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Groenlo und seine Schlacht

Was im restlichen Mitteleuropa der Dreißigjährige Krieg war, ist dem Niederländer der Achtzigjährige Krieg (1568 – 1648). Die Republik der Vereinigten Niederlande schied nach dem Sieg über die Spanier, die die Niederlande als spanische Niederlande innehatten, auch aus dem Heiligen Deutschen Reich Römischer Nation aus.

Seit einigen Jahren veranstaltet das kleine gelderländische Örtchen Groenlo ein Re-enactment Spektakel, bei dem der dreitägige Kampf des Jahres 1627 der niederländischen Truppen um die von den Spaniern gehaltene und zur Festung ausgebaute Stadt im Mittelpunkt des Geschehens steht. Inzwischen kommen mehr als 800 Menschen aus ganz Europa, die sich in die sehr originalgetreue nachgeschneiderte Gewandung jener Zeit kleiden und sich mit Zeltlager, Bewaffnung und Lagerfeuer auf eine Zeitreise begeben. Ich war schwer beeindruckt, wie authentisch manche Gruppen ihre Ausrüstung angefertigt haben: selbst kleine Schnallen der Schuhe, der Gürtelgehänge oder natürlich auch Musketen, Schützenrohre und Kanonen würde in so manchem Museum dem Original fast die Schau stehlen.

Begonnen hat das Spektakel am Freitag, vorbereitet schon Wochen vorher. Als ich am Samstag, dem 2. Schlachttag dazu kam, meinte es der Wettergott gar nicht gut mit allen Beteiligten: es regnete aus allen Rohren, als die Kämpfer das „Schoetveld“ erreichten. Trotzdem wurde tapfer gefochten, geschossen und mit den Piken gedroht. Nach den zwei Stunden war ich nass bis auf die Haut und war froh, dass ich nicht im Feldlager übernachten musste. Ich stelle es mir schwer auf die Laune drückend vor, wenn man die Kleidung nicht richtig trocknen bekommt, wenn man friert und nur ein Lagerfeuer zum Aufräumen hat. Aber so war das halt damals im 17. Jahrhundert..

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3 Responses to “Groenlo und seine Schlacht”


  1. 1 kormoranflug
    25. Oktober 2010 um 14:07

    Wo sind denn die Zuschauer? Oder, es waren alle verkleidet, die Mitwirkenden und die Bevölkerung.

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  2. 2 richensa
    25. Oktober 2010 um 15:01

    Ich habe mir extra-viel Mühe gegeben, aus den gefühlten 5783087 Fotos die rauszusuchen, auf denen man möglichst selten die bunten Regenschirme im Hintergrund sieht, aber auf ein paar Bildern kann man sie sehen… oder das einsame Kind mit tropfendem Papierhut und Gummistiefeln in der Riesenpfütze….

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  3. 3 karu02
    29. Oktober 2010 um 14:40

    Danke für diesen Bericht. Ich bin froh, wieder im schnellen Netz zu sein, so kann ich auch diese schönen Fotos sehen. In Italien hatte ich eine Verbindung wie zu allerersten Analog-Modem-Zeiten. Da wurden keine Bilder sichtbar. Zu der Zeit, die hier nachgespielt wird, musste erst ein Maler beauftragt werden, das Geschehen im Bild festzuhalten, was noch viel länger gedauert hat. ;-)

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