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Nov
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Wiener Impressionen

Wien ist immer eine Reise wert, auch wenn sie nur sehr kurz war und außer einer Tagung kaum Platz für Privates ließ. Nicht einmal bis zum Naschmarkt habe ich es geschafft, obwohl ich allenthalben gewarnt wurde, dass ein großer Umbau im Gange sei. Dieses Mal war ich auch nicht im Narrenturm, immer noch nicht in der Kapuzinergruft, habe kein Wiener Schnitzel gegessen und Sachertorte ebenfalls nicht. Ehrlich gesagt gab es viele andere Gerichte, die mir kulinarisch reizvoler erschienen, der Mittagstisch im „Holunderstrauch“ bot vieles mit Kürbis, bedauerlicherweise blieb auch nie Zeit für die hausgemachte Linzer Torte oder das Quittenküchlein.

Wie dem auch sei, erfreulicherweise ließ sich ein Treffen mit Frau Jou einrichten, wenn auch schon mit Rollköfferchen auf dem Weg zurück zum Flughafen.

Achja, noch eines: mir wurde dank eines Vortrages endlich klar, warum der Herr Mozart anno 1791 in einer Art Massengrab gelandet sei. In der Schule lernte ich etwas wie „Armenbegräbnis“, aber nun weiß ich, dass es dank der Bestattungsvorschriften des habsburgischen Kaisers Josephs II. so gekommen ist: er ließ die Friedhöfe außerhalb des Wiener Befestigungsringes verlegen und bestand aus Platzgründen darauf, dass die Verstorbenen in Gruppengräber bestattet wurden und die Hinterbliebenen keinen Aufwand mit der Markierung und Grabdenkmalen betrieben. Da Herr Mozart das Pech hatte, zu früh zu sterben, nämlich innerhalb der Gültigkeitsdauer dieses an sich fortschrittlichen Bestattungsbrauches, weiß nun niemand mehr, wo er denn nun genau zur letzten Ruhe gebettet wurde. Der Friedhof ist bekannt: der Sankt Marxer im damaligen Bezirk Landstraße, seit 1855 ist auch der Platz einigermaßen bekannt. Nun denn, Wien lohnt sich immer….

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7 Responses to “Wiener Impressionen”


  1. 1 karu02
    25. November 2012 um 20:27

    Wieder etwas gelernt! Deinem Schlusssatz kann ich nur zustimmen, am liebsten würde ich gleich mal hinfahren.

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  2. 3 Philipp Elph
    26. November 2012 um 09:00

    Ich liebe Treppenhäuser wie Du eins zeigst. Tolle Aufnahme!

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  3. 26. November 2012 um 16:19

    In welchem Kaffeehaus warst du denn da? Hat dich jou dorthin entführt?
    Ein paar Bilder von St. Marx aus meinem Blog.http://entegutallesgut.wordpress.com/tag/friedhof-stmarx/ Ich versuche zumindest zu zwei Jahreszeiten den Friedhof zu besuchen. Mittlerweile marschieren da leider schon so viele Leute durch, wie in dem mir so verhassten Touristennepp = Naschmarkt.

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    • 26. November 2012 um 19:23

      Tja, das hat man leider davon, dass man sich mitunter in der eigenen Stadt vor lauter Besuchern nicht mehr überall wohl fühlt. Kenne ich aus Berlin ja auch… Inzwischen bin ich froh, mir meine netten Erinnerungen vom Naschmarkt nicht durch einen erneuten Besuch ramponiert zu haben.

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  4. 30. November 2012 um 11:25

    Ach, ich hätte gern eine Wiener Mélange…
    das Treppenhaus ist wirklich wunderschön! Für deinen nächsten Wienbesuch wünsche ich dir, dass du nachholen kannst, was du jetzt versäumt hast!

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