Archiv für Februar 2012

24
Feb
12

Alte Schachtel

Es ist erst ein paar Jahrzehnte her, als eine Dame von Welt niemals ohne passende Kopfbedeckung verreist wäre. Natürlich wurden auch Hüte zum Wechseln mitgeführt. Heute ist ja das Huttragen, wie lakritze letztens schon schrieb und karu zu widerlegen versuchte, etwas aus der Mode gerate, zumindest was weite Teile der weiblichen Bevölkerung angeht. Nur wenn es nach Ascot zum Pferderennen, zu einer Hochzeit in vermeintlich erlauchten Kreisen geht oder die Sonne durch zu dünnes Haupthaar brennen würde, wird (wieder) Hut getragen. Da nur der erste Grund wohl nicht auf meine Großmutter väterlicherseits zutraf, hatte sie auch einige Kopfbedeckungen: für den Winter passend zum Mantel eine Persianerkappe oder für ein samtiges Hütchen in Schwarz. Auch im Sommer trug sie zu den jeweiligen Mänteln Hut. Wurde es zu heiß, dass frau keinen Mantel trug, sondern nur ein Jäckchen, ging sie, soweit ich mich erinnere, kaum aus. Schwitzen gehörte nicht in die Öffentlichkeit.

Immerhin bin ich so in den Besitz einer Hutschachtel, nein eher eines Hutköfferchens gekommen, in dem nun mein Strohhut „für gut“ schlummert. Für den Fall, dass ich mal überraschenderweise zu einer Hochzeit im Hochadel oder so geladen bin…

Danke, Oma!

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14
Feb
12

Der Eisbrecher vom Plänterwald

Das Wochenende lockte mit Sonne und eine dünne Schneedecke auf dem Eis auf selbiges. Als Kind gab es bei mir zuhause zwar immer mal Schnee, aber Seen mit Eis waren für mich unerreichbar und von meinen Eltern als so gefährlich dargestellt, dass ich gefrorene Wasserflächen entweder nur in Pfützengröße oder ansonsten in Eissporthallen betreten mochte.

Nach dem strengen Frost der letzten anderthalb Wochen war das Eis auf der Rummelsburger Bucht nun dick genug, um eine Menge eishungriger Berliner tragen zu können. Und es war ordentlich etwas los auf dem Eis: da wurde Schlittschuhgelaufen, flaniert, Würstchen gegrillt, Eishockey auf selbstgeräumter Eisfläche gespielt, sich im Eisstockschießen geübt und Glühwein getrunken.

Bis aus der Bucht hinaus bin ich über das von weißem Schnee bedeckte dunkle Eis geschlendert. Sobald ich die beiden Tonnen am Ausgang der Bucht passiert hatte, änderte sich die Struktur des Eises etwas: hier war die Fläche nicht mehr so eben wie in der Bucht, sondern unter den Füßen fühlte ich die Struktur kleiner Schollen, die zusammengeschoben und vereist waren. Ich schlenderte weiter, die Schollen wurden größer, waren aber immer noch fest miteinander „verbacken“. Gerade, als ich mich hinknien wollte, um die tollen Miniatureisberge genauer zu betrachten, hörte ich von Ferne das Tuckern eines Schiffes: der Eisbrecher!

Er kam stromaufwärts, zog in einigen hundert Metern auf der kaum noch offenen Spree seine Runde, drehte vor dem Abzweig zur Rummelsburger Bucht wieder nach stromaufwärts ab. Wenige Augenblicke später begann das Eis zu rumoren: ein tiefes Knacken und Brummen, so, wie ich es noch nie gehört hatte, zog sich von der Eiskante bis weit in die Bucht hinein. Vorsichtshalber zog ich mich erst einmal Richtung Bucht zurück, aber am Eis selber rührte sich nicht, nach ein paar Augenblicken war es wieder ruhig im Eis.

Der Eisbrecher war schon wieder hinter der Flussbiegung verschwunden.

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12
Feb
12

Im Keller ist es duster

Es ist schon das dritte Mal, das ich ein Kellerabteil von meinen Vermietern zugewiesen bekam und als ich einzog, war da *schwups* schon jemand anderes eingezogen und weigerte sich, mitsamt seinem Kram dort wieder auszuziehen. Dieses Mal hat der Ersatzkeller wenigstens etwas, das der ursprünglich angedachte nicht hat: ein interessantes Innenleben!

Die Wände sind mit Zeitungen von 1963 tapeziert. Sobald es wieder wärmer ist, werde ich die Kellerwände einmal einer intensiveren Inspektion unterziehen.

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08
Feb
12

Abendstimmung

Die neue Umgebung will vorsichtig erkundet werden, langsam taste ich mich vorwärts. Still ist es nicht, die S-Bahn donnert schneller über die Brücke, als ich Handschuhe ausziehen und das tragbare Telefon mit integrierter Kamera in Schussposition bringen kann. Da die Bahn nur in größerer Taktung fährt, warte ich nicht auf die nächste und schaue nur versonnen in das blasse Abendrot.

Abendstimmung am Kanal

06
Feb
12

Eisig

Wer sich über mehrere Stunden bei etwa -16°C bis -18°C draußen herumtreibt, braucht zunächst einmal ein paar gute Gründe und wärmende Kleidung. Ich kann nun für mich behaupten, dass ich wohl zur Polarfoscherin nicht tauge, denn diese vier Stunden haben mir vollkommen gereicht.

Auch wenn die Sonne verlockend an windschattigen Plätzen das Gesicht wärmte, zog doch der leichte Wind die Restwärme aus behandschuhten Händen, aus den Beinen, die nur von zwei Schichten Beinkleid bedeckt waren. Dennoch hätte ich die Zeit nicht missen mögen, aber gerne mehr Zeit für meine eigenen Entdeckungen gehabt…

04
Feb
12

Abschied vom Hof

Der Umzug ist vollbracht, der Abschiedsschmerz verblasst langsam angesichts der neuen Umgebung und einer vorsichtigen Vorfreude, diese zu entdecken. Dennoch: Ich werde das Fenster zum Hof vermissen, dieser Hof, der sich zwischen zwei Häuser schmiegte und somit den Anrainern genügend Licht und Luft zum Atmen und auch zum Schauen gab. Niemand war nahe genug an des Nachbarn Fenstersims, um Gesichter oder echte Einzelheiten zu erkennen. Nun gut, der Rhythmus des Pärchens, welches offensichtlich dem lustvollen Beischlaf bei hellstem Zimmerleuchten nachging, war nicht fehlzudeuten, aber ich hätte sie wohl auf der Straße nicht eindeutig identifizieren können. Heidi, die Nachbarin mit dem grünen Überdaumen, die Hofgarten und Hausflur begrünte und mit den Ablegern von geschenkten Grünpflanzen bevölkerte, wird mir fehlen, ihr immer fröhlich hüpfendes Töchterlein ohne jedwede Scheu oder die im Gegensatz auch nach Jahren des Zusammenwohnens im Haus immer noch leicht  scheuen Mädchen aus der Wohnung unter uns.

Es ist vorbei, tschüss, Simon-Dach-Straße!

Eiskaltes Fenster und heiße Tränen...




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