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Feb
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Abschied vom Hof

Der Umzug ist vollbracht, der Abschiedsschmerz verblasst langsam angesichts der neuen Umgebung und einer vorsichtigen Vorfreude, diese zu entdecken. Dennoch: Ich werde das Fenster zum Hof vermissen, dieser Hof, der sich zwischen zwei Häuser schmiegte und somit den Anrainern genügend Licht und Luft zum Atmen und auch zum Schauen gab. Niemand war nahe genug an des Nachbarn Fenstersims, um Gesichter oder echte Einzelheiten zu erkennen. Nun gut, der Rhythmus des Pärchens, welches offensichtlich dem lustvollen Beischlaf bei hellstem Zimmerleuchten nachging, war nicht fehlzudeuten, aber ich hätte sie wohl auf der Straße nicht eindeutig identifizieren können. Heidi, die Nachbarin mit dem grünen Überdaumen, die Hofgarten und Hausflur begrünte und mit den Ablegern von geschenkten Grünpflanzen bevölkerte, wird mir fehlen, ihr immer fröhlich hüpfendes Töchterlein ohne jedwede Scheu oder die im Gegensatz auch nach Jahren des Zusammenwohnens im Haus immer noch leicht  scheuen Mädchen aus der Wohnung unter uns.

Es ist vorbei, tschüss, Simon-Dach-Straße!

Eiskaltes Fenster und heiße Tränen...

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6 Responses to “Abschied vom Hof”


  1. 1 kormoranflug
    8. Februar 2012 um 18:24

    Den Eisblumen auf dem Einfachfensterglas würde ich keine Träne nachweinen.

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  2. 2 karu02
    8. Februar 2012 um 18:26

    Ein besseres Abschiedsfoto hättest Du nicht machen können, unten rechts zufällig ein vom Eis zufällig frei gelassenes Fenster für die Phantasie der Betrachterin. Oder sind dort Deine heißen Tränen herunter gelaufen?
    Viel Glück jedenfalls im Neuen!

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  3. 3 Clami
    9. Februar 2012 um 08:17

    Hach ja, wenn ich das so sehe, werde ich doch auch kurz wehmütig angesichts der diversen gemütlichen Abende unter anderem vor bedeutungsschwerem Fenster … Aber wo wären wir, wnen wir nicht neugierig nach vorn schauen würden ;-) Bin sehr gespannt auf das neue Domizil!!

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  4. 9. Februar 2012 um 21:08

    Dieses Fenster hat uns alle eine lange Zeit begleitet…

    Wünsch Dir eine spannende Entdeckungsreise in der neuen Heimat.

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  5. 5 richensa
    10. Februar 2012 um 09:46

    @kormoranflug, das war das einzige einfachverglaste, meist hing eine Decke davor, so habe ich es meist nicht bemerkt, wie kalt es dadurch zog.
    @karu, nein, so viel Tränen waren es dann doch nicht, die an jenem Tag das Fenster vom Eise hätten befreien können ;-)
    @clami, auf zu neuen Gefilden, auch in der neuen Wohnung hat’s Fenster, die noch mit Bedeutung behaucht werden müssen.
    @wassily, ich habe schon neue Fenster jenseits des Hofes entdeckt. DAS Thema ist noch nicht durch ;-)

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  6. 10. Februar 2012 um 20:00

    Sieht sehr nach Nimmerwiedersehn aus! Genau das wird es natürlich in der grundsanierten Wohnanlage nicht mehr geben.
    Viel Vergnügen beim Neulandentdecken!

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