Archiv für Oktober 2013

20
Okt
13

Herbstzeitbilder

Herbstzeit ist Pilzzeit, da mussten auch die kleineren und größeren Exemplare vor die Linse, denen ich in den letzten Tagen begegnete. Im Tantengarten und anderswo…

13
Okt
13

Suzay – ländliches Übernachten

Wenn ich einen Urlaub in Frankreich plane und Möglichkeiten zum Übernachten suche, ist der erste Schritt immer der bei Gîtes de France mit der Recherche zu beginnen. Ich glaube nicht, dass es etwas Vergleichbares im deutschen Sprachraum gibt: eine Website mit unglaublich vielen, vor allem privaten Unterkünften in ganz Frankreich. Kennengelernt habe ich diese Möglichkeit zu Zeiten vor dem Internet, als man sich das Angebot in gedruckter Form als Katalog zuschicken lassen konnte, aber eigentlich, als ich im Sommer 1989 mit meiner französischen Zweitfamilie an der Loire unterwegs war.
Wie dem auch sei, für die erste Übernachtung wollte ich in der Nähe von Rouen, bei Les Andelys bleiben, um am folgenden Tag endlich die Burg Chateau Gaillard oberhalb der Seine zu besuchen. Richard Löwenherz, englischer König, der kaum in England weilte, sondern den Großteil seines Lebens in heute französischen Gefilden verbrachte, hatte sie in Rekordzeit errichten lassen, obwohl sie bald danach dem französischen König und Gegner in die Hände fiel, aber ich greife dem noch zu schreibenden Artikel vor!
Also, ursprünglich sollte Les Andelys das Ziel sein. Nachdem aber meine urpsrünglich avisierte Unterkunft freundlicherweise den Hinweis gab, dass ein Großteil der Innenstadt wegen des Jahrmarktes gesperrt sei, suchte ich etwas außerhalb weiter und fand recht bald die Möglichkeit in Suzay, einem winzigen Ort oberhalb der Seine. Schnell war per Mail die Reservierung und auch die Bezahlung erledigt, der Kontakt mit Vanessa, der jungen Wirtin hergestellt.

Das Wetter war uns nicht ganz so wohlgesonnen, dafür war der Empfang auf dem kleinen Hof sehr freundlich, der des jungen Hundes sogar begeistert.
Das Zimmer, vom Hof erreichbar, mit dunklem Boden, grüngestrichenen Wänden und einem bequemen Bett ist einladend modern eingerichtet, eine Badewanne und das Waschbecken sind im selben Raum, können aber mit einem Vorhang abgeteilt werden, die Toilette ist in einem separaten Cabinet untergebracht. Die Deko ist etwas Zen & Buddha, aber nicht zu aufdringlich. Wer mag, kann die frisch fertiggestellte Sauna benutzen.
Ansonsten bietet Vanessa auch ein „Table d’hôte“ an, also ein Essen, welches von den Gastgebern zubereitet und mit ihnen gemeinsam gegessen wird. Wer dieses bucht, sollte schon gut französisch sprechen, denn man sitzt ja zusammen am Tisch und plaudert über das Wetter, den Jahrmarkt, deutsche Autobahnen, den Job, die reizende kleine Tochter von Vanessa und Bruce und vieles mehr. So erfuhren wir, dass das Gîtes erst im Juni eröffnet hatte und Vanessa und Bruce erst seit zwei Jahren hier auf dem Land leben, vorher bei Paris in der Großstadt wohnten.
Währenddessen wurde die Vorspeise, ein Salat mit Ziegekäse, aufgetragen, später die Hähnchenbrust in Sahne mit Pilzen und Nudeln und der Nachtisch, eine Art Bratapfel mit Vanillesauce und nicht zu vergessen, die Käseplatte. Dazu gab es einen wunderbaren Cidre aus dem Nachbarort, dem wir alle Ehre antaten und die Flasche leergetranken.
Am nächsten Morgen war das Frühstück für französische Verhältnisse sehr reichhaltig mit frischem Baguette, petit pains au chocolat, selbstgemachter Marmelade und einem noch warmen Quatre quarts Kuchen. So gestärkt konnten wir im strömenden Regen zur Burgbesteigung aufbrechen.

13
Okt
13

Drive-in-Waschsalon

Frankreich hat immer einmal etwas Neues zu bieten:
Dieses Mal: der Drive-in-Waschsalon auf dem Supermarktparkplatz bei Ploubalay.
Die Vorteile liegen auf der Hand: dreckige Wäsche, gerne auch bis 18 kg, kann hier per Auto angeliefert, in die Maschine gestopft und später in den Trockner umgeladen werden. Nur: Zu welcher Maschine gehören die Briefkästen?

drive-in_1

drive-in_2

03
Okt
13

Stille Stunde in Gerberoy

Ich gestehe: ich bin ein Fan analogen Kartenwerks! Ich verweigere mich der Nutzung von diesen plappernden Dingern, die im Auto an der Windschutzscheibe kleben, mir partiell die Sicht verderben und mir obendrein noch sagen, wie und wohin ich fahren soll. Nur für fremde große Städte gestehe ich ihnen eine gewisse Daseinsberechtigung zu. Da ich für die Grand Tour nach Frankreich meinen mindestens 15 Jahre alten Autoatlas der Grande Nation zuhause gelassen hatte, da ich annahm, dass auch in Frankreich in den letzten Jahren die eine oder andere Ortsumgehung oder Autobahn neu entstanden sein könnte, stieg als Nr. 3 unserer Reisetruppe bei Cambrai ein aktuelles Kartenwerk französischer Straßen mit in den Wagen.
Mindestens ab Amiens wollte ich über Land fahren, um gegen Abend südöstlich von Rouen bei Les Andelys das Übernachtungsquartier zu erreichen. Gesagt, getan. Bei Corbie an der Somme (übrigens Standort des Mutterklosters von Kloster Corvey, bis heute mit Höxter verpartnerstädtert) verließen wir die große Straße und wandten uns über die Departementstraßen über Moreuil und Breteuil nach Südwesten. Inzwischen hatte ich mich als Navigator mit dem neuen Werk vertraut gemacht und wies auf kartierte Sehenswürdigkeiten in einem ca. 10 km Korridor links und rechts der Route hin. Da es, wie immer bei Köln morgens schon stauig gewesen war, verzichteten wir auf Pestsäulen, unterirdische Gänge, gallo-römische Anlagen und prähistorische Befestigungen, denn wir waren gegen 18 Uhr in der Unterkunft angemeldet. Zur Kaffeezeit plagte uns dann aber das schlechte Gewissen, soviel Sehenswertes ignoriert zu haben und wir bogen hinter Marseille-en-Beauvais von der D 930 in Richtung auf das auf der Karte gelb hinterlegte und damit als sehenswert eingestufte Gerberoy ab. Das Ortsschild verhieß, dass wir in eines der schönsten Dörfer Frankreichs gelangt waren, der weit außerhalb des Ortskernes angelegte großzügige Parkplatz hingegen ließ vermuten, dass es im Sommer heftigst besucht sein würde. Aber es war ja Mitte September und es hatte gerade einen heftigen Regenschauer gegeben. Hoffnung auf einen Platz in einem Salon de Thé (ein Café) keimte auf, als wir das Auto direkt am Ortsschild am Straßenrand abstellten. Es war sehr still im Ort, nur drei Japanerinnen mit iPad und Einkaufstüten kamen uns entgegen. Eine ältere Frau schaute aus einer Haustür, die sie sofort schloss, als ich ihr einen Gruß zunickte. Eine Katze lief über die Straße, dann schoss ein älterer R4 über die enge Ortsdurchfahrt. Wir waren fast alleine, nur ein englisches Ehepaar war irgendwann hinter uns aufgetaucht. Die Geschäfte ließen auf großen Besucherandrang zu Sommerzeiten schließen, für uns war keines geöffnet und noch schlimmer: kein Café weit und breit!
Die Stille war beindruckend, die Hortensien blühten, dass es eine Pracht war, aber langsam wurde uns das Örtchen unheimlich. Ich erschrak, als mich ein Mann mit Aktenmappe auf dem Arm überholte, eine Haustür aufschloss, die Mappe hineinwarf und schnell vor mir die Straße hinterging. Wohin bloß? Wusste er, wo es einen Kaffee gab?
Als wir an der Kirche auf dem Burgberg angelangt waren, kam uns das englische Ehepaar wieder entgegen, offensichtlich auch auf der Suche nach einem Heißgetränk. Wir lächelten aneinander vorbei und öffneten zeitgleich die Regenschirme, als uns der nächste Schauer zurück zum Auto und aus dem Dorf davontrieb.




Oktober 2013
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Bloggeramt.de

Nicht ICH werbe, sondern WORDPRESS
Eingeblendete Werbebanner, ads mit Spielen und Videos stammen von Wordpress und nicht von mir. Das ist der Preis fürs kostenlose Bloggen.
Auf Anzahl & Inhalte habe ich keinen Einfluss.


%d Bloggern gefällt das: