Archiv für August 2011

22
Aug
11

Wildes Köpenick

Besuch ist da, na, dann machen wir mal einen Ausflug in die berühmten Berliner Randbezirke!

Am Wasser sollte es irgendwie sein, vielleicht auch eine Bootstour, aber nur vielleicht, weil wir ja soviel Sonne gar nicht mehr gewohnt sind. Nicht, dass wir noch einen Sonnenbrand kriegen! Kurz und gut, wir entschieden uns dafür, den Nachmittag mal nach Köpenick und zum Müggelsee zu reisen.

Köpenick ist ja schon ordentlich aufgehübst, aber ein paar wilde Ecken gibt es ja abseits vom Schloss und Rathaus mit seiner kleinen Hauptmann-von-Köpenick-Figur doch noch.

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14
Aug
11

Sonntagmorgen

Der Sonntag in meiner Straße unterscheidet sich rein geräuschtechnisch ziemlich von den restlichen Tagen in der Woche.

Die ganze Nacht über herrscht das Getöse der Kneipenmeile, das Mallorcagegröle der Jungtouris, die sich hier benehmen, wie sich sich zuhause nie benehmen würden. Hier ist es ja egal, sie selber sind nach ein paar Tagen wieder weg und schwärmen wahrscheinlich noch Jahre später, wie cool es doch in Berlin war. Dass sie hier ein Meer von zerschmissenen Bierflaschen und übernächtigte, allmählich immer wütender werdende Anwohner hinterlassen, ist ihnen entgangen oder egal oder beides. Morgens gegen sechs Uhr verschwinden die letzten irgendwo in die Heerschar der Hostelbetten, die hier für wenig Geld für den Tagsüberschlaf per Internet reserviert wurden. Gerade früh genug, damit man nur wenige Leute trifft, die um diese Zeit zur Arbeit gehen müssen, lange genug unterwegs, damit man später damit prahlen kann, „die Nacht zum Tag gemacht“ zu haben und es ja so wahnsinnig cool war, genau an den „places to be“ gewesen zu sein, die der Reiseführer oder verschiedene Veranstaltungsplattformen in aller Herren Länder anpreisen.

Zwischen sieben und neun Uhr ist es sehr ruhig hier, am Sonntagmorgen. Ein paar Vögel zwitschern, kein Auto fährt und die Hundebesitzer auf der Straße sind quasi lautlos. Langsam erwachen meine Nachbarn. Als es viertel vor zehn ist, beginnen die Glocken zu läuten, jeden Sonntag morgen. Ich verspüre noch den Nachklang meiner Kinderzeit, in der das Geläut mich wirklich zum Gottesdienst rief und ich, noch gehorsam, mich rufen ließ. Auf meinem Balkon summen die Hummeln, denn gestern habe ich noch einen Topf Lavendel gekauft. Nur für die Hummeln, denn sie sollen ja noch den einen oder anderen Sonntag hier summen.

Nach dem Frühstück höre ich aus einem Haus in der Nachbarschaft leise Jazzmusik, den Sonntagmorgen-Blues in der noch ruhigen Straße. Etta James und Nina Simone schweben durch die Luft, ruhig, passend zu dieser Tageszeit, Viel zu schnell ist diese ruhige Zeit vorbei geschlüpft,bevor die „Frühstücker“ hier einfallen und das Geräusch der klackernden Rollen der Koffer wieder in der Luft liegen. Vorbei – bald höre ich die Ketten rasseln, die Tische, Bänke und Stühle für ein paar Stunden zur Untätigkeit zusammengehalten haben. Autotüren knallen, es wird gehupt und erbittert um Parkplätze geschimpft, wenn doch ein anderer schneller eingeparkt hat. Stimmen wogen wieder durch die Straße. Touristen schlendern auf der Suche nach dem ultimativen Brunch umher, das Staccato von Hunden, die die Größe von Handtaschen haben, gellt zwischen den Häusern durch. Gestern habe ich die Direktkanditatin der GRÜNEN angesprochen, wie sie sich die Zukunft des Kiezes hier vorstelle. Sie antwortet ziemlich ausweichend, allgemeinplätzig, will wohl erst einmal hören, wie meine Meinung zur Kiezentwicklung ist und redet mir dann nach dem Mund. Nein, man habe sich doch dafür eingesetzt, dass die Bettenzahl pro Hostel begrenzt werde. Nun ja, 200 Betten pro Haus.. Und wenn man zwei direkt nebeneinander umbaut, macht das auch 400 Betten! Als mir ihr Wahlblättchen vorhin durchlas, wird mein Sonntag nicht besser.

Irgendwo schwebt noch ein Rest leiser Klaviermusik vorbei, ich kann ihn aber kaum noch hören vor lauter Sonntagsgeräuschen.

Friedrichshain ist wieder wach.

13
Aug
11

Pferde im Hochmoor

Vorletztes Wochenende war ich im Südniedersächsischen, in der vagen Hoffnung, dass das Wetter dort besser sei als in Berlin. War es aber nicht, aber ich schweife ab. Zurück in den Kaufunger Wald und zwar in den niedersächsischen Teil! In einer Regenpause wollten wir zu einem Spaziergang in den Wäldern aufbrechen, sicherheitshalber hatten wir beschlossen, erst von einem Waldparkplatz dort aufzubrechen. Ein Teil des Kaufunger Waldes ist durch den hohen Grundwasserspiegel vermoort, als Hochmoor bietet sich hier das passende Umfeld für viele Arten, die sonst hier eher selten sind. Die Infotafel verriet uns Namen einiger Pflanzen: Rosmarinheide, rundblättrige Sonnentau oder Moosbeere. Nun hat sich in den Jahren, seit dieser Teil des Waldes, die Waldweiden. nicht mehr gemäht werden, sich die Vegetation stärker verändert, Pfeifengras und Adlerfarn waren auf dem Vormarsch und erdrückten die Moorvegetation. Pfeifengras- und Adlerfarnmähen war zu teuer und dann kam man auf die Idee, das Moor mit Pferden zu beweiden. Schließlich fand sich ein Züchter von Islandpferden, der bereit war, seine Tiere auf dem kargen Grund weiden zu lassen. Seit 1993 werden die Pferde hier den Sommer über in dem inzwischen 30 ha großen Areal sich selber überlassen. Zunächst musste zugefüttert und Wasser bereitgestellt werden, weil die Tiere bei dem kargen Nahrungsangebot und dem sauren Wasser zu stark abmagerten. Inzwischen werden nur noch Tiere, die älter als 2 Jahre sind, hier den Sommer über „ausgewildert“, die mit diesen Bedingungen zurecht kommen. Pfeifengras und Adlerfarn sind inzwischen durch die Beweidung stark zurück gedrängt, viele Moorarten zurückgekehrt.

Etwas verregnet, aber nicht so wohlgenährt wie die hafergefütterten im Reitstall sahen sie aus, die Isländerpferde vom Hühnerberg.

Wahrscheinlich haben sie sich gelangweilt, denn sonst sieht man sie nie am Zaun….

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07
Aug
11

Ungemach steht ins Haus 3

Das Ungemach steht immer noch ins Haus, nun mit veränderten Details: Letzte Woche bekamen wir einen Brief, der mitnichten unsere erste Antwort beachtete, in dem man uns mitteilte, man habe vor ein paar Tagen von V###enfall ein Angebot erhalten („was man nicht ablehnen kann“??), das Haus mit Fernwärme zu versorgen. Bislang war vom Austausch der bestehenden Heizungsanlagen, in meinem Fall eine ca. 10 Jahre alte Gastherme als Etagenheizung, die Rede. Nun soll es eine Zentralheizung geben! Genaueres verhieß der Brief nicht, ich wurde nicht über Umfang der Arbeiten, Umfang der finanziellen Belastung, die nachher als Modernisierungsumlage auf meine Miete draufgelegt wird, informiert. Dafür bot man mir ein persönliches Gespräch mit dem Bauleiter an.

Tja, es ist offensichtlich derselbe Herr gemeint, der schon einmal hier war, sich Details zu Fenstern, Böden, Heizung aufgeschrieben hat und dieses offensichtlich gleich wieder weggeschmissen hat, denn in der ersten Modernisierungsankündigung liest sich das, als ob meine Wohnung auf einem Ausbaustand von ca. 1921 sei!

Bevor ich auf diesen Brief reagieren konnte, lag ein zweiter im Briefkasten. Nun die Antwort auf meine erste Erwiederung: Natüürlich würde man nur das austauschen, was wirklich an Alt-Fenster-Bestand nicht die Doppelfensternormen erfüllen würde und natüüürlich würde auch nur das in Rechnung gestellt. Und eine 10-Jahre alte Gastherme würde nicht mehr moderne Anforderungen erfüllen und somit würden wir nun eine Gas-Wärme-Kopplungsgestützter Heizung bekommen. Kein Wort von den Kosten, kein Wort zum Zeitplan.

Nun gut, dann wird die nächste Antwort fällig, im Tonfall ein kleines bisschen schärfer formuliert. Unsere Nachbarin hat einem Gesprächstermin eingewilligt, ich werde dabei sein und wahrscheinlich noch ein paar Nachbarn mehr, denn wir sind ja hier nicht alleine….

02
Aug
11

Heute abend

Heute abend ist Sommer! Es ist lau auf dem Balkon, sogar Grillen zirpen hier, mitten in der Stadt, es duftet etwas nach Lavendel und Basilikum, die Steinhummeln und Meisen haben für heute Feierabend gemacht. So kann der Sommer bleiben, nur noch ein paar Dezibel weniger Kneipenlärm. Aber die Grillen sind eh lauter. Brauche ich am Ende doch Ohrstöpsel wegen der Grillen, wenn ich gleich schlafen gehe?




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