09
Jan
13

Der westfälische Patient

Ein wunderbarer Artikel, den ich gerne an meine Besucher hier weiterreichen möchte. Keine Sorge, es fließt kein Blut….

Das Blog ist noch ganz frisch, sozusagen neu aufgesetzt, da die Schreiberin dank zuviel-anderer-Dinge-zu-tun in den anderen nicht mehr hineinkam.

Ich freue mich auf zukünftige Lektüren bei ihr!

Conlaisa's Blog

Für meinen letzten freien Tag hatte ich mir etwas Besonderes vorgenommen: der Korbsessel meiner Großeltern sollte zum fachkundigen Restaurator.

Der Korbsessel diente schon meinen Groß- und Urgroßeltern als gemütliche Sitzgelegenheit und war Teil eines Ensembles, zu dem auch noch ein Tisch sowie zwei Kinderstühle gehörten. Auf letztgenannten saßen und tobten meine Tanten und Onkel zu Kindertagen herum und so verwundert es nicht, dass sie als erste aus der Sitzgruppe den Gang alles Irdischen gingen. Als nächstes folgte der Tisch und zuletzt wurde der vom Holzwurm befallene zweite Sessel den Flammen eines Gartenfeuers (als es noch „Brenntage“ gab) anheim gegeben. Was für ein trauriges Ende nach so vielen Jahren, in denen einander so viele Geschichte in gemütlicher Runde erzählt worden waren. Der letzte aus der Gruppe verbrachte die letzten Jahre im verwaisten Jugendzimmer meiner Schwester und wurde dank ihrer Erinnerung aus seinem Dornröschenschlaf erweckt.

Ich habe einige Polsterer in der Stadt…

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3 Responses to “Der westfälische Patient”


  1. 9. Januar 2013 um 20:22

    Ich war vor einigen Monaten auf einem Wochenmarkt im US-Bundesstaat Pennsylvania, wo auch alle möglichen Kunstgewerbe ihre Stände haben, so u.a. auch ein Korbstuhlflechter. Es war faszinierend ihm zuzugucken und ich habe fieberhaft überlegt, ob wir nicht irgendwo einen Stuhl haben, den ich ihm zur Reparatur bringen könnte (haben wir nicht). Schade, dass Conlaisa keinen Erfolg hatte. Und irgendwie erstaunlich, dass es ausgerechnet in der „Wegwerfgesellschaft“ USA so ein Handwerk noch gibt, was offenbar in Deutschland ausgestorben ist.

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    • 10. Januar 2013 um 18:08

      Die vergleichsweise einfachen Sitzflächen von Stühlen bekommt man auch hier in Deutschland allemal hergerichtet. Das Problem, welches meine Schwester und ihr Sessel haben, ist die Tatsache, dass niemand mehr den aufwändigen Prozess der Rohstoffaufbereitung und dann diese großflächige Flechterei auf sich nimmt, inklusive die „Fummelei“ das vierte Bein zu richten.
      Sie wird ihr Glück demnächst mal in Dahlhausen bei Höxter probieren, die eine lange Tradition der Korbflechterei haben, vielleicht lebt einer der alten Meister noch…

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  2. 3 Spoonfuls of Germany
    11. Januar 2013 um 00:14

    Ah ich verstehe. Was ist gesehen habe, war in der Tat keine OP am Bein, sondern „nur“ am Rücken. Schade, wenn so ein Handwerk ausstirbt, trotzdem viel Glück bei der Suche.

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