03
Jun
12

Darf’s ein Küchlein mehr sein?

Der Juni scheint der perfekte Monat für Feiern unter freiem Himmel zu sein, manchmal später Frühling oder schon früher Sommer, die Bäume sind grün, der Holunder blüht noch, Mohn wiegt sich im Wind entlang der flüsternden Kornfelder. Auf einer grünen Wiese sind die Picknickdecken ausgebreitet, kleine Wölkchen tummeln sich am blauen Himmel, Hummeln taumeln durch die Kleeblüten.

So hätte es sein können, wenn gestern das Wetter mitgespielt hätte, hat es aber nicht. Die Gartenparty fand unter zwei großen Partyzelten statt, die Gäste fröstelteten immer mal und hüllten sich zu vorgerückter Stunde in Wolldecken bis schließlich das Ganze als Stehparty um den Feuerkorb fortgesetzt wurde.

Egal, der beste Beweis, dass es allen gefallen hat, war die Tatsache, dass sich niemand mit einem gemurmelten „Ich habe noch einen Termin“ oder so verdrückt hat. Schließlich gab es auch die eine oder andere kulinarische Verlockung, der wir uns gerne hingegeben haben. Ich hatte mich angeboten, etwas Süßes für den Nachmittag beizusteuern und so wählte ich unter Hilfe des Chefkochs und meines eigenen Rezeptbuches zwei Küchlein in fingerfood-Größe aus.

Holunderblüten-Küchlein

Zutaten: 5 Eier, 250 g Zucker, 250 g Butter, 250 g Mehl (Mischungs aus Weizen- und Dinkelmehl), 100 g gemahlene geschälte Mandeln, 1 Pck. Weinsteinbackpulver, Schalenabrieb von 2 Zitronen (unbehandelte natürlich), 250 g Puderzucker, 6 EL Holunderblütensirup.

Zitronenschale abreiben, inzwischen die Butter bei kleinster Hitze schmelzen lassen.

Die Eier mit dem Zucker und der Zitronenschale weiß-schaumig aufschlagen. Die geschmolzene, leicht abgekühlte Butter dazu geben. Die gemahlenen Mandeln unterziehen, dann die Mehlmischung (100g Weizen-, 150 g Dinkelmehl) mit dem Backpulver mischen und mit einem Schneebesen ebenfalls vorsichtig unterheben.

Da der Teig beim Backen gut aufgeht, nur wenig Teig (1 EL) in die Förmchen füllen. Ich habe zum ersten Mal Silikonförmchen ausprobiert und war überrascht, wie gut das funktioniert hat.

Im auf 160°C (Umluft) vorgeheizten Ofen 15 Minuten backen, die Küchlein sollten eher hell bleiben, daher mit Stäbchenprobe gegen Ende der Backzeit schon einmal nachschauen.

Während der Backzeit die Glasur bereiten: Puderzucker sieben und soviel Sirup zugeben, dass eine eher dünnere Glasurmasse entsteht, je nach Geschmack etwas Zitronensaft zugeben.

Die Küchlein soweit auskühlen lassen, dass keine Brandblasen an den Fingern entstehen und aus der Form lösen. In die Glasur eintauchen und auf einem Kuchengitter zum Abtropfen abstellen. Sobald sie nur noch handwarm sind, ein zweites Mal in die Glasur tauchen und dann trocknen lassen.

Schokoladen – Kirsch – Tartelettes

Teig: 240 g Mehl (wieder Weizen- und Dinkelmischung), 60 g Puderzucker, 1 Prise Salz, 100 g eiskalte Butter, 1 Ei.

Belag: 375 g Halbbitter-Schokolade, 375 g Crème double, 1 Glas Amarenakirschen (ca. 140 g), evt. 1 EL Cognac.

Fett für die Muffinblech

Einen Mürbeteig bereiten, in Folie wickeln und etwa 30 min kühl stellen. Amarenakirschen abtropfen lassen und vierteln. Zwei Muffinbleche (je 12 Vertiefungen) einfetten. Den Mürbeteig in 24 Teile teilen (hier hilft eine Küchenwaage sehr!) und zu kleinen Teigkugeln formen. diese in den Vertiefungen des Muffinblechs drücken, den Rand etwa 3 cm hoch ziehen. Mit einer Gabel mehrfach einstechen und im vorgeheizten Backofen bei 175°C (Umluft 150°C) etwa 15 min backen. Abkühlen lassen.

Für die Füllung die Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen, in einem zweiten Topf die Crème double auf- und etwas einkochen und dann leicht abkühlen lassen. Beides vermengen. Amarenakirschenviertel auf die abgekühlten Mürbeteigböden geben, für die Garnitur 24 Stückchen zur Seite legen. Die Schokoladensahnemischung auf den Böden verteilen, in die erkaltende Masse ein Kirschstückchen drücken.

Bei dem kühlen Juniwetter war es kein Problem, sie am offenen Küchenfenster erkalten zu lassen.

PS. Meine Freundin Andrea nennt diese Küchlein sehr treffend „Monsterpraline“.

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14 Responses to “Darf’s ein Küchlein mehr sein?”


  1. 1 karu02
    3. Juni 2012 um 13:09

    Ach, sehen die hübsch aus! Holunderblütensirup hätte ich noch vom Vorjahr, Silikonförmchen aber nicht, wusste nicht mal, dass es solche Teile gibt. Danke für den Hinweis und das Rezept.

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  2. 3. Juni 2012 um 14:08

    Ganz lecker, die Holunderteilchen. Ich habe so eine Form mit Miniovalen, da muss ich endlich mal was ausprobieren. Danke für den Tipp.

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  3. 3. Juni 2012 um 14:57

    Sieht äußerst lecker und verführerisch aus! Bei diesen Köstlichkeiten können einem kleine Frösteleien nichts anhaben …

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  4. 3. Juni 2012 um 15:32

    Ich glaube, da haben Sie mit Monsterpralinen und Holunderküchlein den besseren Fang für den gestrigen Tag gemacht. Auch wenn’s womöglich nicht ganz junischön war … Es sieht sehr lecker aus!

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  5. 3. Juni 2012 um 20:33

    @karu, ich habe eine Art Wissensvorsprung…

    @kormoranflug, bitte-bitte JA!

    @haushirschhund, mit einem Heißgetränk waren sie sehr köstlich ;-)

    @indica, ja, ganz bestimmt war das die bessere Wahl. Kaffee aus Thermoskannen, der mehrere Stunden schon steht, hilft nicht gegen akute Müdigkeitsschübe zur Mittagszeit…

    @Lakritze, /taschentüchleinreich /Krümeleinsammel ;-)

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  6. 5. Juni 2012 um 12:33

    Das werde ich auf jeden Fall mit meinem selbst gemachten Holunderblütensirup probieren, ich habe ihn noch nie zum Backen benutzt. Gute Idee, das in Miniförmchen machen, danke für das Rezept!

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  7. 6. Juni 2012 um 12:07

    Wow die sehen ganz lecker aus, wish I had those cake tins?

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    • 6. Juni 2012 um 14:38

      Both, the flower-shaped and the flat mini-cake tin, were rather cheap. The first one is available at the swedish-shop with the four majuscule letters, the other was just a „accidental shopping“ for about 2 €, just lucky…

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