertiggestellte Sauna benutzen.
Ansonsten bietet Vanessa auch ein „Table d’hôte“ an, also ein Essen, welches von den Gastgebern zubereitet und mit ihnen gemeinsam gegessen wird. Wer dieses bucht, sollte schon gut französisch sprechen, denn man sitzt ja zusammen am Tisch und plaudert über das Wetter, den Jahrmarkt, deutsche Autobahnen, den Job, die reizende kleine Tochter von Vanessa und Bruce und vieles mehr. So erfuhren wir, dass das Gîtes erst im Juni eröffnet hatte und Vanessa und Bruce erst seit zwei Jahren hier auf dem Land leben, vorher bei Paris in der Großstadt wohnten.
Währenddessen wurde die Vorspeise, ein Salat mit Ziegekäse, aufgetragen, später die Hähnchenbrust in Sahne mit Pilzen und Nudeln und der Nachtisch, eine Art Bratapfel mit Vanillesauce und nicht zu vergessen, die Käseplatte. Dazu gab es einen wunderbaren Cidre aus dem Nachbarort, dem wir alle Ehre antaten und die Flasche leergetranken.
Am nächsten Morgen war das Frühstück für französische Verhältnisse sehr reichhaltig mit frischem Baguette, petit pains au chocolat, selbstgemachter Marmelade und einem noch warmen Quatre quarts Kuchen. So gestärkt konnten wir im strömenden Regen zur Burgbesteigung aufbrechen.

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1 Response to “Suzay – ländliches Übernachten”


  1. 13. Oktober 2013 um 16:01

    Das könnte uns auch gefallen! Auch wir sind bisher, wenn wir in Frankreich nach einem Ferienhaus gesucht haben, immer bei Gîtes de France fündig geworden. Und jedes Mal waren wir sehr zufrieden.
    LG mb und dm

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