Archiv für November 2011

27
Nov
11

Weihnachtlicher Stollen, erster Versuch

Wie jedes Jahr überrascht mit der erste Advent immer wieder: plötzlich, wie aus dem Hinterhalt ist er da. Man könnte natürlich einwenden, dass ich ja seit spätenstens Ende August auf dessen baldiges Erscheinen permanent und in allen Läden erinnert werde, aber ehrlich gesagt, ist mir das zuviel Erinnerungspling-pling. So ignoriere ich seit etwa Ende Oktober das Vorweihnachtsgedöns, entziehe mich hartnäckig den Verlockungen von Zimtsternen, Spekulatius oder Marzipankartoffeln. Wobei mir nichts mehr davon wirklich schmeckt, seitdem ich weiß, wie diese Leckereien schmecken können, wenn sie nicht aus dem Discounter, sondern selbstgemacht oder von einem Konditor hergestellt wurden.

Nun waren die letzten Wochen auch nicht gerade dazu geeignet, so etwas wie vor-adventliche Stimmung aufkommen zu lassen. Wobei der akademische Teil vom mir als Restkatholikin auch beharrlich den Zeigefinger hebt und ausführt, dass eigentlich erst die Adventszeit diejenige ist, die auf das Weihnachtsfest hindeutet und streng genommen eine Fastenzeit ist. Streng genommen!

Nun denn, vieles aus der Keksbäckerei habe ich selber schon ausprobiert, mein Favorit ist eindeutig die Lebkuchenecke. Da bin ich aber fast ein wenig zu spät dieses Jahr, denn der Teig möchte eigentlich schon fertig sein und auf dem Balkon im Kühlen vor sich hinziehen. Hat aber dieses Jahr eben nicht geklappt. So habe ich mich einer neuen bäckerischen Herausforderung gestellt: dem Stollen!

Lange habe ich im Netz nach einem passenden Rezept gesucht, da ich nicht behaupten kann, dass in meiner Familie seit mindestens 18 Generationen ein supergeheimes Rezept, welches nur in der Matrilinie weiter gegeben wird, existiert. Nein, wir sind eher die Lebkuchenfraktion. Aber dieses Jahr wird Stollen probiert!

Und das Netz war gnädig! Hier fand ich, wonach ich suchte!

Also los:

Weihnachtsstollen oder auch „süßes Prachtstück“

(nach Art der Chefköchin lone_bohne)

Zutaten für den Teig:

300 g Rosinen
3 Essl. brauner Rum
540 g Weizenmehl (Type 405)
90 g Zucker
85 g Butterschmalz
250 g Butter
je 50 g Zitronat und Orangeat
120 g enthäutete gemahlene Mandeln (auch Mandelblättchen eignen sich sehr gut)
30 g Marzipanrohmasse
1 gestr. Teel. Salz
abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
1/4 Teel. Stollen- oder Lebkuchengewürz
140 ml Vollmilch
2 Würfel frische Hefe

AUSSERDEM:
100 g ausgelassene Butter oder Butterschmalz
75 g Zucker 100 g Puderzucker

1. Zutaten vorbereiten: Einen Tag vorher die Rosinen in eine Schüssel geben, mit Rum mischen und darin einweichen lassen. Ich befand die Menge als deutlich zu gering, habe einfach den Inhalt einer Tüte in ein Schraubglas gefüllt und großzügig unter Rum gesetzt. Restliche Teigzutaten außer Milch und Hefe abwiegen und bei Zimmertemperatur stehen lassen.
2. Vorteig ansetzen: Am nächsten Tag die Hälfte der Milch auf Handwärme erwärmen (keinesfalls über 42°C), in eine große Schüssel geben. Hefe hineinbröseln, mit einer Gabel glatt rühren. 1 Prise Zucker und das Salz zugeben. Alles gut verrühren. 3 EL Mehl locker darüber stäuben. Abgedeckt bei Zimmertemperatur ca. 20 – 30 Min. gehen lassen.
3. Teig verkneten: Restliches Mehl, Gewürze, Zucker, restliche Milch, weiches Butterschmalz, weiche Butter, Mandeln und Marzipanrohmasse zum Vorteig geben und mit den Knethaken des Handrührgerätes verkneten und mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen, besser sind vier Stunden. (Nicht zu warm stellen, sonst läuft die viele Butter davon)
4. Teig in der Schüssel etwas flach drücken. Zitronat, Orangeat und sehr gut abgetropfte Rosinen in die Mitte geben. Seiten überschlagen, alles mit den Händen vorsichtig unterkneten.
5. Teig formen: Teig auf eine bemehlte Unterlage geben und leicht zusammen stoßen (kneten). Mit einem bemehlten Nudelholz etwa 25 x 30 cm flach rollen, Höhe ca. 2 cm. Daraus den ovalen Laib formen: 1/3 des Teiges von der Längsseite her umklappen, die anderen 2/3 aufrollen und gegen das umgeklappte Drittel drücken. Mit bemehlten Händen noch etwas nachformen und andrücken. Oder 1/3 des Teiges umklappen, nochmals umklappen und das andere 1/3 überlappend auf das 2-fach umgeklappte Teigstück andrücken. Mit den Händen nachformen.
Meine Variante war, dass ich den Teig in zwei Teile und somit in zwei Stollen aufgeteilt habe.
6. Stollen zum Backen vorbereiten: Den mit der Hand, bzw. Handkante nachgeformten Stollen, diagonal auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Ca. 1 Stunde abgedeckt gehen lassen und in der Zwischenzeit den Backofen aufheizen. Anschließend das Blech in die zweite Schiene von unten schieben und den Stollen bei 165° Umluft ca. 45 – 50 Minuten backen. Ober/Unterhitze entsprechend höher, die Backzeit kann sich auf 60 Min. verlängern.
7. Mit Butterschmalz bepinseln: Stollen auf dem Backblech noch heiß mehrmals mit erhitzter, flüssiger Butter oder ausgelassenem Butterschmalz bepinseln. Zuerst mit Zucker bestreuen und dann 2/3 des Puderzuckers darüber sieben. Abkühlen lassen. Mit restlichem Puderzucker bestäuben.
8. Abgekühlten Stollen vorsichtig in Alufolie wickeln und 14 Tage kühlstellen, bevor er angeschnitten wird. Ggf. vor dem Servieren nochmals leicht mit Puderzucker bestäuben.

Hoffentlich bringe ich soviel Geduld auf! Aber so ist es ja in der Adventszeit, streng genommen….

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26
Nov
11

Ungemach steht ins Haus 6

Die Dinge entwickeln sich: auch im Nachbarhaus steht Ungemach ins Haus, viele ehemalige Mieter haben aber vor den anrückenden Bautrupps die Segel gestrichen und sind weggezogen. Auch unser Haus leert sich, heute ist unsere Nachbarin in der mittleren Wohnung ausgezogen, gegenüber die Wohnung steht seit drei Wochen leer.

Gestern bekamen wir einen kleinen Vorgeschmack auf die Arbeiten, es wird entrümpelt, Öfen herausgerissen und in Teilen aus dem Fenster geworfen. Bisweilen aus dem 4. Stock hinein in die weiche Erde des gerodeten Gartens. Ob der Kollegga gerade unten lang geht, wen stört’s? Die drei bis vier Arbeiter scheinen von ausgesuchter Qualifikation zu sein, wenn man so ein paar Minuten zuschaut, wie mit einer Billigaxt aus dem Baumarkt auf frisch gerodetes Holz eingeschlagen wird, welches in seiner Elastizität fröhlich und gummiartig zurück schlägt. Die „112“ hatte ich schon vorgewählt, da der eine Herr sich in der kurzen Zeit, die ich aus dem Fenster zuschaute, mehrfach nur um Haaresbreite selbst das Bein zerschlagen hätte. Sicherheitsschuhe, Arbeitskleidung oder gar Beachtung von Sicherheit auf der Baustelle suchte frau vergebens zu erspähen.

Grau und kahl kommt der Innenhof daher, Spuren der Verwüstung..

Aus einem zurück gelassenen Fahrrad gebaut: der Flaschenzug

Spuren auf der Fensterbank...

25
Nov
11

Letzte Ernte

Der Balkon wird winterfest gemacht, die Einjährigen entsorgt und mit leiser Wehmut daran gedacht, dass es wohl ein letztes Mal war, dass unsere „grüne Hölle“ diesen Balkon begrünt hat.

Die Pepperoniplantage hat noch fleissig geblüht, die letzten grünen Schötchen wurden dennoch heute geerntet.

Letzte Ernte

04
Nov
11

Scharf im Glas

Hiermit soll erst einmal die Trilogie der Verwertungsvorschläge der herbstlichen Ernte von Balkon und aus dem großelterlichen Garten ihren Abschluss finden.

Nach der Tabula rasa fanden nun die feurigen Schoten ebenfalls ihren Weg in’s Glas und damit in den Wintervorrat. Süß-sauer-scharf sollte es werden.

Schnell und einfach aus dem Küchenvorrat waren die Zutaten bereit:

Für den Sud wurden 650 ml Wasser, 350 ml Weißweinessig, 300 g grober Einmachzucker, 2 EL Meersalz, 150ml Sonnenblumenöl, 3 Lorbeerblätter (vom im letzten Winter erfrorenen Gebüsch), 4 Nelken, 2 EL Senfkörner, Fenchel und Koriander (gemörsert) im großen Topf aufgekocht.

Alldiweil verloren die roten, halbroten, grünen und schwarzen Pepperonischoten ihren Stiel und Fruchtansatz und wurden mit Schwung in die kochende Essigmischung gekippt. Alles zusammen sollte etwa 3 – 4 min leise köcheln. Die heiß ausgespülten Gläser standen schon bereit, zunächst kamen das Gemüse hinein, dann wurde der Sud noch einmal aufgekocht und dann so heiß wie möglich über die Schoten gegossen. Schnell das Glas zugedreht und schon fertig!

Die Schoten sollten ein bis zwei Wochen durchziehen, dann sind sie zum Verspeisen bereit, auf dem Vorspeisenteller oder auch als geschmackliches Gegengewicht zu einem kräftigem Käse.

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02
Nov
11

Gold im Glas

Der Winter naht und da, wie karu im Kommentar schrieb, nicht zu erwarten ist, dass der Winter ausfällt, werden auch bei mir, wie bei karus Igeln und Eichhörnern die Vorratsregale gefüllt.

Die Fallobstflut aus Eimern, Klappkisten und Jutebeuteln will auch beherrscht werden und so wurde der gute Saftkochtopf, anno 2004 in Göttingen für 1 € absolut neuwertig erstanden, wieder aus der Abseite gezerrt. Boskoop, Gülderling und eine halbe Sternrenette wurden vom Blütenansatz, Stiel und Kernen befreut, Schale und Kerngehäuse blieben dran. Und ab damit in den Topf! Diese Ladung erbrachte fast 3 l feinsten Apfelsaft mit hohem Pektingehalt, welcher sogar leicht gelierte. Die Restäpfel wurden über Nacht noch im Mulltuch über ein Sieb zum Abtropfen gehängt. Gestern abend entstand dann aus dem Saft, gemischt mit 2 Päckchen 2:1 Gelierzucker das Apfelgelee. Gemäß der auf dem Gelierzuckerpäckchen aufgedruckten Mengenangaben hätte ich eigentlich 4 x 500 g nehmen müssen, da aber der Saft schon ordentlich Gelierkraft hatte und zudem auch von sich aus sehr süß war, habe ich nur etwa die Hälfte genommen, dazu noch den Saft von einer Zitrone. Und siehe da: alles wurde wunderbar fest und nicht zu süß.

Ein paar Impressionen vom Entstehungsprozess des „Gelée dorée“ gibt’s auch!

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01
Nov
11

Tabula rasa auf der Balkonplantage

Gestern herrschte ja in Brandenburg, meinem Bundesarbeitsland, Feiertag. Wo andernorts Halloween begangen wird, war Reformationstag. Heute haben dafür die überwiegend katholischen Bundesländer aus Allerheiligen-Gründen ihren stillen Tag. Nun ja, diese Feiertage sind ein untrügliches Zeichen, dass sich der Herbst auch seinem Ende nähert und der Winter mitunter schon an die Pforte pocht.

Zeit also, die Basilikum- und Pepperonipflanzungen ihrer letzten Bestimmung dieses Jahres zuzuführen. Vier üppige Basilikums ergaben eine Riesenschüssel voller duftender Blätter, wie ich aber feststellen konnte, hätte ich auch nicht viel länger warten dürfen, denn die ersten Blätter hatten sich leicht missmutig ob der gesunkenen Temperaturen schon verabschiedet. Leider werden auch die Pepperoni nicht mehr so richtig rot oder schwarz, sondern es bleibt eine etwas indifferente Farbe verschiedener Zwischentöne. Wer sich nicht mehr entscheiden konnte, ob es etwas Scharfes würde, wird in den nächsten Tagen nun zu einem süßsauren, leicht essighaltigen Dasein in Gläsern verurteilt, aber dazu später.

Zunächst einmal wurde aus den Basilikumblättern ein schönes Pesto di Berlino! Ein echtes Rezept dazu gibt es nicht, es wurde verarbeitet, was die Küche hergab.

Blätter von vier üppigen Basilikumpflanzen

50 g Pinienkerne, 100 g blanchierte Mandeln (in Ermangelung von mehr Pinienkernen)

4 Knoblauchzehen

1/2 l Olivenöl

150 g Pecorino, fein gerieben

Meersalz, etwas grüner Pfeffer.

Der tapfere Pürierstab und ich verarbeiteten es zu einer wunderbar cremigen Masse, die in vier Marmeladengläser abgefüllt wurde und zusätzlich mit dem kräftigen Olivenöl luftdicht abgeschlossen wurde. Abgeschmeckt wurde natürlich auch.

Der Winter kann kommen, ich habe den Sommer und den sonnigen Herbst sozusagen in’s Glas gesperrt!

Vorform des Pesto di Berlino




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