01
Dez
10

Eine Rose für Richenza

Letztes Wochenende stand ein Familienfest im Südniedersächsischen auf dem Programm. Da der Weg von Berlin jedes Mal auch an der Ausfahrt „Königslutter“ vorbei führt, wollte ich dieses Mal dort einmal wieder vorbei schauen. Der Grund liegt natürlich auf der Hand, „meine“ Richenza wollte ich besuchen.

Es hatte in der Nordharzregion schon geschneit, so dass die Stiftskirche, also der „Dom“ von Königslutter malerisch von schneebedeckten Bäumen umstanden war.

Ich ging schnell durch die automatische Tür, die diese an sich evangelische Kirche so unerwartet für mich öffnete. Eintritt ist offensichtlich nur für die Führungen durch die Kirche zu entrichten, der Einzelbesucher kann sich die meiner Meinung nach leider ziemlich überrestaurierte Kirche ohne Obulus entrichten zu müssen, anschauen.

Ein kleines Teeröschen hatte ich dabei, geschickt in der Fototasche versteckt, da ich ja nicht wusste, ob es so einfach sein würde, die Rose für die Kaiserin an ihrem Grab nieder zu legen. In der Vierung vor dem Altar erhebt sich die barocke Tumba mit den drei Figuren Kaiser Lothar, seines Schwiegersohnes und der Kaiserin Richense. Nur sehr unauffällig im Steinfußboden mit einer Metallfuge angezeigt werden aber die archäologisch nachgewiesene Grablege der vier Angehörigen dieser Familie, Lothar, Richenza und Heinrich sowie das unbekannte Kind. Die Markierung ist wirklich so unauffällig, dass fast alle Besucher auf den Gräbern stehen und sich dabei an das Gitter lehnen, um die barocke Figurengruppe anzuschauen.

Ich war fast alleine in der Kirche und konnte meine mitgebrachte Rose an das Gitter um die barocke Grabdeckung heften, direkt über Richenzas echter Ruhestätte.  Sie hätte sich bestimmt über diese Rose im Winter gefreut, sie, der 1141 jemand ein kleines Salbeisträußchen in ihr Grab hineingelegt hat.

Mit einem „Salve Richenza“ bin ich nach einem Rundgang durch die im 19. Jahrhundert stark historisierend ausgemalte Kirche durch diese komische automatische Tür hinausgegangen.

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2 Responses to “Eine Rose für Richenza”


  1. 1 kormoranflug
    1. Dezember 2010 um 16:14

    Die Rose hättest Du schon in ihre Hand legen können. Lässt Du Dir jetzt auch so lange Zöpfe wachsen??

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    • 1. Dezember 2010 um 17:49

      Als ich die Rose in ihre Hand hätte legen können, also während der Ausgrabung, war ich, die unechte Richensa erst im Grundschulalter. Und da, wo die barocke Figur der Richense nun auf dem Kirchenboden liegt, darunter lag die echte Bestattung von Richenzas Schwiegersohn. Und der Richenza an der Wand mit den Zöpfen konnte man auch nix in die Hand drücken, die ist „Flachware“. Ihre Zöpfe finde ich eher unkleidsam, also nichts für mich!

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