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Monbijou – ein Augenblick

Bei einem Spaziergang bei bestem Sonnenwetter durchquerte ich schlendernd den Monbijoupark zwischen Spree und Oranienburger Straße. Das übliche Szenario, sobald die Sonne etwas Wärme verschenkt: der noch vom Winter recht schwächliche Rasen war gesprenkelt von Leuten, die unbedingt ihr Hinterteil leicht erdfarben einfärben wollten. Ich musste grinsen, ging weiter und dachte an Kindertage, als meine Schwester und ich auch unbedingt ein erstes Picknick mit der Puppenschar im Garten abhalten wollten. Und natürlich gab es Schimpfe, wenn die Spieldecke und unsere zarten Rückseiten feucht vom nassen Boden wurden.

In den engen Straßen und kleinen Parks fällt es mir immer schwer, verschwundene Gebäude vorzustellen, südlich der S-Bahn am Hackeschen Markt die ehemalige Berliner Garnisonkirche, hier gar ein ganzes Schloss, welches zumeist von den alleine gelassenen preußischen Köninnen bewohnt wurde, das Schloss Monbijou.

Nachdem das im 20. Jahrhundert als „Hohenzollernmuseum“ genutzte Gebäude 1943 ausgebrannt war und schlussendlich 1959 ganz abgerissen wurde, blieb nur noch das Gelände mitsamt einem Schwimmbad für Kinder und Liegewiese für Berliner und Zugereiste.

2006 wurde bei Umgestaltungsarbeiten eine Spolie des Schlosses entdeckt, die nun, einsam wie weiland im 18. Jahrhundert die vom Gatten ungeliebten preußischen Königinnen halb aus der Erde in das gleissende Licht der Berliner Gegenwart blinzelt.

Ein Stücke architektonischer Heiterkeit des 18. Jahrhunderts


7 Responses to “Monbijou – ein Augenblick”


  1. 19. März 2012 um 18:55

    In diesem Park soll doch das phänomenale „c/o“ eine neue Heimat finden. Guter Platz.

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  2. 19. März 2012 um 19:59

    Wie schön, erstmal dieser bunte Tulpenstrauß, zweitens der Bericht vom Monbijou-Platz. Ich wusste noch gar nicht, dass da mal ein Schloss war, und das, obwohl ich mal ein dreiviertel Jahr lang am Monbijou-Platz gearbeitet habe, (gewohnt habe ich allerdings in Neukölln) es muss jetzt im Frühjahr herrlich sein dort und überhaupt in der Gegend. Vermisse Berlin überhaupt sehr. Danke für die Erinnerung, dass es noch existiert!

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  3. 5 opavati
    20. März 2012 um 10:20

    Warum findet sich eigentlich seit Jahren keiner der das Schloss wieder aufbauen will? Es würde sogar in das Ensemble „Forum Museumsinsel“ des Pizzakönigs gleich nebenan passen. Schlösserneubau ist doch gerade Zeitgeist.

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  4. 7 kormoranflug
    21. März 2012 um 17:33

    Mir gefällt Dein Bild vom versunkenen Schloss.

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