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Apr
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Waterloo

Es war einmal mehr Zeit für eine elegische Landpartie, dieses Mal in eine Gegend, in der ich noch nicht so häufig war. Das Wetter war bedauerlicherweise nicht so frühlingshaft wie meine Laune, ich hätte bei der steifen Brise gut und gerne Schal und Mütze brauchen können. Grau war der Himmel, aber dann war ich am Ziel der Etappe. Das gelbe Schild an der Landstraße wies den Weg: Waterloo.
waterloo 01
Viel geht mir durch den Kopf, denn natürlich muss ich sofort an den Ort wenige Kilometer südlich von Brüssel in Belgien denken, dort, wo Napoleon Bonaparte 1815 seine allerletzte militärische Schlacht schlug und gegen eine alliierte Streitmacht verlor. Abertausende Soldaten verloren viel mehr an diesem Tag: Mehr als 25.000 Angehörige der französischen Armee fielen oder wurden verwundet, auf der Gegenseite auch immerhin etwa 22.000 Soldaten.
Und der Stolz über den Sieg und seine erfolgreiche Teilnahme an der Schlacht brachte den preußischen Staatsministers Otto Karl Friedrich von Voss (1755 – 1823) dazu, einen Teil seines Gutsbesitzes nach dem Ort irgendwo im heutigen Belgien zu benennen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand der Ort, bis heute säumen nur ein paar wenige Häuser die holprige Dorfstraße.
Waterloo ist ein kleines Dorf in der Prignitz, das liest sich ungewohnt.. irgendwie.

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5 Responses to “Waterloo”


  1. 25. April 2013 um 20:49

    Ich habe den Eindruck, auf den weiten Wiesen und Feldern könnte man die Schlacht problemlos in Originalgröße nachstellen. Vielleicht war das der große Traum des preussischen Staatsministers ;)

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  2. 26. April 2013 um 18:40

    Da fragt man sich natürlich, wie wohl heute eine Ortsneugründung getauft würde –?

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  3. 27. April 2013 um 09:40

    Die Frage kommt auf, warum man dieses kleine Dorf so genannt hat… Über solche Ortsnamen muss ich immer schmunzeln, danke für den Bericht!

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  4. 4 karu02
    29. April 2013 um 11:08

    Das würde mich auch interessieren, warum dieser Ortsname?

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  5. 4. Mai 2013 um 21:18

    @karu & rotewelt, ich vermute einfach, dass der Herr von Voss nicht nur die Schlacht überlebt hat, sondern eben auch voller vaterländischem Stolz war, zu denen gehört zu haben, die den „kleinen Korsen“ in die Knie gezwungen hatten. Und selbiges sollte eben auch augenfällig gezeigt werden.

    @lakritze, hier bezweifele ich eher, dass aktuelle Ortsgründungen nach aktuellen Kriegsschauplätzen benannt würden. Hoffe ich zumindest…

    @haushundhirsch, Platz wäre wohl, ich persönlich bin froh, dass es keine Schlacht von waterlooschen Ausmaßen in der Prignitz gibt. Ein weites Feld ist mir so lieber und das schnuggelige Miniaturländchen im Vorgarten…

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