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Tabula rasa auf der Balkonplantage

Gestern herrschte ja in Brandenburg, meinem Bundesarbeitsland, Feiertag. Wo andernorts Halloween begangen wird, war Reformationstag. Heute haben dafür die überwiegend katholischen Bundesländer aus Allerheiligen-Gründen ihren stillen Tag. Nun ja, diese Feiertage sind ein untrügliches Zeichen, dass sich der Herbst auch seinem Ende nähert und der Winter mitunter schon an die Pforte pocht.

Zeit also, die Basilikum- und Pepperonipflanzungen ihrer letzten Bestimmung dieses Jahres zuzuführen. Vier üppige Basilikums ergaben eine Riesenschüssel voller duftender Blätter, wie ich aber feststellen konnte, hätte ich auch nicht viel länger warten dürfen, denn die ersten Blätter hatten sich leicht missmutig ob der gesunkenen Temperaturen schon verabschiedet. Leider werden auch die Pepperoni nicht mehr so richtig rot oder schwarz, sondern es bleibt eine etwas indifferente Farbe verschiedener Zwischentöne. Wer sich nicht mehr entscheiden konnte, ob es etwas Scharfes würde, wird in den nächsten Tagen nun zu einem süßsauren, leicht essighaltigen Dasein in Gläsern verurteilt, aber dazu später.

Zunächst einmal wurde aus den Basilikumblättern ein schönes Pesto di Berlino! Ein echtes Rezept dazu gibt es nicht, es wurde verarbeitet, was die Küche hergab.

Blätter von vier üppigen Basilikumpflanzen

50 g Pinienkerne, 100 g blanchierte Mandeln (in Ermangelung von mehr Pinienkernen)

4 Knoblauchzehen

1/2 l Olivenöl

150 g Pecorino, fein gerieben

Meersalz, etwas grüner Pfeffer.

Der tapfere Pürierstab und ich verarbeiteten es zu einer wunderbar cremigen Masse, die in vier Marmeladengläser abgefüllt wurde und zusätzlich mit dem kräftigen Olivenöl luftdicht abgeschlossen wurde. Abgeschmeckt wurde natürlich auch.

Der Winter kann kommen, ich habe den Sommer und den sonnigen Herbst sozusagen in’s Glas gesperrt!

Vorform des Pesto di Berlino


8 Antworten to “Tabula rasa auf der Balkonplantage”


  1. 1 karu02
    1. November 2011 um 11:18

    Leider ist bei mir kein Blättchen mehr übrig geblieben für so einen schönen Wintervorrat.

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  2. 2 philipp1112
    1. November 2011 um 12:55

    Obwohl das Thermometer noch keine Minustemperatur angezeigt hat, ist das Basilikum schlapp – und was bei Dir die unreifen Peperoni sind, sind bei uns die Feigen: unreif und es wird nichts mehr. Allerdings habe ich noch keine Verwendung für die sehr,sehr unreifen Früchte gefunden.

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    • 3 karu02
      2. November 2011 um 15:35

      Falls Dir noch etwas einfällt dazu, lass es mich wissen. Unsere Feige hat sich zwar von den beiden letzten Wintern gegen alle Erwartungen bestens erholt, drei Früchte konnte ich sogar ernten und essen (nur das Innere), der Rest ist aber genau im gleichen Zustand wie von Dir beschrieben. Selbst die nächsten prophezeiten warmen Tage werden das nicht mehr ändern, es sei denn, der Winter fällt aus. Dagegen spricht die Emsigkeit des Eichhorns und des Ingels.

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  3. 1. November 2011 um 14:51

    Nachdem die Blattläuse (wieder mal, grrrr) auf mein Küchenfensterbrett gefunden hatten, habe ich von Pesto abgesehen. Die Welt ist ungerecht.

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  4. 5 richensa
    1. November 2011 um 18:56

    @karu & lakritze: dann müsst ihr mal zum Pestoverkosten kommen. Auf dem Fensterbrett wird der Basilikum auch nie so üppig, der braucht Sonne, (frische) Luft und etwas Wind.

    @philipp: schau mal hier, ob das was für dich ist:
    http://www.chefkoch.de/rezepte/1289371234296182/Feigenmarmelade-aus-unreifen-Feigen.html oder hier mal schauen: http://www.chefkoch.de/suche.php?suche=unreife+Feigen&wo=0
    Und bitte von der Entscheidung und dem Ergebnis berichten! ;-)

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    • 6 philipp1112
      1. November 2011 um 19:57

      Liebe richensa,
      es ist nicht so, dass die Feigen an meinem Bäumchen nicht ganz reif sind, sie sind noch gar weit von der Reife entfernt, befinden sich sozusagen im vorpubertären Stadium. Alle gutgemeinten Rezepte, daraus eine Marmelade herzustellen, sind deshalb nicht anwendbar.
      Aber – und vielen Dank für den Link zum Chefkoch – ein Rezept hatte ich noch nicht gesehen. Das mit dem Feigenkompott http://www.chefkoch.de/forum/2,15,179321/unreife-Feigen.html
      Und das ist – da lacht mein Chemikerherz – mit Natriumhydrogencarbonat, auch Backsoda oder Bullrichsalz genannt oder als E 500 ii bezeichnet. Wird auch eingesetzt zur Mumifizierung von Leichen (sind unreife Feigen als Leichen zu betrachten und zu verarbeiten?).
      Wie dem auch sei: Das könnte was werden!

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  5. 8 richensa
    1. November 2011 um 20:11

    @philipp: na dann, prost! Aber sage nicht, dass ich es nicht versucht hätte! Ich kenne Feigen eben auch nur in reifem Aggregatzustand vom Baum in Südfrankreich. Dann lass mal die ameisenkillende Mumienchemie schön in der Schublade, wer weiß, wozu du sie noch brauchst.. ;-)

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