31
Okt
10

Halloween in Skibbereen

Es ist schon ein paar Jahre her, dass fünf Freunde zu einer Irlandtour aufbrachen, 2002 Ende Oktober. Es war mein erster Flug, leider ging es in den ersten richtigen Herbststurm jenes Jahres. Das Flugzeug ruckelte wie eine Postkutsche zu Heinrich Heines Zeiten. Zunächst machte ich mir keine Gedanken, denn ich war ja noch nie geflogen. Als das Ruckeln aber dann auch nach der Zwischenlandung in London auf der Reststrecke nach Irland noch schlimmer wurde und alle Gespräche zum Erliegen gekommen waren, wurde mir klar, dass es der Sturm wohl doch stärker war. Als das Flugzeug schließlich schlingernd auf dem Rollfeld von Cork zum Stehen kam, fiel allen ein Stein vom Herzen, selbst dem Piloten, wie ihm deutlich anzuhören war, als er sich über den Bordlautsprecher von uns Passagieren verabschiedete und uns noch einen guten Abend wünschte. Auf der Gangway packte uns der Sturm in voller Stärke, der Regen prasselte uns ins Gesicht.

Nicht genug, dass es mein erster Flug war, die erste Fahrt in einem Auto mit Rechtssteuerung durch ein stockdunkles fremdes Land auf der für mich falschen Seite der Straße stand mir noch bevor. Eine etwas großmaßstäbige Karte half uns zwar von Cork bis Skibbereen im Südwesten der sturmumtosten Insel, bis wir aber Hollybrooke House fanden, dauerte es noch einmal richtig lange. Zum Glück hatte der Hausherr, der uns den Ostflügel seines Landsitzes aus der Zeit um 1900 vermietet hatte, das Tor samt Pförtnerhaus illuminiert, so dass wir doch noch zu unserem Ziel fanden.

Es war eine tolle Woche dort, mit Kaminzimmer, Esszimmer, blumiger Bettwäsche und Wanderungen von 57,3 Meilen Länge (die nur bis zum nächsten Pub führten) und der Erfahrung, dass Brot brennen kann.

Und Halloween…

Halloween in Skibbereen am Kamin

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5 Responses to “Halloween in Skibbereen”


  1. 1 kormoranflug
    2. November 2010 um 12:54

    Das sieht ganz nach der Geschichte vom verarmten Adel und die Flucht zu den Vampiren aus. Gibt es eine Fortsetzung?

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  2. 2 karu02
    2. November 2010 um 15:12

    Schön! Mehr!

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  3. 3. November 2010 um 22:45

    rich,

    jetzt gibst Du aber ganz schön an:57 Meilen – am Stück ???
    Respekt, Hochachtung, tiefe Verbeugung.

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