07
Aug
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Ungemach steht ins Haus 3

Das Ungemach steht immer noch ins Haus, nun mit veränderten Details: Letzte Woche bekamen wir einen Brief, der mitnichten unsere erste Antwort beachtete, in dem man uns mitteilte, man habe vor ein paar Tagen von V###enfall ein Angebot erhalten („was man nicht ablehnen kann“??), das Haus mit Fernwärme zu versorgen. Bislang war vom Austausch der bestehenden Heizungsanlagen, in meinem Fall eine ca. 10 Jahre alte Gastherme als Etagenheizung, die Rede. Nun soll es eine Zentralheizung geben! Genaueres verhieß der Brief nicht, ich wurde nicht über Umfang der Arbeiten, Umfang der finanziellen Belastung, die nachher als Modernisierungsumlage auf meine Miete draufgelegt wird, informiert. Dafür bot man mir ein persönliches Gespräch mit dem Bauleiter an.

Tja, es ist offensichtlich derselbe Herr gemeint, der schon einmal hier war, sich Details zu Fenstern, Böden, Heizung aufgeschrieben hat und dieses offensichtlich gleich wieder weggeschmissen hat, denn in der ersten Modernisierungsankündigung liest sich das, als ob meine Wohnung auf einem Ausbaustand von ca. 1921 sei!

Bevor ich auf diesen Brief reagieren konnte, lag ein zweiter im Briefkasten. Nun die Antwort auf meine erste Erwiederung: Natüürlich würde man nur das austauschen, was wirklich an Alt-Fenster-Bestand nicht die Doppelfensternormen erfüllen würde und natüüürlich würde auch nur das in Rechnung gestellt. Und eine 10-Jahre alte Gastherme würde nicht mehr moderne Anforderungen erfüllen und somit würden wir nun eine Gas-Wärme-Kopplungsgestützter Heizung bekommen. Kein Wort von den Kosten, kein Wort zum Zeitplan.

Nun gut, dann wird die nächste Antwort fällig, im Tonfall ein kleines bisschen schärfer formuliert. Unsere Nachbarin hat einem Gesprächstermin eingewilligt, ich werde dabei sein und wahrscheinlich noch ein paar Nachbarn mehr, denn wir sind ja hier nicht alleine….

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7 Responses to “Ungemach steht ins Haus 3”


  1. 1 philipp1112
    7. August 2011 um 13:17

    Ohne das Objekt näher zu kenne, ohne Fachmann zu sein, ist es unmöglich Ratschläge zu geben. Dabei ist sicherlich der rechtliche Aspekt zu betrachten (Mietvertrag, wer ist Eigentümer der jetzigen Gastherme) als auch der Kosteneffekt sowohl in der Heizungsangelegenheit als auch bei den anderen geplanten Renovierungsarbeiten. Bei den Renovierungsarbeiten ist zu klären, ob es sich tatsächlich um „Moderniesierung“ handelt, was wohl auf eine Mieterhöhung hinausläuft oder eine Erhaltungsmaßnahme (quasi Reparatur), weil z.B. die Fensterrahmen verfault sind. Geschickt wäre es vom Eigentümer, Reparaturen als Modernisierung zu tarnen. Du hast Dir wahrscheinlich diese und mehr Gedanken dazu auch schon gemacht – ohne Mieterschutzbund oder Anwalt geht es wahrscheinlich nicht, qualifizierte Aussagen zu bekommen. Letztlich sitzt der/die MieterIn wohl doch am kürzeren Hebel. Wie weit Du gehen kannst/willst, ist sicher eine Abwägungssache.

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  2. 2 kormoranflug
    7. August 2011 um 17:16

    Wohnst Du nicht in einem „Sanierungsgebiet“ oder ähnlich? Da gibt es Grenzen bzgl. der Mieten und Investitionen damit das Milieu nicht verscheucht wird.

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  3. 3 karu02
    7. August 2011 um 18:26

    Gut, dass es diesen Zusammenhalt unter den Nachbarn gibt. Als Einzelmieter hätte man wahrscheinlich gar keine Chance. Ich drücke weiter die Daumen.

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  4. 4 opavati
    8. August 2011 um 09:36

    Das „Milieu nicht verscheucht“ ist schön …. Da ist doch kaum noch was vom Friedrichshain.

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  5. 8. August 2011 um 10:59

    Au Mann. Ich wünsch euch einen langen Atem!

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  6. 8. August 2011 um 11:00

    (Und vielleicht schafft ihr ja einen Präzendenzfall von »sich nicht alles bieten lassen«.)

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  7. 7 richensa
    9. August 2011 um 12:18

    @philipp, wir haben darauf schon hingewiesen, dass wir keine Reparaturen bezahlen, Isolierglasfenster sind aber an sich „Modernisierung“, wir haben dazu schon die einschlägige Literatur samt Mieterverein etc. gewälzt, es gibt noch ein paar Lücken, die wir gerade ausloten…

    @kormoranflug, wir hamm da noch „Milljöschutz“, ja… und verscheuchen tun sie uns da eh, wenn die Gegend abends zum „Ballermann“ wird… und beim Bezirk gibt es wirklich Leute, die sich damit auskennen!

    @karu, wir streuen unsere Informationsbeschaffungsaufwände, das ist wirklich gut.

    @vati, traurig, aber wahr… selbst in den nun acht Jahren, in denen ich dort wohne, ist soviel verschwunden, u.a. auch die alten Leute, die letzten Bäcker mit eigener Backstube…

    Heute abend ist ein Termin mit dem Bauleiter, mal schauen, das gibt bestimmt bald den nächsten „Ungemach“-Artikel!

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