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Aug
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Geschenk aus dem Garten: Bohnen

Der Großstädter an sich freut sich über das pralle Angebot an städtischen Lustbarkeiten, im Hinterstübchen seines Dasein sehnt er sich aber nach dem stillen Leben auf dem Land, welches die meisten allerdings nur aus Lifestyle-Zeitschriften kennen. Und da kann man nur sagen: Gurken wachsen nicht auf Büschen! Dennoch hat so mancher seine Datsche irgendwo an einem brandenburgischen See und fährt, sobald am Freitag mittag der Bleistift oder das iBook fällt, ins Grüne.

Nur wenige leben wirklich im Grünen und ringen der Scholle die Tomate, die Kartoffel oder eben auch grüne Bohnen ab. Joachim und Christine wohnen mit ihren Töchtern in einem reizenden Häuschen, welches um 1910 von einer Berliner Familie errichtet wurde, die auch schon damals dem Traum vom Landleben nachsinnierte. Wird man von den beiden zum sonntäglichen Kaffeetrinken oder Grillen eingeladen, genieße auch ich den Blick über den See, da bin ich ja ehrlich. Da ich aber als Kind genügend Zeit mit dem Auflesen von Fallobst, dem Füttern von Hühnern und dem Unkrautjäten zugebracht habe, finde ich solche Nachmittage wunderwunderbar, kehre aber ohne Trauer in meine Stadtwohnung mitsamt überschaubarem Grünanteil auf dem Balkon zurück.

Vor zwei Wochen gab es das erste Erntegeschenk dieses Jahres: wunderbare kleine Kartöffelchen, die sich anboten, zu einem Gericht mit Zitronenhuhn, viel (Balkon-) Rosmarin und Zwiebeln im Ofen verzaubert zu werden. Und letzte Woche gab es einen Armvoll grüner Stangenbohnen, perfekt für „Schnippelbohnen“, dünne, von der Schnippelbohnenmaschine meiner Großmutter perfekt geschnittene Scheiben von der Stangenbohne. Wäre es weiterhin frühherbstlich kühl gewesen, wären die Bohnen mit Kartoffeln und ähnlichem zu einem Eintopf verkocht worden, so aber, bei der Wärme des Spätsommers wurde ein bunter Nudelsalat daraus.

Zutaten für den bunten Nudelsalat mit Schnippelbohnen

  • ca. 300 g grüne Bohnen, frisch, geschnippelt, ca. 6 min in Salzwasser gekocht, abgeschreckt, abgetrotpft
  • etwa 300 g Bandnudeln
  • etwa 125 g getrocknete Tomaten, nicht in Öl eingelegt
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chilischote, getrocknet, fein gemörsert
  • 6 EL Olivenöl
  • 3 EL weißer Balsamico-Essig
  • grüner Pfeffer
  • zwei rote Zwiebeln, gedünstet
  • 5 Tomaten, ordentlich reife, in Würfel geschnitten
  • 100 g Feta

Die getrockneten Tomaten ca. 20 min in Wasser einweichen, dieses dann wegschütten; dann die Tomatenfilets in Streifen schneiden, in ein hohes Gefäß geben, die zermörserte Chilischote hinzugeben, ebenso die beiden Knoblauchzehen. Inzwischen die Pasta al dente kochen, vom Kochwasser beim Abgießen etwa 3/4 Tasse zurückbehalten. Die Zwiebeln in dünne Scheiben schneiden, in etwas Olivenöl nach Geschmack dünsten oder etwas krosser anbraten, dann zur Seite stellen.

Die (frischen) Tomaten in Würfel schneiden, etwa die Hälfte mit zu den getrockneten geben. Alles mit dem Pürierstab pürieren, Öl, Essig und Nudelwasser dazu geben, soviel, dass es eine dickflüssige Sauce ergibt. Mit grünem Pfeffer abschmecken. Nudeln und Sauce in einer Schüssel mischen. Den Feta zerbröseln und zugeben, alles gut vermengen.

Nun noch die grünen Bohnen und die frischen Tomatenwürfel zugeben, zusammen mit den Zwiebeln nur vorsichtig unterheben und zum Schluss den Salat noch mit frischem Thymian und Oregano abschmecken.

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7 Responses to “Geschenk aus dem Garten: Bohnen”


  1. 1 kormoranflug
    22. August 2010 um 18:53

    Das Rezept liest sich gut. Ansonsten sind sie unsichtbar geworden, die Bohnen.

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  2. 4 kormoranflug
    23. August 2010 um 17:17

    Sieht lecker aus….!

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  3. 5 karu02
    25. August 2010 um 10:58

    Die Nachbarin hat mir Bohnen angeboten. Hat man sie selbst im Garten, hören sie nicht mehr auf, immer mehr zu werden. Alle Truhen und Gläser sind schließlich voll und die Bohnen erzeugen immer neue Bohnen an den Sträuchern. So kann ich das Rezept ohne Bohnenschwemme ausprobieren und werde es weiterreichen, falls es so gut ist, wie es aussieht. Danke dafür.

    Das Problem mit den doppelt erscheinenden Fotos, weil sie in der Galerie gespeichert werden und dann in der slide-show wieder erscheinen, obwohl sie nur im Text sein sollten, habe ich auch immer wieder und keine Lösung dafür. Falls jemand weiß, was zu tun ist, bitte ich um (Mit)Teilung dieses Wissens.

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    • 6 richensa
      29. August 2010 um 15:28

      Für dieses slide-show-Problem habe ich lange gesucht, aber nichts gefunden, was ich verstanden habe oder funktioniert, wenn man das Blog einfach über seine Startseite und den Browser befüttert. Wenn man über einen eigenen Serverplatz verfügt und von dort aus (lokal) arbeitet, gibt es wohl etwas. Habe da aber nicht weiter recherchiert…

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