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Blogs von Museen und Sonderausstellungen

Liebe Leser,

derzeit beschäftige ich mich etwas mit der Frage, was der Museumsbesucher an sich, der sich im Vorfeld einer Ausstellung oder eines Museumsbesuches informieren möchte, von einer Website erwartet. Wie viel soll auf der Seite zu sehen sein, abgesehen von den Öffnungszeiten und den Eintrittspreisen?
Welche Seite gefällt euch, wo würdet ihr länger verweilen?
Würdet ihr ein Blog lesen, welches dort z.B. von den Mitarbeitern einer Ausstellung „gefüttert“ wird? Hättet Ihr Spaß daran, ein „Making-of“ einer Ausstellung als Leser und Kommentator zu verfolgen?

Bislang habe ich nur sehr wenige Beispiele gefunden, die es im deutschen Sprachraum überhaupt gibt. Gut gefallen hat mir bislang nur ein Blog, nämlich das vom Neanderthalmuseum . Es wird von mehreren Autoren geschrieben, unterschiedliche Themen und liegt außerhalb der eigentlichen Website des Museums. Das Museum ist zudem auf facebook, twitter und flickr vertreten, die Angebote werden regelmäßig gepflegt.
Auch die Westfalen wollten es so machen, aber ehrlich gesagt, geht dort das Angebot etwas vor die Wand, gleich auf der Startseite der Sonderausstellung landet man bei der Bildergalerie im off. Die Filme sind interessant, aber manchmal etwas lang(atmig) geraten. Unter AufRuhr 2.0 findet man die Links zu den sozialen Netzwerken und zum Blog. Die Facebookseite ist auch öffentlich zugänglich (sollte es ja bei einer Ausstellung auch), meinVZ will den Besucher gleich einen Account aufschwatzen und der Blog ist eher unpersönlich mit Veranstaltungen gefüttert.

Tja, wie macht man/frau es besser?
Fragen über Fragen!

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20 Responses to “Blogs von Museen und Sonderausstellungen”


  1. 6. August 2010 um 17:06

    Gut, daß Du fragst! :)

    Das passiert mir häufiger, daß ich vor der Reise im Netz mal kurz schauen will und dann erschlagen werde … Ich hätte gern für mir unbekannte Museen einen Vorher- und einen Nachher-Bereich im Netz. Vorher will ich wissen: Wo ist das? Wann ist offen? Wie komme ich da hin? Was gibt es für ein Programm? Gibt es ein Café? Was kostet’s? (Gibt es zu der Ausstellung, die mich interessiert, besondere Termine?) ((Was sind die Highlights? Irgendwelche Tips?)) — Fertig.

    Hinterher habe ich viel mehr Fragen. Den Rundgang virtuell nachvollziehen, Interessantes zu einzelnen Exponaten, ein Making of — würde ich mir hinterher alles angucken. Nochmal die ganze Geschichte nachlesen, wenn es toll war, auch: wer steckt dahinter? Was war die Fragestellung? Wieviel Arbeit steckt drin? Und wenn ich das alles weiß, dann lese ich auch das Blog.

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    • 2 richensa
      8. August 2010 um 15:22

      CAFÉ!

      Ja, das muss rein, ich mag auch immer wissen, wo ich mich von der Masse von Eindrücken einer Ausstellung wieder in die Jetztzeit und Realität zurückholen kann.

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  2. 6. August 2010 um 17:46

    Lakritze hat ja so recht, man braucht die Vorher- und die Hinterhervariante, die erste für die praktischen Details und natürlich auch zum Lust-auf-den-Besuch-Machen, die zweite zum Vertiefen. Ganz schön finde ich die Seite vom Rijksmuseum Amsterdam, da geht beides ganz gut zusammen.

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    • 4 richensa
      8. August 2010 um 15:33

      stimmt, aber mir ist natürlich gleich in der Suche aufgefallen, dass die vertiefte Suchaktion nur auf niederländisch funktioniert. Hach! Ich habe immer was zu meckern ;-)

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  3. 5 karu02
    6. August 2010 um 20:25

    Mir gefällt die web-site vom Wallraf-Richartz-Museum in Köln sehr gut, vor allem, wenn man nachher noch sehen kann, was man verpasst hat. Toll ist auch die animierte Seite zu den Impressionisten. So was finde ich besonders gut.
    http://www.wallraf.museum/start.php
    http://www.impressionismus-wallraf.de/interaktion/interaktion.html

    Mir fällt bestimmt noch etwas ein zum Thema, später dann….

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    • 6 richensa
      8. August 2010 um 15:35

      Die Startseite erinnert mich etwas an die „Gesichter“-Ausstellungsseite aus Berlin (s.o.), aber sie ist sehr schön (wie die Gesichterseite). Diese flash-Animationen gefallen mir schon, man braucht ein paar Sekunden mehr Geduld, um zur Info zu kommen…

      Wenn ich das mal hier zusammenfasse, sind die Aussagen zur Museums-/Ausstellungswebsite 2.0 (also mit Blog etc.) noch nicht sehr überschwänglich, oder?

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  4. 7 kormoranflug
    7. August 2010 um 12:12

    Hey, neue Arbeit. Das ist ein gigantisches Projekt.

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  5. 9 karu02
    8. August 2010 um 17:24

    In der neuen Ausgabe der KUNSTZEITUNG, von der ich nicht weiß, wie weit sie verbreitet ist, steht ein sehr interessanter Artikel zu diesem Thema: Mulmig im Internet – Museem im Zeitalter des web 2.0
    http://www.lindinger-schmid.de/kunstzeitung_aktuell.html

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  6. 10 karu02
    8. August 2010 um 18:12

    Gerade war ich noch mal auf der Städel-Seite im Netz. Die machen das auch sehr gut, sind überall vertreten, bei facebook und bei Twitter, bereiten ihre Ausstellung gut vor und nach. Die Nachbereitung finde ich fast noch wichtiger. Vor allem sollte man Fragen stellen können und sie kompetent beantwortet bekommen. Das wäre mein Traum neben dem, in jedes Museum virtuell
    spazieren gehen zu können, wie bei google im Prado, die Werke heranzuzoomen und porengenau auf dem Bildschirm studieren zu können, ohne sich an Führungsgruppen vorbeidrücken zu müssen.

    Ich persönlich bin vor allem für Texte und Erklärungen in Netz sehr dankbar, weil ich es nicht fertigbringe, in Ausstellungen die Texte zu lesen, ich habe dort nicht die Ruhe dafür, es sei denn ich wäre dort alleine, was so gut wie nie vorkommt, außer in Frankreich.

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    • 11 richensa
      8. August 2010 um 18:22

      Geplant ist bei unserer website schon, eine Menge Infos u Texte aus der Ausstellung auch in der einen oder anderen Form auf die Seite zu bringen.
      Die Möglichkeit, Fragen zu stellen und dann auch beantwortet zu bekommen, sehe ich (derzeit) am ehesten über ein Blog. Wie ich schon auf einer Menge Seiten gesehen habe, wird das „gute, alte Gästebuch“ so gut wie gar nicht mehr frequentiert, zudem finde ich es auch eher peinlich, wenn die letzten Einträge ca. 3 Jahre alt sind.

      Die Kunstzeitung müssen wir uns mal besorgen, danke für den Tip!

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    • 13 richensa
      8. August 2010 um 18:42

      Die Seite ist wirklich sehr informativ gestaltet, dabei übersichtlich und auch hier gibt es diesen flash-header, der Lust auf „mehr“ macht.
      Inzwischen habe ich diesen auf einer Menge Museums-Websites gesehen, der scheint sich ja fast zum aktuellen „Muss-sein“ zu mausern?

      Durch das Blog gibt es aktuelle Nachrichten mit Bildern, aber leider fehlen auch hier die Leute, die Lust haben, mal zu kommentieren, schade!

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  7. 14 karu02
    8. August 2010 um 18:39

    Hier in NRW liegt diese KUNSTZEITUNG überall aus, kostenlos. Auf jeden Fall in jedem Museum. Wenn Du willst, kann ich Dir den Artikel auch scannen und schicken?

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  8. 12. August 2010 um 01:38

    Hochspannendes Thema.
    Ich stimme vieles des oben gesagten zu. Meist ist mein Einstieg in die Internetpräsenz eines Museums ein bevorstehender oder nur erwogener Besuch. Da ist weniger mehr, denn ich will übersichtlich die Basics erfahren (siehe Lakritze, ganz oben).

    Grundsätzlich sollte das Internet-Erscheinungsbild mit dem Charakter des Museums harmonieren. Es gibt so viele verschnarchte Museen, denen hilft kein Flash-Player und kein Blog.
    Nehmen wir das Märkische Museum in Berlin und fragen uns, ob aufgrund der angestaubten Internet-Präsenz ein regelmäßiges Wiederkehren erwägt
    http://www.stadtmuseum.de/index3.php?museum=mm

    Aktivität im Netz und Aktivität im Museum gehören zusammen. Nennen wir es Aura des Gesamtkonzeptes. Mein Museums-Highlight der letzten Wochen war das Museum of London. Ständig abwechslungsreiche Veranstaltungen (nicht nur Führungen), da schaut man gerne in die Kategorien „coming up“ oder „behind the scenes“ und klickt ggf. ihr facebook an.
    http://www.museumoflondon.org.uk/English/

    Wenn die Interaktion im Hause stimmt und zum Wiederkehren animiert, nur dann kehrt man auch auf die Web-Präsenz zurück und begleitet evtl. das Haus auch im Blog/Newsletter/facebook.

    Wie spannend können die Geschichten sein. Eine Bekannte hatte die Aufgabe, für das neue Hohenzollern Museum in Potsdam über die brandenburgischen Dörfer und Dachböden zu tingeln und mögliche Exponate zu sichten. Ihre Erlebnisse sind Romanfüllend.
    Der Aufbau eines Museumskonzeptes oder einer Leihausstellung kann so aufregend sein, wie die Romanow-Ausstellung im Martin Gropius Bau, wo die Exponate nicht durch die Türen passten. Usw.

    Wenn Ausstellungen so sind, wie die just von mir besuchte Kunsthalle Hamburg mit ihrer Impressionisten Ausstellung, war schauderbarste Tristesse und erbärmlichste Didaktik (ich bin immer noch erschüttert, daher verzeihe man mir meine ewigen Ausschweifungen und Aufgeregtheit…), da hilft auch keine saubere Internet-Präsenz.

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    • 17 richensa
      15. August 2010 um 20:37

      Lieber eichi,
      deine Ausschweifungen, die immerimmer gerne ausschweifig sein dürfen, haben mir auch wieder einige Museumsbesuche aus dem Hinterkopf geholt, so das Museum of London, in dem ich vor einigen Jahren war, einmal zum Besuch und „Schmöker“, dann zu einer Tagung. Es sind eine Menge Sachen, die mir als sehr positiv im Gedächtnis geblieben sind: der „rote Faden“, der als Guideline durch die ganze Ausstellung geht, der Nachbau eines römischen Landhauses, auf dem als historisches Graffiti „Romans go home“ an die Hausecke gesprüht war (Life of Brian ließ grüßen). Auch die Publikationen dieses außerordentlichen Stadtmuseums sind oberklasse!

      Mit einer eigenen Internetpräsentation hat eine Sonderausstellung grundsätzlich die Chance, die langweilige/altmodische Internetpräsentation der Dauerausstellung hinter sich zu lassen, und das soll es ja bei uns werden, daher meine Fragerei hier…

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  9. 15. August 2010 um 18:04

    Rich,

    ich bin mal durch die Homepages einiger Museen in BW gesurft. Alles ziemlich konventionell, ob Kunstmuseum Stuttgart, Burda in Badan-Baden, Würth oder Stihl.
    Gefallen hat mir das Privatmuseum von Ritter in Waldenbuch (http://www.museum-ritter.de/)
    Und dann finde ich das Kinomuseum in Turin total ansprechend. (http://www.museocinema.it/)

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    • 19 richensa
      15. August 2010 um 20:40

      Wassily,

      danke für die beiden Links, besonders beim Kinomuseum tritt das Design, welches inzwischen oft bei den „besseren“ Seiten zu finden ist: flash plus zwei menüleisten mit jeder Menge Info dahinter. Ich schaue da noch ein bisschen rum, danke dir…

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  10. 15. August 2010 um 22:05

    Noch ein Hinweis, wie es in den USA gemacht wird:

    Indianapolis Museum of Art
    http://www.imamuseum.org/blog/

    Vor allem die umfangreiche Linkliste hin zu anderen Häusern, Bloggern etc. wird Dich vielleicht etwas inspirieren.

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