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Ungemach und Gemach gehören zusammen

Mehrfach habe ich über das Ungemach, welches mir ins Haus steht berichtet. Nun wird es richtig ordentlich Zeit, dass es auch einmal wieder „Gemach“ gibt, so wie es lakritze mir schon wünschte. Und es gibt nun wirklich ein neues Gemach, wenn auch nicht mehr in Friedrichshain, sondern in Treptow, also außerhalb des Berliner S-Bahnringes.

Die Suche gestaltete sich nicht einfach, Massenbesichtigungen trotz Makler waren ebenso dabei wie Absagen, Vertröstungen („Sie rücken doch nach, wenn die anderen absagen“) und Frustrationen. Einmal hatten wir sogar vier Stunden lang eine Zusage für eine Wohnung, die uns eigentlich nicht besonders gefiel, die aber aus verschiedenen Gründen doch in Betracht gekommen wäre. Der Vermittler sagte mir am Telefon etwas davon, dass er nicht gewusst habe, dass ausgerechnet heute morgen der Mietvertrag anderweitig unterschrieben worden sei.

Irgendwann war dann uns das Glück doch noch hold. Die Wohnung war eine Weile im Angebot gewesen, aber durch die Lage offensichtlich nicht auf dem „Must have“-Radar der Wohnungssucher. Die Vergabe wurde durch einen Makler abgepuffert, auch Kosten, die man nicht eben mal so einfach haben möchte. Aber da mit dem derzeitigen Vermieter eine Art finanzieller Übereinkunft im Raum schwebte, wenn wir bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgezogen sein würden, haben wir den Termin mit der Maklerin vereinbart.

Die Wohnung ist wirklich schön, auch wenn sie zwei bis drei Minuspünktchen hat, die aber durch einige andere Pluspünktchen aufgewogen werden: Die Lage ist nicht mehr so zentral wie die der jetzigen Wohnung, dafür ist der Preis ähnlich dem jetzigen. Leider geht sie nach Osten und Norden hinaus (also nie mehr rote Pepperoni vom Balkon), dafür ist das Schlafzimmer zum ruhigen Innenhof. Leider passt die Waschmaschine nicht mehr ins Bad, dafür sind Bad und WC nun getrennt. Leider muss die Waschmaschine nun in die Küche, dafür wird sie mit Spülmaschine und einem Unterschrank zusammen mit einer Arbeitsplatte überbaut und so habe ich mehr Arbeitsplatz, denn die Anrichte muss in die Kammer auswandern. Dafür kann ich mich von Überflüssigem in der Küche trennen. Ein Minus, welches wirklich nicht aufgewogen werden kann, hat die Wohnung doch: es gibt kein Gas mehr zum Kochen! Achja, Küche und Wohnzimer sind nun zwei durch einen Flur getrennte Räume, nix mehr mit großer offener Wohn-Ess-Küche!

Dank einem CAD-Programm konnte ich alle Möbel schon im Grundriss hin- und herschieben, es scheint alles zu passen. Zudem gibt es eine größere Kammer, in der die Anrichte aus der Küche, die Wäschekommode aus dem Bad und der Trockner nunmehr eine neue WG gründen können, unterstützt von IVAR aus dem Schwedenland.

Die Zeit hier in Friedrichshain neigt sich dem Ende zu, natürlich bin ich nicht glücklich über dieses von außen aufgezwungene Ungemach. Inzwischen waren die ersten Kaufinteressenten in der Wohnung, die für 321.000 € über den Tresen gehen soll. In einem Hochglanzprojekt wird mit schönen 3-D-Zeichnungen für den Einkauf geworben, am Haus hängt inzwischen auch ein großes Werbebanner.

aus der Werbebroschüre: Lage Lage Lage


9 Antworten to “Ungemach und Gemach gehören zusammen”


  1. 1 Philipp Elph
    12. Januar 2012 um 18:03

    Freue mich für Dich!
    Dann haben ja alle was sie wollen. Der jetzige Vermieter ist Euch demnächst los, der neue hat angenehme Mieter, Ihr werdet bald in eine neue Wohnung umziehen können und den Ungemach-Stress hinter Euch lassen.
    Eine win-win-win-Situation!

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  2. 2 karu02
    12. Januar 2012 um 19:15

    Umziehen ist gar nicht so schlecht, man wird allerlei Lasten los und mal frisch einrichten macht auch Spaß. Ich wünsche Euch einen reibungslosen Umzug.

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  3. 12. Januar 2012 um 19:51

    Ach, schön. Freut mich für euch — so be-dacht fühlt man sich einfach besser.

    Aber diese Maklerlyrik, zum Speien. »… Preissteigerungen … Ende nicht abzusehen«. Na, denne.

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  4. 14. Januar 2012 um 13:09

    Dann mal guten Umzug und gutes Eingewöhnen an die neue Wohnung und die neue Umgebung. So wird mein Söhnchen jetzt die Stellung am Boxi halten müssen…

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  5. 5 richensa
    14. Januar 2012 um 22:38

    @Philip, naja, mal sehen… eigentlich gewinne ich lieber richtig ;-))

    @karu, danke dir, die ersten 50 Kartons sind heute gefüllt worden, alles Bücher *schütteldenKopf*

    @lakritze, tja so ist das hier in der Gegend, als Vermieter oder Verkäufer hat man hier das goldgeile Glitzern in den Augen, und ja, hier ist ein Ende wirklich nicht abzusehen..

    @wassily, das wird er wohl müssen, ich bin dann mal wech…

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  6. 15. Januar 2012 um 13:57

    Treptow ist doch auch wirklich sehr schön. Ich weiß ja nicht, in welche Ecke davon Sie ziehen, aber ich mag es ganz gern. (wohne aber auch in Kreuzberg36) Zumindest scheint es mir „normaler“ zu sein als Ihre bisherige Gegend, in der ich zwar zu meinem Lieblingsfriseur Mariusz gehe, aber ansonsten schon seit vielen Jahren das Gefühl von Überbevölkerung durch Berlin-Gefühlssucher habe. Aber was sage ich da, am Görlitzer Park ist es langsam auch nicht mehr anders und wahrscheinlich dürfte ich hier auch nie mehr auf die Idee kommen, mir eine neue Wohnung zu suchen, weil unbezahlbar und langsam durchgentrifiziert …

    Jedenfalls wünsche ich Ihnen alles Gute und viel gutes Wohn-Karma im neuen Heim!

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    • 18. Januar 2012 um 18:02

      „Berlin-Gefühlssucher“ wird mein (Un-)Wort des Monats, denn es trifft es haargenau! Im übrigen sind Sie nun die dritte, von der ich weiß, dass sie nur wegen Mariusz hierher kommt…
      Ja, so einfach und bezahlbar wie vor neun Jahren, als ich in diese Wohnung zog, ist die Sucherei und Finderei nicht mehr. Damals genügte eine zufällig auf dem Cafétresen liegende Zeitung und ein Anruf, um diese Wohnung zu bekommen.

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  7. 8 kormoranflug
    15. Januar 2012 um 17:35

    Ganz viel Energie und Ausdauer wünsche ich Dir zum Umzug. In Treptow gibt es schöne Häuser. Zum neuen BBI ist es dann ganz nah und auch in den Berliner Süden.

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