Archiv für August 2010

29
Aug
10

Berlin – Marzahn, Gärten der Welt

Wie vielfältig Marzahn, der besonders aufgrund seiner riesigen Hochhaussiedlungen verschrieene Berliner Bezirk, ist, habe ich bereits letztes Jahr bei einer Wanderung der besonderen Art erleben dürfen. Dieses Wochenende nun habe ich Besuch aus Frankreich, die sich trotz Regen die Füße außerhalb der Touristenpfade vertreten wollten. Weiterlesen ‚Berlin – Marzahn, Gärten der Welt‘

28
Aug
10

Marktimpression, frühherbstlich

Gestern beim Bummel über meinen Stadtteilmarkt auf dem Boxhagener Platz eingekauft:

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Leider habe ich mir die Namen der Tomaten nicht alle merken können, die große gelbe ist eine „German Gold“ (falls es mal wieder nicht bei WMs und Olympischen Spielen nicht klappt), die blässliche im Bildhintergrund dürfte eine „Kartoffeltomate“ sein (dank Kormorans Beitrag letztens wieder erkannt) und dann eine „Grüne gestreifte“ (ach ja – hinten rechts im Bild).  Diese komischen roten Tomätchen heissen „Schlesische Himbeere“. Wie die gelbe Romatomate heisst, weiss ich nicht mehr.

Die „schlesische Himbeer“-Tomate wandert heute an den Kartoffelsalat, die anderen werden in den nächsten Tagen verkostet.

22
Aug
10

Geschenk aus dem Garten: Bohnen

Der Großstädter an sich freut sich über das pralle Angebot an städtischen Lustbarkeiten, im Hinterstübchen seines Dasein sehnt er sich aber nach dem stillen Leben auf dem Land, welches die meisten allerdings nur aus Lifestyle-Zeitschriften kennen. Und da kann man nur sagen: Gurken wachsen nicht auf Büschen! Dennoch hat so mancher seine Datsche irgendwo an einem brandenburgischen See und fährt, sobald am Freitag mittag der Bleistift oder das iBook fällt, ins Grüne.

Nur wenige leben wirklich im Grünen und ringen der Scholle die Tomate, die Kartoffel oder eben auch grüne Bohnen ab. Joachim und Christine wohnen mit ihren Töchtern in einem reizenden Häuschen, welches um 1910 von einer Berliner Familie errichtet wurde, die auch schon damals dem Traum vom Landleben nachsinnierte. Wird man von den beiden zum sonntäglichen Kaffeetrinken oder Grillen eingeladen, genieße auch ich den Blick über den See, da bin ich ja ehrlich. Da ich aber als Kind genügend Zeit mit dem Auflesen von Fallobst, dem Füttern von Hühnern und dem Unkrautjäten zugebracht habe, finde ich solche Nachmittage wunderwunderbar, kehre aber ohne Trauer in meine Stadtwohnung mitsamt überschaubarem Grünanteil auf dem Balkon zurück.

Vor zwei Wochen gab es das erste Erntegeschenk dieses Jahres: wunderbare kleine Kartöffelchen, die sich anboten, zu einem Gericht mit Zitronenhuhn, viel (Balkon-) Rosmarin und Zwiebeln im Ofen verzaubert zu werden. Und letzte Woche gab es einen Armvoll grüner Stangenbohnen, perfekt für „Schnippelbohnen“, dünne, von der Schnippelbohnenmaschine meiner Großmutter perfekt geschnittene Scheiben von der Stangenbohne. Wäre es weiterhin frühherbstlich kühl gewesen, wären die Bohnen mit Kartoffeln und ähnlichem zu einem Eintopf verkocht worden, so aber, bei der Wärme des Spätsommers wurde ein bunter Nudelsalat daraus.

Zutaten für den bunten Nudelsalat mit Schnippelbohnen

  • ca. 300 g grüne Bohnen, frisch, geschnippelt, ca. 6 min in Salzwasser gekocht, abgeschreckt, abgetrotpft
  • etwa 300 g Bandnudeln
  • etwa 125 g getrocknete Tomaten, nicht in Öl eingelegt
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 Chilischote, getrocknet, fein gemörsert
  • 6 EL Olivenöl
  • 3 EL weißer Balsamico-Essig
  • grüner Pfeffer
  • zwei rote Zwiebeln, gedünstet
  • 5 Tomaten, ordentlich reife, in Würfel geschnitten
  • 100 g Feta

Die getrockneten Tomaten ca. 20 min in Wasser einweichen, dieses dann wegschütten; dann die Tomatenfilets in Streifen schneiden, in ein hohes Gefäß geben, die zermörserte Chilischote hinzugeben, ebenso die beiden Knoblauchzehen. Inzwischen die Pasta al dente kochen, vom Kochwasser beim Abgießen etwa 3/4 Tasse zurückbehalten. Die Zwiebeln in dünne Scheiben schneiden, in etwas Olivenöl nach Geschmack dünsten oder etwas krosser anbraten, dann zur Seite stellen.

Die (frischen) Tomaten in Würfel schneiden, etwa die Hälfte mit zu den getrockneten geben. Alles mit dem Pürierstab pürieren, Öl, Essig und Nudelwasser dazu geben, soviel, dass es eine dickflüssige Sauce ergibt. Mit grünem Pfeffer abschmecken. Nudeln und Sauce in einer Schüssel mischen. Den Feta zerbröseln und zugeben, alles gut vermengen.

Nun noch die grünen Bohnen und die frischen Tomatenwürfel zugeben, zusammen mit den Zwiebeln nur vorsichtig unterheben und zum Schluss den Salat noch mit frischem Thymian und Oregano abschmecken.

21
Aug
10

Abgeguckt: Zwetschgen-Törtchen

Vor ein paar Tagen hat die Kekstesterin mir einmal mehr mit ihren Pflaumen-Galletinis mit gerösteten Mandeln den Mund wässrig gemacht. Und da ich keine Mandeln zuhause hatte und Walnüsse sowieso gerne mag, habe ich ein paar Walnüsse geknackt und sie im Rezept gegen die Mandeln ausgetauscht.

Ganz so flach sind meine Zwetschgenküchlein auch nicht geworden, denn ich habe sie den Teig in die Vertiefungen zweier Muffin-Bleche gedrückt.

Im Prinzip habe ich Kekstesterins Rezept genommen, nur die Mengen etwas angepasst.

Für den Teig:

140 g Butter, 160 g Dinkelmehl (davon 50g Vollkorn-), 1 EL braunen Zucker, 1 EL Wasser.

außerdem

80 g Walnusskerne, 3 EL Zucker

6 Zwetschgen (der Rest der 3 kg Früchte wurde zu einer Zwetschgenmarmelade mit Schokolade verarbeitet).

Nun wird zunächst ein Mürbeteig hergestellt, der etwa eine Stunde im Kühlschrank gut durchkühlen sollte. In der Zwischenzeit röstet man die Walnusskerne ohne Fett in einer Eisenpfanne an, vorsichtig natürlich, damit das enthaltene Öl nicht verbrennt. Dann werden die abgekühlten Kerne mit dem Messer klein gehackt, mit dem braunen Zucker vermengt und etwa zu zwei Dritteln unter den Mürbeteig geknetet, das Ganze wandert wieder in die Kühle.

Inzwischen habe ich zwei Muffin-Bleche à 6 Vertiefungen gebuttert und die sechs Zwetschgen in feine Spalten geschnitten. Danach wanderte der Teig in die gefetteten Muffinförmchen, dann wurde die restliche Walnuss-Zuckermischung darauf verteilt und das ganze noch mit einem Hauch von braunem Zucker überzuckert, denn die Zwetschgen waren recht säuerlich.

Bei 180° für 20 min im vorgeheizten Ofen sollte das Küchlein gebacken werden, beim nächsten Mal werde ich nicht so viel Hitze geben, sondern das Ganze lieber ein paar Minuten länger im Ofen lassen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Danke für das (auch schon abgewandelte) Rezept, Frau Kekstesterin, die „Inseln des Zwetschgenglücks“ sind gar köstlich!

Zwetschgentörtchen

20
Aug
10

Haustürgeschichten

Lange liegt mir diese Geschichte schon irgendwo auf dem Schreibtisch meines Hinterkopfes herum, mehrmals habe ich hier schon angefangen, sie aufzuschreiben, bin aber nie zum Ende gekommen. Am Freitag war ich zum Essen eingeladen, gegessen wurde koscher im Gabriel’s im jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße. Der Gastgeber entschuldigte sich zwar immer wieder für das Essen, welches aber gar nicht unschmackhaft war, dennoch waren das Interessanteste die Tischgespräche.
Und so kam diese uckermärkische Impression der anderen Art wieder an die Oberfläche.
Als ich im Herbst 2008 relativ unvermittelt in der Uckermark zu tun hatte, brauchte ich für die Dauer meines Aufenthaltes natürlich auch eine Übernachtungsmöglichkeit. Dummerweise hatte Brandenburg gerade Herbstferien, keine der bekannten Unterkünfte hatte noch ein Bett für mich frei.
Eine Mitarbeiterin gab mir den Tip, es bei einem der Höfe in Dreesch zu versuchen, dort hätten Kollegen auch schon einmal eine Bleibe gefunden, als unsere sonstigen Pensionen belegt waren.
Als ich an den Gartenzaun trat und auf die Klingel blickte, musste ich erst einmal lächeln, denn der Name verhieß mir deutlich, dass hier Westfalen wohnten, „…kötter“ lässt seine geografische Herkunft unschwer verleugnen. Ich trat durch den Vorgarten an die Haustür und klingelte.
Und klingelte noch einmal, da niemand die Tür öffnete, es war schließlich ein großes Haus, vielleicht hatte man mich nicht gehört. Als ich mich gerade schon zum Gehen umdrehen wollte, wurde die Tür doch noch geöffnet. Ein älterer Herr Anfang siebzig musterte mich. Ich sagte mein Sprüchlein auf, dass ich eine Unterkunft von Montag bis Freitag suche, und dass ich den Tip bekommen hätte, dass sie auch vermieteten. Plötzlich fing er an zu weinen. Ich stand da, wie vom Donner gerührt und war mir keiner Schuld bewusst. Dann sagte er, dass seine Frau im Krankenhaus sei. Ich fragte, ob es denn etwas Schlimmes sei. Er schneuzte sich die Nase in ein großes kariertes Taschentuch und meinte, nein, sie wäre zur Beobachtung da, weil sie Kreislaufprobleme habe. Aber er, er fing wieder an zu weinen, er sei ganz alleine und müsse sich um alles alleine kümmern. Mein Mitleid wandelte sich in abwartendes Schweigen, schließlich weinte er ja nicht, weil seine Frau krank war, sondern eher Mitleid heischend um sich selber. Schließlich sagte ich, dass ich ihn dann nicht länger stören wolle. Er fiel mir ins Wort und meinte, dass ich trotzdem das Zimmer haben könne, ich müsse mir aber das Bett selber beziehen und es wäre schön, wenn ich auch das Frühstück bereiten könne, er würde dann auch mit mir frühstücken. Nun ist es nicht meine Art, fremden Herren das Frühstück zu bereiten und langsam beschlich mich das Gefühl, dass er eine Putzfrau suchte. Ich bedankte mich artig und wollte gehen, da begann er unvermittelt, mir sein Leben zu erzählen, dass seine Frau die zweite sei, von der ersten sei er geschieden, er berichtete mir von der LPG, der er vorgestanden habe, welche Straße erst auf seine Initiative gebaut worden sei und überhaupt. Mir war schon sehr unbehaglich ob dieser vielen Geschichten, die ich eigentlich nicht hören wollte, aber ich wollte ihn auch nicht so da in der Tür stehen lassen, meine anerzogene Hemmschwelle ließ mich verharren.
Dann holte er noch weiter aus und erzählte, dass seine Eltern 1937 aus der Nähe von Unna in die Uckermark gezogen wären, denn in Westfalen hatten sie als Landarbeiter kein eigenes Land besessen, erst mit der inneren Aufsiedlung inklusive Landzuteilung durch den „Reichsnährstand“ in der 2. Hälfte der 1930er Jahre wurden sie zu Herren auf eigener Scholle.
Nun wurde mir auch klar, warum das kleine Dorf so gleichartige Höfe mit diesen großen dunklen Holzscheunen hatte: es handelte sich um eine planmäßige Ansiedlung, wie sie zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion durch die nationalsozialistische Agrarpolitik durchgeführt wurden.
Der Mann an der Tür erzählte mir, dass er als vierjähriger Junge mit seinen Eltern in die Uckermark gezogen sei. Im Dorf wohnten Neubauern aus allen Ecken Deutschlands, Schwaben, Niedersachsen, Hessen. Und die neuen Hofbesitzer bekamen auch gleich Hilfskräfte aus Polen, der Ukraine, aus Frankreich und Belgien, wie er mir erzählte. Das Wort „Zwansgarbeiter“ war nur in meinem Kopf. Und er erzählte auch ganz stolz, dass er als Kind sogar ein paar Brocken polnisch gesprochen habe. Heutzutage würde man ja auch wieder nach Polen zum Einkaufen fahren. Und dann kam der Moment, als ich mich umdrehte und grußlos ging: „Heutzutage,“ sagte er eifrig, „heutzutage würde ich auch, wenn meine Frau nicht mehr ist, einer Polin die Hand reichen. Sie sind gar so nicht dreckig, wie man immer sagt.“
Mir war ziemlich schlecht, als ich fast vom Hof lief. So sieht er also aus, der nette Rechtsradikale von nebenan: ein freundlicher älterer Herr, der einem die Haustür öffnet.

15
Aug
10

Mitten im Nirgendwo

Kleine Impression von letzter Woche, als ich in der Nähe von Joachimsthal/Brandenburg unterwegs war. Das Land ist so weit, dass selbst google-maps mit den Schultern gezuckt hat:

mitten im Nirgendwo

10
Aug
10

Impression aus Pinnow

Auch wenn ich nun erst einmal nicht mehr dauernd in der Uckermark mein Unwesen treibe, wird in der nächsten Zeit die eine oder andere Impression aus meiner brandenburgischen Lieblingsecke hier auftauchen.
Fangen wir mal mit Pinnow an:

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Der Bahnhof ist hübsch angemalt, es gibt fast jede Stunde einen Zug, der anhält, ungewöhnlich in den heutigen Zeit, weitab auf dem Lande…

06
Aug
10

Blogs von Museen und Sonderausstellungen

Liebe Leser,

derzeit beschäftige ich mich etwas mit der Frage, was der Museumsbesucher an sich, der sich im Vorfeld einer Ausstellung oder eines Museumsbesuches informieren möchte, von einer Website erwartet. Wie viel soll auf der Seite zu sehen sein, abgesehen von den Öffnungszeiten und den Eintrittspreisen? Weiterlesen ‚Blogs von Museen und Sonderausstellungen‘

04
Aug
10

Gesprühter Prostest?

Tja, das Spraying auf dem Bürgersteig war wohl nicht unumstritten: Das „A-Team“ musste sich der Diskussion stellen:

Discuss!




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